Südamerika-News von Jakob

29.07.2005 um 19:04 Uhr

Salkantay-Trek - zu Fuss nach Machu Picchu

von: JaMue

Stimmung: Die Fuesse haben was getan....
Musik: Jean Paul

So, da sind wir also seit heute wieder in Cuzco und ich kann sagen, wir sind heil! Und: Wir hatten einen geilen Trek. Aber langsam und von vorn. Am Montag klingelte um 4:00 Uhr der Wecker - um 4:30 sollten wir abgeholt werden um zu unserem Ausgangsort nach Mollepata gefahren zu werden.

(Photo: Jakob Mueller)

Morgens halb 5 in Cuzco - Warten auf den Pick-Up-Service

Um 6 schliesslich setzt sich unser Bus in Bewegung und nach 2 Stunden erreichen wir Mollepata. Dort suchen wir uns ein Restaurant und fruehstuecken, waehrend die Traeger und Koeche die Pferde mit Zelten und allem anderen beladen.

(Photo: Jakob Mueller)

Die Pferde werden fuer den Trek fertig gemacht

Um halb zehn setzt sich unser Trek in Bewegung. Zuerst macht sich bei mir bittere Enttaeuschung breit - die Agentur, in der wir den Trel gebucht hatten, hatte uns gesagt, dass in unserer Gruppe maximal 6 bis 8 Leute laufen wuerden - jetzt sind wir zu 14t und es macht eher den Eindruck einer Klassenfahrt, als entspantes Trekking durch die Anden. Sei´s drum, wir kaempfen uns langsam immer hoeher, machen eine ausgedehnte Mittagspause und dei Landschaft ist grossartig. Nach dem Mittag zeigt sich uns endlich der Salkantay. Er ist mit 6.210 Metern der Hausberg Cuzcos und der hoechste der Region. Bisher ist er unbezwungen, jeder, der es bisher versucht hatte, war entweder umgekommen oder musste recht zeitig wieder umdrehen. Wir haben gluecklicherweise (obwohl, koennte interessant sein) keine Besteigung vor, sondern werden lediglich am Dienstag den Salkantay-Pass auf 4.600 Metern ueberqueren.

(Photo: Jakob Mueller)

Der Salkantay (6.210 m) - Namensgeber des Treks

Gegen fuenf erreichen wir am Montag abend unser erstes Lager - es liegt auf einer breiten Talebene auf 3.800 Meter. Die Porter haben bereits die Zelte aufgebaut - es ist schweinekalt. Nach dem Abendbrot fallen wir dann auch recht schnell ins Bett und ich darf mal wieder eine Lobhymne auf meinen Schlafsack singen - trotz Temperaturen unter 0 Grad haelt er mich kuschelig warm - Du bist der Beste, lieber Schlafsack.

(Photo: Jakob Mueller)

Unser erstes Lager unterhalb des Salkantay - Temperaturen unter Null sind an der Nachtordnung

Am naechsten Morgen werden wir um 5 geweckt - noch im Dunkeln gibt es Fruehstueck und um 6 sind wir Abmarschbereit. Der Tag gilt als der Haersteste des Treks, wir muessen rauf auf 4.600 den Pass ueberqueren und dann wieder runter auf 2.800 Meter, wo unser naechstes Lager sein soll. Der Aufstieg mit dem Sonnenaufgang stellt sich als nicht zu hart heraus, die Blicke und die Szenerie rund um uns herum entschaedigt fuer die Strapazen.

(Photo: Ein Hollaender)

Don Jakobo und Matthias auf dem Weg zum Salkantay-Pass

Gegen 11 erreichen wir schliesslich den Pass und damit auch die hoechste Stelle unseres Treks. Danach geht es nur noch bergab.

(Photo: Matthias Wenzel)

Don Jakobo an der hoechsten Stelle des Treks. Der Salkantay-Pass hat 4.600 Meter.

Das heisst allerdings nicht, dass es einfacher wird. Der Abstieg stellt sich als wahre Herausforderung fuer Knie und Fuesse heraus - ich persoenlich finde einen steilen Abstieg grundsaetzlich unangenehmer, als einen strammen Anstieg - wenngleich der mehr Atem kostet. Um eins erreichen wir unsere Mittagsraststelle - das Wetter hat inzwischen in dichten Nebel umgeschlagen. Teilweise reicht dei Sicht nicht weiter als 10 Meter und der Nebel ist so dicht, dass er dem Regen nicht mehr weit entfernt ist. Der Regen setzt dann auch zum Mittag ein und wir steigen nach der Mittagsrast nur noch um Nassen ab. Matthias und ich haben den Turbo eingelegt und erreichen unser naechstes Lager weit vor dem Hauptfeld. Da haben wir uns eine Cerveza Cusqueña auch verdient. Am Abend gibt es noch auf dem Rastplatz ein Lagerfeuer und wir fuehren Deutsch-Hollaendische Gespraeche - achso, da faellt mir ein, ich hab die Mitstreiter gar nicht vorgestellt. Wir waren 2 Deutsche, 5 Hollaender, 2 Chileninnen, eine Daenin, ein Brasilianer, ein Amerikaner und 2 Spanier. Die Hollaender waren eine recht lustige Truppe, zwischen 24 und 26 Jahren alt stand ihnen der Sinn grundsaetzlich nach Party, was uns eigentlich ganz symphatisch war. Am Mittwoch gings dann wieder frueh raus. Den Turbo nach wie vor in den Beinen, bauen sich Matthias und ich einen redlichen Vorsprung auf die Gruppe aus, der es uns genehmigt, eine Weile in heissen Quellen zu baden, die Abseits des Weges liegen. Nachdem wir auf der andern Seite unsere Gruppe haben passieren sehen, machen auch wir uns langsam wieder auf den Weg.

(Photo: Jakob Mueller)

Die heisse Quelle am Wegesrand - nach einem ordentlichen Vorsprung lassen wir uns hier zurueckfallen.

Der Abstecher in die Quellen hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Nach ein paar Tagen ohne richtige Waschmoeglichkeiten kamen die uns schon paradiesisch vor. Zum Mittag erreichen wir einen kleinen Ort, in dem wir nach dem Mittagessen auf Pick-Ups wechseln. Am fruehen Abend kommen wir in Santa Teresa an, unserem vorletzten Lager. Das letzte Mal werden fuer uns die Zelte aufgebaut und das Klima hat sich ebenfalls drastisch geaendert - nach unseren ersten zwei Tagen in kaltem Bergklima herrschen hier im Tal tropische Temperaturen, auch die Vegetation ist bedeutend gruener als dei Tage zuvor. Am Abend reissen wir zusammen mit Holland eine Art Disko in dem kleinen Blechhuettendorf auf. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob es sich um einen Privathaushalt mit Sesseln und einer zu grossen anlage handelt, oder ob der Hinterhof tatsaechlich eine Disko sien soll - egal, wir trinken Cusqueña und tanzen in der Disko, dei eigentlich nur ein mit Wellblechen umgebener Hinterhof ist, in dem ein paar Sessel stehen. Original eben. Am Donnerstag Morgen, also gestern, hat unser Guide Ronny vorgeschlagen, um 4:30 oder 5 Uhr loszuziehen. Wir muessen mit einer kleinen Gondel einen Fluss ueberqueren. In die Gondel passen jeweils nur 2 Personen und wir wollen die Flussueberquerung vor anderen Trekkinggruppen erreichen. Die letzten Mal ehatte Guide Ronny wohl bis zu 4 oder 5 Stunden warten muessen, bis letztendlich seine komplette Truppe ueber den Fluss war - ist halt ganz schoen was los auf dem Trek in der Hauptsaison.

(Photo: Jakob Mueller)

Die Seilbahn ueber den Fluss bei Santa Teresa - ein Mann und zwei Rucksaecke oder eben zwei Mann und kein Rucksack - klein aber praktisch.

Wir ueberqueren den Fluss um halb 6 und nehmen auf der anderen Seite unser Fruehstueck zu uns. Der Hauptteil des Treks ist hier eigentlich schon vorbei. Von hieraus besteht die Moeglichkeit, einen Truck bis zur Eisenbahnstrecke zu nehmen, von der aus wir dann mit dem Zug weiterfahren in Richtung Aguas Calientes, dem kleinen Dorf am Fusse von Machu Picchu.

(Photo: Jakob Mueller)

Kleine Verkaeuferin

Um den Spass nicht zu kurz zu gestalten, entscheiden wir uns, wie der Grossteil unserer Gruppe, gegen den Truck und fuer den Fussmarsch. Dank unseres fruehen Starts erreichen wir den Bahnhof bereits am Vormittag gegen 10. Der Zug von dort aus faehrt einmal am Tag und heute soll er um 15:20 Uhr fahren - 5 Stunden Warten, wenn´s sonst nix ist. Zeit ist hier, genauso wie in den anderen Teilen Suedamerikas, dei ich bisher gesehen habe, eher relativ - ob man 3 oder 5 Stunden wartet ist eiegntlich egal - das Leben, so hab ich manchmal den Eindruck, besteht hier unten ohnehin fast nur aus Warten und da alle tranquilo sind, macht auch keiner Stress, wenn´s mal ne Stunde laenger dauert.

(Photo: Jakob Mueller)

Warten auf den Zug - was sind schon 5 Stunden???

Wir nutzen die Zeit um im naechsten Restaurant ein Deutsch-Hollaendisches Poker-Cusquña-Turnier in Kombination zu fahren. In fuenf Stunden geht so Einiges weg und wir sind um 3 froh, dass wir nicht mehr laufen muessen.

(Photo: Jakob Mueller)

Nagut, man kann auch besser warten.

Die Zugfahrt erweist sich als alles andere als bequem. Nachdem wir zunaechst Plaetze haben, werden wir von anderen Menschen von ebendengleichen vertrieben, da sie Platznummern haben. Schoen, dass unsere Agentur auch so clever war, uns Plaetze zu besorgen. Am Ende sitze ich zwischen Bananensaecken, Rucksaecken und vielen Fuessen vor der Toilette auf dem Fussboden - Dreck - was ist das schon?! Nach 2 Stunden kommen wir endlich in Aguas Calientes an. Es ist das wohl touristischste Nest Suedamerikas - mit Preisen, selbstverstaendlich, wie in Europa. Unglaublich was hier fuer ine Schmott gemacht wird mit dem Tourismus.

(Photo: Jakob Mueller)

Ankunft in Aguas Calientes

Schoen ist das Dorf nicht und es gibt auch hier natuerlich merh Touristen als Einheimische. Hach, muss das herrlcih ruhig hier gewesen sein zu Inca-Zeiten. Wir stuerzen uns noch am Abend in die nahegelegenen heissen Quellen und chillen dort bis zum Abendessen. Unser Hostal ist leider keines der Guten, was dummerweise nicht damit zusammenhaengt, dass wir nicht genug gezahlt haetten. Allerdings kommt von unseren Spaniern der freundliche Hinweis, nicht in der vorhandenen Bettwaesche zu uebernachten, weil Floehe und anderes Ungeziefer sich sichtlich wohl unter den Decken fuehlen. Ich entscheide mich also einmal mehr fuer Freund Schlafsack. Heute Morgen war dann erneut verdammt fruehes Wecken angesagt. Wir wollten den Sonnenaufgang ueber Machu Picchu sehen, deshlab klingelte der Wecker bereits um 3:50 Uhr. Der Aufstieg von Aguas Calientes dauert circa 1 Stunde, je nach Kondition. Es geht von 2.000 auf knapp 2.400 Meter rauf, wo die alte Incastadt liegt.

(Photo: Jakob Mueller)

Morgendliches Treppentraining - allerdings mit besonderem Ziel - Sonnenaufgang ueber Machu Picchu

Im Dunkel beginnen wir mit dem Aufstieg, es geht ueber unzaehlige Stufen immer weiter hoch und nach einer Stunde, der Morgen graut bereits, erreichen wir den Eingang zu Machu Picchu. Halb 7 schliesslich sind wir drin und haben uns einen guten Platz fuer den Sonnenaufgang gesucht. Es ist herrlich, Machu Picchu, dass ich bisher nur von Fotos kannte, mit eigenen Augen zu sehen. Wahnsinn!!! Das einzige, was die Schoenheit dieser Plateau-Stadt stoert, sind die Hundertschaften an Toursten, die bereits um 7 durch die Ruinen draengen.

(Photo: Matthias Wenzel)

Jaaaaa, Don Jakobo vor Machu Picchu

Wir bekommen von Ronny eine Tour durch die Stadt und haben dann gar nicht mehr soviel Zeit. Obwohl wir eiegntlich erst um 3 zurueck nach Cuzco fahren sollten, hat uns die Agentur Zug-Tickets fuer um halb 12 geschickt - super.

(Photo: Jakob Mueller)

Falke, der wohl zum Inventar Machu Picchus gehoert

(Photo: Jakob Mueller)

Und nochmal - die Ruinen - Freunde, es gibt bedeutend mehr Fotos, freut Euch auf meine Dias!

Trotzdem haben wir ungefaehr 3 Stunden Zeit, uns zwischen den rund 600 Jahre alten Ruinen rumzudruecken. Kaum zu glauben, dass diese Stadt erst 1911 entdeckt wurde, und die Spanier keinen Blassen von der Existenz Machu Piucchus hatten. Nachdem wir uns ausreichend sattgesehen haben, entscheiden wir uns erneut fuer einen Fussmarsch nach unten. Der Wucher, der hier mit Bustickets betrieben wird, kann nicht unterstuetzt werden - sie verlangen 6 Dollar fuer eine 20 minuetige Fahrt - das duerfte so ziemlich der teuerste Busride Suedamerikas sein. Aber was will man sagen, wenn der Preis fuer ein Wasser am Eingang bereits bei 700 Prozent dessn liegt, was das Wasser 400 Meter weiter unten kostet..... Am Mittag nehmen wir also unseren Zug und machen uns wieder auf dei "Heimreise" nach Cuzco. Den letzten Teil der Strecke legen wir im Bus zuruek und wir kommen am Nachmittag in Cuzco an. Noch bevor Dusche und Hostal anstehen, gilt es den Hunger  zu stillen - feine Pasta gibt es, was sonst ;-) Im Hostel gabs dann erstmla noch eine feine heisse Dusche und fuehlt man sich doch auch gleich wieder wie neu geboren. Die Fuesse muessen sich noch ein wenig erholen, aber das wird schon. Im Grossen und Ganzen kann ich sagen, der Trek war schoen, aber leider nicht genial. Zum einen waren mir da zuviele Menschen unterwegs - wenn man auf ander Gruppen stiess, kam es durchaus vor, dass sich bis zu 100 Leute auf einem Abstand von einem Kilometer Trek gedraengelt haben, zum anderen haette es ein bisschen mehr Laufen sein koennen. Aber gut, Prei und Leistung haben gestimmt und es war nunmal kein Cotopaxi. Dafuer gabs am Ende Machu Picchu - und das ist auch ziemlich geil!

24.07.2005 um 19:54 Uhr

La vida loca en Cusco

von: JaMue

Stimmung: Champions!!!!!!!

Seit Donnerstag sind wir also in Cuzco und sind dabei uns mehr oder weniger zu aklimatisieren. Freitag stand nicht viel auf dem Programm, ausser dass wir uns natuerlich die Stadt angeschaut haben. Cuzco, wie gesagt Freunde, ist eine wunderschoene Stadt und warum sollte ich erzaehlen, wenn Ihr auch guggen koennt, deshlab hier ein paar visuelle Eindruecke.

Das ist der Blick von unserer Hostelterasse auf die Plaza de Armas, den Hauptplatz Cuzcos

Auch die Cusqueסos geniessen die warmen Sonnenstrahlen auf der Plaza - nachts gehen die Temperaturen hier auf bis zu 0 Grad runter

Eingang zu einem der kolonialen Haeuser in der Stadt

Das ist Don Jakobo vor dem legendaeren 12-kantigen Stein

Sie ist eine von hunderten Strassenverkaeufern, die in Cuzco versuchen alles von Postkarten ueber Suessigkeiten bis hin zu Malereien an den Touristen zu bringen - das Kind ist dabei immer mit bei der Arbeit.

Das bescheidene Gebaeude der Banco de Credito

Ein weniger touristisches Viertel in Cuzco - hier trauen sich auch kaum mehr Gringos her - die Sicherheitshinweise von Einheimischen nehmen ausserdem zu - also Bild gemacht und die Kamera wieder unter die Jacke

Markthallen in oben besagtem Viertel

Die Plaza de Armas in ihrer vollen Pracht - links seht Ihr die Kathedrale

Und das ist unser taeglich Treppchen auf dem Weg zu unserem Hostel, dass einen fantastischen Blick ueber die Stadt bietet

Am Samstag hat Freund Matthias erstmal wieder sein Spanisch auffrischen wollen und hat sich 4 Stunden 1-zu-1-Unterricht in einer Sprachschule um die Ecke gegoennt. Ich hab die Zeit genutzt und habe mich fuer den Trek mit vielen Diafilmen, einer neuen Sonnenbrille und einem neuen Haarschnitt eingedeckt - das letzte Mal hatte mein Pelo ja in Quito den Friseur gesehen - war also mal wieder dran. Wenngleich der Frieseurbesuch hier bedeutend unspektakulaerer war, weil die Friseusen es eben hier gewohnt sind, auch mal blonde Gringitos zu scheren. Am Abend hab ich mich dann mit einer alten Bekannten aus Ecuador getroffen, Yat habe ich im Mai in Puerto Lopez kennengelernt und sie ist seit Wochen in Cuzco, macht hier Volontary Work. Also blieb ein Treffen nicht aus, spaeter ist auch Matthias dazugestossen und wir waren dann noch mit ihren Freundinnen beim Mexikaner. Den Abend haben dann Matthias und ich nach mehreren Bars mit einer Flasche Rotwein in einer ganz chilligen Bar beendet, fuer heute stand schliesslich ein grosser Tag an - Fussball!!! Wir hatten vor ein paar Tagen die Idee, hier ein Match zu besuchen und wie sich herausstellte, handelte es sich diesen Sonntag dazu auch noch um das Finale in der ersten Liga - Lima gegen Cuzco. Eins vorweg: Cuzco hat die Meisterschaft heute klargemacht und das war auch gut so. Die Tickets hatten wir uns bereits vorgestern besorgt - bevor die Preise so richtig in die Hoehe gingen. Um zwoelf ging es also mit dem Taxi in Richtung Estadio und dort war die Kacke schon gehoerig am Dampfen, wenn ich das mal so sagen darf. Wir konnten uns gluecklich schaetzen, dass wir uns fuer die teure Westseite entschieden hatten und nicht in den Kurven sassen, da dort die Schlangen schier endlos schienen und das Gedraengel und Gedruecke auch auf kein angenehmes Warten schliessen liess. Wir kamen also ohne Probleme rein, ein Peruaner winkte uns zu sich und hatte fuer uns im gedraengten Stadion doch glatt noch zwei Plaetze. Okay, dafuer wollte er dann auch einen Sol haben, aber das waren die Plaetze durchaus wert. Aber lassen wir doch wieder einmal emotionale Fotos zu einem langweiligen Fussballspiel sprechen, dass aber im Ausgang wenigstens Grund zum Feiern gab - 2:0 hat Cuzco gewonnen und ist damit peruanischer Meister - Gratulle, auch von uns dazu.

Nachdem wir uns mit der dazugehoerigen Fankleidung eingedeckt hatten, stuermten wir in Richtung Eingang

Viele Stunden vor Spielbeginn ist das Stadion bereits rappelvoll - man beachte die Beine, die von oben in den Eingang haengen

Die Party beginnt und die Fans geben mehr als ihre Mannschaft auf dem Feld - ein solches Geholze hab ich noch nie gesehen, allein in den ersten 5 Minuten muss das Spiel 3 Mal unterbrochen werden, weil es Verletzte gibt - gute Schauspieler sind die Jungs obendrein auch noch

In den Kurven schlagen die emotionalen Wellen noch ein wenig hoeher

Und wir???? - Mittendrin statt nur dabei - claro que sם!

Nach dem Spiel werden auf den Strassen natuerlich die Meisterklamotten verkauft - ein Glueck, dass es geklappt hat. Wir haben uns zu Fuss in Richtung Zentrum aufgemacht, um dort endlich ein Cerveza trinken zu koennen - im Stadio herrschte strenges Alkoholverbot - das erste Mal fuer mich in einem lateinamerikanischen Stadion ohne Bier - auch das geht. Und es ist sogar sicherer so, weil in anderen Stadien Bierflaschen allzuhaeufig als Wurfgeschosse missbraucht werden und die Situation in den unteren Raengen dadurch eher ungemuetlich werden kann. Aber gut, wir haben in der naechsten Tienda ein Six-Pack gekauft und dann die letzten Sonnenstrahlen auf einer Plaza genossen und uns als Champions gefeiert - Prost!

Nach dem Bierchen mussten wir dann noch unsere Trekkingtour fuer morgen klar machen - weniger als 12 Stunden vorher gebucht - tranquilo, auch das geht. Morgen frueh werden wir also um 4:30 Uhr Cuzco verlassen und mit einem Bus an unseren Trekkingausgangsort gekarrt und dann heisst es bis Freitag laufen, laufen, laufen - schneebedeckte Berge, Paesse ueber 4.000 Metern und heisse Quellen erwarten uns, und dann ist da ja das nicht ganz unspektakulaere Ziel: Machu Picchu. Dranbleiben, Freunde, ab Samstag wieder hier, in ihrem Jakob Mueller Fernsehen ;-) - wenn Sie moegen!

21.07.2005 um 19:56 Uhr

12 Stunden ja ja....

von: JaMue

Stimmung: Muede
Musik: US-Weisen in Sprechgesang

Gestern Abend haben wir zufaelligerweise in Nasca nocheinmal die beiden Schwedinnen getroffen und sind dann mit ihnen noch zu Abend essen gegangen - italienisch stand mal wieder auf dem Programm. Kurz vor zehn haben sich dann Matthias und ich von Monica, Teresa und Neil verabschiedet und haben uns auf dem Weg zum Bus gemacht.

(Photo: Jakob Mueller)

Monica (Schweden), Neil (GB) und Teresa (Schweden) in unserem Hostal Posada Guadelupe

12 Stunden waren fuer den Nachtritt von Nasca rauf in die Anden auf 3.300 Meter nach Cuzco veranschlagt - gut, also ankommen um halb 11. Der Bus von Flores liess leider sehr an Komfort zu wuenschen uebrig - bisher hatte ich mit peruanischen Bussen lediglich gute Erfahrungen gemacht, mit Flores ging das offenbar aber nicht. Nicht nur, dass ein bestialischer Geruch sich von der Toilette im gesamten Bus breit machte, auch der Sitzabstand war einmal mehr auf Suedamerikaner eingestellt. Die ganze Nacht mit den Knien den Vordersitz beruehren - es gibt Bequemeres. Gegen neun haben wir an einer ziemlich originalen Raste am Strassenrand halt gemacht, um fuer 10 Minuten Pause zu machen.

(Photo: Jakob Mueller)

Fast wie eine deutsche Autobahnraststaette - Fastfood ueber dem Lagerfeuer

(Photo: Jakob Mueller)

Die Toilette auf der Raste.

Nach dieser Pause schlaengelten wir uns weiter auf der duennen Strasse in die Anden rein , bis unser Bus zum Stopp gezwungen wurde.

(Photo: Jakob Mueller)

Bauarbeiten an einer Bruecke brachten den gesamten Verkehr zum erliegen. Um halb 11 (da sollten wir eigentlich schon in Cuzco sein) erreichten wir die Stelle. Die Strasse wird ab viertel 11 gesperrt. Da fragt man sich doch, warum der Busfahrer vorher noch eine Pause einlegt, wenn wir dann bis 12 Uhr an dieser Stelle mitten in den Bergen darauf warten muessen, dass wir passieren duerfen. Eine viertel Stunde eher und wir haetten ohne Weiteres weiterfahren koennen, aber nein, so standen also als naechstes 1einhalb Stunden Warterei auf der Andenstrasse an. Die Sonne burnte ganz gut auf dieser Hoehe, der Bus war ueber Nacht so hochgeheizt worden, dass man auch davon schon verschwitzt war und die Sandfliegen mit ihren laestigen bissen machten das Warten nicht gerade zum Genuss. Aber was will man machen, man ist nunmal in Suedamerika und da stoeren solche Sachen kaum jemanden, alles tranquilo und relajado - wa macht schon die ein oder andere Stunde mehr.

(Photo: suesse Peruanerin)

Matthias und ich beim Warten auf die Weiterfahrt

Also fanden auch wir uns mit unserem Schicksal ab und kauften von einer Strassenverkaeuferin eine Papa llena - eine gefuellte Kartoffel und dachten nicht weiter an die Verzoegerung. Um 12 konnte der Verkehr dann endlich die Stelle passieren und um 14:30 (!!!!) Uhr erreichten wir nach 16 Stunden Busfahrt auf ein paar hundert Kilometer - okay und ein paar tausend Hoehenmeter. In Cuzco haben wir uns dann schnellstmoeglich ein Hostal genommen, nicht ohne waehrend des Aufstiegs zu unserem Hostel bereits die Hoehe in der Lunge zu bemerken. Am spaeten Nachtmittag war dann auch nicht mehr viel drin - ein Italiener und ein Agenturbesuch, um Trekkingmoeglichkeiten auszuchecken. Momentan sieht es so aus, dass wir am Montag frueh zum trekken starten wollen und in 5 Tagen bis Machu Picchu laufen wollen. Das haengt aber noch ein bissl von unserer Akklimatisierung ab - ich bin da aber optimistisch.

Cuzco ist uebrigens eine der schoensten Staedte, auf dem ersten Blick, die ich bisher in Peru gesehen habe, wenngleich auch verdammt touristisch - hier gibts merh Gringitos als Einheimische - una mierda mit dieser Hochsaison. Fuer Fotos war ich aber heuet zu muede - in den naechsten Tagen gibts von der ehemaligen Hauptstadt des Incareichs ein paar Bilder fuer Euch. Dranbleiben!

20.07.2005 um 19:16 Uhr

Suechtig und abgehoben...

von: JaMue

Stimmung: Chevere!!!

Sandboarding und Buggyfahren haben mich in Huacachina so dermassen suechtig gemacht, dass ich die Tour trotz eines unangenehmen Sturzes bem Sandboarden auf der NAchmittagstour nocheinmal gestern Morgen unternommen hatte. Am Nachmittag hatte ich Full-Speed im Schuss die Duene gerockt und kurz vor Ende die Kontrolle ueber das Board veloren - Ueberschlaege ohne Ende und ungluecklicherweise Erstkontakt Kopf - mein Hals dankt es mir jetzt noch und er fuehlt sich an wie ganz boeses Muskelkater. Aber bueno, nachdem ich mich ein wenig vom Sturz erholt hatte, gings wieder aufs Brett, claro que si, und gestern Morgen bin ich dann im Wuestensand auch Sturzfrei geblieben. Allerdings hatte meine gerade erst in Lima gekaufte Sonnenbrille den Sturz nicht ueberlebt - seufz, jetzt such ich schon wieder nach ner Neuen!

(Photo: Jakob Mueller)

Aus dem Leben einer Sandboarderbrille

Bueno, wir (das sind Matthias und ich, siehe vorhergehender Bericht) sind dann nach meinem dritten und letzten Wuestenritt mit zwei Schwedinnen noch auf ein Almuerzo gegangen und hatten eigentlich geplant, am Mittag nach Nasca zu gehen. Allerdings konnten wir uns von relajado Huacachina kaum trennen, tranken mit den Maedels noch die ein oder andere Cervecita und haben uns dann letztendnlich am spaeten Nachmittag auf den Weg gemacht. Mathhias hat grad die gleiche Route wie ich auf dem Programm, deshalb sind wir jetzt erstmal bis auf Weiteres am Zusammenreisen. Abends in Nasca eingeritten, haben wir einige Agenturen abgeklappert, um uns ueber Flugpreise ueber die Nasca-Linien zu informieren. Weil die Agenturen im Ort allerdings alle ordentlich Kohle machen wollen, entschieden wir uns, keinen Flug in der Stadt zu kaufen, sondern am naechsten MOrgen es am Flughafen zu probieren. Heute Morgen sind wir dann zum Flugplatz und es gingen harte, aber am Ende erfolgreiche, Verhandlungen mit verschiedenen Companien los. Die meisten Touristen zahlen hier zwischen 50 und 75 Bugs (Dollar) fuer den Flug in ner Streichholzschachtel ueber die Linien - da ich aber Quiteno bin und verhandle wie ein Peruaner war am Ende der Flug fuer 45 drin plus Transport Stadt/Airport/Stadt. Nach ewiger Warterei sind wir dann um halb zwei endlich in die Luft gegangen.

(Photo: Jakob Mueller)

Unsere Cessna Cinturon auf dem Weg zum Start.

(Photo: Matthias Wenzel)

Copilot Don Jakobo

Der Flug war insgesamt ziemlich holprig und der Magen wurde gut durchgewuehlt - der Pilot stand auf ziemlich schraege Moves, die auf laengere Zeit wohl auch mein Magen nicht mitgemacht haette - 35 Minuten waren aber noch im gruenen Bereich. Aus der Luft konnten wir uns dann die verschiedenen Figuren der Nascalines anschauen - beeindruckend. Schade allerdings, dass es lediglich Theorien ueber die Entstehung gibt. Die Linien sind wohl mehr als 2000 Jahre alt und einige Theorien besagen, dass die Pre-Inca-Kultur sie als Strecken fuer eine Art Olympia genutzt haben, andere sagen, dass sie eine Art Kalender waren und wieder andere finden vor allem die Alien-Theorie anziehend - quien sabe, wer weiss das schon!

(Photo: Jakob Mueller)

Der Astronaut

(Photo: Jakob Mueller)

Der Condor

Nach dem Flug sind wir dann Essen gegangen, was eine gute Idee war, es nicht vor dem Flug zu tun. Nasca selbst ist pottenhaesslich, es ist schmutzig und es gibt noch nicht mal eine vernuenftige Plaza de Armas, ueber die hier ja sonst jedes 3-Haeuser-Dorf verfuegt.

(Photo: Jakob Mueller)

Nasca aus der Luft

Rundrum gibt es auch nur Wueste und Staub - es bleibt also nach den Nasca-Lines kein vernuenftiger Grund ueber, hier laenger zu bleiben. Deshalb hab ich jetzt auch schon das Busticket in der Hand und ich werde mit Matthias heute Nacht weiter nach Cuzco ziehen. Hoffentlich koennen wir dort einen Trek machen, der in Machu Piccu aufhoert, aber das muss alles vor Ort organisiert werden. Ziemlich besch.... ist, dass aktuell in Peru die absolute Hochsaison herrscht und dadurch die Preise hier alle fast doppelt so hopch sind. Okay, ich mein, als Europaeer kann man sich eigentlich trotzdem noch nicht beschweren, aber wenn man die normalen Preise kennt, ist es manchmal doch ganz schoen laecherlich, was im Juli und Augist verlng wird. Da ist dann der Verhandlungsperuaner mehr denn je gefragt - aber es macht Spass. Werd wohl in Deutschland nicht mehr vernuenftig in nen Laden gehen koennen, ohne das Personal mit Rabatten oder Descuentas zu nerven..... wat ein Spass.

18.07.2005 um 14:48 Uhr

Pinguine, Seeloewen und Duenen rocken

von: JaMue

Stimmung: Ich war Sandboarden und Buggyfahren - Fragen????
Musik: Bacilos - Mi primer Million

Am Samstag hab ich Lima am Mittag verlassen und ich war gewissermassen froh,  dass ich meinen Bus nicht verschlafen hatte. Ich hatte meine letzte Nacht in Lima nochmal fuer ausgiebig Party genutzt und war mit einem Israeli, einem Belgier, einem Englaender und einem Deutschen bis halb 6 unterwegs. Um eins also verliess mein Bus Lima und ich schaukelte suedwaerts in Richtung Pisco, immer am Pazifik entlang.

(Photo: Jakob Mueller)

Gegen fuenf erreichte ich Pisco und kaum aus dem Bus raus stuerzten sich ungelogen zehn Hostal und Agenturvertreter auf mich armen Gringo um mir IHR  Hostel anzupreisen. Von soviel nervender Meute, die auch nicht davor zurueckschrak, mich in die ein oder andere Richtung zu ziehen, fluechtet ich mich so schnell wie noch nie in das naechste Taxi, um mich vom Busterminal wegbringen zu lassen. Kurze Zeit spaeter hatte ich auch mein Hostel und alles,w as es noch zu organisieren gab, war mein Trip fuer den naechsten Morgen zu den Islas Ballestas, den Poor  Man Galapagos. Gesagt getan, einige Agenturen abgeklappert und meinem Ruf als Gringo con Corazon Latino (Zitat Freunde in Lima) gerechtwerdend, hatte ich natuerlich nicht vor, die vorgegebenen Preise zu zahlen, weder in Taxi, noch in Hotel, noch fuier die Tour. Mit allen drei Dingen kam ich erfolgreich mit meinen Verhandlungen durch. Allerdings darf ich mir immer oefter anhoeren, dass ich verhandeln wuerde, wie ien Peruaner - weiss nicht ob das gut ist, egal, spart mir jede Menge Geld ;-) .

Gestern morgen musste ich dann um 6 raus, weil  meine Inseltour um 7 losging. Mit einem klapprigen Bus ging es 20 Minuten bis zum naechsten Hafen, wo wir schliesslich ein Schiffchen bestiegen. Nach einer halben Stunde erreichten wir die Inselformation, die ledoglich aus Felsen besteht. Tausende Voegel bruetn und balzen dort, Sereloewen und Robben aalen sich in der Sonne, Delfine springen umher und Humboldt-Pinguine watscheln ueber die Felsen - dieser Trip fuer umgerechnet 5 Euro hat sich echt gelohnt. Aber lasse ich doch mal wieder lieber Bilders sprechen:

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

In der Naehe der Ballestas befindet saich ausserdem noch einige Linien, die den Nasca-Lines aehnlich sind. Keiner weiss, wo sie herkommen und es gibt die wildesten Spekulationen - die Madruga (siehe Foto) haben wir auf dem Ruckweg noch mitgenommen.

Am fruehen Nachmittag war ich wieder zurueck und hab dann schnell meine sieben Sachen gepackt, um aus Pisco wieder abzuhauen, denn ausser den Ballestas gibt es dort nix zu sehen. Hab mich also in den naechsten Bus geknallt und bin nach Ica weiter nach Sueden gezogen. In Ica angekommn, gings mit dem nachsten Taxi nach Huacachina - eine Oase, die zwischen zwei fetten Duenen liegt und eine kleine Zahl von Hostales aufweist.

(Photo: Jakob Mueller)

Meine Oase!!!!!!!! - Na, neidisch???

Es ist DER, ja Amigos, DEEER Ort fuer Wuestenbuggy-Touren und Sandboarding, was auch meine Absicht war. Kaum also im Hostel abgestiegen, hab ich meine Tour fuer heute Morgen klar gemacht. Dannach gings mit Matthias aus Saarbrucken und Frederico aus Puerto Rico rauf auf die Hausduene, um den Sonnenuntergang zu geniessen - lindissimo!!!! Seht!

(Photo: Jakob Mueller)

Matthias und Frederico auf der Hausduene, hatte sie, wie soll es anders sein, an der Poolbar bei einem ersten Cerveza kennengelernt

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Matthias Wenzel)

Alles voller Sand - ein genialer Spring und Spielplatz - especialmente para Sandboarding, aber spaeter mehr dazu! Weiter mit der Sonne:

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Und da verabschiedet sich der Feuerball in den Duenen - wow, was fuer ein atardecer!

Am Abend gabs dann im Hostel Asado und wir konnten uns nach Herzenslaune die Baeuche vollschlagen und die Leber mit Pisco Sour und Kuba Libre ruinieren. Spaeter bin ich dann zum DJ mutiert und hatte hinter der Bar die Anlage uebernommen, weil ich einfach die bessere Musik dabei hatte ;-) - Resultat: Ich hab angeboten bekommen, ab heute als Barman zu arbeiten und dafuer frei zu wohnen, essen und Sandboarding und Buiggytouren umsonst zu bekommen - ich glaub aber, ich hau hier morgen wieder ab, so geil und relaxt der Ort auch ist. Heute Morgen, nach 4 Stunden Schlaf, gings dann fuer mich ohne Fruehstueck direkt in die Wueste - Buggy-Tour und Sandboarden standen auf dem Programm - was mal fuckin fuckin geil ist - wenn nicht gar das Groessssste!!!

(Photo: Jakob Mueller)

Ich habs genossen, mit dem Buggy ueber die Duenen zu springen, nahezusenkrecht nach unten zu saussen um mit Mordsspeed ueber die naechste Sandduene zu springen -action, aber was fuer welche!!! Es war so geil, dass ich den Tripp gleichnochmal fuer den Nachmittag gebucht hab. Auch Sandboarden macht einen riesen Spass, sieht aus wie Snowboarden, nur hinfallen macht tausendmal mehr Spass, weil der Sand so gutmuetig weich ist. Abgesehen davon, dass danach wirklich ALLES voller Sand iust, ist dass ein richtig genialer Spass. Aber genug erzaehlt - hier die Bilder:

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Boards angeschnallt und die Duene gerockt.....

(Photo: Jakob Mueller)

Was fuer ein genialer Spass...

(Photo: Jakob Mueller)

Und dann wieder mit dem Buggy durch die Wueste geheizt - mit weiten Spruengen ist die Tour gut fuers Adrenalin, aber nix fuer schwache Nerven

Am Mittag gings dann wieder zurueck und ich bin jetzt schon wieder heiss auf die Nachmittags -Tour. Morgen frueh kann ich dann die geile Scheisse noch ein drittes Mal machen, was dann umsonst ist - chיvere! Mit genug Adrenalin gehts dann weiter nach Nasca, wo fuer mich am Dienstag ein Flug mit ner Cessna oder einer anderen Streichholzschachtel ueber die ebenso bekannten wie mysterioesen Nasca-Lininen ansteht - es geht also weiter mit fotostarken Berichten. dranbleiben - ich zaehle Euch!

(Photo: Jakob Mueller)

Die Laguna de Huacachina - links und rechts ewig hohe Duenen und in der Mitte der See, zehn Hostels und nach einer Stunde kennt man jeden Backpacker, die Locals extra noch, soviele sind die nicht ;-))))

15.07.2005 um 20:29 Uhr

Reingelegt und Spass dabei...

von: JaMue

Stimmung: hmmm
Musik: Juanes - Volverte a ver

Nachdem ich gestern Mittag Kyla und ihre Freundin Stephanie (sie war am Morgen aus NY angereist) nach Cuzco verabschiedet hab, hab ich mal wieder auf die Suche nach CDs gemacht. Ich hatte zwar am Morgen bereits mit den beiden kraeftig bei Kopien zugeschlagen, einem Israeli gefiel die Musik aber so gut, dass er mir zwei meiner CDs gleich abkaufte, weil er nur noch wenige Stunden bis zu seinem Rueckflug hatte. Ich hatte mich also erneut mit Latinomucke eingedeckt und bin dann durch die Strassen Miraflores gezogen. Auf dem Plaza Central sprach mich dann Pedro an, ein bolivianischer Musiker. Er wollte mir dann den Ort zeigen, an dem in der Nacht auftreten wuerde und ich willigte ein. Nachdem er mir das Lokal gezeigt hatte, fragte er mich, ob ich noch Zeit fuer ein Bierchen haette - und naja, es waere mir schon verdammt schwer gefallen zu verneinen. Also sind wir in die naechste Taverna gezogen und haben Bier bestellt. Kaum eine Minute drin, gesellten sich andere Musikerfreunde von Pedro hinzu, so dass ich am Ende mit Pedro, Jose, Jose und Marco am Tisch sass. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass die ganzen Bierchen wohl auf mich gehen werden, aber gut. Wir tranken also einige Flaschen, unterhielten uns angeregt ueber Musik, Latinas (Du mit Deinen blonden Haaren kannst hier jede haben - Zitat einer der Joses) und Alemania. Nach 8 Bierchen habe ich die Jungs foermlich unter den Tisch gesoffen - sie waren sichtlich angeschlagen, aber mir ging es noch gut. Die Jungs mussten in der Nacht noch auftreten, deshalb jagten sie dann auch gleich zu Dritt auf die Toilette, um sich die Naeschen zu pudern. Das ist hier Gang und Gaebe - nicht nur unter Musikern, aehnliches hatte ich auch schon in Trujillo erlebt. Mariuhana raucht hier jeder und jeder zweit cokst. Meine Nase blieb auch diesmal schneefrei und so wird dass auch weiterhin bleiben - da geb ich Euch mein Wort drauf. Nach ihren Naeschen waren die Jungs dann auch wieder ein bisschen wacher, dennoch hielt ich es fuer besser, den Rueckzug anzutreten. Nachdem MIR die Rechnung praesentiert wurde, und sich die Jungs bei mir fuer die Einladung bedankten (die ich nie ausgesprochen hatte) - fiel ich dank Alkoholpegel nicht aus den Latschen, dass hatte ich mir fuer heute Morgen aufgehoben. Aber gut, es  war noch zu verkraften, wir hatten Spass und ich denke, man kann auch unangenehmer ueber den Tisch gezogen werden. Am Abend bin ich dann nochmal mit zwei Israelis durch die Strassen gezogen, auf ein Bierchen und dann war ich auch wirklich done. Fuer heute hatte ich mir Lima Centro vorgenommen, was ungefaehr 15 km von Miraflores entfernt liegt. Nach dem Fruehstueck wollte ich losziehen, bewaffnet mit Kameras und Rucksack, als mich das Rezeptionsmaedchen noch zurueckhielt: Du willst mit dem Rucksack nach Central Lima? Ja! Tu das nicht - Du wurst beklaut! Super, sowas liebe ich ja, und ich hatte grade angefangen mich in Lima wohlzufuehlen. Allerdings gab ich dem Rat der Chica nach und liess den Rucksack zurueck und ging lediglich mit meiner KAmera unter der Jacke in Richtung Stadt. Das naechste Taxi brahcte mich dann auch direkt zum Plaza de Armas, dem Hauptplatz mit Kathedrale, Palacio del Gobierno und Municipalidad. Ein wunderschoener Platz.

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Nach dem Hauptplatz habe ich eine planlose Sightseeingtour durch die Stadt unternommen und hab nebenbei auch seit langem mla wieder meien kapitalistischen Triebe befriedigt - shopping!!! Ein paar neue Schuhe waren schon lange geplant und nebenbei fiel dann auch noch das ein oder ander Longsleeve in meinen Beutel - Lima ist fantastisch zum shoppen - die Preise sind fair, Pumas fuer umgerechnet 30 Eus, die bei uns wohl 80 kosten - da kann man mit Leben. Wichtiger als shopping war dennoch das Sightseeing und ich muss sagen - Lima beeindruckt mich immer mehr. Wunderschoene Gebaeude, Kirchen, gruene Plaetze und koloniale Haeserchen - super. Das Beste: ich hatte heute dazu auch noch Sonne - jeil wa? Aber ich will nicht zuviel labern, schauts Euch selber an:

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Nach meinem Stadtrundshopping hab ich mich dann ins naechste Taxi geflackt und mit den Taxista ausgemacht, dass wir erst zur naechsten Buskompanie fahren und dann zu meinem Hostel - das sparte bei mir nicht nur Zeit, sondern auch noch Geld. Fuer umgerechnet 5 Dollar fuhr mich der Mann eine Stunde durch Lima - ja, die Stadt ist verdammt gross, aber der Preis war fair, zumindest fuer mich.

(Photo: Jakob Mueller)

Morgen werde ich die Stadt verlassen und weiter nach Pisco ziehen. Dort geht es dann auf die sogenannten Poor Man Galapagos, die Islas Ballestas. Nach der Stadt ruft wieder die Natur, aber ich muss sagen, nach meinem Limabesuch bin ich von jeglichen Vorurteilen ueber diese 8-Millionen-Stadt befreit - ja, ich sag sogar, dass ich Lima mag.

13.07.2005 um 19:34 Uhr

Ent-Taeuschung in Lima

von: JaMue

Stimmung: immernoch nicht schlechter :-))
Musik: Chayanne - Tiempo de vals

Nach dem letzten Internetbesuch in Huaraz ging die Suche nach einer Sonnenbrille los. Allerdings ist ja immer so: Wenn man Sonnenbrillenverkaeufer sucht, ist keiner da, und wenn man keine Sonnenbrille will, quatschen sie einen an jeder Ecke an. Auch in diesem Fall war es natuerlich so, dass sich offenbar saemtliche Sonnenbrillenverkaeufer der Stadt verkruemelt haben, nur weil Don Jakobo einen neuen Augenschmuck sucht - aber gut. Selbst ein Rundgang ueber den Markt brachte uns nicht weiter. an den Staenden konnte man zwar alles kaufen, vom Haehnchen, ueber Gemuese, Sandalen aus alten Autoreifen und frischen Fisch, aber natuerlich keine Sonnenbrillen.

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Um dem Tag noch etwas sinnvolles abzugewinnen, entscheiden wir uns dazu, noch eine kleine Wanderung zu unternehmen. Viel Zeit haben wir nicht, weil es bereits um 3 ist, aber wir wollen ja erst mit dem Nachtbus aus Huaraz raus. Also springen wir in den naechsten Collectivo und fahren rauf nach Llupa, einem kleinen Ort oberhalb von Huaraz, 7 Kilometer entfernt, im Bus aber eine Stunden - das sagt wohl genug ueber die Strassenverhaeltnisse, insofern man hier ueberhaupt von Strasse reden kann.

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Von Llupa aus laufen wir den Weg zurueck nach Huaraz. Die Doerfer an der Strasse erinnern mich immer wieder auch an Doerfer in Nepal, wir begegnen immer wieder Indםgenas, die uns verwundert Gringita und Mister titulieren, als ob wir die ersten andersartigen Menschen in dieser Gegend waeren. Nach einer guten Stunde erreichen wir wieder Huaraz.

(Photo: Jakob Mueller)

Wir entscheiden uns, noch so richtig fett Essen zu gehen und laufen in einer Pizzeria ein. Es gibt Pizza UND Pasta und wir schlagen uns vor unserer Nachtfahrt nochmal so richtig den Bauch voll. Nach dem Essen ziehen wir ein letztes Mal ins Hostel zurueck, um unsere Sachen zu holen und dann zum Bus zu fahren.

Puenktlich um halb 11 setzt sich unser Bus von Mףvil Tours in Bewegung und wir schaukeln durch die Nacht nach Lima, runter an die Pazifikkueste.

(Photo: Jakob Mueller)

Von Lima erwarten wir nicht viel, ausser Dreck, Nebel, keine Sonne und hohe Strassenkriminalitaet. Allerdings aendert sich spaeter unser Eindruck extrem. Aber langsam. Schneller als erwartet reiten wir um 6 in Lima ein, wir hatten gehofft nach 7 anzukommen, weil dann die Hostelsuche einfacher ist, aber gut. Das naechste Taxi ist gekauft und wir lassen uns nach Miraflores, einem ruhigeren Stadtteil Limas chauffieren. Das erste Hostel stellt sich als zu schmutzig und zu teuer heraus und so lassen wir uns zum naechsten bringen, dass uns schliesslich zusagt. Allerdings sind die Preise in Lima um einiges hoeher, als in Restperת, aber was will man machen. Um 7 wollen wir nicht mehr als ein Bett und ein bissl schlafen. Nach dem Check-In hauen wir uns also wieder auf Ohr. Um halb 11 geht es wieder raus aus den Federn und wir machen uns auf zu einem Stadtrundgang.

(Photo: Jakob Mueller)

Auf dem Weg in Richtung Zentrum fragen wir einem Polizisten nach dem Weg und der raet uns dann auch gleich von einem Zentrumsbesuch ab. Grund, wie sollte er anders lauten in Suedamerika: Streiks und Demos im Zentrum gegen wen? Claro, gegen das Gobierno! Wir entscheiden uns also auf die Worte des Ordnungshueters zu hoeren und das Zentrum zu meiden, was ja eigentlich nicht meine Art ist, gerade wenn es interessant ist, aber gut. Stattdessen ziehen wir nach Miraflores zurueck und schauen uns hier in unserem Viertel um. Das Barrio scheint eher in der Hand der oberen Klasse zu sein, die Haueser sind von meterhohen Zaeunen umgeben und diese wiederum werden wahlweise von Stacheldraht oder Hochspannungsleitungen gekroent - Sicherheit ist alles. Das Stadtviertel selbst erscheint liebenswuerdig, mit relativ viel Gruen, alten kolonialen Haeusern und modernen Edificios.

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Mit jeder Strasse, die wir erkunden, gefaellt uns Lima mehr und wir nehmen alle unsere Vorurteile zurueck - die Stadt wirkt sauber und aufgeraeumt fuer seine 8 Millionen Einwohner, zumindest in diesem Viertel. Am spaeten Nachmittag schlendern wir noch zum Meer, das sich unweit hinter unserem Hostel breit macht. Das einzige Vorurteil, dass unumstoesslich wahr ist, ist, dass es den ganzen Tag trueb und grau ist - aber das ist nunmal der Winter in Lima.

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Fazit: Lima hat uns fuers Erste im positiven Sinne enttaeuscht und das ist irgendwie auch gut so. So, heute Abend haben wir uns ein Grossstadtprogramm verdient - es geht seit Ewigkeiten mal wieder ins Kino und es gibt: Madagaskar auf Spanisch - warum nicht mal wieder einen Zeichentrick.....

12.07.2005 um 13:36 Uhr

Parque Nacional Huascaran

von: JaMue

Stimmung: Es geht mir gut! Gluecklich sozusagen. (Alle Rechte bei Dunkelblau :-)

Eins vornweg: Internet in Perú ist genial - es ist nicht nur guenstig, es ist obendrein auch noch verdammt schnell. ABER: die meisten Rechner haben nicht mehr als Win 98 und verfuegen oft ueber kein USB - dice: ich kann grad  keine Fotos einstellen, aber ihr sollt nicht um Euren Bericht betrogen werden. Bueno!

Also vorgestern nach dem Internet sind Kyla und ich in den naechstbesten Collectivo gesprungen und haben uns ein paar Hoehenmeter nach oben bringen lassen um am Nachmittag von Wilkawayn aus zurueckzu laufen. Wilkawayn liegt auf der Seite der Cordillera Negro und bietet demzufolge herrliche Blicke auf die gegenueberliegende Cordillera Blanca. Nachdem wir hier und da mit den Wegen vereinzelt Probleme hatten, weil tausende Trampelpfade kreutzen, halfen uns zwei kleine Indígena-Jungen wieder den richtigen Weg zu finden. Nach drei Stunden waren wir dann auch wieder in Huaraz und haben uns ziemlich pronto ins Bett begeben. Gestern sollte es dann naemlich eine richtige Tagestour geben. Um 5 klingelt der Wecker und wir kriechen schweren Herzens aus dem Bett - schon ein bissl frueh, dafuer dass man ja eigentlich im Urlaub ist. Aber gut. Um 6 haben wir uns in einen Microbus gesetzt, der uns, und natuerlich um die 25 andere Menschen (ihr wisst gar nicht, wie komfortabel deutscher OEPNV ist...) nach Yungay gebracht hat. Yungay liegt ebenfalls zwischen den beiden Cordilleras und ist Ausgangspunkt fuer zahlreiche Treks. Wir allerdings haben in Yungay wieder einen anderen Collectivo genommen, um noch bis zum Eingang des Parque Nacional Huarascan zu fahren und dort mit dem Wandern zu beginnen. Gegen zehn(!!! - das ist alles nicht weit, aber hier hat eben keiner stress) standen wir oberhalb einer tuerkis schimmernden Lagune und starteten weiter aufwaerts in Richtung Laguna 69 auf 4.300 Metern. Zunaechts ging es durch ein kleines Flusstal nur leicht aufwaerts, immer einem glasklaren Bach folgend, der von den Gletschern gespeist wird, die ueber unseren Koepfen hingen. Die Blicke in diesem Tal waren atemberaubend, undherum schneebedeckte 5 und 6.000er, Gletscher, blauer Himmel ohne ein Woelkchen und, wie mein Papa sagen wuerde, alles voller Landschaft - kurz: Urlaub! Nach drei Stunden aufwaerts erreichen wir unterhalb eines Gletschers eine der wohl schoensten Lagunen hier in der Umgebung. Die Lagune ist glasklar, der Blick geht auch zur Mitte hin immernoch bis zum Grund und das Blau des Wassers ist geradezu blendend - was fuer eine Melanche: Tiefblauer Himmel, schneebedeckte Berspitzen um uns herum und vor uns eine hellblaue Laguna - chuta! Angesichts der Schoenheit des Ortes haben wir dann auch unser Almuerzo auf einiges laenger ausgedehnt, als geplant und um 3 stellten wir mit Schrecken fest, dass es bereits um 3 ist. Also haben wir wieder unsere Sachengepackt und haben uns auf den Rueckweg gemacht. Hinter uns das Panorama prachtvoller 6.000er und vor uns der Huascaran, der sich mit seinen ueber 6.000 Metern im Sonnenlicht ponierte - wahnsinn. Um 5 erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt und wir werden bereits von unserem Chofer vom Morgen erwartet - er hatte gesagt, dass er ab 4 warten wuerde und wir hatten nicht wirklich was dagegen. Allerdings sollte das auf der Rueckfahrt im Collectivo noch zum Problem werden. Der Chofer war ueberhaupt nicht zufrieden damit, dass er nur 2 Personen zurueckfahren sollte und fing an zu lamentieren, dass wir ihn doch bitte fuer 4 Personen bezahlen. Na, das war ein bissl dicke und Kyla und ich, die wir hier normalerweise die ganze Zeit in Spanisch kommunizieren, mussten uns zu Beratungen mal wieder ins Englische zurueckziehen - okay, eine Diskussion con Chofer stand an. Wir sahen natuerlich nicht ein, dass wir ihm das doppelte bezahlen, nur weil er keine Fahrgaeste hat. Sein Argument: Heute morgen dachte ich ihr waeret Amerikaner, also haette ich auf Euch auch bis um 6 oder um 7 gewartet. Andere Leute haette ich dafuer sitzen lassen, weil ich fest davon ausging, dass ihr, als Amerikaner mich bezahlen werdet! Interessante These, sage ich und bin damit natuerlich nicht einverstanden. Er erzaehlt, dass die zwei deutschen, die am MOrgen mit uns auf den Berg gefahren waren, sich in ein anderes Taxi gesetzt haben, weil wir nicht gekommen sein (Luege!!!) und er deshalb uns nun den doppelten Preis berechnen muesste, weil es ja schliesslich unsere Schuld sei. Ausserdem, klaerte mich Señor Chofer (der noch immer keinen blassen Schimmer ueber unsere Nationalitaeten hatte) auf, dass der Deutsche ja grundsaetzlich puenktlich sei und ihm wegen uns also sein Geschaeft durch die Lappen gegangen sei! Fazit: Mit Deutschen und Amerikanern kann man reden und Geschaefte machen, mit Euch aber nicht! Ok, nun war es an der Zeit, Chofer darueber aufzuklaeren, dass Kyla Amerikanerin und ich Deutscher sind. Und dass NAtionalitaeten in diesem Streit eigentlich ueberhaupt gar keine Rolle spielen. Sondern wir es lediglich nicht einsehen, das Doppelte des ausgemachten Preises zu bezahlen, weil es cshlicht icht fair ist! Ausserdem hatte ich ihn einen  Parkposten fragen hoeren, was mit den anderen zwei Deutschen sei, und dieser hatte ihm mitgeteilt, dass sie sich bedeutend frueher auf den Rueckweg gemacht hatten und auch nicht auf ihn gewartet hatten - bueno Señor Chofer, ich verstehe Spanisch und lass mich deshalb nicht verarschen. Sein letztes Argument war dann: Das ist eure Schuld, dass ich nicht genug Fahrgaeste habe, ich verdiene nix, ihr zahlt das Doppelte, basta - ihr seid in Perú und so laeuft das hier nunmal! Man kann sagen, dass die Stimmung im Taxi nicht gerade von Glueckseeligkeit erfuellt war - verstaendlicherweise, also fuhr ich noch einen letzten Angriff, nach wie vor nicht bereit, seiner Forderung nachzukommen. Mein Angebot lautete, statt 8 Soles zahlen wir jeder 10 Soles, aber nicht mehr, und das ist MEIN letztes Angebot. Chofer schimpfte irgendwas unverstaendlicherweise, nickte aber dann nach hinten und auf meine Frage ¨Estamos de acuerdo?¨ antwortete er dann wenigstens auch mit einem ¨Si¨. Bueno - das war harte Arbeit, mit so einem Typen sich zu streiten und zu diskutieren - aber sehen wir es possitiv: Dolle Uebung fuers Spanisch! Okay, gestern Abend waren wir dann nach unserem Hike entsprechend muede und fielen auch bald in unser Cama, dass nebenbei gesagt ein wenig zu weich war, aber gut. Heute wollten wir eigentlich noch eine weitere Laguna erlaufen, allerdings hielt uns irgendwas  im Bett fest. Ausserdem nahm das Packen dann wieder viel Zeit in Anspruch, weshalb wir erst um 11 aus dem Hostel kamen. HInzu kommt, dass ich noch zur Bank musste, wir noch unsere Bustickets kaufen mussten und ich mal wieder nach einer neuen Sonenbrille suchen muss, weil ich meine gestern (por supuesto!) im Nationalpark verloren hab. Heute Nacht geht es dann wieder raus aus dieser beeindruckenden Landschaft und runter an die Kueste - naechstes Ziel ist Lima, dass wir voraussichtlich morgen frueh gegeb 8 erreichen werden. Also, hoffe in Lima dann wieder mit Fotos arbeiten zu koennen. Freunde , lasst mal was von euch hoeren, ciao aus Huaraz sagt euer Don Jakobo!

10.07.2005 um 14:26 Uhr

Bienvenido en Huaraz

von: JaMue

Stimmung: Die Sonne scheinit mir in den Nacken, super!
Musik: Peruanische Weisen.

Nachdem ich mir zusammen mit Kyla das zweite Mal Chan Chan und die Huacas in Trujillo angeschaut habe, sind wir letzte Nacht mit dem Nachtobus raus aus Trujillo und weiter in Richtung Sueden gezogen:

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Ziel: Huaraz - das andine Mekka! Nach 9 Stunden Busfahrt wurden wir dann auch puenkktlich um halb 6 vor dem Terminal von La Línea ausgespuckt. Im Terminal hiess es erstmal Guides waeltzen - sie hat Lonley Planet, ich Footprint - die Austattung ist also perfekt. Dennoch haben wir dann einem nervigem Guide im Terminal nachgegeben, der uns unbedingt einige Hostels in der Umgebung zeigen wollte - man, der hat den Mund echt nicht wieder zugekriegt, und weil das Hostel, dass er uns empfohlen hatte obendrein auch noch haesslich war, haben wir ihn wieder in die Wueste geschickt und uns ins naechste Taxi geflackt um uns zu Jo´s Place bringen zu lassen. Das ist ein feines Hostel, mit Garten und Kueche zum selberkochen - super. Trotzdem der Tag bereits  7einhalb Stunden zaehlte kamen wir nicht drumrum, uns erstmal noch eine Muetze Schlaf zu goennen, bevor der Tag richtig anfangen sollte. Um 10 gabs dann ein leckeres, also wirklich leckeres Fruehstueck und dann haben wir uns aufgemacht, die Stadt zu erkunden. Huaraz selbst ist nicht wirklich schoen und wenn es die herrliche Landschaft rundrum nicht haette, waere es wahrscheinlich keine Erwaehnung wert. Allerdings stehen drumrum eine ganze Menge 5 und 6.000er, die alle schneebedeckt sind und eine wahnsinnig beeindruckende Kulisse abgeben. Es ist wieder mal eine total andere Landschaft, als ich bisher auf meiner Reise hatte, weil es in Ecuador nur mehr oder weniger freistehende Vulkane gab, aber nicht so richtige Gebirgszuege, wie hier die Corldillera Negro y Blanca - wow!

(Photo: Jakob Mueller)

Ueber Mittag haben wir jetzt einige Informtionen gesammelt, welche Treks hier auch ohne Guides zu machen sind und so werden wir heute noch eine kleine Tour in der Naehe machen und morgen dann wieder mal auf 4-5000 Meter steigen. Extra dafuer hab ich mich erneut mit Filmen eingedeckt, und ich bin sicher, dass ich hier in dieser Landschaft mehr Bilder machen werde, als in Quito oder in anderen Staedten. Soweit Amigos, wir haben noch was vor, Saludos nach Alemania und lasst was von Euch hoeren!

Ahso: Einwas noch, die Teamvorstellung fuer Huaraz und die naechtsen Tage:

(Photo: ein hilfsbereiter Schweizer)

Links sehen wir Kyla und rechts meinereinerseiner und dahinter die atemberaubende Landschaft rund um Huaraz

08.07.2005 um 14:33 Uhr

Man sieht sich immer zwei Mal im Leben....

von: JaMue

Stimmung: Jo, kann nich klagen, bin ja wieder an meinem Strand...
Musik: Hupende Taxis, sonst nix...

Nachdem ich mich schweren Herzens doch dazu entschieden habe, noch eine weitere Nacht in Cajamarca zu bleiben, habe ich gestern Cajamarca verlassen und bin wieder runter an die Kueste gezogen. Am Abend vor meiner Abfahrt hatte ich noch die Ehre, in einer Pizzaria von zwei Versicherungsmanagern zu Bier und Spaghetti eingeladen zu werden, natuerlich im Gegenzug gegen ein Gespraech ueber Alemania, die Wirtschaft und wie gut es ihnen mit dem Versicherungsgeschaeft geht. Einer der beiden war obendrein auch noch Mitglied des Templer-Ordens (ja, die gibt´s immernoch), was die Sache auch nicht uninteressanter mnachte. Als der Alkoholpegel der beiden allerdings in bedenkliche Hoehen stieg, entschied ich, mich der Sitzung zu entziehen. Inzwischen ging kein Satz mehr ueber den Tisch, ohne dass ich nicht mit dem einen, oder eben dem anderen einschlagen musste, oder mir freundschaftlich zu einem gebruellten "Amigo" auf die Schulter geklopft wurde. Naja, ich bin also gegangen und die beiden haben freundlicherweise die Rechnung uebernommen, ob sie sich am naechsten Tag noch daran erinnern konnten bleibt soweit offen. Gestern Morgen bin ich dann um 11 in einen Bus wieder an die Kueste eingetiegen und nach Chiclayo geduest. War gar nicht so dumm, die Busfahrt diesmal bei Tage zu unternehmen, weil die Landschaft doch ganz eindrucksvoll war, von den Anden heraus wieder an den Pazifik zu fahren. Aber lasse ich Bilder sprechen:

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Gegen fuenf kam ich dann in Chiclayo an, was nocheinmal ein bisschen noerdlicher als Trujillo liegt. Ich hab mich in das naechstbeste Taxi gesetzt und hab mich zu einem Hostel bringen lassen. Das ich nach Chiclayo ein zweites Mal geduest bin, hatte seinen Grund: Um sieben auf der Plaza de Armas hab ich mit Kyla und Antonia getroffen.

Kyla haben ich auf der Sprachschule in Quito kennengelernt und wir hatten ausgemacht, dass wir uns in Peru wiedersehen - dicho hecho - und so haben wir dann gestern noch gemeinsam Abend gegessen und haben dann die weiteren Routen geplant. Eigentlich wollten die beiden heute nach Cajamarca ziehen. Allerdings aenderte Kyla noch in der Nacht ihre Meinung und so sind wir heute morgen zusammen nach Trujillo gefahren. Antonian dagegen, mit der Kyla in den letzten Tagen zusammen unterwegs war, hat sich allein in die Berge gemacht. Heute Mittag bin ich dann ebenso zum zweiten Mal in Truillo angekommen und jetzt sitze ich, keine Woche, nachdem ich den Ort verlassen hatte, wieder im Internetcafé in Huanchaco - la vida se pasa....

Bueno Amigos, ich will heut nochmal ein bissl Weltkulturerbestuff anschauen (mal wieder) und morgen Nacht geht es dann nach Huaraz weiter, dass andine Mekka. Also, dranbleiben!

05.07.2005 um 13:24 Uhr

Kein Glueck mit den Hostales

von: JaMue

Stimmung: Unausgeschlafen, aber nicht zu schlecht.
Musik: Marktgebruell von gegenueber

Also Cajamarca ist ja nun wirklich ein schoenes Fleckchen Erde, zugegeben, aber was die Hostales angeht, kann ich den Ort leider ueberhaupt nicht empfehlen. Ich sag nur soviel: Ich bin drei Naechte hier und seit heute in meinem dritten (!!!) Hostal. Das erste hatte ich verlassen, weil Kinder schreiten, der Fernseher vor der Tuer auf voller Lautstaerke lief, mein Zimmer einen unangenehmen Eigengeruch hatte (und das lag nicht an meinen Sachen) und weil es kein Fenster gab, quasi ein Gefaengnis. Ok, in das zweite bin ich gestern rein, war mit dem Raum (bestimmt nicht der Brueller und auch an Sauberkeit locker zu ueberbieten, aber es gab ein Bett und ein Fenster und mehr hatte ich nicht gesucht) ganz zufrieden, hatte aber leider weder die Baños vorher gecheckt, noch den Laermpegel der Hauptverkehrsgasse bemerkt. Shit! Auf jeden Fall bin ich gestern um 11 ins Bett, um noch ein bissl zu lesen. Der Laerm von der Strasse war selbst mit meinem mp3-Player nicht zu vertuschen - Mierda! Was ich noch nicht erwaehnt hatte: Peruanische Autofahrer haben ein gewisses Faible fuer ihre Hupe. Diese benutzen die Jungs hier so haeufig, wie wir in Deutschland in die Rueckspiegel schauen - obwohl, so haeufig schaut selbst der Fahrlehrer nicht in den Rueckspiegel. Die Hupe scheint hier eher mit dem Gaspedal verbunden. Naja, manchmal verfluche ich die Autohersteller, dass sie den Suedamerikaner ohne jegliches Verantwortungsbewusstsein die Hupe als LIeblingsspielzeug in die Hand gedrueckt haben - ueber einen serienmaessigen Ausbau der Hupe sollte man hier mal nachdenken!!! Hinzu kommt, dass die Hupe auch dann betaetigt wird, wenn niemand anderes auf der Strasse ist. Ausserdem wird 24 Stunden gehupt, egal in welcher engen Strasse und hupen heisst hier nicht "Bieep Bieep", nein Amigos, hupen hier ist eher "Biiieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeppppppp Biiiieeeeeeeeeeeeeeeeppppp Biiieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeppppppp" und das ganze dann von vorn nach 30 Sekunden. Hatte ich erwaehnt, dass das Fenster, welches ich ja nun dankbarerweise in meinem Zimmer hatte, bloederweise nur noch zu 10 Prozent mit Glas versehen war? Nein? Ja, Ihr koennt Euch also vorstellen, dass ich die volle Droehnung Cajamarcschen Strassenlaerm ueber Nacht (trotz Kopfkissen fest an die Ohren gedrueckt) bekommen habe. Ok, der Laerm war eigentlich fuer mich schon Grund genug, mir wieder eine neue Bleibe zu suchen, bzw. den Ort fluchtartig zu verlassen, in dem es offenbar keine vernueftigen Hostales gibt. Und, Amigos, da habe ich noch kein Wort ueber die Baños in meiner Herberge verloren - nur kurz: Baño Compartido, mit Glueck einen hauchduennen Wasserstrahl aus dem Hahn, das Waschbecken erinnerte eher an ein Pissbecken, die Wanne bzw. die Dusche hatte bestimmt seit Jahren keinen Lappen mehr gesehen, geschweigedenn irgendeine Form von Reiniger und, achso, die Klobrille existierte nur noch zur Haelfte, der vordere Teil hatte wohl schon vor einiger Zeit unter der Last eines sich Entleerenden das Zeitliche gesegnet - kein schoener Ort zum Zaehneputzen (und da reden wir noch nicht ueber Duschen), glaubt mir.

Ok, genug zu diesem Hostal. Aufgrund der Verkehrsmusik Cajamarcas war ich heute Morgen dann schon um 7 auf den Beinen. Fluchtartig hab ich meine Sachen wieder in meinen Rucksack gestopft um mich dann, noch ohne ihn, auf erneute Hostalsuche zu begeben. Jetzt wohne ich iene Ecke weiter, direkt am Plaza de Armas in einem Hostal, dass immerhin heisses Wasser hat (ich hab die Dusche dann dort nachgeholt). Die Zimmer sind eher schlicht, um es mal vorsichtig auszudruecken, aber damit kann ich einigermassen Leben. Morgen werd ich hier aber abhauan - sorry, bei dieser Unterkunftslage (entweder etwas besser und sauteuer, oder billig und unter-aller-sau, gibt kaum was dazwischen) muss ich mich wieder auf den Weg machen.

Aber genug beschwert. Heute morgen hab ich mich mit Nancy getroffen, einer 22jaehrigen Peruanerin aus Lima, die mich gestern im Internetcafe angesprochen hatten. Sie ist seit ein paar Tagen hier und wir hatten ausgemacht, dass wir mañana was zusammen unternehmen. So haben wir heute erst in einem total originalem Markt ein Fruchsaftfruehstueck zu uns genommen und sind dann zu den Ventanillas de Otuzco geduest.

(Fotita: Jakob Mueller)

Das ist mal wieder eine archaelogische Geschichte. Es handelt sich um einen Felsfriedhof wohl aus der Pre-Inca-Zeit - von wann genau, weiss keiner so recht. Die Graeber sind in die Felsen gemeiselt und man kann ganze Familiengraeber gut erkennen.

(Fotita: Jakob Mueller)

Ok, das ist Nancy vor den Ventanillas

(Fotita: Jakob Mueller)

Das sind die Felsengraeber aus der Naehe - in ihnen wurden lediglich die Knochen, nicht aber der gesamte Koerper eingebettet.

Die Graeber wurden erst von den Spaniern kurz nach ihrer Ankunft entdeckt und dann teilweise zerstoert (ja, so waren sie die Spanier, konnten hier auch nix ganz lassen). Sie hatten in den Graebern Schaetze vermutet und wohl auch weitesgehend richtig getippt. Spaeter wurden die Graeber aber voellig vergessen und erst 1937 wurden sie wiederentdeckt. Seitdem haben ein paar Archaeologen an ihnen herumgedocktert, aber wohl ohne detaillierte Erkenntnisse. Heute frisst sich ein Pilz in die Graeber, und sorgt dafuer, dass sie immer instabiler werden. Deshalb kann man jett auch nicht mehr gaaaanz nah ran, aber das geht soweit klar. Ein 8jaehriger hat uns ein bissl was ueber die Geschichte erzaehlt, naja, richtig viel wars nicht, aber das kann man wohl eher den Archaeologen als ihm vorwerfen. Auf jeden Fall sehen sie ganz nett aus, die Ventanillas de Otuzco. So, jetzt ist aber Zeit fuer ein Almuerzo, Amigitos, wuensch Euch was, ach und: Drueckt mir die Daumen, dass mich mein jetziges Hostal nicht auch noch dermassen enttaeuscht heute Nacht. Gracias y Ciao.

PS: Hab noch nen Nachruf auf meine 1-Dollar-68-Quito-Flip-Flops vergessen. Ich hab sie in meinem ersten Hostal in Cajamarca eigenhaendig weggeworfen, weil mir der rechte FlipFlop nicht mehr so recht am Fusse haften wollte. Dennoch meine lieben FlipFlops, ihr wart mir treue Begeleiter und zahlreichen verschiedenen Duschen, in den Thermalquellen in Baños, am Strand in Puerto Lopez und so weiter. Fazit. Ihr wart jeden Cent wert ;-)

(Fotita: Jakob Mueller)

Das Ende meiner FlipFlops (*Mai 2005 +Juli 2005)

04.07.2005 um 14:10 Uhr

Cajamarca - kolonial kolossal

von: JaMue

Stimmung: Neues Hostal, neues Glueck
Musik: no, heute nich

Gestern morgen hat mich die gutste peruaniche Busgesellschaft la Línea sicher nach Cajamarca gebracht und morgens um fuenf an ihrem Terminal ausserhalb der Stadt ausgespuckt - ich liebe sowas. Da kam ich dann auch nicht drumrum, mich in die Haende eines der nervig aufgeregt-rufenden Taxifahrer zu begeben. Der Junge stellte sich aber spaeter als ganz locker raus - nach einem Gespraech ueber Confed-Cup in Alemania und den Copa Mundial 2006. Dankbare Gespraechsthemen, bringen einen hier ueber jede Taxifahrt - sí vamos al Mundial..., naja noch ist unklar, ob Perú dabeisien darf, aber was erzaehl ich Euch das....

Also zurueck zum Thema: Mit dem Taxi hab ich dann morgens um halb 6 3 Hostales abklappern muessen, weil die ersten zwei keine Habitaciones hatten - huevada. Die dritte hatte dann, aber was fuer eine. Eins vorweg: Bin heute wieder ausgezogen! Das Zimmer glich eher einem Loch, mit einem eher unleckeren Geruch, keinem Fenster (ich liebe es...) und ner Tuer zum Patio. Wenn da nicht grad der Fernseher in voller Lautstaerke lief, rannten zwei kleine Niños mit ein bissl zuviel Energie durch den Hof und schrien sich gegenseitg hinterher - nichts gegen Kinder, aber nicht wenn ich muede bin ;-)))

Ok, hab mich dann erstmal ne Runde ins Bett geflackt und bin um 11 wieder aufgewacht - das ist echt nicht schoen, in Raeumen ohne Fenster zu pennen, da verlierst Du jedes Zeitgefuehl. Bin dann gleich logezogen, um die Stadt zu erkunden. Gleich um die Ecke meines Hostales ist die Plaza de Armas - der Hauptplatz, auf dem wer???? Genau, Atahualpa hingerichtet wurde.

(Photo: Jakob Mueller)

Auf dem Bild seht ihr die Kirche San Francisco, sie steht auf der einen Seite der Plaza ud ist aelter als die Kathedrale. Die Kathedrale steht auf der gegenueberliegenden Seite und beeindruckt vor allem durch ihren kolonialen Stil und ein einfach gehaltenes Inneres.

(Photo: Jakob Mueller)

Aber gehen wir nochmal zurueck zur San Francisco:

(Photo: Jakob Mueller)

Aussen.....

(Photo: Jakob Mueller)

Innen.... wirklich eine schoene Kirche.

Nach dem Hauptplatz hab ich mich erst ein wenig durch die Strassen Cajamarcas gedrueckt - echt eine schoene Stadt.

(Photo: Jakob Mueller)

Ich liebe den Kaefer.... so ein schoenes Auto, und erst der Klingel-Sound des Motors...

(Photo: Jakob Mueller)

Am Nachmittag hab ich dann den Auftstieg zum Silla de Inca gewagt. Der Silla ist ei Fels auf einem Berg nahe der Altstadt, auf dem Atahualpa stets sass um die Stadt und die Region zu ueberblicken.

(Photo: Jakob Mueller)

Auf dem Weg nach oben hab ich dann Robert getroffen, ein peruanicher Schmuckverkaeufer der mich auf Englisch, Spanisch und schliesslich auch Deutsch nach Feuer fragte. Wir haben dann ein bissl gequatscht, und er hat mir erzaehlt, dass er mal ne deutsche Freundin hatte (wer hatte das hier nicht, ne Gringita?!). Naja, spaeter bin ich dann in meinen Bunker zurueck und hab ne Siesta gemacht um am Abend nochmal ne Pizzeria um die Ecke auszutesten - la vaca loca - die verrueckte Kuh. Dort bin ich dann um acht eingeritten und hab ne feine Pizza bestellt - wahrlich lecker. Am Nachbartisch sass Russell, ein Geologe aus Schottland, der eigentlich in Santiago de Chile lebt und arbeitet, aber grad Urlaub macht. Mit ihm hab ich dann noch ein par Cervecitas geleert, bevor eine kleine Gruppe das Restaurant betrat. Unter ihnen: Robert. Eyyy, Amigo, qué haces? Also, kurze Begruessung, und schon fragt er us, ob wir nicht Lust auf ne Privatparty mit Feuerspielen auf einem Dach haetten??? - Gebongt! Robert war mit ner Belgierin und ner Franzoesin unterwegs (mal wieder Gringitas bezirzen, gehoert hier zum Programm der Chicos) und wir sind dann gegen Elf gemeinsam losgezogen. Gleich um die Ecke meines Hostels haben wir dann an der Tuer eines Hauses geklopft. Ein Rasta-MAnn gewaehret uns Einlass und begleitete uns aufs Dach hoch. Dort lief peruanischer Hardrock (Wat nich allet jibt?!) und in der Mitte loderte ein Lagerfeuer - auf einem Hausdach, das hab ich noch nie gesehen. Rundum waren vielleicht 20 Leute versammelt. Wir haben uns also dazugesellt, und hatten jeder glioch genug Gspraechsinteressenten am Bein - que bueno. Spaeter machten dann zwei grosse Kruege mit Rum-Cola die Runde, noch spaeter gab es Whiskiti - peruanicher Whisky (und wieder einmal - wat die nich allet haben???) Auf jedsten war das Zeug nicht von der leichten Sorte, aber es war guuuuut. Waehrend dann auch noch diverse Rauchwaren die Runde machtens setzten drei der Rastamaenner dann zu echt genialen Feuerspielen an. Einer jonglierte mit Fackeln, ein anderer wirbelte wahnsinnig schnell zwei brennende Tennisbaelle um sich rum - entspannte Atmosphaere. Echt coole Party, wenn man mal davon ausgeht, dass ich mit sowas an meinem ersten Abend hier bestimmt nicht gerechnet hatte - aber das ist eben  der Vorteil vom allein-reisen, Du weisst nie, was passiert - das ist echt geil.

Mit den entsprechenden Runden Rum und Whiskiti liess sich dann auch mein Bunker besser ertragen. Nichtsdestotrotz hatte ich bereits entschieden, das Hostal Atahualpa am naechsten Morgen, also heute zu verlassen. Bin also heute morgen, Gracias a dios ohne Kater, frueh raus und hab mich nach dem Fruehstueck auf Hostalsuche gemacht. Ein paar dieser Buden waren wirklich nicht den Namen wert, oder zeigten sehr seeeehr deutlich, was Low-Budget-Travel alles bedeuten kann.... Aber gut, nach meinem kleinen Spaziergang hatte ich endlich ein neues Zuhause gefunden. Jetzt hab ich ein Zimmer mit Fenster (und schon deshalb liiieebe ich mein Hostal), wenngleich in einer Scheibe das Glas fehlt, aber wir sind nunmal in Perú.... Ok, und damit neigt sich Cajamarca Teil 1 auch chon weitesgehend dem Ende zu, weil ich seit meinem Hostalwechseln im Internet haenge und mit Amigo Cogi gechattet hab - muss auch mal sein. Werd aber jetzt mal wieder in die blendende Hochlandsonne herausstuermen und spaeter noch zu den Thermalquellen ziehen - die wusste schon Atahualpa zu schaetzen. Ok, soweit Amigos aus dem peruanischen Hochland, ciao y suerte sagt Euer Jakobito, oder fuer Freunde Don Jaxx ;-)))))

(Photo: Jakob Mueller)

Indígenas verkaufen Fruechte auf den Strassen Cajamarcas

02.07.2005 um 19:24 Uhr

Leaving Huanchaco-Beach behind me....

von: JaMue

Stimmung: ab in die Anden... Reisefieber, ja da bist Du wieder
Musik: ja, es dudelt was

Huuu, also jetzt hab ich wirklich genug Party, Entspannen, Strand und Meeresfruechte-Essen - es geht weiter. Nachdem wir gestern Abend unvorhergesehener Weise noch nachts Party in Trujillo gemacht haben, weiss ich jetzt: Bevor ich hier noch den Partytod sterbe mach ich mich wieder auf die Reise. Eine Woche Huanchaco und man liebt diesen Ort. Allerdings ist jetzt Zeit Adios zu sagen und die Kurve zu kratzen. Werde in ein paar Stunden den Nachtbus nehmen und wieder ein bisschen nach Norden fahren. Es geht wieder in die Anden, und zwar nach Cajamarca. Das ist der Ort, in dem Pizarro 1532 Inca-Koenig Atahualpa hinterlistig verarscht hat. Die Incas hatten die Spanier freundlich empfangen, die Spanier allerdings nutzten den Empfang Atahualpa festzunehmen. An seinen 20.000 Soldaten richteten die Spanier ein regelrechtes Blutbad an - die Incas hatten lediglich Leder"ruestungen", die den Angriffen der Spanier mit ihren Waffen aus Metall nichts, aber auch gar nichts entgegenzusetzen hatten. Atahualpa hatet sich zwar vorher schon ueber die Waffen der Ankoemmlinge ueber Boten informiert - allerdings kannten die Incas nicht die Taktik des Hinterhalts - ciao. Atahualpa hatte sich dann aus der Haft freigekauft, in dem er einen Raum mit Gold und Silber fuellen liess - heutiger geschaetzter Gegenwert bis zu 45 Millionen Euro!!!! Ja, die hatten einiges davon. Naja, auf jedsten kam Atahualpa frei, herrschte aber mehr oder minder als Marionette der Spanier. Spaeter wurde Atahualpa in Abwesenheit von Pizarro wegen einiger Delikte und Verbrechen verurteilt - u.a. hatte er seinen Bruder umgebracht. Ende August 1533 haette Atahual[pa eigentlich auf dem Scheiterhaufen schmoren sollen. Der Gutste liess sich vorher aber noch fix taufen, so wurde er am 29. August 1533 durch Erdrosseln hingerichtet. Soviel zur Geschichte meines naechsten Ziels. Die Stadt ist wohl heute noch weitesgehend im kolonialen Stil erhalten und hat sich nur allmaehlich touristisch entwickelt, will heissen dass aktuell dort noch keine Gringomassen hausen sollen. Aber das werd ich mal uebrpruefen. Gut Freunde, ich muss noch was Essen und meinen Kumpels hier im Ort noch ciao sagen. Soweit aus Huanchaco, ciao sagt Jakobito!

01.07.2005 um 13:27 Uhr

Liebes Auditorium.....

von: JaMue

Stimmung: schon wieder hang-over ;-) liegt wohl am Ort

Freunde, ich weiss nicht wieso, aber manchmal kann ich in meinen Berichten die Fotos nicht sehen - que huevada! Da ich aber nicht weiss, ob es sich dabei um ein Problem suedamerikanischer Computadores handelt, waere ich Euch dankbar, wenn ihr mir solche Probleme mitteilen wollt - ich will schliesslich nicht geniale (ja, sorry, aber Eigenlob muss auch mal sein;-)) Fotos in meine Berichte einfuegen, die am Ende nicht angezeigt werden. Also: Wer keine Fotos sieht schreibt mir entweder bitte ne Mail (JaMue @ web.de - ohne Leerzeichen) - fuer alle, die sie noch immer nicht haben) oder schreibt einen Kommentar unter den Bericht - Gracias Amigos.

Saludos desde Huanchaco y suerte ciao dice el Don Jakobo.