Tag 10 - Samstag
Morgens gibt es beim Frühstück in der Jurte
mit einem Ehepaar aus Australien und einem Lehrerehepaar aus Hagen lange Gespräche und das setzt sich dann auch mit Knútur fort.
Er führt mit seiner Mutter den Betrieb alleine (wir haben ihn beim Putzen der Ferienhäuser gestört) und die Schweizerin, die letztes Jahr ausgeholfen hat, studiert dieses Jahr in London! Wir versprechen ihm uns zu Hause umzuhören, ob nicht irgendein junger oder auch älterer Mensch im nächsten Sommer Lust hat, dort mit anzupacken. Es ist sicherlich kein Zuckerschlecken dort, aber man kommt mit vielen Menschen in Berührung und in der freien Zeit - ja, die gibt es auch - stehen die Pferde von Knútur zur Verfügung; das Reitgelände dort ist grandios!!!!!!!!!! Wer also Lust hat, die(Semester)ferien dort zu verbringen, kann sich gern bei uns melden, ich stelle den Kontakt her.
Vor der Abfahrt gibt es noch ein kleines Foto von unserer Unterkunft
und schon sind wir wieder unterwegs. Es zieht immer mehr zu und über dem Laxárdalur fängt der Regen an und wird immer stärker. Trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen, diese beiden hübschen Kerle bei Svarfhóll zu fotografieren! Sie sind auch der Grund, warum ich fast ein 3. Mal nach Island geflogen wäre.
Als wir nämlich einige Tage später zu Hause mit Freunden diese Bilder anschauen, gefallen diese beiden unserem Freund so gut, dass er gerne nähere Informationen gehabt hätte. Wir haben ein wenig rumgesponnen mit Kauf- und Importideen und sind dann so verblieben, dass ich versuche, alles über die beiden Pferde, vor allem Besitzer und ob überhaupt verkäuflich, herauszubekommen und wenn das klappt, fliegen wir beide nochmal nach Island für Verkaufsverhandlungen. Unsere Ehegatten haben nur entsetzt den Kopf geschüttelt. Obwohl es ja eigentlich aussichtslos scheint, finde ich tatsächlich heraus, wem die Tiere gehören - wofür gibt es denn heute das Internet
, nehme Kontakt mit den Besitzern auf und tatsächlich, sie sind verkäuflich. Allerdings hat sich kein Flugtermin mehr für uns gefunden, der irgendwie bezahl- und buchbar gewesen wäre in der Kürze, denn der Flug hätte sowohl von seiner Seite wir auch von meiner Seite aus spätestens in dieser Woche hier stattfinden müssen. Vielleicht ein anderes Mal
Aber zurück zu unserer Fahrt: Wir kommen mittags in Buðardalur an und entdecken auch gleich die Zelte der Wikigruppe neben dem neu zu eröffnenden Museum! Es schüttet inzwischen wie aus tausend Löchern und die Mitglieder der Gruppe sind eifrig bemüht ihre Siebensachen irgendwie in Trockene zu bringen. Wir treffen auch gleich Hanna, die sich mit ihren Ledersachen und Trinkhörnern bei einem Stand eingemietet hat. Schnell fahren wir zu unserer Unterkunft Stóra-Vatnshorn, wechseln die Kleider und fahren zum Fest zurück, Der Regen wird immer stärker und sämtliche Stände sind in das alte Schlachthaus verlegt worden, auch unsere Wikinger!


So kann der Markt unter Dach stattfinden, aber das Ambiente leidet natürlich darunter! Den Rest des Tages bis 18 Uhr verbringen wir an Hannas Stand, im Gespräch mit ihr und anderen Gästen, auch den englischen Archäologiestudenten aus þingeyri treffen wir hier wieder. Es ist trotz des schlechten Wetters ziemlich viel Betrieb. Endlich lernen wir im Museum Leifsbúð, das heute feierlich eröffnet wird, Helga, die verantwortliche Touristmanagerin kennen, eine sehr sympathische und hilfsbereite Frau. Sie zeichnet auch verantwortlich für das Museum, das eine sinnvolle Ergänzung zum rekonstruierten Hof Eiriks, des Roten darstellt. Es stellt die Fahrten Leif Eirikssons dar, der Amerika lange vor Kolumbus entdeckt hat.

Nachdem der Markt schließt, fahren wir noch rasch was einkaufen und nach Eiriksstaðir , das praktisch gleich neben unserer Unterkunft liegt. Mir kommen schon wieder die tollsten Ideen für Workshops und Touren, denn Stóra-Vatnshorn bietet neben den Hütten auch Schlafsackunterkunft und Zeltplatz an. Das Langhaus ist leider schon zu, aber wir finden noch eine nette deutsche Familie, die ein Foto von Hans und mir macht und das es jetzt auf die Titelseite dieses Blogs geschafft hat!
Leider fällt mein geplanter Spaziergang auf die Höhen des Tales hinterm Haus wegen des anhaltenden Regens aus und nach dem Abendessen gibt es daher nur noch eine Runde Lesen. 

