Salkantay-Trek - zu Fuss nach Machu Picchu
Stimmung: Die Fuesse haben was getan....
Musik: Jean Paul
So, da sind wir also seit heute wieder in Cuzco und ich kann sagen, wir sind heil! Und: Wir hatten einen geilen Trek. Aber langsam und von vorn. Am Montag klingelte um 4:00 Uhr der Wecker - um 4:30 sollten wir abgeholt werden um zu unserem Ausgangsort nach Mollepata gefahren zu werden.
(Photo: Jakob Mueller)
Morgens halb 5 in Cuzco - Warten auf den Pick-Up-Service
Um 6 schliesslich setzt sich unser Bus in Bewegung und nach 2 Stunden erreichen wir Mollepata. Dort suchen wir uns ein Restaurant und fruehstuecken, waehrend die Traeger und Koeche die Pferde mit Zelten und allem anderen beladen.
(Photo: Jakob Mueller)
Die Pferde werden fuer den Trek fertig gemacht
Um halb zehn setzt sich unser Trek in Bewegung. Zuerst macht sich bei mir bittere Enttaeuschung breit - die Agentur, in der wir den Trel gebucht hatten, hatte uns gesagt, dass in unserer Gruppe maximal 6 bis 8 Leute laufen wuerden - jetzt sind wir zu 14t und es macht eher den Eindruck einer Klassenfahrt, als entspantes Trekking durch die Anden. Sei´s drum, wir kaempfen uns langsam immer hoeher, machen eine ausgedehnte Mittagspause und dei Landschaft ist grossartig. Nach dem Mittag zeigt sich uns endlich der Salkantay. Er ist mit 6.210 Metern der Hausberg Cuzcos und der hoechste der Region. Bisher ist er unbezwungen, jeder, der es bisher versucht hatte, war entweder umgekommen oder musste recht zeitig wieder umdrehen. Wir haben gluecklicherweise (obwohl, koennte interessant sein) keine Besteigung vor, sondern werden lediglich am Dienstag den Salkantay-Pass auf 4.600 Metern ueberqueren.
(Photo: Jakob Mueller)
Der Salkantay (6.210 m) - Namensgeber des Treks
Gegen fuenf erreichen wir am Montag abend unser erstes Lager - es liegt auf einer breiten Talebene auf 3.800 Meter. Die Porter haben bereits die Zelte aufgebaut - es ist schweinekalt. Nach dem Abendbrot fallen wir dann auch recht schnell ins Bett und ich darf mal wieder eine Lobhymne auf meinen Schlafsack singen - trotz Temperaturen unter 0 Grad haelt er mich kuschelig warm - Du bist der Beste, lieber Schlafsack.
(Photo: Jakob Mueller)
Unser erstes Lager unterhalb des Salkantay - Temperaturen unter Null sind an der Nachtordnung
Am naechsten Morgen werden wir um 5 geweckt - noch im Dunkeln gibt es Fruehstueck und um 6 sind wir Abmarschbereit. Der Tag gilt als der Haersteste des Treks, wir muessen rauf auf 4.600 den Pass ueberqueren und dann wieder runter auf 2.800 Meter, wo unser naechstes Lager sein soll. Der Aufstieg mit dem Sonnenaufgang stellt sich als nicht zu hart heraus, die Blicke und die Szenerie rund um uns herum entschaedigt fuer die Strapazen.
(Photo: Ein Hollaender)
Don Jakobo und Matthias auf dem Weg zum Salkantay-Pass
Gegen 11 erreichen wir schliesslich den Pass und damit auch die hoechste Stelle unseres Treks. Danach geht es nur noch bergab.
(Photo: Matthias Wenzel)
Don Jakobo an der hoechsten Stelle des Treks. Der Salkantay-Pass hat 4.600 Meter.
Das heisst allerdings nicht, dass es einfacher wird. Der Abstieg stellt sich als wahre Herausforderung fuer Knie und Fuesse heraus - ich persoenlich finde einen steilen Abstieg grundsaetzlich unangenehmer, als einen strammen Anstieg - wenngleich der mehr Atem kostet. Um eins erreichen wir unsere Mittagsraststelle - das Wetter hat inzwischen in dichten Nebel umgeschlagen. Teilweise reicht dei Sicht nicht weiter als 10 Meter und der Nebel ist so dicht, dass er dem Regen nicht mehr weit entfernt ist. Der Regen setzt dann auch zum Mittag ein und wir steigen nach der Mittagsrast nur noch um Nassen ab. Matthias und ich haben den Turbo eingelegt und erreichen unser naechstes Lager weit vor dem Hauptfeld. Da haben wir uns eine Cerveza Cusqueña auch verdient. Am Abend gibt es noch auf dem Rastplatz ein Lagerfeuer und wir fuehren Deutsch-Hollaendische Gespraeche - achso, da faellt mir ein, ich hab die Mitstreiter gar nicht vorgestellt. Wir waren 2 Deutsche, 5 Hollaender, 2 Chileninnen, eine Daenin, ein Brasilianer, ein Amerikaner und 2 Spanier. Die Hollaender waren eine recht lustige Truppe, zwischen 24 und 26 Jahren alt stand ihnen der Sinn grundsaetzlich nach Party, was uns eigentlich ganz symphatisch war. Am Mittwoch gings dann wieder frueh raus. Den Turbo nach wie vor in den Beinen, bauen sich Matthias und ich einen redlichen Vorsprung auf die Gruppe aus, der es uns genehmigt, eine Weile in heissen Quellen zu baden, die Abseits des Weges liegen. Nachdem wir auf der andern Seite unsere Gruppe haben passieren sehen, machen auch wir uns langsam wieder auf den Weg.
(Photo: Jakob Mueller)
Die heisse Quelle am Wegesrand - nach einem ordentlichen Vorsprung lassen wir uns hier zurueckfallen.
Der Abstecher in die Quellen hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Nach ein paar Tagen ohne richtige Waschmoeglichkeiten kamen die uns schon paradiesisch vor. Zum Mittag erreichen wir einen kleinen Ort, in dem wir nach dem Mittagessen auf Pick-Ups wechseln. Am fruehen Abend kommen wir in Santa Teresa an, unserem vorletzten Lager. Das letzte Mal werden fuer uns die Zelte aufgebaut und das Klima hat sich ebenfalls drastisch geaendert - nach unseren ersten zwei Tagen in kaltem Bergklima herrschen hier im Tal tropische Temperaturen, auch die Vegetation ist bedeutend gruener als dei Tage zuvor. Am Abend reissen wir zusammen mit Holland eine Art Disko in dem kleinen Blechhuettendorf auf. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob es sich um einen Privathaushalt mit Sesseln und einer zu grossen anlage handelt, oder ob der Hinterhof tatsaechlich eine Disko sien soll - egal, wir trinken Cusqueña und tanzen in der Disko, dei eigentlich nur ein mit Wellblechen umgebener Hinterhof ist, in dem ein paar Sessel stehen. Original eben. Am Donnerstag Morgen, also gestern, hat unser Guide Ronny vorgeschlagen, um 4:30 oder 5 Uhr loszuziehen. Wir muessen mit einer kleinen Gondel einen Fluss ueberqueren. In die Gondel passen jeweils nur 2 Personen und wir wollen die Flussueberquerung vor anderen Trekkinggruppen erreichen. Die letzten Mal ehatte Guide Ronny wohl bis zu 4 oder 5 Stunden warten muessen, bis letztendlich seine komplette Truppe ueber den Fluss war - ist halt ganz schoen was los auf dem Trek in der Hauptsaison.
(Photo: Jakob Mueller)
Die Seilbahn ueber den Fluss bei Santa Teresa - ein Mann und zwei Rucksaecke oder eben zwei Mann und kein Rucksack - klein aber praktisch.
Wir ueberqueren den Fluss um halb 6 und nehmen auf der anderen Seite unser Fruehstueck zu uns. Der Hauptteil des Treks ist hier eigentlich schon vorbei. Von hieraus besteht die Moeglichkeit, einen Truck bis zur Eisenbahnstrecke zu nehmen, von der aus wir dann mit dem Zug weiterfahren in Richtung Aguas Calientes, dem kleinen Dorf am Fusse von Machu Picchu.
(Photo: Jakob Mueller)
Kleine Verkaeuferin
Um den Spass nicht zu kurz zu gestalten, entscheiden wir uns, wie der Grossteil unserer Gruppe, gegen den Truck und fuer den Fussmarsch. Dank unseres fruehen Starts erreichen wir den Bahnhof bereits am Vormittag gegen 10. Der Zug von dort aus faehrt einmal am Tag und heute soll er um 15:20 Uhr fahren - 5 Stunden Warten, wenn´s sonst nix ist. Zeit ist hier, genauso wie in den anderen Teilen Suedamerikas, dei ich bisher gesehen habe, eher relativ - ob man 3 oder 5 Stunden wartet ist eiegntlich egal - das Leben, so hab ich manchmal den Eindruck, besteht hier unten ohnehin fast nur aus Warten und da alle tranquilo sind, macht auch keiner Stress, wenn´s mal ne Stunde laenger dauert.
(Photo: Jakob Mueller)
Warten auf den Zug - was sind schon 5 Stunden???
Wir nutzen die Zeit um im naechsten Restaurant ein Deutsch-Hollaendisches Poker-Cusquña-Turnier in Kombination zu fahren. In fuenf Stunden geht so Einiges weg und wir sind um 3 froh, dass wir nicht mehr laufen muessen.
(Photo: Jakob Mueller)
Nagut, man kann auch besser warten.
Die Zugfahrt erweist sich als alles andere als bequem. Nachdem wir zunaechst Plaetze haben, werden wir von anderen Menschen von ebendengleichen vertrieben, da sie Platznummern haben. Schoen, dass unsere Agentur auch so clever war, uns Plaetze zu besorgen. Am Ende sitze ich zwischen Bananensaecken, Rucksaecken und vielen Fuessen vor der Toilette auf dem Fussboden - Dreck - was ist das schon?! Nach 2 Stunden kommen wir endlich in Aguas Calientes an. Es ist das wohl touristischste Nest Suedamerikas - mit Preisen, selbstverstaendlich, wie in Europa. Unglaublich was hier fuer ine Schmott gemacht wird mit dem Tourismus.
(Photo: Jakob Mueller)
Ankunft in Aguas Calientes
Schoen ist das Dorf nicht und es gibt auch hier natuerlich merh Touristen als Einheimische. Hach, muss das herrlcih ruhig hier gewesen sein zu Inca-Zeiten. Wir stuerzen uns noch am Abend in die nahegelegenen heissen Quellen und chillen dort bis zum Abendessen. Unser Hostal ist leider keines der Guten, was dummerweise nicht damit zusammenhaengt, dass wir nicht genug gezahlt haetten. Allerdings kommt von unseren Spaniern der freundliche Hinweis, nicht in der vorhandenen Bettwaesche zu uebernachten, weil Floehe und anderes Ungeziefer sich sichtlich wohl unter den Decken fuehlen. Ich entscheide mich also einmal mehr fuer Freund Schlafsack. Heute Morgen war dann erneut verdammt fruehes Wecken angesagt. Wir wollten den Sonnenaufgang ueber Machu Picchu sehen, deshlab klingelte der Wecker bereits um 3:50 Uhr. Der Aufstieg von Aguas Calientes dauert circa 1 Stunde, je nach Kondition. Es geht von 2.000 auf knapp 2.400 Meter rauf, wo die alte Incastadt liegt.
(Photo: Jakob Mueller)
Morgendliches Treppentraining - allerdings mit besonderem Ziel - Sonnenaufgang ueber Machu Picchu
Im Dunkel beginnen wir mit dem Aufstieg, es geht ueber unzaehlige Stufen immer weiter hoch und nach einer Stunde, der Morgen graut bereits, erreichen wir den Eingang zu Machu Picchu. Halb 7 schliesslich sind wir drin und haben uns einen guten Platz fuer den Sonnenaufgang gesucht. Es ist herrlich, Machu Picchu, dass ich bisher nur von Fotos kannte, mit eigenen Augen zu sehen. Wahnsinn!!! Das einzige, was die Schoenheit dieser Plateau-Stadt stoert, sind die Hundertschaften an Toursten, die bereits um 7 durch die Ruinen draengen.
(Photo: Matthias Wenzel)
Jaaaaa, Don Jakobo vor Machu Picchu
Wir bekommen von Ronny eine Tour durch die Stadt und haben dann gar nicht mehr soviel Zeit. Obwohl wir eiegntlich erst um 3 zurueck nach Cuzco fahren sollten, hat uns die Agentur Zug-Tickets fuer um halb 12 geschickt - super.
(Photo: Jakob Mueller)
Falke, der wohl zum Inventar Machu Picchus gehoert
(Photo: Jakob Mueller)
Und nochmal - die Ruinen - Freunde, es gibt bedeutend mehr Fotos, freut Euch auf meine Dias!
Trotzdem haben wir ungefaehr 3 Stunden Zeit, uns zwischen den rund 600 Jahre alten Ruinen rumzudruecken. Kaum zu glauben, dass diese Stadt erst 1911 entdeckt wurde, und die Spanier keinen Blassen von der Existenz Machu Piucchus hatten. Nachdem wir uns ausreichend sattgesehen haben, entscheiden wir uns erneut fuer einen Fussmarsch nach unten. Der Wucher, der hier mit Bustickets betrieben wird, kann nicht unterstuetzt werden - sie verlangen 6 Dollar fuer eine 20 minuetige Fahrt - das duerfte so ziemlich der teuerste Busride Suedamerikas sein. Aber was will man sagen, wenn der Preis fuer ein Wasser am Eingang bereits bei 700 Prozent dessn liegt, was das Wasser 400 Meter weiter unten kostet..... Am Mittag nehmen wir also unseren Zug und machen uns wieder auf dei "Heimreise" nach Cuzco. Den letzten Teil der Strecke legen wir im Bus zuruek und wir kommen am Nachmittag in Cuzco an. Noch bevor Dusche und Hostal anstehen, gilt es den Hunger zu stillen - feine Pasta gibt es, was sonst ;-) Im Hostel gabs dann erstmla noch eine feine heisse Dusche und fuehlt man sich doch auch gleich wieder wie neu geboren. Die Fuesse muessen sich noch ein wenig erholen, aber das wird schon. Im Grossen und Ganzen kann ich sagen, der Trek war schoen, aber leider nicht genial. Zum einen waren mir da zuviele Menschen unterwegs - wenn man auf ander Gruppen stiess, kam es durchaus vor, dass sich bis zu 100 Leute auf einem Abstand von einem Kilometer Trek gedraengelt haben, zum anderen haette es ein bisschen mehr Laufen sein koennen. Aber gut, Prei und Leistung haben gestimmt und es war nunmal kein Cotopaxi. Dafuer gabs am Ende Machu Picchu - und das ist auch ziemlich geil!
im Bett fest. Ausserdem nahm das Packen dann wieder viel Zeit in Anspruch, weshalb wir erst um 11 aus dem Hostel kamen. HInzu kommt, dass ich noch zur Bank musste, wir noch unsere Bustickets kaufen mussten und ich mal wieder nach einer neuen Sonenbrille suchen muss, weil ich meine gestern (por supuesto!) im Nationalpark verloren hab. Heute Nacht geht es dann wieder raus aus dieser beeindruckenden Landschaft und runter an die Kueste - naechstes Ziel ist Lima, dass wir voraussichtlich morgen frueh gegeb 8 erreichen werden. Also, hoffe in Lima dann wieder mit Fotos arbeiten zu koennen. Freunde , lasst mal was von euch hoeren, ciao aus Huaraz sagt euer Don Jakobo!