Schöne Zeiten

Tag 4, Freitag, den 9.7.
Wir wachen beide nach ungestörtem Schlaf gegen 7 auf, lesen aber noch ein wenig, bevor es dann gegen 9 den ersten Kaffee gibt. Der Wind bläst immer noch, aber der Himmel ist blau. Nachdem uns Kim die letzte Tasse Kaffee gebracht hat,
geht es über die Vatnaleið nach Norden. Erstes Ziel ist diesmal der Kirkjufellsfoss, auf den ich durch das Islandforum aufmerksam gemacht worden bin. Über eine alte Straße und Brücken kommen wir dorthin. Die Kirkjufellsá fällt über mehrere Stufen sehr malerisch in eine kleine Lagune, bevor sie sich endgültig im Meer verliert.
Die Kulisse für dieses Wasserschauspiel ist grandios: nach Süden schließen die Bergzüge der Snæfellsnes den Blick ab, sonst könnte man von dort auf die Häuser von Lýsuhóll sehen, nach Norden erhebt sich steil und drohend der Kirkjufell. Ich kann mir bei seinem Anblick schon denken, warum die Reiseführer davor warnen ihn ohne ortskundige Führung zu besteigen.
Nachdem noch einige vielfarbige Steine den Weg in meine Taschen gefunden haben, geht es nach Stýkkishólmur. Der Himmel ist noch verhangen und klart erst auf, nachdem wir uns in der Narfeyarstófa gestählt haben. Es geht noch einmal auf den Leuchturmberg,
bis sich die Fähre am Horizont abzeichnet. Un von der Fähre aus, die zwei HotSpots besitzt, schicke ich auch den Bericht von gestern. Leider habe ich natürlich vergessen, mein Ladegerät ins Tagesgepäck zu packen und mitten während der Fahrt verabschiedet sich mein Netbook. Nun gut, ich hatte sowieso nicht vor es auf Flatey zu benutzen außer zum Hochladen der Fotos.
Auf Flatey gehen wir wieder zum Vogelfelsen,
der Weg um die Insel ist gesperrt und wird wie beim letzten Mal, erst ab dem 15. Juli geöffnet. Es kommet mir so vor, also ob diesmal wesentlich weniger Vögel auf dem Wasser und in den Felsen sind. Es ist 7, als es im Restaurant ein sehr interessantes Menu für uns gibt und ich gestehe, zum ersten Mal Seevogelbrüstchen gegessen zu haben. Sie sind sehr lecker, aber wie beim Walfleisch werde ich es ohne Not nicht mehr essen.
Der Abend endet früh, ich habe das Gefühl immer noch unter Schlafdefizit zu leiden.
