Island

16.07.2011 um 22:57 Uhr

Zu Gast am Rande der bewohnten Welt

Samstag, 2. Teil!

Die Strecke nach der neuen Straße ist wenig aufregend, aber sehr schön. Das Ziel des heutigen Tages sind die vielen Fjorde, die ich umrunden muss, auf das Bild zu kriegen. Den Mjóifjörður kann ich nur von vorn fotografieren, denn die neue Brücke ist fertig und ich möchte diesmal wegen der langen Strecke nur den kürzesten Weg nehmen. Jeder Fjord ist irgendwie anders, aber alle sind ellenlang. Am besten gefallen mir die mittleren Fjorde wie der Skötufjörður, wo das Wasser in allen Formen von den Bergen stürzt.

Nach dem vielen Fahren bin ich auch ein wenig steif und lasse es mir deshalb nicht nehmen, an die Spitze von Kambsnes zu laufen; bei diesem Wetter ein besonderes Vergnügen.

Nach Bolungarvik geht es durch den neuen Tunnel, der erstaunlich gut ausgebaut ist. Im Städtchen angekommen fahre ich erstmal zu Elins Haus - Pech gehabt, keiner da. Auf dem örtlichen Camping schicke ich ihr eine SMS und als ich vom Bezahlen wiederkomme, sieht mich schon eine Frau fragend an und fragt: Marled?

Ich werde sofort eingeladen und sie geht mir sogar das Geld für den Camping zurückholen. Zuerst fahre ich aber mit ihr in den Hafen, wo ihr Mann Elvar arbeitet.Er bereitet die Leinen für die Boote vor und ist insgesamt für Boot und Fang zuständig. Ich bekomme auch die Halle für die Fischbearbeitung zu sehen und kann mir den Fang des Tages anschauen. Das meiste ist Þorskur, aber auch Steinbeißer, Scholle, Ysa, Seeteufel und Skata liegen in den Behältern.

Danach bekomme ich bei ihr zu Hause was Leckeres zu essen - Fisch natürlich - und werde auf eine Rundfahrt mit Emil, ihrem Sohn, und Elvar eingeladen. Wir fahren zuerst auf den Bolafjall, von dem es eine traumhafte Aussicht gibt

und dann ins benachbarte Tal, wo Elvar seine Schafe hat.

zum schluss geht es über die stillgelegte alte Straße Óshlið Richtung Ísa und wieder zurück. Dort sieht man sehr deutlich, warum der Tunnel gebaut wurde.

Zurück darf eich eins der Zimmer nutzen und schlafe sehr bald tief und fest.

Sonntagmorgen zeigt Elin mir nach dem Frühstück noch ihre Schule. Ein bisschen neidisch bin ich ja schon bei diesem riesigen Platzangebot und den vielen Möglichkeiten, die sich für die 120 Schüler bieten. Nach einer ganz herzlichen Verabschiedung bin ich dann wieder on the road und nur noch Tourist, kein Gast mehr.

 

 

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