Sturm über Island
7.7., Mittwoch
Wie werden ziemlich früh wach und sitzen schon um 7 Uhr am Frühstückstisch. Das Büffet ist ausgezeichnet und der Rundblick von der 8. Etage grandios. Auf der nebengelegenen Terasse fliegen die Stühle im Sturm herum und das setzt sich fort, als wir uns auf den Weg ins Haukadalur zum Geysir machen. Es ist sehr schön zu beobachten, was Winderosion heißt, als wir an den gepflügten Feldern vorbeifahren und der Wind riesige braune Staubfahnen durch die Luft wirbelt.
Am geysir selbst ist fast nichts los, eine Handvoll Leute streunen durch das Solfatarenfeld.

Wir schauen Strokkur ein paar Mal bei seinen Eruptionen zu, kaufen Hans noch eine Windbreaker-Jacke (er hat natürlich irgend so ein Sommerfähnchen als Jacke mitgenommen) und entscheiden uns dann, entgegen unseres ursprünglichen Pland gleich an den Walfjord und weiter zur Snæfellsnes zu fahren. Unterwegs machen wir noch einen kleinen Stopp in Þingvellir; dort ist es aber merklich voller und wir flüchten weiter.
Bei Jóhanna gibt es einen kleinen Imbiss, lange Gespräche und als wir endlich weiterfahren, hat der Sturm eher noch zugenommen.
Unterwegs begegnen uns immer wieder Radfahrer, zu Beginn der Snæfellsnes eine Vierergruppe – eine Frau steht am Straßenrand mit Tränen in den augen und auch die anderen sehen nur gequält und erschöpft aus. Kein Radfahrwetter!!! Ständig gegen den Sturm und unberechenbare Böen ankämpfen zu müssen, ist sicherlich total demotivierend.
Es ist übrigens auffällig, wie wenige Touristen unterwegs sind und in Gesprächen mit unseren Freunden wird bestätigt, dass deutlich weniger Reisende unterwegs sind als letztes Jahr, Folge von Vulkanausbruch und Pferdeseuche!
Der Sturm nimmt zu und nachts werden wir sanft im Giebelzimmerchen geschaukelt.

CU Ulla