Nix für Marion
22. Tag
Sonntag
17.7.
Nachdem ich mir im Kaffi in Ísa noch ewig den Kopf zerbrochen habe, ob ich nun die östliche oder westliche Route aus den Fjorden nehmen soll (schön, wenn man keine größeren Sorgen hat ;-) ), entschließe ich mich dann doch für die westliche.
Das Wetter ist immer noch wunderbar, aber ein schneidender Nordwind macht den Aufenthalt im Freien nicht mehr so angenehm wie gestern, Aber egal, ich sitze ja im Auto. Ganz vage liegt der Plan im Kopf, mal wieder bis Flókalundur zu fahren, zu schauen ob mein Lieblingsplatz am Wasser noch frei ist und dann erst zu entscheiden, ob es noch weitergehen soll.
Also geht es erst durch diesen schrecklichen Tunnel. Ich kann nie so recht einschätzen, wie schnell die entgegenkommenden Autos sind und fahre entweder viel zu früh in die Haltebuchten oder zu spät.
Draußen erwartet mich wieder Sonnenschein auf den Bergen und in den Fjorden, wunderbar. Allerdings sind die Straßen noch genauso steil abfallend und dazu noch viel trockener, deshalb ist ein Tankwagen unterwegs der die Straßen mit Wasser besprüht. Ist schon ein komisches Gefühl, keine feste Haftung auf dem losen Untergrund du haben, wenn neben einem der Abhang 100 m steil runtergeht.


Ich weiß nicht so genau, was mich immer nach Flókalundur zieht, ist jetzt schon das 4. Mal dort. Ist es die Tatsache, dass der erste Siedler dort angeblich den ersten Winter verbrachthat? Oder einfach dieStille und Beschaulichkeit oder gar nur die verkehrsgünstige Lage?
Keine Ahnung, jedenfalls gehe ich wieder in die Schlucht der Penna und danach ins Schwimmbad. Danach koche ich mein Abendessen (Maggidiät) und schaue etwas amusiert den Bemühungen einer isländisch-französischen Familie zu, der Sohn heißt Elmar!!, die anscheinend zum ersten Mal ihr Dreibogentunnelzelt in Stehhöhe aufbaut. da wird abwechselnd auf isländisch und französisch geflucht, eine kuriose Mischung!

Leider ist es über der Bucht bewölkt und der Wind trägt dazu bei mich auszukühlen. also entschließe ich mich noch bis zu den Rauðasandur zu fahren und die Heizung in Ka-Jott voll aufzudrehen. Dir Fahrt ist berauschen, die Snaefellsnes liegt imm Abendsonnenschein ohne Wolken und oben auf der Kleifaheiði öffnet sich der blick auf den Patreksfjörður. Die Straßezum Sander ist mörderisch, übelste Wellblechpiste und ich bereue, das Kochgeschirr nicht ordentlich verstaut zu haben, es klappert unaufhörlich.

Dazu geht es steilst in Serpentinen abergab, zum dritten Mal an diesem Tag muss ich heftigst an Marion denken. Der Blick auf die Sander ist, unten angekommen sehr schön, aber ich fahre gleich wieder zurück und bin dann froh heil wieder irgendwann auf der Asphaltstraße zu sein.

ui, die von Ihnen geschilderten Fahrstrecken kenne ich, musste sie aber zum Glück nie selbst fahren. Es ist zwar eine Erleichterung, dass es den Tunnel gibt, aber es ist wahrlich kein Vergnügen ihn zu durchfahren. Ich bewundere Ihren Mut, die Straße zum Raudisandur hinunter ist wirklich nichts für \"Flachlandtiroler\" wie mich. Der rote Strand ist allerdings traumhaft schön.
Ich wünsche Ihnen weiterhin eine schöne Zeit und freue mich schon auf die nächsten Berichte.
Marianne (ein großer Island-Fan)
Vielleicht klappt es ja, unser Treffen im Osten, dann kannst du von weiteren Abenteuern berichten.
CU Ulla