Südamerika-News von Jakob

31.08.2005 um 20:07 Uhr

Finalmente en Buenos Aires

von: JaMue

Musik: Shakira - No!

Heute morgen hab ich also mein zumindest geografisches Endziel meiner Reise erreicht und bin aus dem verschneiten Mendoza raus und nach Buenos Aires gefahren. Ueber Nacht hate es sogar Schnee auf der Strasse gegeben, was auch DAS Ereignis fuer alle Businsassen war - kommt hier offenbar auch nicht so haeufig vor. In Buenos Aires erwartet mich dann strahlender Sonnenschein und zunaechst blauer Himmel - spaeter aenderte sich das allerdings. Aber es ist wenigstens trocken geblieben. Also geniesst Euern Sommer in Deutschland und ich hoffe, dass er noch bis Ende September haelt - moecht auch noch ein bissl waerme haben.

Nach meiner Ankunft und dem Check-In im Milonga-Hostal, in dem ich schon vor knapp zwei Jahren mit Daniel, Normi, Johannes und Philipp war, hab ich erstmal einen Wiedersehen-Stadtspaziergang gemacht. Die Stadt ist nach wie vor super. Vor allem der alte Hafen, der eine Restaurant und Cafe-Meile jetzt ist, war erneut beeindruckend. In den naechsten Tagen nehm ich dann auch die Kamera mit auf Entdeckungstour - versprochen.

Sonntag schlaegt hier in Buenos Aires Katrin auf und dann beginnt wirklich der letzte Teil meiner Reise. Allerdings hat das ewige Busfahren mit verbrachten Wochen im Bus endlich ein Ende. Nach tausenden Kilometern ueber suedamerikanische Strassen und hauptsaechlich ueber die Panamericana werd ich ab naechste Woche nur noch Flieger und Taxis besteigen. Naechste Woche gehts dann erstmal nochmal hoch an die brasilianische und paraguyanische Grenze zu den Iguacu-Faellen. Die hab ich zwar schon gesehen, sind aber auf Jedsten einen zweiten Besuch wert. Und von dort aus geht es dann directamente runter auf die Peninsula Valdes an der Atlantikkueste. Dort soll es eine beeindruckende Tierwelt geben mit Waalen und Co.

Soweit also erstmal aus Buenos Aires, Amigos, hoffe es geht Euch allen gut in Alemania und ausserhalb. Bis gleich!

28.08.2005 um 17:48 Uhr

Skifahren in den Anden

von: JaMue

Stimmung: gut - ja!

Also, denn mal schnell zwischen zwei Bussen - hab eine Stunde Aufenthalt in san Rafeal, auf dem Rueckweg aus Las Leñas nach Mendoza. Bin am Dienstag Mittag mit Andy im Skiressort Las Leñas 440 km suedlich von Mendoza angekommen und wir haben Kaiserwetter - strahlende Sonne und blendend weisser Schnee - wow.

(Photo: Jakob Mueller)

Weil wir von den Oesterreichern bisher keine Nachricht bekommen haben, entscheiden wir, zu ihrem Apartment zu schauen und spaeter was zum Mittagessen zu gehen. Am Apartment ist die Putzfrau so freundlich und laesst uns unsere Sachen unterstellen. Danach ziehen wir wieder zum Lift, essen die furchtbarsten Spaghetti Suedamerikas und fallen direkt an der Liftstation im Innsbruck ein. Dort geniessen wir die Sonne und den Blick auf die Pisten, als ploetzlich Tom zu uns stoesst - Ja gruesst´s eich - burschen - seid´s a grad a´komme? Klaro que si und wir lassen uns ein Quilmes kommen. Spaeter stossen noch Gerald und Peter dazu. Die Jungs haben nichts dagegen, dass wir bei ihnen im Apartment einziehen.

(Photo: Jakob Mueller)

Am Nachmittag schau ich mich noch um, wo ich Skiequipment und Schneehose leihen kann und dann gehen Andy und ich Fleisch kaufen - soll ja keiner verhungern.

Am naechsten Morgen scheint die Sonne und nach einem Fruehstueck im Innsbruck hol ich mir meine Ski und es geht ab auf die Piste. Der Schnee ist gut und das Gebiet ganz nett - fuer Pistenfahrer haelt sich die Auswahl in Grenzen - aber fuer die 4 anderen ist es genial.

(Photo: Jakob Mueller)

Sie heizen saemtliche Berge und Schluchten hinunter - ich bleib lieber auf der Pistn - hab aber auch meinen Spass. Bin bei den Jungs auch gleich mitten im oesterreichischen Profilager gelandet - Tom macht Tiefschneefahren und laeuft auch notfalls mal nen Gipfel rauf, um ihn dann runterzurocken - Gerald und Peter trainieren fuer den Suedamerikacup im Boardercross, der am Donnerstag in Las Leñas beginnt.

Auch am Donnerstag ist das Wetter noch fein, aber es ist inzwischen ein wenig zu warm - der Schnee ist feucht und schwer, nur weiter oben ist noch gutes Fahren.

(Photo: Jakob Mueller)

Weil das Wetter am Nachmittag umschlaegt, entscheiden wir uns, das Neben-Pisten-Leben in Las Leñas zu testen - auch net schlecht. Ich bin diesmlader Erste in der Heia - der letzte stolpert um 5 ins Apartment. Unsere Entscheidung am Abend Party zu machen, hat sich als richtig rausgestellt.

Schon am Freitag morgen peitscht der Wind durchs Tal - alle Stunden gibt es Lawinensprengungen und das Internetcafé hat auch den Geist aufgegeben. 5 Minuten bis zum Supermarkt und ich bin Kltschnass - der Sturm laesst einen dabei kaum vorwaertskommen. Wir bleiben also den ganzen Tag  im Haus und sind froh, dass wir Fox-Cine und Cinechannel 2 haben - da ist der Tag gerettet.

Gestern morgen sah es dann etwas besser aus - an Skifahren aber wieder nicht zu denken - der Regen hat in Schnee gewechselt und das Tal versinkt im Puder. Also wieder ein Tag im Innern. Teilweise kann man nicht weiter als 5 Meter auf der Strasse sehen, weil der Sturm den Schnee durch die Strassen jagt. Aber was will man machen - das ist eben der Winter. Das Internet liegt weiter flach - eigentlich unglaublich, wenn man die Ausstattung dieses Skigebietes sonst so anschaut. Es ist wohl eines der teuersten Fleckchen Argentiniens - Unterkunft ist unter 50 Dollar nicht zu bekommen (wenn man nicht grad ein paar Leute mit Apartment kennt), die Hotelgaeste werden die 25 Meter bis runter zum Lift mit Porsche Cayenne gefahren - jaja, auch das ist Suedamerika. Hier scheint lediglich die Upperclass ihre Winterferien zu verbringen. Ausser Essen und Trinken kommen die Preise auch an europaeische Skigebiete ran - aber da muss man durch.

Gestern war also dann leider auch wieder nix mit Skifahren und so bin ich heute Mittag dann wieder in den Bus nach Mendoza gestiegen. Jetzt sitze ich grad in einem Internetcafé in San Rafael, was ungefaehr auf der halben Strecke nach Mendoza liegt. Werd heute Abend dann nochmal im Damajuana einchecken und dann mal langsam entscheiden, was ich als naechstes mache. Soweit erstmal aus den Anden.

23.08.2005 um 02:41 Uhr

Todo bien en Argentina

von: JaMue

Stimmung: muede

So, heute nur kurz. Bin heute Mittag in Argentinien mit Andreas aus der Schweiz angekommen und weil wir keinen Bus nach Sueden bekommen haben, sind wir jetzt in Mendoza im Damajuana-Hostel geblieben. Fuehl mich wie zu Hause, da ich hier ja schon vor zwei Jahren war. Nach der Ankunft haben Andy und ich gleich in einem guten Restaurant die Steaks getestet - superbien - vom Wein ganz zu schweigen und dem Quilmes. In zwei Stunden werden wir mit dem Bus runter nach Las Leñas fahren und dort fuer ein paar Tage mit zwei Oesterreichern Ski fahren.

Bin nach Valparaiso wieder nach Santiago gefahren und hatte dort eine gute Samstag-Nacht verbracht - war am Sonntag Morgen um 0930 Uhr wieder im Hostel aufgelaufen - spricht wohl fuer sich. Dann wollten wir letzte Nacht eigentlich ruhig machen - aber Jorge von der Rezeption und seine Freunde waren gut drauf. Spaeter haben wir vier Chileninnen kennengelernt und haben die ganze Nacht durchgetanzt. Um 6 lagen wir im Bett und anderthalb Stunden spaeter klngelte der Wecker fuer den Bus nach Argentinen. Wir waren eisern und haben ihn bekommen. Mama, Papa, Johannes, Daniel und Norman - ich hab auf der Strecke von Santiago nach Mendoza an Euch gedacht - schliesslich kennt ihr ja alle den Grossteil der Strecke bis alles. Es ist herrlich, wieder in einem Ort zu sein, in dem man schon mal war. Todo chévere - oder wie der Chilene sagt: vacán! Also Freunde, alles gute Euch in Deutschland, wuenscht mir Skiheil - bis gleich.

20.08.2005 um 11:11 Uhr

Das letzte Mal zum Pazifik - Viña del Mar

von: JaMue

Stimmung: so lala
Musik: nicht identifizierbar - zuviel Strassenlaerm

Nach meinem Hostalwechseln in Santiago ist es dann bedeutend besser gelaufen. Als ich am Dienstag nach einem Satdtrundgang im Regen wieder nach Hause kam, checkte gerade Andy ein - ein Schweizer aus Zug. Nachdem wir an der Rezeption miteinander ein wenig geschwatzt hatten, beschlossen wir, gemeinsam ein Restau fuers Abendessen zu finden. Spaeter stiess dann noch Jorge von der Jugendherbergsrezeption dazu und wir hatten einen ziemlich netten Abend im Barrio Brasil. Am Mittwoch hab ich dann mit Andy ein wenig Sightseeing machen wollen. Wir sind also mit der naechsten Metro nach Bellavista gefahren und kamen drt aber erstmal nicht an den Restaurants vorbei - schliesslich hatten wir noch nicht gefruehstueckt. Und so landete dann auch ein fetten Pfundsteak auf unserem Fruehstuecksteller dass mit einem leckeren Schopp runtergespuelt wurde. Ausreichend gestaerkt nahmen wir dann den Cerro San Cristobal in Angriff - mit der Seilbahn. Von dort aus KOENNTE man eigentlich einen super Blick ueber Santiago haben - Problem: Smog! Man steht auf dem Cerro neben der Virgen de la Concepcion und sieht eine fette Dunstglocke ueber der Stadt haengen - der Blick reicht, wenn es hoch kommt, gerade mal 4 Kilometer weit ueber die Stadt. Ueber der Dunstglocke sieht man aber wieder bereits die nahegelegenen andinen Skigebiete hinter Santiago - wunderschoen, wie majestaetisch die Berge hinter Santiago trohnen. Als wir vom Cerro wieder unten waren, mussten wi schleunigst eine neue Kneipe finden, in der Fussball gezeigt wird. Die fand sich auch recht schnell und so konnten wir das Deutsch-Hollaendische Duselspiel noch bis zum Ende verfolgen. In der Zwischenzeit hatten sich zwei Maedels in unserer Naehe niedergelassen, mit denen wir dann auch bald ins Gespraech kamen - Michaela aus dem Sauerland und Luisa aus Muenchen. In diesem Viertel hat man das Gefuehl, Santiago sei voller Deutscher. Naja, mit denen sind wir dann auch noch ein paar Stunden in der Kneipe geblieben. Michaela ist am Freitag geflogen und hat deshalb fuer Donnerstag Abend zu einer Abschiedsfeier geladen - da mussten dann meine Plaene, Santiago eigentlich schon zu verlassen, nochmal geaendert werden. Am Donnerstag sind Andy und ich wieder Steaks fruehstuecken gegangen - wahnsinn, das Fleisch ist hier schon auf argentinischem Niveau! Naja, und wie wir da so sassen, in den ersten richtigen Sonnenstrahlen Santiagos kam dann auch Luisa vorbei. Wir haben ne Runde geplaudert, spaeter stiess ihr Freund Johannes noch dazu, der gerade von einem Chile-Rund-Trip mit seinen Eltern wiederkam. Am Abend haben wir uns dann alle wieder getroffen, kauften in der City ein Abschiedsgeschenk und ein paar Flaschen guten Chilenischen und einen Pisco. Dann gings ab zu Michaela. Sie wohnte in einer Art Wg bei total netten Chilenen. Auf der Party tummelten sich dann auch Spanier, eine Peruanerin, Chilenen, ein Belgier und eine ganze Hand voll Deutsche. Als die Getraenke sich dem Ende neigten beschlossen wir, die PArty zu verlassen. Also sind wir mit Johannes, Luisa und Konstanze in den naechsten Stadtbusgesprungen und wieder ins Nightlifeviertel Bellavista gefahren. Auf dem Weg stellt Luisa dann fest, dass sie noch eine Weinflasche in der Tasche hat. Bloederweise hat keiner von uns ein Schweizer Messer dabei, also muessen wir uns im Bs umhoeren. HInter uns sitzt ein circa 45 Jahre alter Mann im Anzug und er hilft uns gerne weiter. So viel Freundlichkeit muss belohnt werden und wir bieten ihm auch von unserem Wein an - er nimmt dankbar an. Mehr noch, auf einmal zaubert er aus seiner Jacket-TAsche eine Flasche Pisco und laesst diese noch kreisen. Der Bus um uns herum ist in guter Stimmung  - eine schoene spontane Busparty. Spaeter bleiben wir noch in einer Bar in Bellavista haengen. Irgendwann nach Mitternacht bin ich dann mit dem Taxi nach Hause. Gestern bin ich dann nach spaeterem Aufstehen nachmittags aus dem sonnigen Santiago raus und bin mit dem Bus an die Kueste gefahren - Viña del Mar und Valparaíso werden wohl meine letzten Stationen am PAzifik sein. Kaum hier aufgeschlagen regnete es. Super, kaum hab ich mich ueber schoenes Wetter in Santiago gefreut, komme ich hier wieder in die Suppe. Also Gut, heute sieht es auch nicht viel freundlicher aus, und da ich keine tristen Bilder ins Netz stellen moechte, hab ich erstmal weiterhin auf Bilder verzichtet. Jetzt werd ich mir mal Weltkulturerbe-Stadt Valparaíso anschauen und heute Abend dann vielleicht nochmal nach Santiago fahren. Schliesslich will ich eigentlich in den naechsten zwei Tagen in Mendoza auf der anderen Andenseite stehen und endlich die Ski angeschnallt haben - ist ja schliesslich Winter hier.....

16.08.2005 um 16:31 Uhr

Santiago en Santiago

von: JaMue

Stimmung: Verregnet!

Ueber nacht bin ich also die knapp 1.500 Kilometer von Antofagasta in Nordchile runter nach Santiago geduest - in einem Bus, ich sage Euch - allererste Sahne. Das war ein angenehmes Geschaukel ueber Nacht, gar kein Vergleich zu den Schrottkisten in Bolivien, mit denen man dort ueber die Schotterpisten rattert. Und - die Strassen sind in Chile nicht nur asphaltiert - sie haben sogar auch Leitplanken und Markierung - wow, dass hab ich echt schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen. Gestern vormittag bin ich dann in Santiago gleich in das billigste Hostal aus meinem Footprint gesprungen, was sich dann auch als ein Sprung in die Klaergrube herausstellen sollte. Da ich aber keine Lust hatte, das Hostal sofort wieder zu wechseln, hab ich enstchieden, eine Nacht in diesem Loch zu bleiben, in dem man sich nun wirklich kaum traute, dass Bad zu betreten, da der Fussboden mit (benutztem) Klopapier gesaeumt war - ich hoffe, ihr esst grad nix. Gut, demensprechend war auch der Geruich auf dieser Huette delikat - mein Zimmer hatte wahrscheinlich auch schon seit Wochen keinen Besen mehr gesehen und da ich unter diesen Umstaenden nicht davon ausgehen konnte, frische Bettwaesche zu haben, entschied ich mich fuer meinen Freund - den Schlafsack. Das Hostal galt es tagsueber weitesgehend zu meiden und innerlich hatte ich mir bereits falschen Geiz vorgeworfen - andererseits schwor ich mir, am naechsten Morgen schnellstmoeglich die Herberge zu wechseln. Bin gestern dann also durch die Strassen Santiagos gelaufen und hab so gut wie keine Fotos gemacht - es ist trueb und bedeckt und da macht es einfach keinen Spass. Dachte mir, dass hole ich heute nach - prima und heute schuettet es wie aus Faessern - also wieder keine Pics - dafuer Zeit fuer organisatorisches im Internet und Mails. Bueno, und weil es in meinem Hostal so unertraeglich war, hab ich mich dann auch noch fuer einen Kinobesuch entschieden. Insgesamt sassen 5 Menschen in diesem schaebigen Saal, ich weiss nicht, was gestern los war, aber irgendwie war alles nicht so ganz nach meinem Geschmack. Auf jeden Fall war das Kino wirklich ein wenig komisch - jede zweite Reihe verfuegte ueber einen kaputten, schiefhaengenden Stuhl, wie als waeren die Vandalen vorher durchgezogen. Egal, ich hab mich eben auf die Película konzentriert - The Interpreter - ein maessiger Film mit Nicole Kidman und Sean Penn, der wenigstens einigermassen okay war. Heute morgen wurde ich also dann von Regentropfen (die, lieber Daniel H., gluecklicherweise nicht aufs Parkett fielen) am Fenster geweckt worden und gleich wieder an die Mission Hostal-Wechsel erinnert worden. Also Sachen gepackt und runter in den Regen gestellt - und wenn man ein Taxi braucht - ist naruerlich keins da. Spaeter kam dann eins  und das hat mich dann auch zur Jugendherberge gebracht - die ist zwar gleich doppelt so teuer wie mein bisheriges Domizil - dafuer aber sauber und heimelich. Naja, und heute regnet es wie gesagt den ganzen Tag - da laeuft auch nicht viel. Werd mich mal noch nach ein paar neuen Schuhen umschauen, da meine Samoas so langsam unter dem ganzen Gereise leiden - sie haben bereits Loecher vorn und das Leder verabschiedet sich auch schon - schade eigentlich, aber so werden sie es wohl nicht wieder nach Deutschland schaffen. Also, bis spaeter!

14.08.2005 um 16:45 Uhr

Potosí-Uyuni und mit dem Jeep durch die Wueste nach Chile

von: JaMue

Stimmung: Geerdet.

Am Montag bin ich also ueber Nacht mit dem Bus nach Potosí gefahren und hatte als Sitznachbarn Bernhard aus Passau. Also haben wir uns in Potosí gleich gemeinsam auf Hostalsuche gemacht und haben auch nach 2 Stunden bei Minustemperaturen durch die Stadt laufen letztendlich eins gfefunden. Nach 2 Stunden Schlaf stand dann auch schon ein Potosíaner in der Tuer und bot uns, noch im Schlafsack liegend, bereits eine Minentour fuer in einer Stunde an. Wir nahmen dankbar an und schaelten uns aus den Schlafsaecken. Um halb 10 stand dann der Tourguide vor dem Hotel und es ging los in Richtung aelteste Mine der Welt.

(Photo: Ein Argentinier)

Nachdem wir uns entsprechend in Schale geworfen hatten ging es unter Tage. Die Gaenge sind haeufig nicht hoeher als 1m50, also musste man sich haeufig gebeugt vorschieben. Unter Tage gab uns eine ehemalige Minenarbeiterin eine interessante Fuehrung. Schon die Incas hatten in dieser Mine Silber abgebaut und heute wird noch immer Zinn gefoerdert. Die Arbeiter arbeiten unter verdammt harten Bedingungen - 45 Bolivianos verdient ein Miñero hier am Tag, das sind gerade mal 5 Dollar und ein paar Cent mehr. Als die Spanier in Potosí eingefallen waren hatten sie den Reichtum der Mine natuerlich fuer die spanische Krone genutzt. Da sie aber zu faul zum selber arbeiten waren, haben sie im 16. und 17 Jahrhundert 8 Millionen Schwarze und Indianer verheizt. 8 Millionen Menschen sind allein in 2 Jahrhunderten unter spanischer Herrschaft in dieser Mine ums Leben gekommen. Haeufig mussten die Arbeiter 6 Monate am Stueck unter Tage bleiben, also auch Essen und Schlafen, bevor sie mal wieder das TAgeslicht sehen durften. Heute werden die Minen als Collectivos betrieben. Das heisst, die Minenarbeiter verkauefn ihren Ertrag an ihr Collectiv.

(Photo: Jakob Mueller)

Gearbeitet wird 9 Stunden am Tag - 12 Sprengungen gibt es im Schnitt am Tag - bei einer durften wir live dabei sein und dann rennen - die Druckwellen hatten einen aber gut dabei unterstuetzt, richtung Ausgang zu laufen. Um nicht muede zu werden kauen die Miñeros den ganzen Tag Kokablaetter. Ausserdem wird sich mit, achtung, 96%-igem (!!!) Schnaps warm und bei Laune gehalten - Dios mio, wir haben probiert und es hat mir bald den Hals weggefetzt. Nach 2einhalb Stunden in den dunklen Schaechten, die sich uebrigens auf rund 4.000 Metern befinden, waren wir dann endlich wieder draussen - endlich wieder frei atmen, aber es war verdammt interessant.

(Photo: Jakob Mueller)

Ich glaube, den Sicherheitsvorkehrungen nach waere diese Mine in Europa nicht zum arbeiten geoeffnet, geschweigedenn fuer touristische Minenfuehrungen, aber das machte sie auch so interessant.

Am fruehen Nachmittag haben wir uns dann noch eine Siesta gegoennt und wollten eigentlich zum Abendessen wieder auf den Beinen sein - allerdings steckte die Busfahrt offenbar doch noch zu tief in den Knochen, denn als wir um halb 12 nachts aufwachten beschlossen wir, das Abendessen zu kippen und weiterzuschlafen. Am Mittwoch sind wir dann mit dem Bus weiter ueber holprige Schotterpisten nach Sueden gefahren - Ziel: Uyuni!

(Photo: Jakob Mueller)

Am fruehen Abend sind wir in dieser tristen Stadt, die aussieht, als wuerde sie mitten in Sibirien liegen, angekommen. Die Temperaturen sind auch hier eher lebensfeindlich. Sobald die brennende Hoehensonne untergeht sinken die Temperaturen auf bis zu minus 20 Grad - wir hatten Glueck, in unserer Nacht gabs nur -18. Hab ich eigentlich schon erwaehnt, dass Heizungen und Oefen hier leider auch unbekannt sind?! Naja, mein Schlafsack tut einen guten Dienst. Bereits am Abend noch haben Bernhard und ich noch eine Jeeptour ueber die Salar de Uyuni, den groessten Salzsee der Welt, weiter durch die Wueste bis nach Chile gebucht. Danach war Abendessen und noch ein Kneipenbesuch angesagt - im Hotel konnte man sich schliesslich nur zum schlafen aufhalten und die Restaurants haben Heizstrahler - que bueno! Als wir also grad beim letzten Bierchen sassen, kamen wir mit zwei Amerikanerinnen aus San Francisco ins Gespraech - eine Stunde spaeter hatten sie uns auf Whisky und Zigaretten zu sich ins Hotel eingeladen. In den darauffolgenden Stunden entschieden sich dann Erin und Megan, noch am naechsten Morgen unsere Tour zu buchen und mit uns gemeinsam auf Tour zu gehen. Nach wenigen Stunden Schlaf standen wir dann auch um halb 11 zu viert vor der Agencia um auf unseren Jeep zu warten.

(Photo: Jakob Mueller)

Erin, Megan, Don Jakobo und Bernhard

Der Jeep wurde mit Essen, Trinken und unseren Rucksaecken auf dem Dach beladen und es ging los. Zuerst auf den Eisenbahnfriedhof, der wenige Kilometer vor Uyuni liegt - ein herrlicher Tummelplatz zum Fotos schiessen.

(Photo: Jakob Mueller)

Nach entsprechend vielen verknippsten Bildern fuhr uns Chofer Ricardo weiter an die Salar. Die Sonnenbrille wurde zum Pflichtutensil, weil das Salz mit der Sonne blendet, wie Schnee! A propos Schnee, jetzt kam die Nase doch noch in den Schnee:

(Photo: Ein Englaender)

Koksnasen im Paradies ;-)

Waehredn wir mit dem Jeep ueber den Salzsee rasen, scheift der Blick teilweise bis zum Horizont nur ueber Salz. Nach einer Weile erreichen wir mitten im Salzsee das Salzhotel. Das Gebaeude ist pur aus Salz errichtet, auch Sitze und Tische innen sind aus Salz - interessant aber freche Preise.

(Photo: Jakob Mueller)

Wieder weiter erreichen wir zum Mittagspicknick die Isla el Pescador - eine kleine Insel mit Kakteen inmitten dieser Salzwueste.

(Photo: Jakob Mueller)

Nach dem Mittagessen mussten wir die surreale Landschaft dann auch fuer ein erneut ausgiebiges und langes Fotoshooting nutzen - trotzdem leider zu wenig Zeit, man koennte sich fotografisch den ganzen Tag austoben.

(Photo: Bernhard Kirmeier)

Hmmmmjammi - Salz!!!!

(Photo: Bernhard Kirmeier)

Erin traegt Don Jakobo und Megan auf den Haenden

Spaeter haben wir dann schliesslich den Salzsee durchquert. Gegen fuenf kommen wir in einem kleinen Ort an und wir beziehen eine sehr primitive Herberge. Es gibt allerdings noch Elektrezitaet, zumindest fuer 2 Stunden. Um uns warm zu halten, haben wir Whisky dabei, auch der Rest der Gruppe freut sich ueber unsere Idee. Nach einer kalten Nacht, die Temperaturen fallen hier noch tiefer als in Uyuni in der Nacht, verlassen wir das Doerfchen am naechsten Morgen um 7 Uhr und fahren weiter durch die Einsamkeiot. Ueber Kilometer kommt kein Haus, kein Zeichen fuer Zivilisation und wir haben schwer damit zu tun, den Jeep mit unserer Koerperwaerme aufzuwaermen.

(Photo: Bernhard Kirmeier)

Als die Sonne aber rauskommt, wird es schnell warm im Jeep, draussen ist es allerdings nach wie vor sibirisch - der Wind ist eisig, der durch die Steinwueste zieht. Noch am vormittag passieren wir ein kleines Doerfchen.

(Photo: Jakob Mueller)

Und es geht weiter - Schotter, Staub, Wueste und Felsen - sonst nix! Aber beeindruckende Landschaft - hier will man nicht ausgesetzt werden.

(Photo: Jakob Mueller)

Auch der Jeep hat ab und zu zu kaempfen und es ist gut, das Chofer Ricardo bereits 15 Jahre Wuestentourenerfahrung hat - sie bringt uns sicher ueber jedes Hindernis.

(Photo: Jakob Mueller)

Am Nachmittag bekommen wir noch wunderschoenes Wildlife geboten, Llamas kreuzen unsere Pisten und wir kommen an Lagunen vorbei, an denen sich zahlreiche Flamingos tummeln - man fragt sich, was sie in dieser Einoede machen.

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Bevor wir unsere Herberge an einer Laguna mitten in der Wueste, knapp an der Grenze zu Chile erreichen, kommen wir erneut an interessanten Felsformationen vorbei - dem Arbol de Piedra - dem Steinbaum.

(Photo: Jakob Mueller)

Die folgende Nacht wird hundekalt - das Fenster unseres Steinkarres, Zimmer darf man es nicht wirklich nennen, ist eher ein Spass und die Tuer hat grosse Spalten. Der Kaelte geschuldet ist unser vergleichsweise zeitiges ins Bett gehen, ausserdem gibt es in diesem Alojamiento weder Strom noch fliessend Wasser - muy muy básico sozusagen. Am naechsten Morgen weckt uns Ricardo dann auch schon um 5. Wir wollen zum Sonnenaufgang an der Stelle Sol de Mañana sein - eine Stelle an der die Erde spuckt und faucht - heisse Geysire blasen Dampf meterweit in die Hoehe und es herrscht ein Laerm wie in einer Fabrik. Leider haben die Minusgrade meine Digicam total eingeschlaefert  - es geht nichts mehr, auch mit aufwaermen verweigert sie den Dienst.

(Photo: Jakob Mueller)

Um elf erreichen wir die Grenze zu Chile. Ricardo gibt uns unsere Rucksaecke vom Dach, wir stempekln uns aus und warten auf einen Bus, der uns aus der Wueste heraus nach San Pedro de Atacama bringt. Nach zwei Stunden werden wir vom letzten Bus, der zur Grenze kommt, abgeholt und eine Stunde spaeter sind wir legal in Chile. In San Pedro sind die Preise im Vergleich zu Bolivien wahnsinnig hoch und weil es eiegntlich nicht viel gibt, entscheide ich mich mit Bernhard gleich weiterzuziehen bis an den Pazifik. Bernhard wollte eigentlich mit dem Bus so schnell wie moeglich weiter nach Argentinien, der nachste geht aber erst am Dienstag - deshalb ab an die Kueste. Abends um acht kommen wir in Antofagasta am Pazifik an, beziehen ein Hotel mit in unseren Augen ein wenig dekadenten Preisen, guenstige Herbergen sind nicht zu finden, aber dafuer ist die Dusche heiss - wow und die brauchen wir nach drei Tagen muy básico auch dringend. Bei einem Stadtrundgang am Abend trifft mich dann doch der Kulturschock sehr hart - die Strassen sind sauber, es gibt eine Fussgaengerzone mit einer Shoppingmall an der anderen und es sieht aus wie in Spanien. Nach Bolivien, dem aermsten Land der Welt, wirkt hier alles so europaeisch, so verdammt reich und sauber.

Heute nacht werd ich wohl Antofagasta noch verlassen und mit dem Bus weiter in Richtung Sueden  ziehen. Valparaiso oder Santiago, das muss ich gleich mal am Terminal entscheiden. Beide Staedte stehen aber so oder so auf dem Programm und weit voneinander weg sind sie auch nicht.

PS: Freut ihr euch eigentlich schon auf meine Dias????? Also ich schon ;-)!

08.08.2005 um 14:19 Uhr

Downhill extrem - mit dem Bike die Routa de la muerte

von: JaMue

Stimmung: Handgelenke erholen sich, Arsch auch
Musik: Reggeaton

(Photo: Jakob Mueller)

Mein Bike - ein Rocky Mountain Flow

Am  Samstag hab ich mich DAFUER entschieden. Die Routa de la muerte, die gefaehrlichste Strasse der Welt von La Cumbre bei La Paz nach Coroico muss mit dem Mountainbike gemacht werden! Die Strasse fuehrt von 4.700 Metern in La Cumbre ueber 70 Kilometer nach unten in den Dschungel nach Coroico auf 1.100 Metern. Es gilt, ueber 3.500  Meter das Bike nach unten zu lenken, ueber eine Strasse, auf der im letzten Jahr allein 101 Menschen ums Leben gekommen sind. Zu eurer Beruhigung: die wenigsten davon waren Mountainbiker. Durchschnittlich stuerzt auf der Strasse im Monat mehr als ein Bus in teilweise mehr als 1.000 Meter Tiefe - kein Wunder, auf der Schlamm und Schotterpiste hat manchmal nicht einmal ein Laster Platz, der Aussenreifen muss dann schon mal ueber der Kante fahren in der ein oder anderen Kurve. Witzig wird?s dann erst, wenn auch noch Gegenverkehr herrscht - und das tut er! Aber soweit zur allgemeinen Einfuehrung. Noch mal schoen chronologisch. Am Samstag hab ich also eine Downhilltour auf der Death Road gebucht und Tanja und Christian auch davon ueberzeugt, dass das eine guuuute Idee ist. Am Abend ist ueberraschend Matthias aus Copacabana nach La Paz gekommen und er hatte Tanja auf der Strasse getroffen. Also haben wir ihn auch noch fuer den Downhillride gewonnen und ich hatte noch nen Schlafgast in meinem Zimmer. Am Morgen um 8 ging  es vor der Agentur von Downhill Madness los. Helme probieren, Handschuhe testen, Spritzhosen ueberziehen und Safety-Westen anlegen. Ausserdem: Bikecheck - hier erstmal nur, ob es passt. Die Agentur ist gut ausgestattet, sie faehrt nur mit Trek-Bikes und Rocky Mountain, die alle mit Magura-Scheibenbremsen ausgestattet  sind und bei denen eine Marzocchi-Federgabel die Schlaege auf die Handgelenke abfedert. Nachdem die Bikes auf dem Dach unserer zwei Kleinbusse untergebracht sind, fahren wir los. Eine Stunde mit dem Auto raus aus La Paz auf 3.800 Meter nach La Cumbre auf 4.650 Metern. Um halb zehn erreichen wir unseren Startpunkt.

(Photo: Jakob Mueller)

Die Bikes werden von den Daechern geholt und jetzt nocheinmal komplett gecheckt: Bremsen, Schaltung und Reifen. Nach einer kurzen  Sicherheitsinstruktion durch unsere Guides geht es los.

(Photo: Downhill Madness)

Das erste Stueck geht ueber Asphalt - der garantiert hohe Geschwindigkeiten, was wir allerdings nicht vollkommen ausnutzen koennen, da wir in den Wolken fahren, die Sichtweite liegt bei 10 Metern und man muss verdammt schnell reagieren, wenn ein lahmer Laster vor einem auftaucht. Dann heisst es, bremsen, Gegenverkehr checken und vorbeiziehen. Nach 10 Minuten machen wir einen ersten kurzen Stopp. Die Guides wollen wissen, ob mit den Bikes alles klar ist. Bei mir leider nicht. Mein Hinterrad schlaegt bei hohen Geschwindigkeiten irgendwo an und ich kann nicht alle Gaenge nutzen. Ich bekomme ein Ersatzbike - gleiche Ausstattung, ohne Schlaege und mit allen Gaengen. Es geht weiter ueber Asphalt nach unten. In rasendem Tempo jagen wir durch Kurven, ueberholen Busse und Laster. Immer in der Naehe unser Begleitfahrzeug, dass im Notfall schnell zur Stelle sein soll. Ich bin gerade in der Spitzengruppe mit einem der Guides, als ich bemerke, wie meine linke Kontaktlinse Probleme macht. Der Wind, der sich hinter der Sonnenbrille verwirbelt, hat meine Augen ausgetrocknet und die Kontaktlinse hat keinen Halt mehr. Ich spuere, wie sie mir aus dem Auge fliegt und entscheide blitzartig, anzuhalten. Also nach rechts raus aus dem Pulk und an die Seite. Meine Sicht ist alles andere als gut, aber ich habe Riesenglueck. Die Linse  haengt noch in der Sonnenbrille. Weil ich in einer ziemlich bloeden Kurve anhalten musste, stellt sich der Begleitbus hinter mich. Nach einer Weile und viel Spucke hab ich die Linse endlich wieder im Auge und jage wieder los - diesmal wird alles gegeben, schliesslich muss ich die Gruppe wieder einholen.

(Photo: Downhill Madness)

Don Jakobo auf Aufholjagd

Nach zehn Minuten bin ich wieder im Hauptfeld. Wir haben inzwischen ueber 20 Kilometer Asphaltdownhill hinter uns, als  wir uns mal wieder nach oben kaempfen muessen. Die Steigung ist nicht sonderlich steil, aber auf ueber 4.000 Metern bekommen die Lungen einfach nicht ausreichend Luft, die kleinste Steigung wird echt zum Problem. Nach diesem Anstieg bekommen wir die erste Verpflegungspause - Schokoriegel und Bananen.

(Photo: Downhill Madness)

Danach geht es durch einen Checkpoint bis zum Ende der Asphaltstrecke. Wir haben also die ersten knapp 30 Kilometer hinter uns - allen geht es gut, aber bisher war es ja auch noch nicht gefaehrlich. An der Stelle, an der die richtige Death Road, Todesstrasse oder Camino de la muerte losgeht, gibt es erneut Sicherheitshinweise von den Guides. Auf der Todesstrasse wird beispielsweise links gefahren, weil wir so eher sehen koennen, wenn ein Truck entgegenkommt und ausserdem so auch ein Frontalcrash in der Kurve vermieden werden kann.

(Photo: Jakob Mueller)

Der Anfang der Routa de la muerte - atemberaubende Blicke am Strassenrand -  nach unten!

Nachteil: Wir sind grundsaetzlich auf der Hangseite und die zeigt zuweilen ueber 1.000 Meter in die Tiefe. Nachdem sich Leute fuer die erste und zweite Gruppe gefunden haben legen wir los. Ich bin in der ersten Gruppe und wir muessen gerade am Anfang immer wieder stoppen, weil LKW entgegenkommen.

(Photo: Downhill Madness)

Es ist einfach zu gefaehrlich, an den meisten Stellen bei Gegenverkehr weiterzufahren. Dann ist die Piste weitesgehend frei. Der Guide vornweg jagen wir ueber Schotter, Steine, Staub und Schlamm nach unten. Rechts die steile Felswand nach oben, links der Abgrund - bloss die Augen auf der Strasse halten und hoechste Konzentration. Das Bike ist nicht gerade leicht ueber die Piste zu steuern, vor allem nicht bei diesen Geschwindigkeiten - die Arme haben zu arbeiten und und die Oberschenkel klemmen den Sattel ein, damit das Bike komplett unter Kontrolle bleibt, auch wenn man auf dem ein oder anderen Stein wegrollt. Mit atemberaubenden und auch angsteinfloesenden Blicken auf den Abgrund ist fuer ausreichend Testosteron und Adrenalin gesorgt - es ist schlichtweg geil.

(Photo: Downhill Madness)

Ab und zu rast das Herz, wenn man in einer Kurve recht spaet einen entgegenkommenden Bus bemerkt und es gerade so noch zur Seite schafft - manche Busfahrer halten es nicht fuer noetig, vor den uneinsichtigen (also fast allen) Kurven zu hupen, wie es eigentlich Gang und Gaebe ist auf der Todesstrasse und die tauchen dann auf einmal in der Kurve auf - da sind dann die Bremsen gefragt  - von Bike und Bus.

(Photo: Downhill Madness)

Gegen zwoelf machen wir eine Mittagspause auf einer groesseren Ausweichstelle. Wir werden aus dem Begleitfahrzeug mit Coca Cola und Sandwiches versorgt - die Organisation stimmt. Eine halbe Stunde spaeter setzen wir uns wieder in die Saettel. Es geht weiter. Unser Guide kuendigt an, dass wir von hier an rasanter fahren koennen, weil die Strasse ein wenig breiter wird. Er macht es vor und duest los. Ich folge eng auf, sowie drei Hollaender hinter mir. Ich habe leider keine freie Sicht mehr, weil der Guide mit seinem Bike wahnsinnig viel Staub aufwirbelt  -  ein Blick nach hinten verraet mir aber, dass es mir noch vergleichsweise gut geht als Zweiter - hinter unserer Spitzengruppe sieht man fast gar nichts mehr. Mit  genialen Spruengen ueber herausragende Steine stuerzen wir weiter in Richtung Coroico. Das Klima ist inzwischen schon subtropisch - ich verzichte aus Sicherheitsgruenden trotzdem nicht auf meine Jacke. Die Sturzgefahr ist nach wie vor einfach zu hoch. Das gejage macht einen Riesenspass, der ganze Koerper arbeitet , die Arme und Beine halten das Bike unter Kontrolle und die Augen beobachten abwechselnd die Bodenbeschaffenheit und die Strasse, um den Verkehr zu kontrollieren.

(Photo: Downhill Madness)

Kurz vor drei erreichen wir Coroico - das letzte Stueck ging ueber einen Singletrail bis zu einem Hostel. Wir steigen von den Bikes, sind fertig und supergluecklich zugleich - alle sind heil unten angekommen und das ist auch gut so. Nachdem wir aus unseren verstaubt-veschwitzten Sachen raus sind, ruft die Dusche. Ein Glueck, dass die Agentur diese Kooperation mit diesem Hostel am Fluss hat. Nach der Dusche goennen wir uns ein Siegerbierchen und wir bekommen ein herrliches Buffet - Haehnchen, Reis, Gemuese, Salat und Pasta - so ein geniales Buffet haette ich nie erwartet.

(Photo: Downhill Madness)

Fazit: Die Tour war ihr Geld wert - Guides super, Ausruestung und Bikes: keine Klagen und Versorgung: Wow!

Christian, Tanja und Matthias sind in Coroico geblieben, ich bin mit den Kleinbussen wieder zurueck nach La Paz, da ich die Todespiste nicht mit einem klapprigen Linienbus fahren wollte, der von einem uebermuedeten bolivianischen Busfahrer gesteuert wird. Wir wollten extra fruh starten, um die Routa de la muerte nicht im Dunkeln fahren zu muessen. 10 Kilometer bevor wir die Asphaltpiste erreichen geht es aber nicht mehr weiter  - Stau auf der Todesstrasse. Alles steht, es ist bereits dunkel, weil die Wolken das letzte Tageslicht schlucken und wir im dichten Nebel stehen. Nach drei Stunden warten und ein paar Meter Vorwaertskommen hat sich der Stau aufgeloest - viele Leute mussten organisieren, welcher LKW auf welchen Ausweichplatz faehrt - nicht einfach, wenn sich auf dieser Strecke fuenfzig Fahrzeuge von der einen sowie von der anderen Seite gegenueber stehen - wie gesagt, haeufig passt nicht mehr als ein Fahrzeug zwischen Fels und Abgrund. Viel zu spaet sind wir also wieder in La Paz zurueck, haben die Routa gleich in beiden Richtungen ueberlebt und sind gluecklich. Leider faellt um Mitternacht dann das Abendessen aus, aber immerhin mussten wir nicht auf der Routa uebernachten, wie wir zeitweise glaubten. Alles in allem ein erlebnisreicher, ein geiler Tag! Freunde, macht Downhill in Bolivien  - es ist schlichtweg grossartig.

Heute Nacht geht es fuer mich schon weiter. Potosi im Sueden steht auf dem Programm. Hier befinden sich mit die aeltesten Minen der Welt, in denen bereits die Incas Gold und Silber gefoerdert haben.

Und zum Abschied aus La Paz, gibts auch noch ein paar Fotos aus der hoechsten Hauptstadt der Welt.

Strassenlaeden verkaufen Opfergaben verschiedenster Art

Diese Busse sind das Transportmittel No.1 in La Paz

Die moderne Seite - Wolkenkratzer im Zentrum

Regierungspalast an der Plaza Murillo, der Hauptplaza in der Altstadt

05.08.2005 um 12:43 Uhr

Ciao Perú - finalmente llegar en Bolivia

von: JaMue

Das wurde aber auch langsam Zeit - eigentlich hatte ich ja nicht vor, mich einen ganzen Monat in Perú aufzuhalten, aber das Land hielt mich einfach so lange fest. Und noch immer gibt es dort Dinge, die ich leider nicht gesehen habe, obwohl ich bedeutend laenger als einen Monat dort war. Grund genug, wiederzukommen - seguro! Gestern Morgen bin ich noch mit Matthias in den Bus nach Copacabana gesprungen. Das liegt auf der bolivianischen Seite des Titicacasees. Nach zwei Stunden ueberquerten wir die bolivianische Grenze und gegen Mittag erreichten wir Copacabana.

Geklaut ueber Google-Bildsuche

Nach einem letzten gemeinsamen Bierchen hab ich mich dann in den naechsten Bus gesetzt und bin weiter nach La Paz "geduest". Geduest ist ein wenig uebertrieben, in Bolivien sind lediglich 5 Prozent der Strassen befestigt und das heisst, dass die Buss hier nicht sonderlich schnell vorankommen. Am Abend erreichte ich La Paz und man muss sagen, dass es hier schon relativ deutlich zu sehen ist, dass man sich im aermsten Land Suedamerika aufhaelt. Bisher hab ich zwar nochnicht viel von La Paz gesehen, aber viele alte koloniale Haueser im Zentrum sind am vergammeln und verfallen, die Busse, dei sich hier auf 4.000 Metern noch die Strassenberge hochquealen stammen offenkundig aus den 80ern und blasen entsprechend gut Abgase in die Luft. Die Strassen werden von unzaehligen Verkaeufern gesaeumt, die alles, von Fleisch ueber Schuhe bis hin zu Hygieneartikeln versuchen an den Mann zu bringen. Am Abend war ich mit Tanja und Christian hier arabisch essen, was ziemlich lecker war, und doch auch mal eine Abwechslung zu meiner sehr sehr italienisch angehauchten Ernaehrung darstellte. Die beiden waren schon auf unserer Inseltour dabei und haben sich in Copacabana schnell entschieden, doch gleich mit bis La Paz zu kommen. Tanja und Christian sind schon seit ueber einem Jahr unterwegs, haben in Mexiko angefangen und sind dann peu a peu nach unten gezogen. Jetzt wollen sie bis Weihnachten noch bis nach Argentinien und spaeter wieder hoch nach Venezuela - hach ja, Zeit muesste man haben. Mir bleiben hier in Bolivien wahrscheinlich nicht viel mehr alszwei Wochen und dann gehts schon weiter nach Chile - mir rennt naemlich so langsam die Zeit davon. Aber gut, ich werd das beste draus machen und mich jezt mal nach Fluegen erkundigen gehen ;-)

PS: Naechster Bericht wieder mit fotitas - den werdet ihr doch wohl auch mal ohne ueberleben.... ;-)))

03.08.2005 um 19:21 Uhr

Am hoechsten schiffbaren See der Welt - Lago Titicaca

von: JaMue

Stimmung: Mein Hals tut weh, aber das ist wohl das Klima hier.

Am Sonntag Morgen haben wir nach einer letzten langen Partynacht in Cuzco die ehemalige Hauptstadt der Inca verlassen und sind mit dem Bus am Vormittag in Richtung Lago Titicaca (Uebersetzt: der Puma-Felsen) gefahren. 6 Stunden haette die Fahrt dauern sollen, aber unser BUs gab ungefaher 40 Kilometer vor Puno auf und wir mussten auf einen Neuen warten. Nach einer Stunde war ein viel zu kleines Ersatzbuesschen angekommen und die Haelfte der Leute musste den restlichen Weg stehen. Ist aber halb so wild, weil´s ja, wie gesagt, nur noch 40 Kilometer waren, also noch ne gute Stunde. Wir kamen also gegen halb 8 im arschkalten Puno an, dass auf 3.800 Metern liegt. Die Tempertauren am Titicacasee gehen hier nachts auf bis zu minus 10 Gradf runter, tagsueber weht eine frische Brise ueber den See, allerdings prasselt dei Hoehensonne gleichzeitig dermassen stark auf die Gegend, dass es  fats unmoeglich ist, hier ohne Sonnenbrand rauszukommen. Okay, Sonntag abend hatten wir dann zunaechst ein Hotel klargemacht. Eigentlich wollten wir noch eine Tour ueber den See fuer Montag buchen, dank unserer Busverspaetung war dies aber nicht merh moeglich. Am Montag haben wir dann nach dem Fruehstueck nach sinnvollen Seetouren ausschau gehalten. Zwischenzeitlich kam uns die geniale Idee, mit einem Boot den Titicacasee zu ueberqueren und so nach Bolivien einzureisen. Nach 4 Stunden Small-Talks mit Fischern und anderen Bootsinhabern im Hafen, liessen wir aber so langsam von der Idee ab. Die einzigen, deio uns ueber den See nahc Bolivien bringen wollten, verlangten dermassen horrente Preise, dass ich fuer das Geld auch haette einen Heli chartern koennen. Frueher gab es aml Boote ueber den See nach Bolivien, hat aber leider keiner genutzt und so mussten wir diese Idee dann begraben. Am Hafen haben wir dann wenigstens eine zweitaegige Inseltour gebucht, die dann gestern gestartet ist.

(Photo: Jakob Mueller)

Blick vom Boot auf Puno

Morgens um 8 gings mit einer Barke im Hafen von Puno los und wir steuerten zunaechst auf die legendaeren schwimmenden Inseln der Uros zu. Die Uros bewohnen diese Schwimminseln seit Jahrhunderten, frueher hatten sie sich vor den Incas mit ihren Inseln auf den See gefluechtet, spaeter vor den Spaniern.

(Photo: Jakob Mueller)

Die schwimmenden Inseln der Uros

Die Inseln bestehen aus Tortora-Schilf, das in mehreren Lagen aufgeschichtet wird. Spaeter bildet sich durch dei unteren Lagen sogar eine art Humus, so dass die Uros sogar Kartoffeln auf ihren Schwimminseln kultivieren. Die Inseln sind mit Ankern im See festgemacht, koennen aber auch jederzeit den Ort wechseln. Bis heute weigern sich dei Uros, auf Festland umzusiedeln - das Einzige, was sie aus der neuen Zeit akkzeptieren, ist der Tourismus - mit dem verdienen sie sich jetzt den Hauptteil.

(Photo: Jakob Mueller)

Uro-Frau verkauft handgemachten Schmuck

Nach dem Besuch der Uros gings es fuer 3 Stunden durch grelle Sonne rueber auf die Insel Amamtani. Dort legten wir am Mittag an. Einige Dorfbewohner waren an den Hafen gekommen, um ihre Gaeste abzuholen. Wir haben auf der Insel die Nacht verbracht und weil es keine Herbergen gibt, werden die verschiedenen Touristen auf die Familien verteilt, was ziemlich cool ist.

(Photo: Jakob Mueller)

Neben dem Hafen waschen die Frauen die Waesche im Titicacasee

(Photo: Jakob Mueller)

Ein kleines Maedchen beobachtet gespannt das Treiben im Hafen

Wir sind bei Familie Filomena abgestiegen, die dummerweise ihr Haus voellig ab vom Dorf hatte. Dafuer allerdings verfuegte unsere doch sehr einfache, aber gemuetliche Habitacion, ueber eine Terasse mit Seeblick - traumhaft um erstmal ein Mittagsbierchen zu geniessen.

(Photo: Matthias Wenzel)

Am Nachmittag gab dann einer der Dorfbewohner fuer uns alle eine kleine Inselrundwanderung. Sie fuehrte uns auf die hoechste Stelle der Insel, wo der Tempel Pacha Mama und noch ein weiterer Tempel stehen.

(Photo: Jakob Mueller)

Blick von oberhalb der Insel

(Photo: Jakob Mueller)

Durch ein steinernes Tor glangt man zu den Tempeln

Beide werden fuer verschiedenen Zermonien der Naturreligionen genutzt. Auf dem Berg konnten wir dann schliesslich auch den Sonnenuntergang ueber dem Lago geniessen - und wieder einmal schlichtweg: traumhaft - mit en schneebedeckten Andenbergen Boliviens im Hintergrund.

(Photo: Jakob Mueller)

Sonnenuntergang ueber dem Titicaca-See

Heute Morgen wurden Matthias und ich dann etwas stressig geweckt. Filomena hatte die Zeitversaeumt. Eigetnlich sollte unser Boot um 7 Uhr die Insel verlassen, aber Filomena stand um 7:15 ein wenig ausser Atem mit dem Desayuno im Zimmer. Waehrend des Fruehstuecks musste sie dann auch immer wieder daraufhinweisen, dass wir eiegntlich schon am Hafen sein muessten, ihre Mutter kam dann auch noch vorbei und wies uns freundlicherweise ebenso daraufhin, genauso, wie ein Mann, dessen Familienzugehoerigkeit fuer uns eher schleierhaft blieb. NAchdem wir also unser herzhaftes Anden-Indio-Desayuno mit einem Coca-Tee runtergespuelt haben, machten wir uns rennenderweise auf den Weg zum Hafen. Dort legte unser Schiffchen bereits ab und an der letzten Kante des Kais erwischte ich dann aber doch noch die Barke - ufff! Unser naechstes Ziel war die Insel Taquile. Taquile besuchen viele Touristen mit einer Tagestour vopn Puno aus und die Taquilesen, dei korrekterweise Quechua heissen, haben sich auch schon voll auf den Tourismus eingestellt.

(Photo: Jakob Mueller)

Blick durch eines der "Stadt"-Tore auf Taquile

(Photo: Jakob Mueller)

Quechuas zeigen traditionelle Taenze auf der Plaza in Taquile

Die Preise schwanken zwischen hoch und unverschaemt und den Touris wird Kultur in Form von Musik und Tanz im Ueberfluss geboten. Mir persoenlich hatte unsere kleine Uebernachtungsinsel ohne jeglichen Schnickschnack bedeutend besser gefallen - irgendwie doch noch originaler als diese vom Tourismus eingenommene Insel Taquile. Am fruehen Nachmittag gings dann wieder drei Stunden ueber den See nach Puno.

(Photo: Jakob Mueller)

Fischerboot auf Touren

Schon beim Verlassen des Hafens von Taquile war Kaept´n Sixto ein wenig aufgeregt und komischerweise mussten wir alle mal wieder in dei Schwimmwesten schluepfen - ahh, kein Wunder, ein Boot der Kuestenwache hatte auf der anderen Seite des Hafens festgemacht. Ausser Sichtweite durften die unbequemen Dinger dann wieder abgelegt werden. Allerdings mussten wir sie zwei Stunden spaeter erneut ueberstreifen - Sixto hatte eine Kuestenkonrolle ein paar Kilometer vor uns entdeckt - also wieder drueber mit den Dingern. Die Kuestenwache hatte offenbar ihren Grosskontrollentag - alle Boote wurden gestoppt und ueberprueft. So kamen auch bei uns zwei Officer an Bord und inspizierten Barke und Passagiere mit kritischen Blicken - nach 5 Minuten durften wir aber weitertuckern. Ebenso wieder aus Sichtweite durften dann auch die Schwimmwesten wieder abgelegt werden.Puenktlich um 4 sind wir wieder in Puno eingelaufen und fuer uns wird es jetzt wohl die letzte Nacht hier. Ich werde Morgen ein wenig den Turbo einlegen und mit dem Bus frueh am Morgen direkt nach La Paz durchrauschen. Matthias hat ein wenig (nee, ziemlich viel mehr sogar!) mehr Zeit als ich und will deshalb noch ien paar Tage auf der bolivianischen Seite des Lago Titicacas chillen. Wir werden also ab Copacabana getrennte Wege gehen.