Island

21.07.2009 um 23:40 Uhr

Marled geht fischen

8. Tag,  21.7., Dienstag

Nachdem ich hier schon gleich um 1 Uhr eintrudele,

beschließe ich zuerst mir den Fischsee anzuschauen. Der Platz hier ist wundervoll und evtl. werde ich noch einen Tag länger bleiben, da kommt doch so eine gebratene Forelle für das morgige Mittagessen genau richtig. Ich latsche also runter zum See, der ist leider nicht wie in der Karte eingezeichnet, gleich in Spuckweite zum Hotel!

Der See Svínavatn sieht jedenfalls vielversprechend aus und ich finde auch gleich einen guten Zugang zum Ufer. Forellen sehe ich zwar keine, aber das Wasser ist viel tiefer als bei den anderen, schon in Ufernähe. Ich brause also schnell nach Blönduós um mir Krabben als Köder und die von Werner empfohlenen Wasserbälle zu kaufen. Die gibt es natürlich an der Tanke. Danach brause ich wieder zurück, nachdem ich mir auch noch schnell ein paar Erdnägel gekauft habe, denn die ersten sind schon unheilbar krumm!

Ich melde noch kurz meine Angellust im Hotel an und ab geht’s an den See. Zu meinem Leidwesen sind schon ein Vater mit Sohn da und zum Leidererwesen just an der Stelle, die ich mir heut nachmittag ausgesucht hatte.

Und zu aller Verdruss hat der kleine Pimpf auch schon die erste Forelle aus dem See geholt.

Na, es wird ja wohl nicht die einzige im See gewesen sein. Wir plaudern noch nett etwas miteinander und ich verziehe mich dann ums Eck, meine stümperhaften Amateurversuche muss ja nicht gleich jeder sehen. Ich packe erstmal mein Gerödel aus und richte die Angel. Diese Angelschnur ist aber auch verflixt widerspenstig. Immerhin kriege ich irgendwann die erste Krabbe an den Haken und möchte nun anfangen. Vorsichtig linse ich zu den zweien, wie die das machen. Na, alles klar, mit Schwung ausholen, und dann Pose und Köder weit ins Wasser fliegen lassen. Meine ersten Versuche erinnern mich irgendwie an die Versuche Von Grundschulkindern – Mädchen sind da besonders begabt – beim Ballweitwurf. Es ist ein Wunder, dass der Haken nicht hinter mir landet, sondern nur drei Meter vor mir. Ich gebe mir Mühe und zwischen Haken bestücken, Schnur entwirren, Pose richtig schieben, Wasserball wieder befestigen, Rolle entknoten und ähnliches gelingen mir auch ein paar Probewürfe. Es geht schon immer weiter, mindestens 4 m schaffe ich schon nach einer Stunde. Irgendwann haben ich den Bogen raus und die Leine fliegt zig Meter weit. Leider verabschieden sich in diesem Moment auch Vorfach mit Köder, Wasserball und Pose und zurück bleibt ein Stück Schnur mit ein paar Schieberchen dran. Erstmal ruhig durchatmen, schließlich habe ich ja Ersatz dabei. Natürlich keine Pose auch keine Sicherheitshaken, dafür hab ich ja noch son Wasserball, der als Pose (Schwimmer für die Laien) umfunktioniert wird und genügend Reservehaken, sowie ein paar grüne Gewichte, die ich in weiser Voraussicht auch gekauft hatte. Also alles von vorn: Haken dran, Krabbe dran, Gewicht dran. Leider muss ich gleich zum zweiten greifen und bin um die Erfahrung reicher, dass auch Gewichte ordentlich festgebunden werden müssen.-

Ich übe mich im Weitwurf und es wird tatsächlich besser. Leider sind wie weitesten Versuche stets vom Krabbenflug gekrönt. Ja, auch Krabben können fliegen – vom Haken bevorzugterweise, wenn man ihnen genug Schwung gibt.

Inzwischen habe ich mir bestimmt fünfmal den Haken in die Hand gestochen und der Krabbenvorrat geht zur Neige. Ich kann daher auch nix mehr ausrichten, als die Kleinfamilie mir ihren Platz räumt, nicht ohne zuvor stolz ihren zweiten Fang, eine Forelle in der Größe für zwei zu präsentieren.

Nun gut, der Rest der Krabben, die ich noch im Auto hatte, schmurgelt in der Pfanne, dazu gibt es Balireis und hinterher in der Hotellobby ein Glas Rotwein.

Ich glaube, hier bleibe ich noch einen Tag!  

 

Weiter zu Tag 9                                                                    zurück zu Tag 7 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenHans schreibt am 22.07.2009 um 11:52 Uhr:Bedauer, bedauer ;)
    Aber trotzdem: Petri heil !
  2. zitierenChristel schreibt am 23.07.2009 um 13:39 Uhr:Liebe Marled,
    ich verfolge gespannt Deine tolle Reise und schicke Dir viele herzlichen Grüße aus dem Hunsrück.
    Bis bald und noch viel Erleben!!
    Christel

Diesen Eintrag kommentieren