Unterwegs nach Osten
Donnerstag
7.7.
12. Tag
Die Nacht ist kurz, der Abflug schnell da und schon bin ich wieder allein. Ich lege mich erstmal noch für ein Stündchen hin, dusche dann gemütlich und mache mich bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg. Es ist richtig warm und wunderschön draußen. Mein Weg führt mich erstmal gemütlich zum süd-westlichen Zipfel der Reykjanes, zur Reykjanestá, zum Leuchtturm. Dort steht eine imposante Bronzestatue des Großen Alk, als Erinnerung an das Jahr 1830, als das letzte Alkenpaar auf Eldey getötet wurde. Ich fahre weiter zur Gunnuhver, wo ich zuletzt 2007 mit Brigitte war und wo wir wegen starker Dampfentwicklung kaum was sehen konnte. Leider steht auch heute der Wind ungünstig und ich kann nur mehr erahnen, wie sich dieses Heiße-Quellen-Gebiet ausgedehnt hat.
Danach geht es an der Südküste entlang nach Grindavik, wo ich im Cafe Bryggjar in der Sonne sitze und einen Kaffee trinke. Danach möchte ich über die Vigdísarvellir zurück an die Nordküste und Richtung Flughafen. Die Vigdísarvellir hat mir gestern Jóhanna empfohlen, obwohl der Weg ein wenig "bumpy" sein soll.
Die Strecke schraubt sich erst hoch in die Berge und dann öffnet sich ein traumhaftes Panorama. Wolken ziehen und werfen ihre Schatten auf die farbigen Berge und Lavaplateaus, Schafe ziehen vorbei, hie und da liegt ein stiller See am Rand und zum Schluss der Strecke eröffnet sich die Aussicht auf Reykjavík in weiter Ferne und die Ebene in der es liegt.
Die ganze Strecke über bin ich allein bis auf eine witzige Ausnahme: nach eine Kurve entdecke ich eine halbnackte Frau, die auf der Spitze eines Lavablocks steht und einen langen Schleier im Wind flattern lässt. Ich glaube schon an eine Sinnestäuschung, als ich drei, vier Fotografen um sie herum in den Lavaspalten liegen und fotografieren sehr. Leider war ich zu schnell vorbei um von dieser eher surrealen Szene noch ein Foto zu machen.
am Flughafen wartet ich eine Stunde bis Marion endlich erscheint und als sie mit erzählt, dass sie am Gepäckband zufällig mit einem Mann ins Gespräch gekommen ist, muss ich natürlich auch noch ihn begrüßen, denn es ist Gerd Mildenberger!!!!
Marion ist begeistert vom Wetter und den Farben von Bergen, Meer und Lúpina. Leider nimmt die Freude ein jähes Ende, als wir von der Hellisheiði runter nach Hveragerði fahren; eine dicke Wolkenschicht liegt auf dem Südland. Sicht beträgt max. 100 m und wir sehen weder die Hekla, noch den Eyjafjalla, den Seljalandsfoss können wir von der Straße aus nur erahnen. Der Bónus in Selfoss hat zu, so dass wir ungebremst bis Skógar durchrauschen. Dort gibt Maggi-Diät, dafür brechen wir die erste Flasche Baileys an!
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