Nach einer Woche Buenos Aires bin ich nun schon wieder kurz davor, die Stadt vorerst wieder zu verlassen. Aber was ist in dieser Woche geschehen: Also: Ich hab im Hostal Tracey kennenglernt, eigentlich ein Texaner, der aber in Florida lebt und den Hauptteil seiner Zeit auf einem Schiff verbringt, wo er sowas wie 1. Offizier ist. Zurzeit hat er aber Ferien und verbringt die Zeit damit, das Nachtleben Lateinamerikanerischer Metropolen unter die Lupe zu nehmen. Nach meinem ausgiebigen Spaziergaengen durch Buenos Aires sind wir also Abends - also nach europaeischn Verhaletnissen eher morgens - auf die Piste gegangen. In Buenos Aires lohnt es sich nicht, muss man wissen, vor 2 oder halb 3 Uhr morgens auszugehen, weil da die Clubs noch gaehnend leer sind und die Leute hier eben erst so gegen 3 zum feiern bereit sind. Am Samstag wollte ich dann eigentlich mal gegen Mitternacht ins Bettchen gehen, weil Katrin am Sonntag um 12 Uhr auf dem Flugahfen in Eizeiza (so heisst der Internationale in Buenos Aires) landen sollte und man bis dahin auch eine Weile braucht. Naja, auf jeden Fall kam Tracey ins Zimmer, als ich schon im Bettchen lag und er meinte dann, dass ich doch nicht Samstag Nachts in Buenos Aires imBett verbringen koennte. Womit er ja auhc irgendwie recht hatte. Also hatte ich gesagt, ein bissl ausgehen koennte ja nicht schaden - aber lass uns doch schon ein bissl eher auf die Piste gehen - so um 1. Gesagt getan und im Nu bestraft worden. Wir haben ein Taxi runter an die Seeseite genommen und sind in einen der wohl angesagtesten Clubs Buenos Aires´ eingelaufen. Der Tuersteher meinte um halb 2: Ihr wisst schon, dass Ihr ziemlich frueh dran seid?! Jo - sagten wir und meinten, wir koennten ja auch erstmal was trinken. Drinnen angekommen zeigte sich dann das ganze Elend - keine Menschenseele - nur Personal und die DJs spielten sich gerade ein. Also gut, dachten wir, dann eben erstmal ein Bier. Gegen halb 3, der Club nach wie vor leer, gesellten sich zwei New Yorkerinnen zu uns, die ebenso ein wenig verwundert ueber die Leere waren. Also haben wi mit ihnen gequatscht und gegen halb vier fuellte sich der Laden langsam. Erst um 4 oder gar noch kurz danach konnte man sagen, dass er jetzt gut gefuellt sei - da sind die Argentinier echt ein wenig eigen. Ich mein, ich wusste, dass hier vor Mitternacht sowieso NIX und bis 1 auch eher wenig geht - aber dass sich der Club erst um 4 fuellte, war auch neu fuer mich. Naja, wir haben dann bis in den Morgen getanzt und um 9 klingelt dann mein Wecker um mich fuer den Flughafen fertig zu machen. Nachdem ich mir noch ne Muetze Schlaf mehr gegonnt hatte, wchte ich dann wieder um halb12 auf und amchte mir bereist Sorgen, dass ich es nicht mehr rehctzeitig an den Flughafen schaffen wuerde. Also ins naechste Taxi gesprungen und und losgeduest. Der Chofer war ein Profi, fuhr ueber die 5 spurigen Strassen Schlangenlinien um die anderen Autos drumrum und schaffte es, mich binnen 30 Minuten vors Terminal zu bringen. Das ist fast ein Rekord, weil man normalerweise mit dem Taxi mindesten 40 bis 45 Minuten rechnen muss - mit dem Bus sogar 3 Stunden. Kaum im Ankunftsbereich angekommen, kommt mir nach fuenf Minuten Warten auch schon Katrin entgegen und wir haben das gleiche Taxi zurueck ins Hostal genommen.
(Photo: Jakob Mueller)
Nachdem Katrin eingecheckt hatte, was ziemlich rasch ging, da ich fuer sie bereits eine Reservierung gemacht hatte, gings erstmal auf eine kleinere Sightseeing-Tour. Runter zum Hafen und dann dort in ein schoenes italienisches Restaurant.
(Photo: Jakob Mueller)
Alter Hafen in Bunos Aires
Frisch gestaerkt haben wir dann unsere Stadtrundgang durch San Telmo fortgesetzt. Gerade am Wochenende lebt dieser Stadtteil besonders. Auf den Strassen wird Ango getanzt, auf Maerkten werden Handarbeiten angeboten und es herrscht reger Publikumsverkehr.
Nach San Telmo war wir dann beide erstmal reif fuer eine Siesta. Katrin hatte ja doch einen langen Flug hinter sich und ich eine lange Nacht - hatte sich also ideal ergaenzt.
In der Nacht wollten wir eigentlich noch ausgehen. Allerdings hatten wir die Siesta erst gegen Mitternacht geendet und waren dann zu Abend Essen gegangen. Das ist uebrigens auch nicht ungewoehnlich hier - die Restaurants sind bis 2 Uhr gut gefuellt (im Gegensatz zu den Clubs). Allerdings hatten wir unsere Energien nach dem leckeren Essen nicht mehr recht aktivieren koennen und entschieden, den Plan vom Ausgehen zu kippen. War wohl auch gesuender.
Gestern haben wir dann den Sightseeing und Buenos-Aires-Kennlern-Trip fortgesetzt. Erst gings, beim schoenen Sonnenschein, in eines der schoensten Viertel Buenos Aires´- Recoletta. Dort liegt auch der Cementerio Recoletta - einer der bedeutendsten Friedhoefe Argentiniens, wenn man das weilende Publikum betrachtet.
(Photo: Jakob Mueller)
Eingang zum Friedhof in Recoletta
(Photo: Jakob Mueller)
Wie eine kleine Stadt - Gruften auf dem Friedhof
Saemtliche wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Groessen Argentiniens haben hier ihre letzte Ruhe gefunden, so auch die wohl allen spaetestens durch den Film Evita bekannte Eva Peron.
(Photo: Jakob Mueller)
Am Grab Eva Perons
Spaeter gings aus diesem feinen Viertel raus in eines der aermeren, aber dennoch interessanten VIertel - La Boca. Fussballfans durchaus durch den Club Boca Juniors geleaufig, zeichnet sich dieses Viertel, das einst vor allem von aermeren Immigranten okkupiert wurde, heute durch sein teils buntes Strassenleben aus. Bunt meint hier auch bunt im Sinnen von farbenfroh. Die alten Blechhuetten hatten die Bewohner immer haeufiger mit alten Schiffsfarben angemalt, so dass eine rotes Blechhaus neben einem blauen oder gelben steht - ein wunderschoenes Bild.

Bilder aus Boca geklaut von: friendlyplanet.com und horizonsunlimited.com
Nach La Boca haben wir es uns in einem Café im Zentrum gemuetlich gemacht. Am Abend fuehlten wir uns fit genug, auszugehen, aber es ist wieder mal nichts daraus geworden. Bloed, aber Montags ist wohl gaaaanz schlecht zum ausgehen in Buenos Aires. Wir sind in der Nacht in zwei eher halbseidene Bars reingestolpert. In beiden tanzten eher betagte Herren mit ziiiieeeeemlich jungen Huepfern.... hmmmm!
Egal, wir fanden uns damit ab, dass der Montag kein guter Tag ist und haben uns wieder auf den Heimweg gemacht.
Morgen frueh werden wir Buenos Aires verlassen und nach Iguacu fliegen. Dort gibt es dann erstmal ne ganze Menge Natur auf die Augen und Sonne auf die Haut. In Iguacu werden wir aber nur relativ kurz Weilen - am Samstag bringen uns die Freunde von Aerolinas Argentinas dann schon wieder tausende Kilometer nach Sueden, nach Nordpatagonien und zwar auf die Península Valdés.