Tag 1
1. Tag
Puuuuh, die Zeit vor den Weihnachtsferien war sehr anstrengend und jetzt auch noch um 4 Uhr morgens aufstehen.... Wir stellen nach einer knappoen Stunde Autorfahrt unseren Wagen auf den Parkplatz am Hahn ab und schleppen unser Köfferlein zum Check-In. Es ist zeimlich vviel Betrieb und auch unser Flieger wird voll. Der Start verläuft völlig ruhig in völliger Dunkelheit und erst über den Alpen gibt es den ersten Schimmer Tageslicht.
Schnell ist das Mittelmeer erreicht, aber dichte Wolken verhüllen Korsika und erst beim Landeanflug sehen wir unter der Wolkendecke etwas von Sardinien: grün und hügelig!! Die Landung ist glatt, draußen erwartet uns Regen und etwa 13°, wir bekommen beim Autoverleih ein wahres Schlachtschiff. Dank der Routenplanung von Map24, die ich mir zu Hause ausgedruckt habe, finden wir sehr schnell unser Quartier, den Agriturismo Agave .
die junge Frau die uns empfängt, radebrecht ein wenig Englisch und mit den 4 Wörtern Italienisch, die ich aus dem Reiseführer geklaubt habe, kriegen wir zuerst einen Kaffee und dann unser Zimmer. Es ist groß und geräumig, alles piccobello sauber und entgegen meinen Befürchtungen gibt es auch Zentralheizung.
Mit einem mittelalterlich anmutenden Schlüssel schließen wir unseren Flur, das Haus selbst ist immer auf und setzten uns im strömenden Regen in Richtung Capo Caccia in Bewegung. Das Kap ist schnell erreicht und der freundliche Mann im Wärterhaus verspricht uns eine Führung inder der berühmten Grotta di Nettuno , wenn erst der Regen aufhört. Und tatsächlich, nach 10 Minuten 'Wartezeit können wir die 654 Stufen nach unten in Angriff nehmen. Die Gänsegeier kriegen wir übrigens nicht zu Gesicht, aber ich sehe Schwalben durch den Himmel flitzen, vielleicht die, die unsere Scheune im Sommer bewohnen!
Die Treppen ziehen sich, aber die Mühe lohnt: unten erwartet uns ein wunderbares Märchen- und Feenreichs aus Grotten, Lagunen, Bögen und Domen. Leider lässt sich diese Pracht natürlich mit meiner kleinen Kamera nicht in aussagekräftige Pixel bannen, daher hier nur ein schwacher Abglanz dessen, was uns dort unter Tage erwartet hat.
Mit uns läuft eine Gruppe junger Briten und auf dem Rückweg aufwärts stelle ich mich Genugtuung fest, dass die bald ebenso häufig Pause machen müssen wie ich. Ich wäre am liebsten mit der Bootstour an die Grotte gefahren, aber im Winter gibt es halt nur die Option der Treppe! Unsere Führerin in der Höhle muss ganz schön fit sein. 8 Stunden am Tag verbringt sie dort unten und muss den Weg jeden Tag runter- und wieder rauflaufen.
Als wir endlich wieder die Weitsicht über die Bucht am Capo genießen, entscheiden wir spontan noch weiter zu fahren, erst an der Küstenstraße entlang nach Alghero!
Dabei kommen wir an der Nuraghensiedlung Palmavera vorbei! Und das Tor ist auf, wir bezahlen einen kleinen Obulus, erstehen noch einen Halsschmuck fpür mich und können uns dann eine ganze Zeit lang die Reste der Nuraghenkultur anschauen. Wir sind beide beeindruckt, irgendwie hatten wir uns die Gebäude kleiner vorgestellt. Die Siedlung ist noch recht gut erhalten und vermittelt mit ihren vielen Nebengebäuden einen recht präzisen Eindruck.
Es gäbe noch einiges Interessantes zu dieser Anlage zu erzählen, was wir der Broschüre entnehmen konnten, die es zum Eintritsgeld dazu gab, aber vielleicht sprengt das hier den Rahmen.
Beim Einsteigen ins Auto entdecke ich übrigens am Straßernrand eine ganze Menge Mittagsblumen, bei uns zu Hause mit sehr viel Zuwendung und Mühe gepäppelte Gartenpflanzen.
In Alghero parken wir an einem der drei großen Wehrtürme
der Festungsmauern und gehen, da inzwischen hungrig, ins
nächstgelegene kleine Restauraant. Es gibt dort nur eine sehr
beschränkte Speisekarte und wir beide bestellen Pasta, die
hervorragend schmeckt. Zum Nachtisch gibt es 'Geschmolzenen Pecorino',
mit wenig Zucker karamellisiert und leicht mit Chilipulver
bestäubt - traumhaft!
Die engen Gassen
verleiten uns ein wenig dort entlag zu schlendern und uns die Auslagen der kleinen Geschäfte anzuschauen, beim Rückweg entdecken wir am Strand riesige Agavenblütenstände, denen wir schon bei unserer Pension begegnet sind; dort lagen sie abgeschnitten in der Einfahrt und wir rätselten , was das wohl sein könnte.
Auch die Feigenblattkaktushecken imponieren uns sehr!!
Danach fahren wir eine immer schmaler werdende Straße Richtung
Hochebene, die sich in Serpentinen den Berg hochwindet und irgendwo am
Horizont verliert, wir wollen zum Dolmen, der in unserem
Reiseführer Erwähnung gefunden hat. Irgendwo müssen wir
links abbiegen und geraten auf ein, den isländischen
Verhältnissen ähnliche Schotterstrecke, vorbei an Kuh- und
Schafherden, Jägern mit ihren Jagdhunden, grüner Macchie mit
ihrem typischen Geruch, Korkeichenwälder, Felsen und Hängen
und wähnen uns schon völlig auf dem falschen Weg, bis Hans
endlich ein Schild
entdeckt, dass uns zum Dolmen verweist.
Der Dolmen selbst: schön gro? und idyllisch eingewachsen, umstanden von Korkeichen und Macchie. Natürlich kommt auch da der Vergleich zu den bretonischen auf, aber ich sollte mich ja eigentlich hüten, Äpfel und Bananen in einen Korb zu legen.


auf dem Rückweg fällt uns zum ersten (aber nicht zum letzten)
Mal die Negativseite Srdiniens auf: wilde Mülldeponien, sobald man
das Auto an der Straße anhält. Wenn man vorbeifährt,
sieht es nicht so schlimm aus, erst beim Stopp offenbart sich die ganze
Misere. Ich weiß nicht, ob es einfach am staatlichen
Müllentsorgungssystem liegt oder der Sorglosigkeit der Einwohner,
so schlimme wird man es (auch wenn es sonst ja einiges Negative zu
sagen gibt über unser Land) in Deutschland nicht erleben.
Wir fahren eine andere Strecke vom Hochplateau zurück nach Alghero und weil uns das frühe Aufstehen immer noch in den Knochen sitzt, suchen wir ziemlich bald unser Nachtquartier auf.
