Staubfahnen
15.7.
Freitag
20. Tag
Heute ist einer dieser unglaublichen Tage, die ich gerne mit euch teilen möchte. Leider geben die Fotos nur ein armseliges Bild von der Realität: die Brandung und die Vögel hören, den Wind und die Sonne auf der Haut und den Sand unter den Füßen spüren, den wilden Thymian, das Labkraut, das Meer riechen lässt sich leider nicht übers Internet schicken.
Den gestrigen Tag muss ich später mal einstellen, ich komme irgendwie zu unregelmäßig ins Net.
Heute morgen ist der Himmel jedenfalls genau so klar und blau wie gestern beim Zubettgehen, nur die Windstille und damit die schon fast extreme Wärme gestern fehlt. Es weht, zumindestens in Lýsuhóll wieder der an klaren Tagen übliche Wind von den Bergen, ziemlich heftig sogar.
Irgendwie komm ich nicht weg, verabschiede mich dreimal von allen und finde dann doch noch immer wieder etwas Interessantes zum Anschauen, wie zum Beispiel die Arbeit von Franzi mit den Jungpferden.
Da ich aber irgendwie heute noch viel weiter in den Norden möchte, reiße ich mich endlich los. Ich komme bis Búðir! Die Sonne, der strahlend blaue Himmel, der weiße Gletscher lassen mich nicht so einfach vorbei und ich laufe wenigstens bis Frambúðir. Da bin ich ganz allein und genieße eine halbe Stunde Wärme, Luft, Gerüche an so einem wunderbaren, seltenen Tag. so selten, dass sich die Eindrücke besonders einprägen.
Das schöne wetter hat aber auch viele Menschen auf die Straßen gelockt und ich fahre sowohl an Arnarstapi wie auch an Djúpalónssandur vorbei, wo auf den Parkplätzen schon viele Autos und Busse stehen.
Den Abstecher gibt es nur ins Eysteinsdalur und dort bin ich wieder komplett allein, als ich bis zum Klukkufoss laufe. Es gibt es also noch, das Island der Einsamkeit.
In Ólafsvík kriegt Ka-Jott wieder sein Futter und ich überlege noch kurz im Hobbitinn einen Hamburger zu essen, lass es aber dann doch sein und brause durch bis Búðardalur, wo ich jetzt wieder im Museumscafe sitze. Auf den letzten vierzig Kilometern muss ich an meinen lieben Mann denken, mit dem ich in entgegengesetzter Richtung nach Stýkkishólmur vor grad mal 11 Tagen langgefahren bin. Es ist mehr los auf der Straße und noch trockener und so fahre ich die meiste Zeit in den Staubfahnen meiner Vorfahrer *husthust*
gleich geht es noch weiter an den Fellsströnd, wo ich in Á (heißt wirklich so) zelten möchte.

Gru- Ulla
Natürlich komme ich zurück und nach diesem Urlaub freue ich mich auch sehr auf zu Hause und meinen lieben Mann ;-)).