Island

07.04.2011 um 21:49 Uhr

Schlafsackunterkunft - die sechste

Wir bleiben weiterhin im Nordwesten, sogar am westlichsten Punkt von Island. Unser Zeil ist heute Breiðavík, kurz vor Látrabjarg in den Westfjorden.

 

Wer den entlegensten Teil Islands sehen will, sollte hier eine Übernachtung einplanen. Wir waren 2008 zum ersten Mal dort, was ich dann 2009 wiederholt habe, allerdings diesmal mit Zelt.

Das Haus selbst hat eine lange, zum Teil sehr finstere Vergangenheit und wurde vor nicht allzu langer Zeit in eine Unterkunft umgewidmet. Dementsprechend wirkt das Äußere etwas heruntergekommen, selbst die neuen Flachbauten für die Hotelzimmer

haben schon unter Wind und Zeit gelitten.

So wurde auch 2009 fleißig an der Außenfassade gewerkelt.

Innen gibt es ein Restaurant, eine Gästeküche und eine Bar - angeblich die westlichste Bar Europas. In diesem Raum hat man auch W-Lan und kostenlosen Kaffee bis zum Abwinken. Die SSU-Zimmer sind klein, grade groß genug für Hochbetten und einen Stuhl. Sie und das Badezimmer auf dem Flur waren tiptop sauber, ein paar Erneuerungen wären aber nicht schlecht.

Auf der aktualisierten Homepage findet man leider keine Preise für die SSU, 2008 haben wir 2100 ISK pro Person bezahlt.

Damals haben wir dort auch zu Abend gegessen, Birna, die außergewöhnliche Herbergsmutter kocht selber. Aber Achtung: aus Prinzip gibt es bei ihr traditionelles Essen, Hans und ich hatten damals Plokkfisk, was uns beiden sehr gut geschmeckt hat. Andere finden das Essen und seinen Preis einfach schrecklich, lest aber bitte auch die anderen Einträge dort, damit ihr nachvollziehen könnt, warum ich Breiðavík empfehle.

Edit!: Nach anderen Erfahrungen ist das mit dem Essen wohl wirklich nicht toll und ich empfehle jedem, sich deshalb selbst was mitzubringen. Aber Achtung: die nächste Einkaufsmöglichkeit ist mindestens 50 km entfernt (Tálknafjörður) und hat eine sehr beschränkte Auswahl. Wirklich gut einkaufen kann man eigentlich nur im 198 km entfernten Ísafjörður!!!

Zu den Preisen muss man sagen, dass dieses Gästehaus wirklich am A.... der Welt liegt und alles Lebensnotwendige mühsam über schlechte Straße und lange Wege herbeigeschafft werden muss. Im Winter sind die Menschen dort oft abgeschnitten und das Leben ist dort sicher alles andere als einfach von den drei Sommermonaten abgesehen.

Was einfach nur berauschend ist, ist die Umgebung. Dort kann man stundenlang wandern, dem Meer zuschauen, Vögel beobachten, Seehunde zählen und vieles mehr. In direkter Nähe liegt der endlose weiße Sandstrand - ein Traum - und bis zum grönlandischen Festland sind es nur noch 300 km.

Um Mitternacht kann man wunderbare Sonnenuntergänge beobachten und die Atmossphäre dort ist wirklich besonders.

Der Campingplatz ist sehr gut ausgestattet mit vorzüglichen sanitären Anlagen, Waschmaschine und Trockner, Grill und ähnlichem mehr. Man darf bei schlechtem Wetter auch die Gästeküche im Haus mitbenutzen und den Aufenthaltsraum.

Also durchaus empfehlenswert!

 

 

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenChristian schreibt am 08.04.2011 um 08:26 Uhr:Ich war 2008 und 2010 dort. Ich kann in alle Dingen Deinem Bericht beipflichten. Allerdings nicht beim Essen.
    Bei uns war es nicht typisches isländisch. Im Gegenteil, extrem wenig, schlecht und extrem teuer!
    Auch andere Gäste erzählte dort das selbe.

    Ich würde immer wieder dorthin fahren, nur nicht essen oder trinken. Ich habe auf Island noch nie so schlecht und auch noch nie sooo teuer gegessen und getrunken.
  2. zitierenIsland_Wiking schreibt am 08.04.2011 um 15:11 Uhr:Ja, da hatten wir mit dem Gericht damals wohl Glück. Bei meinem Zeltaufenthalt habe ich selbst gekocht, so dass ich nicht auf eine Restaurantverpflegung angewiesen war. Ich werde den Bericht dementsprechend abänder.

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