Tag 9
Heute war großer Abreisetag. Meine kleine Gruppe fuhr zum letzten Mal zusammen zur Blauen Lagune, bis wir uns dort schon von Andrea und Regine verabschiedeten. Die beiden würden am nächsten Morgen in aller Frühe mit IE wieder nach Hause fliegen.
Alex und Michaela hatten einen Nachmittagsflug und wurden direkt am Flughafen verabschiedet - später erhielt ich noch netterweise eine SMS von den beiden, dass sie nachts um 3 gesund zu Hause ankamen.
Brigitte hatte bis zu ihrem Nachmittagsflug am nächsten Tag noch Zeit. Eigentlich wollten wir noch eine Tasse Kaffee zusammen trinken, bevor ich sie an ihrer Unterkunft im Zentrum von Reykjavík absetzte, aber leider bot das Fjörukráinn
das ich ausgesucht hatte, in Hafnarfjörður nur Mittagessen an. Wir haben uns dann dort noch ausgiebig umgeschaut und fuhren dann zum Guesthouse Aurora.
Danach war ich endlich ganz allein. Die gemeinsame Reise hatte mir sehr viel Freude gemacht, aber ich merkte, dass es an der Zeit war, so einiges mal ein wenig wirken zu lassen und aufzuarbeiten. Deshalb ließ ich Reykjavík ziemlich schnell hinter mir, kaufte im Bonús in Mosfellsbær noch rasch das Nötigste ein und fuhr dann erstmal für ein kleines Päuschen an unseren kleinen Wasserfall im Walfjord mit den Ruinen. Dort gönnte ich mir erstmal eine kleine Pause, bevor es weiterging.
Das Wetter war bedeckt, mild und regnerisch. Im Bonús hatte ich mir noch eine CD gekauft, die passte wunderbar zu der Stimmung draußen (und zu meiner!): eine Bluesplatte von Helgi Björns: Yfir Esjuna. (Ausschnitte daraus kann man/frau sich HIER anhören, einfach auf die Titel links klicken).
Danach ging es dann über neue Wege zu meinem heutigen Ziel, der Gegend um Húsafell/Reykholt.
Unterwegs begegnete mir noch dieser Austernfischer auf der Straße
.
Die Gegend war grandios, die Straßen menschenleer, das Fahren einfach, obwohl es fast ausschließlich über Schotterstraßen ging.
Ich kam auch wieder am Abzweig vorbei, den wir zwei Tage vorher genommen hatten um über die Uxahryggir nach Þingvellir zu kommen. Waren es wirklich nur zwei Tage? Mir kam es schon vor wie eine halbe Ewigkeit.
Schließlich erreichte ich mein eigentliches Ziel und fing erstmal an mich auf die Suche nac h einem geeigneten Quartier zu machen. Das stellte sich als viel zu spät heraus, denn:
1. Husafell alles voll
2. Fljótstunga, der abgelegene Hof am Anfang der Einöde, wo ich so gern geblieben wäre hatte eine halbe Stunde vor meiner Ankunft den letzten Platz vergeben
3. Fosshotel Reykholt ausgebucht
4. SturluReykir war voll mit Reitgästen und nahm keine Einzelgäste auf, obwohl mit die nette Reception in Reykholt was anderes erzählte
5. Varmaland hatte keine Übernachtungsmöglichkeiten mehr
6. In Bifröst nix frei
7. Hreðavatnsskáli alles dicht
Da war es schon 10 Uhr, ich war total fertig und hätte gern mein Auto irgendwo an eine ruhige Stelle geparkt und mich dann mit Schlafsack aufs Ohr gehauen, lang genug war der Kombi ja. Allerdings war ich da schon auf der Ringstrasse und ich fand es nicht besonders prickelnd, dort gleich daneben mir einen Platz zu suchen! Schließlich landete ich im Hraunsnef, einem neueröffneten Country-Hotel um dort für 126 € die Nacht zu verbringen! War mir aber in dem Augenblick auch egal!
Allerdings hatte mich meine Suche nicht davon abgehalten, an den Hraunfossar noch einige Zeit zu verbringen, das letzte Mal war ich vor 17 Jahren da!


Meine Strecke an diesem Tag:
