Iceland on the rock
Tag 14, 27. 7., Montag
Egilsstaðir verbreitet die gleiche Tristesse wie jede deutsche Kleinstadt bei Regen.Allerdings gibt es hier ein nettes kleines Cafe, sehr empfehlenswert, in dem man W-Lan hat und dem strömenden Regen draußen zuschauen kann, wirklich empfehlenswert und was Besonderes.

Heute
morgen wache ich auf und höre das Blöken der Schafe.
Beim Rausschauen ahne ich schon nichts Gutes, der Himmel hat sich komplett zugezogen und selbst die Heribert ist nicht mehr zu sehen. Ich gönne mir den Luxus eines Frühstücks und komme ans Grübeln, ob ich meine Pläne wirklich so durchführen soll. Die Aussagen der Wirtin über das zu erwartende Wetter bestärken mich in dem Entschluss, die Ostfjorde auf ein anderes Mal zu verschieben und mich so schnell wie möglich in den Süden abzumachen. Auch das sehr verlockende Angebot einer Tagestour zur Askja und den Kverkfjöll
im superjeep mit max. 3 Leuten werde ich wohl auf einen späteren Zeitpunkt, dann aber mit meinem lieben Hans, verschieben.
Wenn ich die Aufenthalte im Süden auch noch straffe, ergeben sich vielleicht noch zwei Tage auf der Snæfellsnes. Ich bin noch unsicher, aber das soll hier ja kein Überlebenstraining, sondern nur ein erholsamer Urlaub sein.
Ich fahre die alte Ringstraße, jetzt Straße Nr.?
entlang und wundere mich wirklich, wie die Menschen hier vor 100 Jahren überleben konnten.Im Jökuldalur ändert sich das Landschaftsbild drastisch; grüne Wiesen, freundliche Höfe, sanft geschwungene Hügel und wieder so ein riesiges, von Gletschern ausgekerbtes Trogtal. Teilweise fühle ich mich an Gegenden in der Eifel erinnert, selbst Bäume gibt es hier und da.
Irgendwann kommt die Kreuzung, wo ich mich entscheiden muss, ob ich der 1 folge oder die Abkürzung über den Öxi nehme. Da ich Öxi noch nie gefahren bin, die Wolken tief hängen, Schnee in den Dauerregen gemischt ist, entscheide ich mich auch dagegen und folge dem Breiðdalur.
Dort entscheide ich spontan werner anzurufen und bis Höfn durchzufahren, es ist Weltuntergangsstimmung. Ich habe auch überhaupt keine Lust auf Zelten; ob das wohl am Regen, den 4° - 8° und dem Wind liegen mag? In Djúpivogur erreiche ich Werner, die Übernachtung ist gebongt und ich werfe die CD von Clapton/Winwood Live in Madison Garden, 2009 in den Player. Das ist die absolut richtige Entscheidung, mit der richtigen Lautstärke hellt das doch diesen trüben Tag auf ;-))
Ich halte hin und wieder an um Fotos zu machen, aber mag noch nicht mal dabei aus dem Auto aussteigen, so schüttet es immer noch.
In Stafafell steige ich aus, denn dort habe ich vor 23 Jahren schon mal bei meiner ersten Tour mit meiner Freundin übernachtet. Eigentlich wollte ich ja hier wieder übernachten, es stand auf meinem Plan, aber es wäre nicht gegangen; an der Tür klebt ein Polizeisiegel!!!!! Opfer der Krise oder Verbrechen???
ich bin schon in der Ortseinfahrt Höfn, als mir eine SMS angezeigt wird. Der Kaffee ist bald alle! Zehn Minuten später habe ich meine Tasse in der Hand.

dein Bericht ist toll zu lesen und man ist gleich mit dir mittendrin.Oder doch nicht :-(. Verfolge deine Reise mit meinen eigenen Erinnerungen, die Wege kreuzen sich öfters.
LG Ulla
wie schön hier mitzulesen! Gerade, wenn man die Gegenden schon so gut kennt, ist es interessant, sie aus dem Blickwinkel anderer zu betrachten! Schade, dass das Wetter Dir die Lust auf einen Kaffeestopp vermiest hat! Ein anderes Mal dann :-) Ich denke, Du hast viel verpasst hier im Osten *ggg*
L Gr
Sonja von Eiríksstaðir