Pläne ändern
Montag
4.7.
9. Tag
Trotz Sturm und den "Mitschläfern" wachen wir erholt um 8 Uhr auf. Der Wind hat etwas nachgelassen, aber Regen und Temperatur haben sich nicht wesentlich verändert; wir entschließen uns weiterzuziehen und die Kerlingarfjöll später nocheinmal zu besuchen.
Unser Plan sieht vor die Kjölur über Geysir zu verlassen und bei Þingvellir in die Kadidalur zu fahren. Húsafell wartet ja mit einem tollen Schwimmbad auf uns.
Die Kjölur ist auf den letzten 10 km einfach schrecklich, Wellblechpiste und dicke Steine und dazu wie gestern richtig Verkehr. Es wurde ja schon früher in diversen Foren erwähnt und ich muss den Schreibern Recht geben: die Kjölur ist der High(land)way Islands. Allerdings zollen uns etliche entgegenkommende Autos Respekt und weichen vor dem Jeep aus; er erhält deshalb den Namen Killer-Jeep!
Beim Geysir ist viel los, aber nicht so viel wie erwartet. Es sind überhaupt weniger Touristen auch hier unterwegs. Uns erstaunt auch der Riesenumbau des Geysir-Centers! Mehr als doppelt soviel Verkaufsfläche wie früher, ob sich das auszahlen wird?
Vor 21 Jahren sind wir damals mit einem Kleinwagen die Kaldi langetuckert und fast 1000 Tode gestorben. Es war zwar ausdrücklich erlaubt, aber kein Vergnügen. Allein der Anstieg am Tröllháls hat uns die Angstschweißperlen auf die Stirn getrieben.
Diesmal besser gerüstet mit K-J erwarten wir keine nenneswerten Schwierigkeiten, die es auch tatsächlich nicht gibt, obwohl die Straßenqualität sich nicht wirklich verbessert hat in all den Jahren. Auch damals war die Straße grad erst aufgemacht worden, wie wir hinterher erfuhren.
Insgesamt beeindruckt mich diese Strecke deutlich mehr als die Kjölur, die Berge und Gletscher sind zum Greifen nah, die Strecke deutlich abwechslungsreicher. Ich werde sie wieder fahren - irgendwann.
Irgendwann kommen die grünen Berghänge von Húsafell in Sicht. Wir haben schnell unser Zelt aufgebaut, nötige Vorräte im Minishop ergänzt und dann geht es ab ins Schwimmbad mit einem wirklich hotten HotPot.
Nach dem Essen (Maggidiät;-))) und vor dem Schlafengehen wandern wir noch den historischen Húsafellpfad ab. In einer guten Stunde sehen wir etliches aus der Vergangenheit der Region und Werbung für den Bildhauer Páll, dessen steinbehauene Kunstwerke überall am Wegrand liegen. Der Weg ist ein bisschen schwierig zu finden, vor allem der Abstieg in die Schlucht, aber kurz vor acht sind wir wieder am Zelt. Das hat geschlaucht und wir entschließen uns ins Zelt zu krabbeln, wo mir sehr schnell die Augen zufallen.

