Weite Wege
Dienstag, den 20.7., 15. Tag
Ich schlafe sehr gut, so gut wie schon lang nicht mehr! Ich befürchte, Hans muss uns zu Hause ein Zelt aufschlagen ;-)
Das Wetter ist unverändert, eher noch einen Tick wärmer und das Frühstück findet wieder unter freiem Himmel statt.
Beim Warten am Infozentrum auf den Bus mit Rosa spricht mich wieder die Frau aus dem Flugzeug gestern an. Sie ist mit Studiosus-reisen unterwegs und sie erzählt von ihren vielen Fahrten mit diesem Reisuntenehmer. Den Fotografen aus der Gruppevon gestern, der die rubbelige isländische Luftstraße so schlecht vertragen hat hat dann in der Nacht noch ein Hexenschuss ereilt. Vielleicht sollte man ihm auch mal ne Zeltreise empfehlen, ist anscheinend gut für den Rücken.
Rosa kommt an, hat einen schönen Tag in Akureyri verbracht und ist bereit mit mir noch einen Tag am See hier zu verbringen.n Auch unsere nette österreichische Familie treffen wir an der Rezeption wieder. Weil das Rad, das Rosa sich ausleihen möchte, vom Besitzer des Platzes bereitgestellt wird, unterhalte ich mich auch mit ihm noch eine Zeitlang; über seinen Bronco aus dem Jahr 1972, der aussieht wie fast neu, über meine erste Islandreise, als seine Mutter sich noch um das Gewächshaus gekümmert hat, über die schönsten Plätze am See und vieles mehr. Er ist auch derjenige, der in allen ausliegenden Karten des Myvatn das Wort Hverfjall durchgestrichen und durch die alte Bezeichnung Hverfell ersetzt hat; er möchte nicht, dass die alten Namen in Vergessenheit geraten!
Danach schmeißen wir noch eine Waschmaschine voll schmutziger Wäsche an und für mich geht es danach zu den Dimmuborgir. Als ich ankomme, ist es erstens 24° heiß und zweitens alles voller Menschen und ich denke schon an Flucht zurück. Aber was solls, wer in Trier im Sommer in der Hauptsaison über den Trierer Hauptmarkt gehen kann, schafft auch die paar Menschlein hier. Nachdem mir die ersten Horden entgegengekommen sind – der Reiseleiter mit dem Schild Reise XY Nr. 4....immer schön hochgehalten vornweg – wird es etwas leerer, vor allem als ich dann die längere Runde einschlage und man könnte wähnen, völlig allein auf diesem ver- und bezaubernden Fleckchen Erde zu sein. Ganz ab und zu kommt man der ein oder die andere entgegen, keiner überholt mich und als ich dann Krókur, the difficult path, einschlage, bin ich tatsächlich richtig einsam. Ich wundere mich über das 'schwierig', weil nur zu Beginn ein paar Steinchen zu erklettern sind und es dann auf schmalem, aber durchaus glattem Pfad voran geht, aber zwischendrin gibt es doch ein paar Kletterpassagen, wenn man, so wie ich nicht auf die Wegemarkierung achtet. Es wird übrigens immer heißer und ich freue mich über jede dem Wind ausgesetzte Stelle.
Wird fortgesetzt

Aber du hast ja Routine. Ich sag nur: Such das Schildchen ;)