Island

19.07.2009 um 21:52 Uhr

Kein Internet

An all die Kommentatoren:

Es ist übrigens schön, meine Erlebnisse mit euch teilen zu dürfen und zu lesen, dass es euch auch Spaß macht hier mitzulesen. 

Den Trick von Werner werde ich auf jeden Fall am Svínavatn (komme ich morgen hin) ausprobieren, ansonsten muss mein lieber Mann mir wirklich ein foto schicken.

 

6. Tag, 19.7. Sonntag


Grad sitze ich in Isafjörður und versuch vergeblich auf die Blogigo- Seite zu kommen. Server temporarily unavailable :-(((((

Die Situation ist etwas surreal, das Cafe hier ist völlig leer, als ich um halb zehn hier reinkomme. Es ist so eine Mischung zwischen Musikladen, Shop fürs Nötigste (wenn Flaschensauger zum Nötigsten gehören?), Eisdiele, Restaurant und Bistrot und irgendwo quietscht monoton die Eismaschine. Inzwischen sind drei Österreicherinnen hier eingetroffen, die auch noch ein wenig Wiener Kaffeehausschmäh verbreiten.

Gestern habe ich noch eine Zeit mit den Berlinern zusammen gesessen und nach zwei Gläsern Wein dann im Zelt ruckzuck in Tiefschlaf versunken.

Heute morgen ist es bewölkt und windig und schon deshalb beschließe ich, das Frühstück nach Isa zu verlegen. Wenn man ihn zum ersten Mal durchfährt, ist der Tunnel dorthin übrigens ein Erlebnis: einspurig mit ein paar Ausweichstellen für die Gegenfahrbahn, außerdem ziemlich lang. Zuerst bin ich mit vierzig geschlichen, als ich dann aber gemerkt habe, dass der Gegenverkehr wirklich rechtzeitig ausweicht, bin ich durchgebrettert.

Inzwischen kommt hier tatsächlich wieder die Sonne raus und ich bin echt gespannt, ob sich die schlechte Wetterprognose für die nächsten Tage bewahrheit! Gleich geht es weiter rund um die Fjorde nach Reykjanes, auch son Name, den es hier dutzendfach gibt. Mal sehen, was der Tag noch so bringt.

Gestern abend gab es übrigens bei mir lecker isländische Pellkartoffeln und isländischen eingelegten Feta – lecker! Wer braucht da noch Forelle?

Es gibt übrigens eine I-net-Verbindung im Hamraborg und auch bei Indiana-Jones in Súðavík.

Halb acht abends

Und schon scheint die Sonne wieder, nachdem es am Nachmittag wieder ganz schöne Sturmböen gegeben hat. Das Zelt von Peter, dem Berliner im unimog (die drie verfolgen mich irgendwie ;-), lag dabei fast am Boden,

meins hat sich tapfer gehalten. Aber der Reihe nach.

Die Straße nach Isa öffnet sich ganz plötzlich zum Djúp hin und die Aussicht ist einfach nur überwältigend. Die weißen Berghänge von Snæfjallaströnd, das tiefblaue Wasser, die Weite...... Man kann es gar nicht beschreiben.

Dann kommen etliche lange Fjorde, die man alle ausfahren muss. Die Berge an den Seiten sind ziemlich steil, Höfe gibt es fast gar keine und immer wieder öffnet sich der Blick am Ende auf den Djúp und zieht mich in seinen Bann. Wunderschön auch die kleinen Wasserfäden, die überall die Berge runterrinnen. Am Fjordgrund ist es meist richtig windstill und sehr warm, mein Gesicht glüht von der vielen Sonne und der Wärme. In einem der letzten fjorde vor meinem Tagesziel werden die Hänge ein wenig flacher und nicht mehr so beeindruckend und ich freue mich sehr, als ein Brückenbogen über den letzten Fjord eine Abkürzung verspricht, die auch schon in der aktuellen Karte eingezeichnet ist. Aber Pustekuchen..... der Damm und die Brücke sind noch nicht fertig und das kostet mich wieder mehr als 30 km rundrum.

Schließlich bin ich dann am Ziel und auf den ersten Blick enttäuscht; mal wieder der morbide Charme vergangener Zeiten oder anders gesagt: sehr isländisch. Aber das warme Thermalbecken direkt neben dem Hotel lockt, und schnell ist das Zelt aufgebaut und genauso schnell bin ich im Wasser. Es gibt keinen HotPot, aber dort im Seichten, wo das heiße Wasser ins Becken strömt wurde eine lange Sitzbank im Wasser angebracht. Ich bin sehr erfrischt, als ich den Fluten entsteige und entschließe mich zu einem Spaziergang an die kleine Mole, um nach der Möglichkeit der Küstenfischerei Ausschau zu halten.

Das sieht auch sehr gut aus, aber der Wind ist inzwischen so stark, dass das Meer sehr unruhig wird (womit ich wieder beim obigen Abschnitt bin9. Ich entschließe mich daher zu einem Spaziergang rund um die Landspitze, der mich komplett mit meiner Standortwahl aussöhnt. Wunderschön, wenn man von den schmerzhaften Attacken der Seeschwalben absieht. Ja, eine hat mit tatsächlich ihren Schnabel auf die Rübe gehämmert. Die vielen anderen vögel sind viel friedlicher und begleiten mich nur mit ihrem Piepen. Ich entdecke auch die Gamla lauginn, wo vor vielen Jahren Salz mit Hilfe thermaler energie gewonnen wurde.

Jetzt sitze ich und habe Fisch (im Restaurant) gegessen, die Sonne scheint wieder, der Wind hat sich auch gelegt und vielleicht versuche ich es doch mal mit der Flunderfischerei.

Zu Tag 7                                                                                         zurück Tag 5

 

 


Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenHans schreibt am 20.07.2009 um 15:37 Uhr:Fisch im Restaurant -- tststs - Du wirst dekadent mein Schatz ;)
    Aber ich lese gern, dass es dir gefällt. Genieße den urlaub.
  2. zitierenWerner schreibt am 20.07.2009 um 19:01 Uhr:@Hans

    spätestends bei mir in Höfn gibts dann Fisch ;-)), habe in der Truhe zwei Filets vom arktischen Saibling (Jöklableikja) und Kabeljau-Stücke.

    @Marled.....Flunderfischerei...?????? ...Kopfkratz, vom Ufer aus?...mit der Angel?...wie das?...
  3. zitierenUlla schreibt am 21.07.2009 um 10:17 Uhr:Du weißt ich teile deine Islandbegeisterung und ich hoffe es nächstes Jahr zu schaffen!
    Inzwischen begnüge ich mich mit meinen Fotos oder Filmen :-)

    http://www.youtube.com/user/TheReisetante#play/uploads/1/d3mb-JJc2Gg

    Gruß Ulla
  4. zitierenIsland_Wiking schreibt am 21.07.2009 um 12:06 Uhr:@Werner
    Tja, jedenfalls hatten die drei abends irgendwelche Plattfische in der Pfanne, ob es jetzt unbedingt Flundern waren, weiß ich nicht. Ursprünglich war wohl der Plan raus zum Hochseeangeln zu fahren, aber weil die Preise da anscheinend auch heftig angestiegen sind, hat sich der Berliner etwas Tintenfisch als Köder empfehlen lassen und dann mit einem Heringsvorfach von der Mole aus in kurzer Zeit 7 dieser handlangen Plattfische rausgeholt. Ich zitiere jetzt nur, weil ich von der Materie keine Ahnung habe. Er meinte übrigens, diese fische würden hier Glieschen oder so ähnlich heißen. Ob das jetzt der englische oder isländische Ausdruck sein sollte - keine Ahnung. Lecker sahen sie jedenfalls aus, wie si so in der Pfanne brutzelten. Ich liebe Scholl und Flundern ja sowieso!

Diesen Eintrag kommentieren