Südamerika-News von Jakob

30.06.2005 um 20:47 Uhr

Weltkulturerbe bastante: Von Chan Chan zu den Pyramiden Huaca del Sol y Huaca de la Luna

von: JaMue

Stimmung: Kultur im Kopf und durst im Hals
Musik: getippe, sonst nix - kein Radio - hmmm, irgendwas stimmt nicht in diesem Netcafé

Nach oder besser mit einem gehoerigen hang-over hab ich mich gestern von Huanchaco aus aufgemacht, die Weltkulturerben hier in der Umgebung zu erkunden. Ich hatte die Nacht vorher in der Sabes-Bar in Huanchaco mit ein paar Deutschen, Peruanern und Amerikanern die Nacht zu Tag gemacht und als man dort schliesslich schliessen wollte, sind wir ueber eine Weintienda an den Strand gezogen. Die Moral von der Geschichte war, dass ich auf dem Nach-Hause-Weg am Strand den Sonnenaufgang sehen konnte, spaeter aber erst um halb eins aus dem Bett kroch. Tim und Lucie (Belgien) hatten mir gesagt, dass sie eine Chan Chan-Tour um 14:30 machen wollen und ich entschied auf gut Glueck nach Trujillo zu duesen um sie dort irgendwo um den Plaza de Armas (Hauptplatz) aufzulesen. Das hatte auch geklappt. 14:30 Uhr gings also in einem kleinen Bus erst zu der Chimú-Pyramide Huaca el Dragon - das gute Stueck steht mitten in einem Wohnviertel, ist wohl im 12. Jahrhundert rum von den Chimú erbaut worden und diente als Tempel. Das diese alte Pyramide Weltkulturerbe der Unesco ist, ist vor Ort nicht zu bemerken - als Tourist trampelt man auf dem Dach der Pyramide herum, kann selbst die kunstvollen Verzierungen betatschen und alles wirkt ein wenig stiefmuetterlich konserviert - naja, vielleicht schaut die UNESCO ja mal wieder vorbei - fuer die Erhaltung der Pyramide waere es wohl ganz gut.
Dannach gings weiter, erst ins Chan Chan Museum und dann in die alte Lehmstadt selbst. Hier wirds dann wirklich beeindruckend und ich muss sagen, mein Bruder Johannes hat mir mit "WeltkulturerbeTRAUM" nicht zuviel versprochen - Johnny das stimmt, es ist echt genial.

(Photo: Jakob Mueller)

Aber fuer alle: Chan Chan war die Hauptstadt des ehemaligen Chimú-Reiches, dass sich an der heutigen Nordpazifik-Kueste von Peru erstreckte. Die Stadt selbst ist wohl im 13. Jh von den Chimú erbaut worden. Zu Hochzeiten lebten wohl bis zu 100tausend Menschen in dieser Stadt, sie beherbergte Herrscherpalaeste, viele Schaetze und Tempel.

(Photo: Jakob Mueller)

Frueher hatte sie eine Groesse von 28 qkm, von denen heute noch immer 20 (!!!!) qkm existieren. Allerdings ist nur ein kleiner Teil fuer die Oeffentlichkeit zugaenglich, was es aber nicht weniger faszinierend macht. NOch immer stehen run 14 Meter hohe Lehmmauern, Grundmauern von Haeusern sind anch wie vor gut erhalten und man kann die gesamte Struktur der Stadt sehr gut nachvollziehen.

(Photo: Jakob Mueller)

Die Mauern aus Lehm sind mit Fisch-Symbolen, Goettern und Schlangen im Relief verziert - echt genial. Die Stadt war zu ihrer Bluetezeit wahrscheinlich die groesste auf dem suedamerikanischen Kontinent. Spaeter kamen dann die Incas aus Norden und nahmen die Stadt ein. Kurz darauf verlor die Stadt an Bedeutung. Wieder eine Weile spaeter eroberten dann die Spanier das Incareich und von der Chimú, wie auch von der Inca-Kultur blieb nicht viel uebrig. Heute ist El Niño der groesste Feind der Adobe-Stadt (Adobe ist ein luftgetrockneter Lehm-Sand-Ziegel, gefuellt mit Stroh). Jahrelang hat es in dieser Gegend keinen oder kaum Regen gegeben, aber das Wetterphaenomen veraendert nun mit seinen Stuermen die komplette Kuestenregion. Den alten Ruinen, ich brauch es eigentlich nicht erwaehnen, tut dies alles andere als gut. Am besten erhalten und konserviert ist der Tschudi-Bereich. Dabei handelt es sich um einen von 9 Herrscherpalaesten. Er ist benannt nach dem Schweizer Forscher Hugo von Tschudi, der den Tempel entdeckt hat. Genug gelesen, Freunde, ich will Euch nicht langweilen – jetzt lass doch lieber auch ein paar Bilder sprechen:

(Photo: Jakob Mueller)

Am Abend und nach aussreichend Kultur habe ich am Strand mit Tim und Lucie ein letztes Sunset-Beer genossen – die beiden sind noch in der Nacht nach Lima weitergzogen und muessen Mitte Juli schon wieder zurueck nach Bruegge – kann nich jeder soviel Zeit haben wie ich. Auf Grund oben beschriebenen hang-overs entschied ich mich ausnahmsweise mal fuer eine fruehere Zu-Bett-Geh-Zeit.

Heute Morgen bin ich dann direct nach Trujillo gefahren. Hab dann ein Taxi nach Sueden genommen um dann am Stadtrand wieder einen Microbus (Toyota-Kleinbusse in die ca. 25 bis 30 Leute reingepfercht werden – Koerperkontakt garantiert – nicht immer was fuer empfindliche Nasen;-) ) zu den Pyramiden zu nehmen. Huaca del Sol und Huaca de la Luna – die Sonnen und die Mond-Pyramide liegen unterhalb des Cerro Blanco, einem Felsenberg der die beiden Pyramiden noch ueberagt

(Photo: Jakob Mueller)

Huaca de la Luna vor dem Cerro Blanco

(Photo: Jakob Mueller)

Huaca de la Luna, wie sie wohl zu Zeiten der Moche aussah - die Farben aussen haben Wind, Regen und Sandstuerme abgewaschen

(Photo: Jakob Mueller)

Huaca del Sol (noch nicht aerchaeologisch erforscht) vom Dach der Huaca de la Luna aus gesehen, dazwischen liegt die Stadt 

Zugaenglich ist derzeit nur Huaca de la Luna. Hier arbeiten Archaeologen seit den fruehen 90ern an den Ausgrabungen – fuer Dacha del Sol, wenngleich viel groesser und dominanter in der Landschaft – ist bisher noch kein Geld da. Die Fuehrer sagen, dass es sich wohl lohnt, in 50 Jahren wiederzukommen, dann wird der Grossteil der Pyramiden offengelegt sein und die Stadt, die sich zwischen beiden befand, ebenso. Derzeit leben die Ausgrabungen hauptsaechlich von Studenten aus aller Welt, die jeweils in Projektarbeit fuer ein paar Wochen beim Buddeln helfen – Normi, alter UFG-Student, kauf Dir ein Fluticket und mach Dich hierher – fuer Dich ein wahres el Dorado – Du krichst den Mund nich wieder zu, wenn Du diese Ausgrabungen hier (und da meine ich auch Chan Chan) siehst – dass waere aber 100 Pro das richtige fuer Dich!

(Photo: Jakob Mueller)

Ausgrabungen an den inneren Pyramiden

Zurueck zu den Pyramiden. Auch diese Pyramiden bestehen aus Adobe-Ziegeln. Sie sind aufgebaut wie die klassische russische Madroschka. Was man heute sieht, ist die fuenfte und letzte Pyramide. Sie dienten der Moche-Kultur als wichtige Tempel. Im Innern stehen noch weitere vier Tempel, die nicht zugaenglich sind. Jeder einzelne hatte eine bestimmte Periode seine Funktion, beispielsweise wenn es einen neuen Herrscher gab, haben die Moche einen neuen Tempel oben aufgesetzt. In den Tempeln und auf den Hauptplaetzen haben die Moche heilige Kaempfe ausgetragen. Die Verlierer solcher Kaempfe sollen sogar als Menschenopfer den Goettern dargebracht worden sein. Sicher ist das jedoch nicht, weil nicht viel ueber die religioesen Brauchtuemer der Moche bekannt ist. Der grosse Unterschied zwischen den Huacas und Chan Chan ist, dass hier nach wie vor bnt bemalte Waende bewundert werden koennen - die Moche haben ihre Gottheiten, Fische und Schlangen an die Waende gepinselt und viele dieser Malereien sind erhalten, obwohl sie teilweise hunderte Jahre unter Lehm und Sand lagen.

(Photo: Jakob Mueller)

Wandbemalung - der Gott der Moche

(Photo: Jakob Mueller)

Einer der Adobe-Ziegel - die Moche-Familien bezahlten ihre Steuern mit selbtgefertigten Adobe-Ziegeln fuer den Tempelbau - jede Familie kennzeichnete ihre Ziegel mit verschiedenen Symbolen - eine Art Familienwappen

Die Pyramiden befinden sich heute in einem eher schlechtem Zustand. Schuld sind nicht nur Sandstuerme, Regen und El Niño - nein, hier haben vor allem Grabraeuber einiges auf dem Gewissen. Ueber die Jahrhunderte wurden die Pyramiden immer wieder Ziel solcher Pluenderer - kein Wunder. Da die Moche an ein Leben nach dem Tod glaubten, gaben sie ihren Verstorbenen viele Schaetze mit ins Grab. Einige Gradbraeuber sind sogar so weit gegangen, den nahe gelegenen Moche-Fluss umzuleiten und gegen die Pyramiden zu lenken um die Graeber schneller freizuspuelen - was sagt man dazu?!

(Photo: Jakob Mueller)

 

Aber gut - wer auch immer nach Perú reist, dem kann ich den Norden durchaus auch ans Herz legen - zwar kann ich aktuell noch nicht ueber Machu Picchu urteilen, aber was es in der Region von Trujillo zu sehen gibt ist zwischen gigantisch und atemberaubend - glaubt mir.

(Photo: Jakob Mueller)

Souvernierstand an den Huacas

Aber genug mit Kultur, ich will Euch nicht langweilen. Nach den Pyramiden bin ich wieder in die Stadt und hab noch ein paar Fotitas von der kolonialen Altstadt gemacht - vamos. Achso, das letzte Foto stammt aus Huanchaco - meinem aktuellen Zuhause ;-)

(Photo: Jakob Mueller)

Hauptplatz mit Kathedrale

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Strassenzug in Trujillo

(Photo: Jakob Mueller)

Ebenso... ;-)

(Photo: Jakob Mueller)

Die Kathedrale in ihrer ganzen Pracht

(Photo: ja, wer? - genau - JM)

Wie kommt ein deutsches Nummernschild an einen Kaefer in Huanchaco?!

26.06.2005 um 14:51 Uhr

Bienvenido en Perú!!!!

von: JaMue

Stimmung: Sonne auf´m Kopp und ´n Drink in der Hand
Musik: entspannte Salsamusik - passend zur Location

So Freunde, der Urlaub im entspanntesten Valle Ecuadors ist vorueber und damit auch meine Zeit in Ecuador. Bin vorletzte Nacht um 3:15 morgens ueber die Grenze gelaufen und halte mich jetzt in Perú auf.

Perú-Karte - hier klicken!

Der Unterschied zwischen den beiden Laendern ist beeindruckend gross - eben noch im absolut gruenen Bergland gewesen, so praesentiert sich Perú hier im Norden eher wie die Emiraten oder wie der Oman - Wueste links und rechts der Strasse, Lehmhaeuser, die offenbar keinem staerkeren Regen standhalten wuerden, in den Doerfern fehlt es gaenzlich an befestigten Strassen und die Berge bestehen aus Fels und Sand - beeindruckend, nur ein paar hundert Kilometer suedlich von Ecuador so einen Unterschied zu erleben.

(Photo: Jakob Mueller)

Ich bin direkt durchgeduest bis Trujillo und habe mich vorerst in HUanchaco niedergelassen, einem relaxten Surfer und Fischerdorf in einer kleinen Bucht.

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Gibt hier jede Menge Bars und Cafés an der "Strandpromenade" und die Stimmung ist mal wieder entspannt.

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Hab gestern Tim und Lucie aus Belgien hier wiedergetroffen, die beiden hab ich in Vilcabamba in meinem Hostel kennengelernt. Unser Wiedersehen mussten wir gleich mit einem herrlichen Meeresfruechte-Essen und einem Pilsen Trujillo feiern. Heute ist ein herrlicher Sonntag, die Sonne strahlt und hat sich gegen den ueblicherweise hier vorherrrschenden Dunst durchgesetzt, hab mein Fruehstueck um halb 2 an der Strandpromenade eingenommen und hoffe jetzt, dass ich endlich mal wieder meine Digicam leeren kann - der Memorystick ist voll und ich muss unbedingt die Bilder hochladen. Ausserdem schulde ich dem ein oder anderen Bericht hier auch noch Bilder, aber die duerften in 15 bis 30 Minuten da sein. Also einfach auch nochmal durch die Vilcabambaberichte scrollen - lohnt sich. Gruesse in die Heimat, aus Perú - ciao sagt Don Jakobo

22.06.2005 um 15:20 Uhr

Incazauber und eine feine Wanderung

von: JaMue

Stimmung: keine Klagen

Gestern abend bin ich mit Erin, Jeff und Alain nach Vilcambamba gefahren, weil wir ueber ein altes Incaritual gehoert hatten, dass immer zu Vollmond vollzogen wird. Es ist eine Art Ritual um den Koerper zu reinigen und Mutter Erde um neue Energien zu bitten. Klang also strange genug fuer uns, uns den Budenzauber mal anzuschauen. Gegen sieben waren wir im Garten eines Hotels und standen um ein Lagerfeuer. Worum es eigentlich genau gehen sollte, wussten wir noch nicht so richtigm nur dass es eine Art Sauna wird. Im Feuer lagerten eine ganze Menge grosser Steine die spaeter den Erdtempel, ein Rundkuppelzelt in dem rund 40 Leute Platz haben, waermen sollten. Nach einer halben Stunde hatten sich alle bis auf wenige Fetzen entkleidet und es ging rein in den "Tempel". Auf allen Vieren musste man durch die kleine Oeffnung kriechen, "um den Kontakt zu Mutter Erde zu haben". Nach dem alle (rund 30) in dem Zelt waren, reichten einige Helfer gluehende Steine hinein, die in eine Oeffnung in der Mitte gelegt wurden. Ein Schamane bestreute jeden einzelnen Stein mit Kraeutern, die sich sogleich in Dampf aufloesten. Nachdem sieben Steine im Zelt waren, kam noch ein Eimer Wasser und eine Trommel mit hinein. Dann wurde das Zelt von aussen geschlossen und es war stockdunkel. Der Schamane begann Mutter Erde fuer dies und das zu danken und um neue Energien (keine Erneuerbaren) zu bitten. Mit jeder BItte goss er ein wenig Wasser auf die Steine und es wurde zunehmd heisser. Nachdem das ganze Zelt nur noch eine Sauna war, begannen die Jungs Dankeslieder zu trommeln und zu singen. Nach einer viertel Stunde ging es in die naechste Runde - neue sieben Steine, neues Wasser, neue Kraeuter und so weiter. Das Ganze wiederholte sich 4 Mal, bis der Koerper nun von allen "boesen Energien" befreit sein sollte. Insgesamt dauerte die Zeremonie wohl eine gute Stunde. Total verschwitzt sind wir wieder aus dem Zelt gekrabbelt, haben ne kalte Dusche im Garten genossen und sind zurueck zu unserem Hostel gezogen. Dort war ein feiner Lagerfeuerabend angesagt.

Heute morgen gings dann fuer uns vier ein bissl frueheres aufstehen angesagt, wir wollten eine runde Wandern gehen.

(Photo: Jakob Mueller)

Mandango, der Hausberg, stand auf dem Programm. Insgesamt eine vier Stunden Tour mit Atmenberaubenden Blicken, mitten ueber den Kamm einer Bergkette hier - wunderbar.

(Photo: Jakob Mueller)

Das Team - Erin, Jakob, Jeff und Eleigh

(Photo: Jakob Mueller und der Selbstausloeser)

Der Weg

(Photo: Eleigh)

Scharfer Kammtrek - der Weg kaum breiter als die Fuesse

(Photo: Eleigh)

Pick-Up-Ride ins Hostal

Leider kann ich hier in Vilcabamba keine Fotos ins Internet setzen, weil die USB-Connection nicht funktioniert. Werde das also vielleicht in Loja oder in Peru nachholen - versprochen. Es gibt dann nen gesonderten Hinweis. Soweit erstmal aus der relaxtesten Stadt Ecuadors, Vilcabamba.

21.06.2005 um 13:16 Uhr

Encontré mi paraíso

von: JaMue

Stimmung: Entspannter koennte es kaum sein!
Musik: Hundegebell - ist das Musik??? Achso und ein Hahn kraeht.

Oh Freunde, das ist wirklich das Paradies! Bin gestern Mittag aus Cuenca abgehauen und hab den Bus nach Loja genommen. 5 Stunden ging es durch atemberaubende Bergwelt, saftig gruene Wiesen zogen sich die Haenge hoch bis auf 4.500 Meter, kantige Felsn ragten in den Kurven ueber die Strasse und manchmal war dei Strasse auch nur noch eine Staubpiste.

(Photo: Jakob Mueller)

Die Strecke von Cuenca nach Loja durch die Anden ist wirklich eine der schoensten, von allen die ich bisher hatte. Ich glaube, dort koennte ich mir auch ein bisschen Land suchen und mir eine feine Hacienda hinsetzen. Angekommen in Loja hab ich mich gleich nach einem Bus nach Vilcabamba umgesehen und zack - eine viertel Stunde spaeter sass ich in einem Toyota Minibus mit ungefaehr 24 weiteren Passagieren. Zum Thema Reisekomfort brauch ich da wohl nicht viel zu sagen. Die Strecke nach Vilcabamba noch weiter in Richtung Sueden ist gluecklicherweise nicht so lang. Und nach einer unbequemen Stunde, einem Ecuadorianer, der meine Schulter als Kopfkissen benutzte und einem wirklich durchgesessenen Arsch kam ich gegen halb 8 in Vilcabamba an. Vilcabamba ist nur ein Steinwurf von der peruanischen Grenze entfernt und wird auch das "Tal des langen Lebens" genannt.

(Photo: Jakob Mueller)

Eine ueberdurchschnittliche Anzahl von Bewohnern des Tals sind ueber 100 Jahre alt und Wissenschaftler fuehren das auf das ganzjaehrig milde Klima und die gesunde Ernaehrung (kaum vorstellbar in Ecuador) zurueck. 2 Kilometer ausserhalb des Dorfes gibt es ein Hostal das "Izhcayluma" heisst.

(Photo: Jakob Mueller)

Zwei ehemalige Traveller haben es vor 7 Jahren aufgebaut und es ist wirklich paradiesisch. Vom kompletten Hostalkomplex aus kann man das Tal ueberblicken, es gibt ein Lagunenartigen Swimmingpool mit fantasischen Bergblicken, herrliche Blumen in einem Garten, der von 6 Gaertnern gepflegt wird und ein koestliches Fruehstueck.

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Ich werde hier wohl erstmal ein paar Tage bleiben. Ausserdem haben sie Bikes, die im Preis inbegriffen sind und so bin ich heute gleich mal mit Jeff (Canada), Erin (USA) und Alain (Southafrica) auf die Piste gegangen. Die drei sind ebenfalls gestern hier angekommen und wir werden wohl noch ne Menge Spass miteinander haben. Hab ich eigentlich die Haengematten, den frischen Saft und die anderen Annehmlichkeiten im Izhcayluma erwaehnt??? Naja, ich will Euch nicht zu neidisch machen, Freunde - aber wenn ihr mal in Ecuador seid, und auf dem Weg nach Peru, dann macht einen Stopp hier - es ist es wert!!!!!

(Photo: Jakob Mueller)

Murmel-spielende Kinder am Terminal Terrestre in Vilcabamba

Achso, der Bericht ist vorerst ohne Fotitas, weil meine Camera neue Lebensenergie im Hostal tankt - eso! Ciao und entspannte Gruesse in den deutschen Sommer. Lasst was hoeren.

20.06.2005 um 11:29 Uhr

Inca-Ruinen, Felsengesichter und Weinchen mit Columbianern

von: JaMue

Stimmung: gut, ja!
Musik: Shakira

Gestern hab ich meinen Kulturtag nachgeholt, den ich eigentlich schon am Samstag geplant hatte. Am Samstag hatte ich aber leider ein wenig zu lang geschlafen und deshlab keinen Bus mehr nach Ingapirca, den bedeutendsten Incaruinen Ecuadors, bekommen. Ich bin also mit Maria fruehstuecken gewesen und hab den Rest des Tages in Cuenca verbracht. Gestern morgen bin ich aber dann bei Zeiten aus den Federn gekommen und hab mich zum Terminal Terrestre begeben. Ziel:

(Photo: Jakob Mueller)

Nach zwei Stunden Busfahrt, ein letztes Mal in Ecuador gen Norden, erreiche ich das Minidorf Incapirca auf 3.100 Metern Hoehe, gelegen zwischen traumhaft gruenen Bergen, die nicht so aussehen, als waeren sie 4.000m und hoeher. Das Dorf verfuegt ziemlich genau ueber eine befestigte Strasse und das ist, wenn man bedenkt dass es mit den bedeutendsten Incaruinen in Ecuador "das Touristendorf schlechthin" ist.

(Photo: Jakob Mueller)

Aber man ist derzeit dabei, die ein oder andere Strasse zu pflastern. Zumindest deuten diverse Steinhaufen an den Strassenraendern daraufhin - aber wer weiss, wie lang sie da schon liegen. Ich hab mich also durch den Ort geschlagen, der voll von einheimischen Touristen ist. Gringitos waren, und da bin ich auch nicht boese drum, kaum zu sehen. Die Ruinen sind mehr oder weniger spektakulaer. Mehr oder weniger deshalb, weil es wenig Erklaerendes dazu gibt. Fuer mich also deshalb weniger spektakulaer, da ich eben auch kein Hobbyarchaeologe bin oder sowas aehnliches. Mein lieber Freund Normi, der alte Ruinenbuddler, haette hier allerdings bestimmt seine helle Freude gehabt.

(Photo: Jakob Mueller)

Andere Touristen, und das waren auch weit und breit die Einzigen, die nach westlichen Touristen aussahen, nutzten den Sonnentempel, um irgendwelche komischen Sachen zu machen.

(Photo: Jakob Mueller)

Mit Lauten wie "Uhhhhhh" oder "Ahhhhhh", manchmal aber auch "Uhuuuu" oder "Uwaaagaaaa" schienen diese Jungs und Maedels alten Incagoettern zu huldigen. Ich will ja niemanden diskriminieren, aber auf mich wirkte die ganze Gruppe ein bisschen laecherlich. Im Uebrigen kamen auch die diensthabenden Soldaten, die die Ruinen bewachen, nicht um ein Stirnrunzeln umhin - verstaendlich!

Nach den Ruinen bin ich noch ein wenig in der Gegend umherspaziert und habe meinen persoenlichen Favoriten der ganzen Anlage entdeckt. Eine Felsformation in der Naehe traegt den Namen "Cara del Inca" (Incagesicht) und sieht wirklich haargenau so aus, wie ein Incagesicht. Beeindruckend.

(Photo: Jakob Mueller)

Am Nachmittag hab ich dann mehr oder minder vergeblich auf einen Bus zurueck nach Cuenca gewartet. Der Busfahrer auf der Hinfahrt hatte mir zwar versichert, dass es jede halbe Stunde einen gaebe, aber offenbar hatte er sich getaeuscht oder mir einfach nur, wie Politiker immer so schoen sagen, die Unwahrheit gesagt. Nach einer guten Stunde Gewarte, hab ich mich in einen Collectivo in die naechste Kleinstadt gesetzt, umd dort einen Bus nach Cuenca zu nehmen - basta!

(Photo: Jakob Mueller)

Das hat dann auch geklappt wie geschmiert und ich war am Abend wieder in Cuenca.

Fuer 8 Uhr war ich mit Enrique verabredet, einem Columbianer. Ich hatte ihn am Abend zuvor in einem Restaurant kennengelernt. Er hatte dort gekellnert und ich hab feine Pasta genossen. Danach sind wir ins quatschen gekommen, er ist ne halbe Ewigkeit durch Suedamerika gereist und ist eiegntlich immernoch auf der Reise. Bis vor einer Woche hat er in Quito gearbeitet, dort hats ihm aber nicht gefallen und deshalb hat er sich nach Cuenca verdrueckt. Naja, auf jeden Fall hatten wir uns dann auf ein Bierchen verabredet. Gegen acht war Enrique dann im Cafécito aufgetaucht. Er hatte seinen Bruder dabei, der ebenfalls hier arbeitet. Spaeter haben wir dann das Cafécito verlassen, haben in ner Tienda einen italienischen Rotwein gekauft und haben uns auf einer Wiese vor einer Kirche hingesetzt und entspannt den Wein geleert. Die beiden, also Enrique und Daniel, fingen dann so richtig an, aus dem Naehkaestchen zu plaudern. Kolumbien haben sie eigentlich verlassen, weil sie bis zum Hals in der Drogenabhaengigkeit steckten. Cocain, Crack und Heroin sind nur die bekanntesten Drogen aus ihrem Abhaengigkeitsrepertoire. Das Gramm Cocain kostet in Bogota wohl um die 50 Cent - naja, da ist ja dann wohl auch keine Geldfrage mehr. Daniel, der kleine Bruder von Enrique, hatte allerdings 2 Herzattacken, lag zweimal fast im Sterben. Da haben es sich die Brueder nochmal anders ueberlegt. Sie haben die Beine in die Hand genommen, haben Kolumbien verlassen und haben angefangen zu reisen. Heute sind sie wohl clean, sagen sie zumindest, aber sie machen auch den Eindruck. Sie haben mir ziemlich beeindruckend von allen moeglichen Drogen, die sie probiert haben, abgeraten. Das waren uebrigens die ersten Kolumbianer die ich hier getroffen habe, die mir von Drogen abgeraten haben - andere wollten mir immer nur alles moegliche verkaufen. Auf jedsten waren die beiden ganz symphatisch, haben mir gleich meine naechste Bleibe in Vilcabamba empfohlen und so mache ich mich jetzt gleich auf den Weg weiter nach Sueden. Soweit aus Cuenca - bis spaeter und schickt Euch!

17.06.2005 um 14:14 Uhr

Al Sur

von: JaMue

Stimmung: Kopfschmerzen, aber sonst ok!

In der vergangenen Nacht habe ich also Quito verlassen und bin mit dem Nachtbus nach Cuenca geduest. Von der 10-Stuendigen Fahrt hab ich jetzt noch Nachwirkungen - der Busfahrer hielt es fuer angebracht, die ganze Nacht ueber das Radio dudeln zu lassen - 55 Minuten Werbung und 5 Minuten ecuadorianische Volksweisen der ganz uebel-jaulenden Art - mein Schaedel tut mir jetzt noch weh. Da war selbst mein mp3-Player dagegen Machtlos - eine huevada! Bin also heute morgen um 8 im Terminal Terrestre von Cuenca gelandet und hab mir dann das wohlklingende Hostel "Cafecito" fuer meinen Aufenthalt ausgesucht - klang irgendwie sympathisch. Da ich das Hostel nicht komplett sanieren wollte, hab ich mich fuer ein Dorm entschieden. Das ist eigentlich ganz okay, weil es sich in diesem Hostel um ein Doppelzimmer handelt, dass ich mir jetzt mit Marie, einer vielleicht 22jaehrigen Daenin mit hellem blonden Haar und blauen Augen teilen darf. Es haett' ja schlimmer kommen koennen ;-)

Nach einem eher trockenen Fruehstueck (2 Eier, gekocht und dazu Zwiebackaehnliches Brot - Butter nur auf Nachfrage) hab ich mich zu einer ersten Erkundungstour aufgemacht.

(Photo: Jakob Mueller)

Und ich muss sagen: Erster Eindruck - feine Stadt. Schoene erhaltene koloniale Architektur, nicht zu Tode restauriert und viele entspannte Plaetze machen die Stadt aus, die seit 1999 zum UNESCO Weltkulturerbe zaehlt.

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Nachdem ich mir die neue Kathedrale angeschaut habe (nicht auf dem Foto), bin ich ein wenig ziellos durch dei Stadt geschlendert, bis ich auf einmal vor dem Museum der Modernen Kuenste gelandet bin.

(Photo: Jakob Mueller)

Patio des Museums der Modernen Kuenste in Cuenca

Naja, ein bisschen Kultur tut ja nicht ganz schlecht - hab mir das gute Stueck also angeschaut. Zum Glueck nicht zu gross und ein paar ganz entspannte Bildchen von suedamerikanischen Malern waren auch dabei - uns was macht man denn schon, wenn man keine Termine hat.......

(Photo: Jakob Mueller)

Jetzt werd ich mir mal was leckeres zu beissen suchen, soweit erstmal aus Cuenca. Ciao!

PS: Die Deutsche Post geniesst hier uebrigens offenbar ein hohes Ansehen - Logojacken erfreuen sich hier grosser Beliebtheit. Heute gesehen in einer Boutique in Cuenca:

(Photo: Jakob Mueller)

16.06.2005 um 14:01 Uhr

Gracias Quito y ciao!

von: JaMue

Stimmung: Aufbruch! Nos vemos Quito - otra vez!

Vor wenigen Minuten habe ich die 140. Stunde Spanisch-Intensiv in der Colonial Spanish School hinter mich gebracht, und damit auch den letzten Schultag hier in Ecuador fuer mich beendet. Nach 7 Wochen Spanisch im 1-zu-1-Unterricht, 2einhalb Monaten Leben und Reisen in Ecuador fuehle ich mich fit genug (sprachlich), meine Reise in Richtung Sueden fortzusetzen. Quito werde ich heute Nacht mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen. In den letzten 10 Wochen ist mir die Stadt, meine Wohnung und Diegos Familie doch sehr ans Herz gewachsen und ist immer meine Basis fuer meine Ausfluege und Trips durch Ecuador gewesen. Ich werde die Stadt mit ihrer beeindruckenden Architektur in der Altstadt und einer herrlichen Bergwelt rundherum wohl ein wenig vermissen. Meinen Freunden, die Spanisch lernen wollen kann ich sowohl die Stadt, als auch meine Schule waermstens ans Herz legen. Auch die Arbeit mit den Kindern in der Integrationsschule hat mir viel Spass gemacht, wenngleich die Kleinen ab und zu auch ganz schoen nervraubend sein konnten. Zum Abschied von Quito, gibts hier noch ein paar Fotitas von meiner Schule, in der ich nachmittags gearbeitet habe:

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Nick Crosswait)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Nick Crosswait)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Anthony Shoobridge)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Heute Nacht geht es nun fuer mich in Richtung Cuenca. Cuenca ist ebenso beruehmt fuer seine koloniale Architektur, gilt als mitunter schoenste Stadt in Ecuador und ist, wie sollte es anders auch sein, Weltkulturerbe der UNESCO. Dort werde ich wohl ein paar Tage entspannen, bevor es weiter nach Loja und Vilcabamba (schon fast Peru) geht. Also Freunde, der Trip beginnt - bleibt dran und letzte Gruesse aus Quito.

14.06.2005 um 10:56 Uhr

Heisse Quellen, gruene Taeler, aktive Vulkane - Baños!

von: JaMue

Stimmung: Sonne scheint.
Musik: Radio plaerrt - mehr Geplapper als Musik....

Am Wochenende habe ich mich mal einem entspannten Schulausflug angeschlossen - es sollte nach Baños gehen, ein Ort der so oder so noch auf meiner Aufgabenliste stand. Baños ist eine Kleinstadt circa 4 Busstunden von Quito entfernt, im Sueden zwischen Anden und Dschungel. Das Klima in der Kleinstadt ist das ganze Jahr ueber angenehm warm und die Thermalquellen sorgen dafuer, dass sich das Staedchen (8 Kilometer vom Tungurahua-Vulkan enfernt) sich zu einem beliebten Touristenstaedtchen vor allem auch unter Ecuatorianern gemausert hat. Einziges Problem: Der Tungurahua ist in Ecuador so ziemlich der aktivste Vulkan, hat zuletzt 1998 ordentlich Lava und Asche gsepuckt, so dass Baños grundsaetzlich in der Gefahrenzone liegt. Einige Strassen sind seit der letzten Erruption noch immer gesperrt, die Besteigung des Tungurahua ist nach wie vor verboten und so ziemlich die ganze Zeit ueber steigen kleine Rauchwolken aus dem Krater auf.

Aber zurueck zu unserem Trip. Wir sind am Samstag Morgen mit dem Bus in Quito gestartet und waren demzufolge gegen Mittag in Baños angekommen. Ingesamt hatten sich neun Leute aufgemacht:

(Photo: Barbara Schneider)

(v.l.n.r. Sean (USA), Ana (New Zealand), Loagan (USA), Kyla (USA), Jakob (GER), Merydith (USA))

Nicht auf dem Photo ist unser Schulchef Diego und Barbara, die das Photo freundlicherweise geschossen hat.

Nachdem wir uns mit mehreren Riesen-Pizzen gestaerkt hatten, sind wir losgezogen, eine kleine Wanderung zur Jungfrau von Baños zu machen. Das ist eine Statue, die oberhalb der Stadt am Berg klemmt und eine herrliche Aussicht ueber das Tal bietet.

(Photo: Jakob Mueller)

Am Abend gings dann in die Thermalquellen. 2 Stunden liessen wir uns von heissem Wasser umspuelen, immer im Wechsel mit einer eiskalten Dusche, die aus dem Gebirgsbach gespeist wurde - was ne Kombi, da freut sich der Kreislauf. Allerdings waren nach den Quellen alle so platt, dass keiner mehr so richtig Lust hatte, am Abend noch Party zu machen. Sean, Diego und ich mussten uns also allein auf den Weg machen und suchtenn uns noch eine nette Bar, in der wir dann noch den Tag mit dem ein oder anderen Pilsener beschlossen.

Am Sonntag stand Mountainbiking auf dem Programm. Naja, Mountainbiking sollte es nicht werden, dafuer aber ein netter Radlausflug, der uns nur bergab nach Rio Verde fuehrte.

(Photo: Jakob Mueller)

Auf der Tour ging es aber durch ein traumhaft gruenes Tal, der Fluss, der hier ganze Arbeit geleistet hat, gilt als nicht gerade sauber, aber die Landschaft ist herrlich. Der Fluss wird hier natuerlich auch als Energieliferant genutzt - bei der Gewalt verstaendlich!

(Photo: Jakob Mueller)

In Rio Verde selbst gibt es ganz spektakulaere Wasserfaelle, die man mit einem halbstuendigen Spaziergang erlaufen kann - klar dass wir das mit ins Programm genommen haben. Nach einem Almuerzo (Mittaggsessen) gings dann mit einem Pickup zurueck nach Baños - einigen Kollegen konnte man die Strecke bergauf leider nicht zumuten.

(Photo: Jakob Mueller)

Kyla, Diego und Sean auf dem Pickup

Zurueck in Baños blieb leider nur noch Zeit fuer ein Eis oder wahlweise ein Milchshake und dann mussten wir schon wieder zum Busbahnhof. Auf der Rueckfahrt belohnte uns das herrliche Wetter mit atemberaubenden Blicken zunaechst auf den qualmenden Tungurahua und spaeter zeigte sich auch noch der Cotopaxis in seiner vollen Pracht. Grandios!

Heute Nacht hat in Ecuador uebrigens mal wieder die Erde gewackelt - das ist bei den vielen Vulkanen hier ziemlich normal. Vor vier Wochen hatten wir das schon mal, da hatte ich das wenigstens auch bemerkt. Von unserem kleinen Beben diese Nacht musste ich mir leider heute morgen erzaehlen lassen - ich hab die ganze Nacht seelig geschlafen, ohne auch nur ein einziges Zittern mitzubekommen. Naja, das Fernsehen hatte damit wieder ein Thema fuer die Fruehnachrichten - da ist doch allen geholfen. Ich weiss ja, wie das ist.

09.06.2005 um 12:21 Uhr

Cotopaxi, Du bist bezwungen!

von: JaMue

Stimmung: Ausgeschlafen und gut!

Eins vorweg: Wir habens geschafft! Am Montag morgen um 8 gings direkt zu Eduardo nach Mariscal. Eduardo ist ein Freund von Diego, hat als einziger ein Refugio auf der Cara Sur des Cotopaxi und ist deshalb auch der Einzige, der die Suedbesteigung anbietet. Nachdem wir die noetigsten Sachen in seiner Agentur gecheckt haben, gehts mit seinem Toyota Landcruiser auf die Autobahn in Richtung Sueden. Gegen elf erreichen wir den Nationalparkeingang. Nick verstaut seinen Rucksack in der information, er will nicht mitklettern und noch am gleichen Tag wieder den Nationalpark verlassen. Nur Anthony und ich haben uns zu diesem Vorhaben entschieden.

(Photo: Jakob Mueller)

Nach ein paar Kilometern laesst uns Eduardo aus seinem Jeep. Wir sind in Ticatilin auf 3.200m und werden die 800 Hoehenmeter bis zu seinem Refugio zu Fuss zuruecklegen. Noch waehrend unserer kleinen Wanderung ueberlege ich, ob das wirklich eine gute Idee war, den Aufstieg bis zur Spitze zu wagen - die Luft ist auch her schon recht duenn und nach knapp 3 Stunden kommen wir in Eduardos Refugio an. Alberto und Hanibal, die spaeter auch unsere Guides sein werden, bieten uns Fruechte und eine Suppe an, Nick macht sih kurz darauf wieder auf den Rueckweg. Uns raten die beiden, noch einen Spaziergang in etwas hoehere Lagen zu unternehmen, um uns langsam zu akklimatisieren. Wir nehmen den Rat an und machen uns auf den Weg.

(Photo: Anthony Shoobridge)

(Photo: Jakob Mueller)

Auf dem sandigen Weg ueber hinter dem Refugio zeigt sich unsere Herausforderung nur ganz selten hinter den Wolken, aber je mehr wir sehen, desto mehr zweifeln wir ein bisschen.

(Photo: Jakob Mueller)

Nach eineinhalb Stunden Akklimatisierungswanderung machen wir uns wieder auf den Rueckweg. Im Refugio haben Alberto und Hanibal inzwischen ein leckeres und kraeftiges Abendessen gezaubert. Es gibt, wie so oft in Ecuador, Arroz con Pollo, also Reis mit Huehnchen. Dazu haben die beiden (was sehr untypisch hier ist) einen leckeren Salat zubereitet. Nach dem Essen ziehen wir uns in unsere Cabaña zurueck, Alberto und Hanibal kommen noch auf ein Schwaetchen am Kamin mit. Am naechsten Morgen wachen wir kurz nach 9 auf, Hanibal kommt kurze Zeit spaeter, um uns zum Fruehstueck einzuladen. Am Mittag checken wir unsere Ausruestung. Wir probieren Schneehosen, Gesichtsmasken, Eiskrampen und Stirnlampen aus. Dann wird alles noetige verstaut und gegen 2 starten wir mit Hanibal in Richtung Campo Alto, dem Basiscamp auf 4.800m.

(Photo: Jakob Mueller)

Das Wetter scheint uns nicht sonderlich freundlich gesinnt, den Cotopaxi bekommen wir dank dichter Wolken gar nicht zu Gesicht, auch auf unserem Aufstieg sehen wir manchmal nicht weiter als 10 Meter. Nach gut 2 Stunden, also gegen 4 erreichen wir Campo Alto. Das Camp liegt total im Nebel und es weht ein eisiges Lueftchen. Ich bin inzwischen froh, dass ich meinen eigenen Schlafsack mit genommen habe, dem vertraue ich bei diesen Temeraturen, die gerade bei 5 oder 6 Grad liegen duerften, einfach mehr.

(Photo: Jakob Mueller)

Gegen halb sechs kommt auch Alberto im Basiscmp an. Alberto ist 49 Jahre alt, lebt in Riobamba, weiss nicht, wie oft er schon den Cotopaxi bestiegen hat und scheint eine ganze Menge Erfahrung zu haben. Er ist klein, hat ein freundliches, faltiges Gesicht und laechelt fast den ganzen Tag. Unser zweiter Begleiter, Hanibal, ist gerade 25 Jahre alt. Er guided seit 3 Jahren, zaehlt auch schon nicht mehr seine Besteigungen, ist immer zu einem Witzchen aufgelegt und hat einen strammen Schritt drauf. Eduardo hatte uns vor ihm ein bisschen gewarnt, weil er die Berge lieber hochrennt. Gegen sechs gibts kraeftigende Pasta mit Thunfisch und Tomatensauce, kurz darauf legen wie uns schlafen.

(Photo: Jakob Mueller)

Das ist leider leichter gesagt, als getan. Ich liege zwar in meinem Schlafsack schoen warm eingemummelt, bekomme aber leider kein Auge zu. Ich weiss nicht, ob es an der Hoehe liegt, oder daran, dass wie die vorhergehende Nach viel geschlafen hatten - auf jeden Fall waeltze ich mich hin und her und kann nur ein bisschen relaxen. Halb 12 kommen Hanibal und Alberto, um uns zu wecken. Waehrend wir in Schneehosen, Wanderschuhe, Masken, Handschuhe und Klettergurt steigen, bereiten die beiden noch einen feinen heissen Tee zu. Mit einem Broetchen und zwei Tassen Tee im Magen machen wir uns um 00:45h auf den Weg zur eigentlichen Besteigung. Die ersten knapp zweihundert Hoehenmeter steigen wir ueber weichen sandigen Untergrund, wir sehen nicht viel, nur das was uns der Lichtkegel unserer Stirnlampen zeigt. Der Aufstieg ist schon hier nicht gerade bequem, wir machen einen Schritt vor und rutschen einen halbe zurueck. Bisher haben Alberto und Hanibal aber einen angenehmen Schritt drauf. Ueber uns sind die Sterne, der Himmel ist Wolkenfrei, aber der Mond zeigt sich leider nicht. Um 01:45h erreichen wir das Eis. Nach gut 5 Minuten haben wir alle unsere Eiskrampen unter die Schuhe geschnallt. Alberto hat inzwischen Anthony an die Leine genommen, ich gehe mit Hanibal in einer Seilschaft. Die ersten Meter ueber Eis sind gar nicht so unbequem, der Untergrund ist hart, mit den Krampen gibt es kein zurueckrutschen. Nach fuenf Minuten aendere ich allerdings meine Meinung. Alberto, der die gesamte Seilschaft anfuehrt, ist leider kein Freund vom Zickzack-Laufen - er bevorzugt 100%-grade nach oben Steigen. Der Winkel, in dem wir klettern ist jetzt selten weniger als 45 Grad steil, wir setzen langsam einen Fuss vor den anderen. Nach einer halben Stunde bitte ich um eine Pause - die Batterien meiner Stirnlampe haben den Geist aufgegeben - ich muss sie wechseln. Unsere Pause dauert 5 Minuten, viel mehr ist leider nicht drin, weil man im nu wieder kalt wird. Danach geht es weiter, wie bisher - ueber Eis, manchmal ueber nur 10 Zentimeter breite Eisbruecken ueber die ein oder andere Gletscherspalte. Die Dunkelheit erleichtert den Aufstieg, es ist ganz angenehm fuer die Psyche, dass wir nicht sehen koennen, wie steil und wie weit wir noch nach oben klettern muessen. Um 5 Uhr erreichen wir schneefreie Zone. Ich denke, wir machen eine Pause und frage die beiden, wie lang wir noch bis zur Spitze brauchen. Hanibal laechelt mich an und sagt: Setz Dich einfach nen Meter hoeher - dann bist Du oben. Ich mache was er sagt und vor mir tut sich der Krater des Cotopaxi auf - wir sind oben!!!

(Photo: Hanibal)

Es ist fuenf Uhr und wir koennen es kaum glauben, der Durchschnitt fuer die Besteigung vom Campo Alto liegt bei 6 bis 8 Stunden und wir sind in 4 Stunden und 20 Minuten nach oben gekraxelt. Auch Alberto und Hanibal wundern sich ueber die gute Zeit - sie loben uns fuer die gute Kondi und unser Durchhaltevermoegen. Unsere Schnelligkeit bringt allerdings auch Nachteile mit sich - es ist nach wie vor stockdunkel und wir muessen hier oben fuer eine geniale Sicht noch eine Stunde auf den Sonnenaufgang warten. Ich habe kalte Zehenspitzen und halberfrorene Finger - Alberto weiss Abhilfe. Er hackt mit seinem Eispickel ein bisschen im Gestein rum, meint, ich soll hier meine Fuesse samt Schuhen vergraben und meine Haende ohne Handschuhe drauflegen. Die Stelle, die er freuigehackt hat, ist heiss wie ein Ofen, der Untergrund auf dem ich sitze warm wie eine Fussbodenheizung. So laesst es sich auch bei Minusgradden ganz angenehm auf den Sonnenaufgang warten. Anthony ist kurz nach dem wir die Spitze erreicht haben mehr oder weniger eingeschlafen. Die Hoehe macht ihm ziemlich zu schaffen und waehrend mir Hanibal und Alberto saemtliche Vulkane Ecuadors im Sonnenaufgang zeigen, geht es meinem englischen Freund leider ziemlich dreckig.

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Die Sicht, die sich uns aus knapp 5.900m Metern auf Ecuador bietet, ist ueberwaeltigend. Wir haben ein Riesen-Glueck konstatieren unsere beiden Guides - die letzten zwei Wochen sind sie immer in dichten Wolken aufgestiegen und haben auf der Spitze lediglich Nebel und Sturm gehabt. Auch sie geniessen unser Gipfelerlebnis.

(Photo: Jakob Mueller)

(Die Vulkana Sangay, El Altar und Tungurahua)

(Photo: Jakob Mueller)

(Der Chimbo, 6.310m, zeigt sich im Morgengrauen)

Nachdem die Sonne um 0630h ausreichend Licht fuer Fotos gemacht haben, beginnen wir mit dem Abstieg. Im Morgenlich haben wir eine herrliche Aussicht ueber den Wolken - malerisch! Auf dem Abstieg haben wir diesmal die Positionen gewechselt, diesmal laufen wir vor unseren Guides her und sie sichern uns von hinten mit dem Seil. Waehrend Anthony alles an einem moeglichst schnellen Abstieg gelegen ist, legen Hanibal und ich immer wieder Fotostopps ein - es ist einfahc zu grossartig, um schnell runter zu rennen. Auch der Abstieg hat es in sich, die Eiskrampen muss man bei jedem Schritt mit gewalt von der Ferse an in das Eis hacken - nicht gerade die bequemste Art des bergablaufens. Waehrend ich mit meinen beiden Kameras Fotos schiesse, schlaegt Hanibal inzwischen vor, am Wochenende den Chimbo in Angriff zu nehmen. Er meint: Hey, Du hattest null Probleme mit der Hoehe, die 400 Hoehenmeter mehr machen Dir dann auch nix und die Kondi, meint er, sollte wohl auch reichen.

(Photo: Jakob Mueller)

(Hanibal waehrend des Abstiegs)

(Photo: Jakob Mueller)

(Alberto waehrend des Abstiegs)

Ich fuehle mich geehrt, lehne aber erstmal dankend ab - das naechste Mal in Ecuador vielleicht. Im Moment bin ich nur gluecklich, dass ich den zweithoechsten Berg hier bezwungen habe und keine Probleme mit der Hoehe hatte. Um 8 kommen wir wieder am Ende des Gletschers an. Alberto wartet mit Anthony an der Stelle auf uns, wo wir unsere Eiskrampen wieder abschnallen. Die Sonne ist inzwischen richtig aufgegangen und bescheint auch jetzt die Suedseite des Cotopaxi.

(Photo: Anthony Shoobridge)

Nachdem wir die Krampen abgelegt haben rennen wir mehr oder weniger die 200 Hoehenmeter ueber Sandboden zurueck ins Campo Alto - zum Absteigen ist der Sandboden richtig bequem. Um 0815 erreichen wir unser Basislager und trinken einen heissen Tee. Hanibal und Alberto informieren inzwischen Eduardo im Refugio ueber unseren Gipfelsturm, der kaum glauben kann, dass wir schon wieder im Basislager sind. Wir legen unsere Schneehosen und Klettergurte im Basislager ab, lassen Eispickel und Schneemasken dort zurueck und machen uns um kurz vor zehn auf den Ruekcweg ins Refugio. Das Wetter ist einfach genial, wir haben einen herrlichen Blick nocheinmal auf unseren Cotopaxi.

(Photo: Jakob Mueller)

Anthony geht es inzwischen wieder besser. Um 1045h sind wir im Refugio zurueck, wo uns bereits ein strahlender Eduardo erwartet. Weil wir fuer ihn mehr oder weniger einen Amateurrekord aufgestellt haben, schmeisst er eine Runde Cerveza Pilsener. Anthony lehnt verstaendlicherweise dankend ab, ich komme um ein Bierchen aber nicht drumrum. Nach einer Weile trudeln dann auch Alberto und Hanibal vom Campo Alto ein - sie helfen mir gerne mit den Bierchen. Um 12 gehts mit Eduardos Jeep zurueck nach Quito. Die 15 Kilometer lange Schotterpiste vom Refugio bis zur Panamericana legt er im Ralley-Stil zurueck. Nur wenn jemand am Wegesrand ist, wir verlangsamt, gegruesst und ein Schwaetzchen gehalten. Eduardo hatte schon auf dem Hinweg von seinen guten Beziehungen zu den Leuten im Nationalpark erzaehlt. Auf dem Rueckweg muss er jedem bei einem Schwaetchen unsere Rekordzeit fuer den Gipfelsturm mitteilen - offenbar waren wir wirklich ungewoehnlich schnell. An der Panamericana setzen wir Anthony ab, er kommt nicht mehr mit nach Quito, sondern startet nach Baños durch. Mich setzt Eduardo kurz vor 3 vor Diegos Haus ab. Ich wechsel kurz ins Ecuador-Trikot und laufe hoch zu Diego - schliesslich spielt um 3 Ecuador gegen Kolumbien. Meine Muehe lohnt sich nicht - die Ecuadorianer spielen, offen gesagt besch...., und verlieren voellig zu recht mit 3:0. Damit sind sie nach wie vor nicht fuer Alemania 2006 qualifiziert. Ein Spiel bleibt noch und da muessen sie dann aber noch mal Gas geben, sollten sie naechstes Jahr beim Copa dabei sein wollen.

Ich hab seit heute uebrigens nachmittags Schule, eine neue Lehrerin (nicht wirklich neu, es ist Adriana, mit der ich am ersten Wochenende hier in Ecuador in Quilotoa war) und kann somit nicht mehr zu meinen Niños. Schade eigentlich. Aber was solls, naechste Woche mach hier so oder so den Fisch und starte in Richtung Sueden.

 

05.06.2005 um 15:31 Uhr

¡Vamos ecuatorianos! Ecuador verhindert vorzeitige WM-Quali der Gauchos

von: JaMue

Stimmung: gut und muede

Nachtrag: 09.06.2005 Leider erlaubt web.de keinen Fremdzugriff auf meinen Onlinespeicher. Deshalb hat es in den vergangenen Tagen Probleme mit der Anzeige von Fotos im Tagebuch gegeben. Auch die Videos, die ich zur Verfuegung gestellt hatte, sind aus diesen Gruenden leider nicht verfuegbar. Das Fotoproblem hab ich jetzt geloest.

Ich hab echt ein echt geiles Wochenende hinter mir. Gestern morgen nach dem Fruehstueck noch Diego bei einem Familienfest unserer Schule (die Niños auf dem Berg) geholfen und dann mit dem naechsten Bus zum Estadio Atahualpa gefahren.

(Photo: Jakob Mueller)

In der ganzen Umgebung war schon alles in die Ecuador-Farben getaucht, die Strasse eine reinste Partyzone. Von zwei Moviestar-Promoterinnen (Más o menos das ecuadorianische T-Mobile) liessen wir uns dann noch ueberreden, uns Ecu-Flagge auf die Wange pinseln zu lassen.

 (Photo: David Franklin ...)

Gegen 1 haben wir dann das Stadion gestuermt - alles schon rammelvoll - die meisten Leute waren schon um 10 gekommen, um sich nen platz zu sichern. Halb so wild, auch wir haben noch ein Plaetzchen bekommen. Waehrend der drei stunden, in denen wir auf den Anstoss gewartet haben, haben wir uns erstmal das ein oder andere Cerveza reingestellt. Kurz vor drei trudelte die ecuadorianische Nationalmannschaft ein.

(Photo: Jakob Mueller)

Die argentinische Fangemeinde im Stadion war nur gering vertreten, das Stadion war ebenfalls komplett in gelb getaucht.

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

In der ersten Halbzeit hat Ecuador in den ersten zehn Minuten Druck gemacht, dann flachte das Spiel ab  und ging in Langeweile pur ueber. Weder Torschuesse noch besondere Torchancen waren danach zu verzeichnen - una huevada!

(Photo: Jakob Mueller)

In der zweiten Halbzeit zeigten die kurzen Braunen dann aber den Blau-weissen Gauchos wo der Hammer haengt und verhinderten mit einem grandiosen 2:0 dass sich Argentinien vorzeitig fuer Alemania 2006 qualifizieren konnte.

(Photo: Jakob Mueller)

Respekt, dass haette ich den Ecus nicht zugetraut, wenngleich die Jungs hier auch schon Brasilien platt gemacht haben.

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Nach dem Spiel gings kurz nach Hause, fix was essen und dann auf die Piste. Im Mariscal (Gringolandia) war schon auf der Strasse gut Party und ein paar etwas uebermuetige Fussballfans hatten Carwalking (dabei laeuft man meist gegen den Willen der Besitzer ueber das Auto) zum Sport gemacht, was einem Besitzer eines nigelnagelneuen Peugot 206 wohl so dermassen auf die Eier (entschuldigt meine Ausdrucksweise, aber so war das nun mal) ging, dass er einem der Jungs dann kraeftig eine eingeschwenkt hat. Allerdings hatte der Fussballfan ein paar mehr Anhaenger, als der Peugotfahrer, so dass der sich daraufhin schnell aus dem Staub machte. Por supuesto, nicht ohne vorher selbst noch paar drauf zu bekommen - seltsames Voelkchen auf der Strasse. Wir standen ein wenig abseits vor meiner (inzwischen mehr oder weniger) Stammdisse und beobachteten das gesammte Spektakel mit Eldon, dem israelischen Manager des Encuentros, der in Hamburg aufgewachsen ist und seit 8 Monaten in Ecuador lebt, weil er hier ne Chica geheiratet hat. Wir haben bis kurz vor fuenf Party gemacht und sind dann per Taxi nach Hause geduest.  Heute Morgen bin ich dementsprechend  auch erst recht spaet aus den Federn gekommen.

Morgen gehts in Richtung Cotopaxi - ich hab mir ueberraschend schulfrei genommen, weil ich jemanden gefunden habe, der mit mir den Gipfelsturm wagen will. Gipfeltag soll Mittwoch sein, morgen gehts erstmal von 3.000 auf 4.000 Meter. Dienstag dann von 4.000 auf 4.800 und am Mittwoch bis zum Gipfel auf 5.897m. Hoffe, dass alles gut geht und wir einen genialen Trek haben.

PS: Fuer die ganz Wilden unter Euch hab ich auch noch das ein oder andere Schmeckerchen in bewegten Bildern (Superspezialservice!!!). Allerdings rate ich dabei zu einer schnellen Internetverbindung. Einfach auf die Links klicken:

(Leider nicht verfuegbar!)

03.06.2005 um 17:56 Uhr

¡Claro, que sí - morgen gehts zum Fussball!!!!

von: JaMue

Stimmung: Muede.

Nachdem uns ja diese Woche eine Horrormeldung nach der anderen ueber die Fussballtickets Ecuador vers. Argentinia erreichte, sei es, dass es keine Tickets mehr gibt, oder dass sie inzwischen bei ueber 40 Dollar liegen, hat sich heute denn alles in Wohlgefallen aufgeloest. Nach der Schule bin ich mit Erik im Taxi zum Estadio Olimpico geduest, um die Verfuegbarkeit der Tickets erneut zu checken. Kaum raus aus dem Taxi, kamen auch schon die ersten Vendedores um uns Tickets anzubieten. Aktueller Preis: 20 Dollar!!!!

(Photo: Erik Corsis)

Super, da gabs dann unsererseits keine Beschwerden mehr und ganz fix hab ich mal 6 Tickets abgestaubt. Seit Tagen ist vor dem Stadion bereits mehr oder weniger Party. Unzaehlige Verkaeufer versuchen saemtliche Sachen in den ecuadorianischen Nationalfarben zu verkaufen - Huete, ECU-Trikots mit dem offiziellen WM 2006 Deutschland-Logo drauf, Ecu-Mannschaftsjacken, Argentinientrickots (aber nur wenige), Armbaender, Fahnen, irgendwie eben alles.

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Auch das Stadion ist inzwischen mit Werbung behangen wie ein Weihnachtsbaum, die Fernsehsender haben sich bereits in Stellung gebracht um morgen das Spiel en vivo zu uebertragen. (Uebertraegt eigentlich jemand in Deutschland? - Interessiert bestimmt keinen...)

(Photo: Jakob Mueller)

Heute abend werd ich mich mal ein wenig frueher in die Heia legen, wir haben das Clubbing gestern abend nachgeholt und waren erst ziemlich spaet zurueck. Ich war mit Nick und Anthony erst im Encuentro, weil da aber nix loswar, sind wir in die naechste Salsabar gezogen und haben dort bis zum bitteren Ende gezappelt. Trotz weniger Stunden Schlaf hab ich heute meinen Test (Avanzado I) mal wieder mit muy bien gemacht, aber das nur am Rande. Aktuell freu ich mich total auf morgen. Leider muessen wir aber schon um 12 am Stadio sein, weil es so voll werden wird. Anstoss ist um 16:00 Uhr (23:00 MESZ). Da werd ich dann wohl morgen mal mein Ecuadortrikot ne Runde ausfuehren - hach das wird bestimmt geil. Fuer Euch, die Ihr aussen vor bleiben muesst, werd ich in den naechsten Tagen dann mal ein paar Fotos online stellen - versprochen. Also, schickt Euch und ciao aus Quito.

02.06.2005 um 14:50 Uhr

Kurzes Haar und zufriedene Friseuse

von: JaMue

Ja also mit dem Clubbing war dann gestern abend wohl doch nichts mehr drin - das werden wir wohl heute nachholen. Hab zwar morgen mein 4. Examen, hab, wenns nich klappt, wenigstens aber ne gute Ausrede.

Dafuer war der Friseur gestern echt ein Erlebnis. Kaum reingekommen in den Laden, drueckte mir die liebe Friseuse gleich erstmal ein Stylingbuch in die Hand. Ich sollte mir daraus einen Style fuer meine Haare aussuchen. Naja, eigentlich sollte sie mir die meinen nur kuerzen, aber gut - ich entschied mich also fuer eine Frisur, die mehr oder weniger meiner Alten nahe kam. Kaum im Sessel sitzend brach allerdings meine liebe Friseuse erstmal ins Schwarmen aus - ¡que lindo ésto pelo rubio! (Wie huebsch, dieses blonde Haar!) Kurz darauf stuerzte auch ihre Kollegin hinzu, um ebenfalls mein Haar zu begutachten. Nach 3 Minuten Bewunderung begann sie dann endlich mit dem kuerzen. Schien also schon ein wenig ungewoehnlich zu sein, mal einen Blonden zu scheren. Ich durfte in der Zwischenzeit ausfuehrlich ueber Deutschland berichten und das was ich vorher gemacht habe, was mir gleich nochmal ein "Que Lindo!" einbrachte. Insgesamt war ich danach sehr zufrieden - die Haare sind jetzt wieder fein kurz. Die liebe Señorita war noch so nett, mir saemtliche Liedtitel aufzuschreiben, die waehrend unserer kleinen Haarschneideaktion liefen - ich kann den Laden nur empfehlen. Also wenn ihr mal in Quito seid zum Haareschneiden: ich hab die Visitenkarte.

Und fuer alle, die wissen wollen, wie das Resultat nun aussah, denen sei jenes Bild von der Schule meiner Niños gegoennt:

(Photo: Niño)

 

01.06.2005 um 15:01 Uhr

Den Halskasper vertrieben...

von: JaMue

Stimmung: besser
Musik: Juanes mit einem seiner nervigen Popsongs

Vorweg : Der Quilotoabericht wurde jetzt mit Photos verschoenert und so an die Beduerfnisse meiner Leser angepasst - also klicken und gucken!

Seit heute hab ich fast wieder meine alte Stimme und das ist total geniel. Ich wusste schon gar nicht mehr, wie sie klingt. Dafuer verabschiedet sich jetzt die Stimme meiner Lehrerin - das Leben ist eben gerecht. Hier in Quito hat sich das Wetter inzwischen irgendwie auf schlecht umgestellt - Sonne gibts nur noch haeppchenweise am Tag, eigentlich dominieren die Wolken und die Schwuele. Was mein Spanisch angeht, so rase ich foermlich durch die Kurse der Sprachschule, morgen bin ich mit Avanzado I durch und dann gibt es nur noch Avanzado II. Waere mir auch das Liebste, den noch naechste Woche zu beenden. Schliesslich soll das dann meine letzte Woche Sprachschule sein, bevors so richtig auf Reisen geht. War aber auf jedsten ne gute Entscheidung, mit der Sprachschule zu beginnen, Englisch sprechen hier ungefaehr so viele, wie in Deutschland Tschechisch. Heute werd ich mir mal noch in einer Peluqeria  die Haare schneiden lassen - ist auch mal wieder dran. Ansonsten gehts heute Abend wohl mal unter der Woche auf die Piste - werd den beiden Londonern Anthony und Nick mal meinen "Stammclub" ;-) Encuentro zeigen - mal schauen, obs dann morgen auch noch fuer die Schule reicht, aber wie sagt man so  schoen: Vamos a ver! Achso, unterdessen quaelt mich die Frage, wieviel Geld mir das Laenderspiel Ecuador vers. Argentinien am Samstag wert sein soll. Karten fuer 20 Dollar gibts nich mehr, aktuell liegen die Schwarzmarktpreise rund um das Estadio Olympico bei 45 Dollar. Naja, ich ueberlass die Entscheidung mal Euch. ;-)) Einfach abstimmen, mal schauen, ob ihr mir helfen koennt. Die Umfrage ist in der Seitenleiste rechts unter "Aktuelle Umfrage". Merci.