JULE unterwegs

05.07.2010 um 01:21 Uhr

bien llegada en Santiago de Chile

von: Aktive

Santiago de Chile ist nun für die kommenden 90 Tage mein zuhause.

Nach einer recht langen Reise bin ich gestern angekommen und habe die ersten Stunden genutzt meine Umgebung etwas kennenzulernen, denn ab morgen geht der Ernst des Lebens wieder los: Ich werde die Internetseite von CNN Chile betreuen.

Ich wohne in einem kleinem netten und kaltem Zimmer bei einer Familie. Heizlüfter gibt es hier nur im Flur damit alle Zimmer damit ein bisschen erwärmt werden können - wer braucht auch schon sowas  in seinem Zimme, wenn er 5 Decken hat um die 4 Grad zu bewältigen :-)

Gastmutter Erika arbeitet im Marketing, Marco in der Tourismusbranche, der Sohn des Hauses (Name noch unbekannt - konnt ihn mir bisher nich merken) ist etwa in meinem Alter und Su aus Korea bleibt noch bis Mitte Juli. Außerdem gibts nen großen hübschen Hund mit dem Namen Calmillo und einem blauen und einem braunen Auge.

Ich spreche spansich - was eigentlich ziemlich unglaublich ist, wenn man bedenkt wie schlecht ich vorbereitet war. Menschen verstehen mich und ich meist auch sie - wenn auch erst beim 3. Mal :-) 

Was ich bisher von Santiago gesehen habe, ist echt gewöhnungsbedürftig. Millionen von Autos, Tausende Buslinien aber kein Busplan. Trotz der vielen Abgase gibt es in meinem Viertel überraschend viele Grünflächen.

In den Supermärkten gibt es Einpacker

700 chilenische Pesos entsprechen einem Euro, die kleinste Münze ist 1 Peso.

Die Preise liegen unter dem deutschen Niveau

Ich bin umgeben von Bergen

Trotz der Umstellung von 35 auf 4 bis 11 Grad friere ich nicht (dh solange ich draußen bin) denn die Sonne scheint immer

Ich bin trotzdem ein bisschen krank, das Näschen läuft den ganzen Tag

 

Mehr Neuigkeiten nach meinem ersten Arbeitstag

18.03.2010 um 19:19 Uhr

endlich mal wieder geblogged

von: Aktive

Nachdem ich in den letzten Tagen nun mehrmals - zu recht - getadelt und ermahnt wurde meinen blog zu aktualisieren, widme ich mich mal wieder dieser aufgabe.

es gibts viel zu berichten:

Montag habe ich der Stadt meinen Hintern präsentiert. Für Außenstehende eine sehr witzige Geschichte - für mich vor allem peinlich. Ich hatte nicht bemerkt, dass beim Einkaufen dank meines Rucksacks auf dem Rücken mein Kleid nach oben gerutscht war - und durch den Schlitz am Mantel nun mein Hintern - lediglich "bedeckt" durch eine schwarze aber transparente Strumpfhose - hinzusehen war. Erst als mich im Geschäft eine Frau daruf aufmerksam machte, behob ich das Problem.

Auf der Arbeit gibt es keinen Grund zur Peinlichkeit - nur manchmal zur Verzweiflung. In den letzten Tagen habe ich immerwieder an der Montage eines Bandinterviews gearbeitet. Doch das blöde Schnittprogramm hat einfach gestreikt. Immerwieder wollte es sich nicht vollständigen öffnen, komplett abspeichern oder ist einfach abgestürzt. Das Resultat: nachdem ich vermutlich jede Sekunde dreimal bearbeitet hab, ist es heute final abgenommen und für gut befunden wurden - wenigstens etwas :-)

Außerdem habe ich andere Arbeiten zu Ende gebracht - mit vollem Erfolg. Der Kollege, der gestern in der Mittagspause ordentlich einen gebechert hatte, weshalb die anschließende Arbeit mehr als unangenehm war, nannte es perfekt. Und das nach nur 1,5 Wochen - ich bin so gut!

Genug des Eigenlobes, heute habe ich erstmals Anrufe in die Heimat getätigt, damit auch die Familie weiß, dass das Kind noch lebt...

Heute Abend seh ich mir ein Theaterstück im Rahmen einer regionalen Gesundheitsinitative an, das hier für uns Bewohner angeboten wird; Thema: Alkohol, Sucht und Drogen. Mal schauen, wie das so wird und ob ich was verstehe - bei Macgyver klappts noch nicht so gut.

 

12.03.2010 um 20:42 Uhr

Erste Arbeitswoche geschafft!

von: Aktive

Hallo Welt, (das wollt ich schon immer mal sagen, auch wenn es jetzt Standartsatz bei unter uns ist)

die erste Arbeitswoche ist nun vorrüber. Und man kann sagen: ich habe viel geschafft und viel gelernt. Inzwischen kann ich sendungen und lieder ins System programmieren, ich habe Nachrichten geschrieben - ja sogar gesprochen, eine 45 minütige Sendung auf unglaublich 12:50 gekürzt, SmallTalk mit meinen Kollegen gehalten, erste Minuten allein im Sender verbracht. Alles in allem ein Erfolg :-)

Meine Kollegen sind, denke ich, auch ganz zufrieden - wenn auch in manchen Dingen überrascht von meinen unglaublichen Radiokenntnissen. Immer öfter verstehe ich das gesagte schon beim ersten Mal und heute wurde ich Zeuge der ersten politischen Diskussion und dem unglaublichen - wenn auch scherzhaften - Vorschlag ganz Afrika auszurotten um ein neues besseres, demokratischeres, weniger französich-bestimmten System zu schaffen.

In vielen Punkten sind mir die Franzosen immernoch ein Rätsel, aber mit der Zeit werde ich auch sicher das lösen.

 

Große Pläne fürs Wochenende oder auch gar keine.... Ich muss eine Hausarbeit beenden, einen Flyer layouten, will mich endlich überwinden laufen zu gehen - nunja und eigentlich gilt es immernoch die Stadt zu erkunden....
Schaun wer mal was die Tage so bringen

 

 

08.03.2010 um 19:46 Uhr

Mein erster Arbeitstag

von: Aktive

Eigentlich wollte ich ja schon um 8 Uhr da sein. Doch als mein Wecker um 6.15 Uhr klingelte, gab es keinen Weg aus dem Bett. Ich war zu müde um auch nur ans aufstehen zu denken, dabei hatte ich 8 Stunden Schlaf. Dann fange ich eben gegen 09 Uhr an – reicht ja auch. Finales Aufstehen um kurz vor halb acht. Erster Weg zur Toilette. Ob man die Klobrille auch irgendwie anschrauben kann. Vielleicht muss ich mich auch nur daran gewöhnen, dass sie aufgelegt ist. Nächstes Abenteuer: die Dusche. Nach der ersten Übung gestern lief es heut nicht viel besser. Hauptsache ich werd sauber und dass das Wasser hinterher nicht abläuft ist ja nicht mein Problem.


Was zieh ich denn nur an? Nur nicht soviel, falls es da warm ist. Gesagt getan und eine Stunde später richtig gefroren. Das Frühstück war ähnlich erfolgreich wie gestern schon. Aber heute hab ich mein Weißbrot getoastet! Weil mir die Sache mit dem Besteck immer noch suspekt war, hab ich auf die Erdbeermarmelade verzichtet. Es ist etwa 8.45 Uhr also genug Zeit um meine neue Arbeitsstelle zu finden. Denkste! Grand Place Nummer 61 kann doch gar nicht so schwer zu finden sein. Doch das Nummernsystem ist hier wirklich eigenartig. Zwischen 59 und 63 sollte es dann aber sein. Tür verschlossen. Am Tor steht Centre de la Culture. Ob das richtig ist. Ich frage und niemand kann mir helfen. Ich irre umher. Schließlich ist es schon kurz nach neun. Ich suche einen Hintereingang – sieht auch nicht sehr vielversprechend aus. Bei einem zweiten Versuch winkt mir ein Mann. Aha endlich eine Tür, die sich öffnen lässt. Jetzt nur noch das Radio finden. Auf dem Weg nach oben kommt mir schon mein neuer Chef entgegen. Geschafft endlich da!


Es ist nett hier – sehr familiär und nicht viel anders als der Offene Kanal in Magdeburg – nur eben für Radio :-) Bei einer ersten Führung strömen tausende Informationen zu technischen Details auf mich ein – den Großteil verstehe ich immerhin. Dann kommen nach und nach auch die anderen Kollegen. Alles Männer. Boris begrüßt mich mit 2 Küsschen – daran muss ich mich auch erst gewöhnen :-/


Dann die große Konferenz mit Wochenplanung. Viele Themen, die ich nur zur Hälfte verstehe. Alle sprechen so schnell. Nico nuschelt noch dazu. Aber den Großteil verstehe ich. Dann stellen sie mir plötzlich Fragen. Die versteh ich nicht. Sie wiederholen sie. Ich antworte – mehr schlecht als recht. Sie lächeln – das wird schon mit der Zeit. Erst einmal Tee trinken und in Ruhe umschauen. Nun ist es schon Mittag. Meine Arbeitszeiten sind flexibel. Das Mittagessen in der Unterkunft nicht.
Dann mal los zum nächsten Abenteuer.


Wo war noch gleich der Speisesaal? Nach einigem Suchen dann das Finden – vorbei an der Turnhalle. Nun gut hier bin ich und was nun. „Ach das ist die Neue. Wie heißt du?“ werd ich von einer Frau in Schürze begrüßt. Ich soll mich setzen und essen. Aber wo und wie? Ich gehe an einen leeren Tisch. Sitze und warte. Jemand kommt und setzt sich zu mir. Marie ist 25 und meine erste Bekannschaft hier – sehr nett – auch wenn ich wieder nicht alles verstehe, was sie sagt.

Das Essen schmeckt. Es wird einem an den Tisch gebracht. Erst Suppe dann Nudeln, Mischgemüse und Gulasch dann das Dessert. Es könnte wirklich schlimmer sein. Marie bemüht sich um eine Konversation. Viele Missverständnisse, viel Lachen. Sie wohnt unter mir, hat sich herausgestellt.


 

Weiter geht’s. Ich soll die Sendungen programmieren. Wo ich doch Technik so liebe. Und sie mich – denn das Programm stürzt gleich 3 mal hintereinander ab. Neuer Versuch an neuem Computer. Und hier geht es dann auch. Eigentlich ist es gar nicht so schwer. Sehr viel Routine, bei der mal schnell ein Fehler reinrutschen kann. Aber grundsätzlich nur Copy und Paste mit ein paar Änderungen. Nach knapp 2 Stunden habe ich das geschafft. Die nächste Aufgabe kann kommen. Plötzlich sind viele Leute da. Alles wird stressiger. Zwischendurch spricht immer mal wieder jemand seinen Text ein und muss an den PC, an dem ich grad sitze. Boris macht ein Interview mit den „Grünen“ zur ihrer Kampagne der Regionalwahlen. Ich verstehe alles fast Lückenlos. Aber mein Kopf platz mir gleich und nichts von dem Gesagten werde ich mir merken. In meinem Kopf ist immer noch alles deutsch dh ich übersetze alles Gehörte bevor ich alles verstehen kann. Das muss sich ändern. Genug getan für heute. Morgen fange ich eher an damit ich auch vor 18 Uhr aus dem Sender komme und noch etwas vom Tag habe.

07.03.2010 um 19:55 Uhr

Mein erster Tag in Arras – Zeit die Stadt zu entdecken

von: Aktive

Glücklicherweise gibt es am Sonntag das Frühstück bis 11 Uhr. Also konnte ich erst einmal ausschlafen. Dann habe ich versucht mich mit der Dusche anzufreunden... Nunja ich würde sagen, es braucht einige Zeit bis ich mich daran gewöhne. Das Einstellen der Temperatur ist sehr beschwerlich. Dann kommt das Wasser in winzigen Strahlen heraus, dann allerdings in alle Richtungen spritzend! Hier ists also nichts mit mal eben 5 Minuten duschen, weil ich die Zeit schon brauche bis ich alles eingestellt habe:-( Und danach hieß es warten... In der Zeit in der ich mich anzog und fertig machte, machte das Wasser keine Anstalten abzufließen. Erst als ich ein paar Stunden später nachsah, war es abgeflossen.


Das Frühstück: auf einem Tisch lag in 2 Tüten Toastbrot, daneben ein großes Stück Butter und ein riesiges aber leider leeres Glas Marmelade. Dazu Orangensaft und Kakaopulver – die Milch muss ich übersehen haben. Besteck und Geschirr, abgesehn von einigen Schüsseln habe ich keines gesehen. Alles etwas befremdlich hier! Mit einer trockenen Scheibe Toast auf der Hand bin ich dann losgezogen um die Stadt zu erkunden.


Ohne Plan und jegliches Orientierungsgefühl bin ich losmarschiert und habe zu meiner Freude einen auch am Sonntag geöffneten Supermarkt und ein Subway gefunden. Darüberhinaus eher nicht viel. Der strahlende Sonnenschein hatte mich glauben lassen, das es warm sei – doch ohne Mütze war es ganz schön kalt :-( Nach einigem Umherirren habe ich dann Kirchen und andere Sehenswürdigkeiten entdeckt. Nur die Touristeninfo suchte ich vergebens. Nach etwas mehr als einer Stunde habe ich den Rückzug angetreten. Gut, dass ich mittags immer problemlos schlafen kann. Außerdem habe ich die Frauenbeilage der Tageszeitung entdeckt und gelernt, welchen operativen Eingriffen ich mich unterziehen kann, um endlich gut auszusehen.


Dann am Nachmittag der zweite Versuch die Stadt zu erkunden. Diesmal mit festen Plänen, gezielt habe ich eine andere Richtung angesteuert in der Hoffnung, die Touristeninfo zu finden. Das habe ich dann schließlich auch und musste feststellen, dass ich am Vormittag schon direkt davor stand, aufgrund des Gebäudes aber auf eine Kirche schloss, zu deren Gottesdienst die Leute gingen. Jetzt habe ich immerhin einen Stadtplan – wenn auch keinen sehr detaillierten. Bei preiswertem Kakao und Cokkie habe ich das Material gesichtet um dann einen neuen Plan zu fassen: meine neue Laufroute zu finden. Ja ich will (wieder) laufen gehen, genug Zeit habe ich hier sicher alle mal und meinem Körper wird es bei all dem Weißbrot sicher auch gut tun.


Dann also los: es gibt Grünflächen und sowas wie einen Fluss – mal schauen, was sich da so eignet. Den Fluß suche ich ewig – will schon fast aufgeben bis ich endlich vor dem Wasser stehe. Nach dem Ortsausgangsschild wohlgemerkt. Ganz schön weit weg vom Zentrum und schrecklich viel Verkehr. Abgelehnt. Die Alternative: ein toller Park. Auf der Karte sieht er größer aus als in der Realität. Man könnte hier herlaufen und dann darinnen wie auf einem Sportplatz Runden laufen, obwohl der sicher vier mal so groß ist. Aber man kommt zumindest schnell hin. Da muss ich noch mal drüber nachdenken.


Ansonsten habe ich ein paar nette Geschäfte entdeckt, Plakate für die Regionalwahl bestaunt und festgestellt, dass die Batterien in meinem Fotoapparat leer sind. Nunja ich werde noch genug Zeit haben um alles zu fotografieren.....