Tag 11 - Sonntag
Die Nacht verläuft eher unruhig, obwohl die Unterkunft ja wirklich sehr schön ist - wer weiß, welche Geister der Vergangenheit wir hier an diesem ehrwürdigen Platz aufgescheucht haben. Wir brechen morgens bei starker Bewölkung auf und es regnet wieder, als wir auf der 1 an der Tankstelle Rast machen, an die ich mich noch erinnern kann aus der Reise vor 22 Jahren!
Damals sind meine Freundin Gela und ich hier vom Bus rausgelassen worden und die Aussicht, die paar Kilometer bis Varmaland mit den schweren Rucksäcken (damals noch mit Außengestellen!) zu Fuß laufen zu müssen, fanden wir nicht berauschend, denn es regnete auch damals erbärmlich. In der Tanke stürzten wir uns also auf den nächsten, der so aussah, als ob er nach Varmaland fahren würde mit der Bitte uns mitzunehmen. Das war ein deutscher Wohnmobilfahrer mit Familie, der leider nicht uns, aber wenigstens unsere Rucksäcke mitnehmen konnte, was uns dann auch schon sehr weiterhalf.
Der Regen strömt weiter, als wir im Hyrnan in Borgarnes wieder unser Pylsur essen und wir entschließen uns das Landnahme- und Egilsmuseum anzuschauen, das Hans ja noch nicht kennt. Leider darf man innen mal wieder keine Fotos machen, deshalb ist dieser Bericht hier eher spärlich mit Bildern versehen. Danach möchte ich noch kurz in Hvanneyri anhalten. Dort findet ein Korso mit alten Traktoren statt, jede Menge, aber bevor ich meine Kamera rausgezaubert habe, lohnt die Aufnahme nicht mehr, denn die Traktoren verschwinden im Regengrau!
Der nächste Stopp ist Fossatún, ein Deluxecampingplatz mit Restaurant, sehr malerisch an einigen Wasserfällen gelegen. Leider auch hier noch Dauerregen und wir können Kaffee und Kuchen nicht auf der malerischen Terasse genießen.
Danach schauen wir uns noch die Snorri-Ausstellung in Reykholt an, die aber eher enttäuschend ist, lediglich viele Texttafeln an der Wand und wenige, sehr wenige Ausstellungsstücke! Wegen des Regens verzichten wir dann auch auf das Snorrilaug. An den Hraunfossar gibt es ebenfalls noch einen kurzen Aufenthalt, und da ich irgendwie die Panoramabildfunktion bei meiner Kamera noch nicht auf die Reihe kriege, hier ein kleines Video
Danach düsen wir gleich weiter in Schwimmbad Húsafell, in dem es sich gut einen regnerischen Nachmittag aushalten lässt.
Gespannt fahren wir dann zu unserer vorletzten Unterkunft im Flókadalur: Brennisstaðir. Wir werden sehr freundlich empfangen und bekommen gleich die Zimmer gezeigt, die, milde gesprochen 'ungewöhnlich' sind. Die Ausstattung ist spartanisch, wenn man mal von den vielen Bücherregalen voll mit isländischen Büchern absieht: zwei Betten, eine Leiste zum Aufhängen von Kleidung und noch nicht mal eine Tür, statt dessen einen spärlichen Vorhang! Eine Gästeküche gibt es ebenfalls nicht, so dass wir unsere Brote auf dem Bett sitzend zubereiten müssen. Wir können zwar im Wintergarten sitzen, wo wir den anderen Gästen beim Abendessen zuschauen dürfen, aber dort gibt es keine Heizung und irgendwann ist mir so kalt, dass wir uns lieber in unser Zimmer zurückziehen. Im Prinzip bin ich ja wirklich nicht pingelig und auch anspruchslos, aber hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht, bei Buchung über Farmholidays im Vergleich zu den anderen Unterkünften, für die wir dort den gleichen Preis bezahlt haben.

Leider scheint die direkte Umgebung des Hofes auch wenig reizvoll und nicht einladend zu Wanderungen bei diesem trüben Wetter. Das bedeutet für den Rest des Abends Lektüre im Bett, Hans hat wenigstens genügend Bücher eingepackt.
Dennoch werde ich dort noch einmal hinfahren, denn es liegt ideal zur Erkundung des Westens. Allerdings werde ich dann direkt vor Ort buchen und auch keine Schlafsackübernachtung mehr, die normalen Gästezimmer sahen schon anders auch und hatten auch eine gute, feste Tür!
