4. Tag - Von 8en, die auszogen, das Fürchten zu lernen
Mittwochs standen wir dann mal später auf.
Während die eine Hälfte gleich in die Stadt startete (Ein Tagesticket
für 3 Pfund- da könnten sich deutsche Betriebe mal ein Beispiel nehmen),
gingen Marled und die Ternessens auf Besichtigungstour in die Royal
Yacht Britannia. Der Schreiber dieser Zeilen weigerte sich, diese
Ausgeburt des royalistischen Kapitalismus für 10,50 Pfund zu betreten
und verbrachte die Zeit mit dem Studium der Geschäfte im Ocean Terminal.
Protz und Pomp und Angeberei konnten meine Verwandtschaft aber nicht zu
überzeugten Anhängern des Royalismus machen ;) - wie sie auch gerne zugaben.

Ich bestaunte das verrottete Pier am Hafen mit der Figur auf dem letzten Pfeiler (sehr fotogen) und die Methode der Schnee-entsorgung: Raupe voll Schnee, ab ins Meer damit.
Dann ging es in die Stadt. Überall liefen schon die Vorbereitungen für
Silvester (Hogmanay). Straßen waren gesperrt oder wurden gesperrt. Man
rechnete mit 250000 Besuchern - nichts mehr für mich.
Der geplante Besuch im National Museum dauerte dann nicht so lange wie
geplant. Eintritt frei - das war schon gut. Die Schau über die
Entstehung und Vorgeschichte Schottlands auch. Doch dann gab es nur
noch ein Motto "Lost in Time and lost in Space". Zum einen gab es
keinen ersichtlichen Weg durch die frühgeschichtliche Abteilung (Waren
wir schon hier?), dann waren die Vitrinen nach dem Motto gefüllt:" Das
haben wir schon von 3000 vor bis 500 nach", sprich: Die Exponate waren
thematisch geordnet (Textilarbeit, Eisenarbeit, Leder...) und so fand
sich ein Fund von 800 vor neben einem anderen von 600 nach und die
Beschriftungen waren nicht sehr informativ.
Wir fanden einige interessante Teile
und hätten bestimmt noch mehr gefunden, wenn wir denn
gewusst hätten wie. Entnervt verließen wir das Museum.
Auf meiner Liste stand auch das "Last Drop Inn". Wir fanden es auch am
Haymarket und ließen uns nieder. Während wir auf unser Essen warteten
(begleitet von Johnny Cash, machten wir Bekanntschaft mit 2 netten
Pärchen aus Illinois. Leider merkt man dem Pub an, dass er bei allen
Besuchern auf der To-Do_Liste steht.
Wenn die Weberin ihre Besichtigung bekommt, darf ich auch mal ran. Und wo gings hin?? Ins Whisky Experience Centre beim Schloss. Immerhin zahlte ich nur den Senior-Eintritt ;). Nach einer Fahrt im Fass durch die Whiskyherstelleung, ging es zur Verkostung. Mir unerklärlich, weshalb so wenig Leute die Islay Whiskys genommen haben. Und dann die riesige Flaschensammlung!! Mir ging das Herz auf. Leider durfte ich nicht im Raum übernachten ....
Schließlich trafen wir uns mit dem Rest der Familie für die Haunted Edinburgh Tour. Paul, unser Führer gestaltete das Ganze sehr interessant, auch ein wenig gruselig und vor allem informativ. Keine Hollywood- oder Geisterbahn-Effekte, nur seine Sprache und seine gebärden reichten schon aus um eine angenehme "haunted" Stimmung zu erzeugen. Die Tour führte bis in die Unterwelt und gefiel allen sehr gut, auch wenn es "ausnahmsweise" zu keinen Geistersichtungen kam.
Und was hilft besser, alle Eindrücke zu verarbeiten als ein paar
Guinness, Ts und Whisky im Pub ? Leider gab es diesmal keine neue Mode
zu bewundern, aber es war trotzdem schön.
Am anderen Morgen ging es in aller Frühe zum Flughafen, wo Wolfgang dann
seine Reisetasche nicht mehr in den Ryan-Air-Käfig quetschen konnte und
sie dann als Extragepäck für 35 Pfund auf die Reise schicken durfte.
Nachdem wir dann am Hahn unseren Fox aus dem Schnee befreit hatten, war
schon wieder eine kleine, aber angenehme Tour zu Ende.
Es hat sich gelohnt ;)))

LG und viel Spass mit Hans neuem Gürtel
Patrick