Südamerika-News von Jakob

21.09.2005 um 11:31 Uhr

Recurrido en Alemania - Zurueck auf deutscher Scholle

von: JaMue

Stimmung: Traurig und gluecklich - dass muss sich erstmal rausstellen!
Musik: Bacilos - Caraluna

Ja, unglaublich, aber jetzt sitze ich schon wieder vor meinem eigenen Laptop im Hause meiner Eltern und bin seit ein paar Stunden wieder in Deutschland. Wie schnell doch manchmal ein halbes Jahr vergehen kann - unglaublich! Wenn ich mich zurückerinnere an meinen Abflug am 7. April, dann denke ich, dass ich im Flieger nach Quito sass und dachte: Mensch Junge, worauf haste dich da eigentlich eingelassen - ein halbes Jahr durch Suedamerika, ohne Freunde, ohne wirklich jemanden zu kennen und so weiter. Da hatte ich doch wirklich kurzzeitig schiss vor meiner eigenen Entscheidung bekommen. Aber jetzt kann ich sagen: ES WAR RICHTIG!!!! Ich habe ein halbes Jahr voller guter Erinnerungen hinter mir, habe viele neue Freunde gefunden, die teilweise auch auf der Reise waren, oder einfach nur in den Laendern lebten, die ich besuchte. Ich habe 6 Laender gesehen - zum Grossteil alles Neuland fuer mich und: Ich habe mich wohlgefuehlt. Ich habe von vielen Reisenden schlechte Sachen gehoert. Da waren eine ganye Menge Leute, denen entweder teilweise oder alles gestohlen wurde, da waren Leute, die ueberfallen wurden, da waren Leute, die bedroht wurden und eine Bekannte ist sogar bei einem Busueberfall vergewaltigt worden. Angesichts der vielen schlechten Erlebnisse, von denen mir viele Reisende auf dem Weg berichtet haben, kann ich fuer mein Glueck gar nicht dankbar genug sein. NIcht einmal habe ich mich bedroht gefuehlt, bis auf mein Taschenmesser ist mir nichts abhanden gekommen und die meisten Leute, die ich traf, wollten mir Gutes. Viele haben mir Tipps gegeben, haben mich auf Fiestas eingeladen und mir die Sprache beigebracht. Fuer all diese guten Erfahrungen und neuen Freunde und das nicht Vorhandensein persoenlicher schlechter Erfahrungen laesst mich nur eines sagen: DANKE, GRACIAS und THANK YOU - es war ne Geile Zeit!!!! Und: Ich wuerde es jederzeit wieder tun!
Noch kurz zum letzten Tag. Am Sonntag nacht haben wir Montevideo mit dem Bus verlassen und sind am Morgen in Buenos Aires eingetrudelt. Dann ging es erstmal in unser Interimszuhause - das Milonga-Hostal. Am Montag selbst haben wir dann eher ruhig gemacht, die letzten Besorgungen getroffen und den Abend mit einem Konzert in einem der bedeutendsten suedamerikanischen Konzerthaeuser - dem Teatro Colón gekrönt - was will man mehr. Gestern hat dann um 6 mein Wecker geklingelt und eine halbe Stunde spaeter stand auch schon das Taxi vor der Tuer - naja, und dann war es ja schon fast endgueltig fuer mich in Suedamerika fuer dieses Mal (!) vorbei. Eine halbe Stunde spaeter stand ich am Check-in und 2 Stunden spaeter wurde ich an Board der Boing 747-400 schon mit "ein schoenen guten Morgen" begruesst - spaetestens dann merkt man, dass der Urlaub, oder besser die Reise vorbei ist. Zawr will man sich noch mit einem trotzigen Buenos Dias dagegen wehren, aber es bringt nichts - mit dem Schritt an Board der Lufthansa-Maschine ist man eigentlich schon wieder in Deutschland. Schade eigentlich. Ich haett schon noch ne Weile so weitremachen koennen. Reisen ist wie eine Droge. Ist man einmal auf dem Trip gewesen, will man nicht mehr aufhoeren. Mit einem Untrschied zu herkoemmlichen Drogen - sie schadet nicht, sie hilft! In diesem Sinne, packt die Koffer, ich muss jetzt zum naechsten Reiseportal surfen. Und nochmal: Es war ne GEILE ZEIT!!! Muchísima Gracias!

18.09.2005 um 20:21 Uhr

Wahl- ... aehm Montevideo

von: JaMue

Stimmung: Gespannt angesichts der deutschen Farbenlehre.

Deutschland hat gewaehlt und jetzt wird alles anders.... hier bleibt erstmal alles gleich! Bueno, also wir fuer unseren Teil haben die Wahl groesstenteils im Internet in Montevideo verfolgt. Nachdem es uns heute Mittag bereits nach unserem Stadtspaziergang bereits ins Wahl.... - aehm Internetlokal getrieben hatte, hatten wir nach 2 Stunden nochmal eine Wahl-watching-Pause eingelegt und uns nochmal auf die Stadt konzentriert. Leider hat Montevideo augenscheinlich nicht wirklich viel fuer den Touristen zu bieten - die Stadt wirkt im Vergleich zu Buenos Aires relativ runtergekommen, es gibt zwar ne ganze Menge Bausubstanz, aus der man hier auch sicher viel machen koennte, aber die meisten schicken Haeuser verfallen so ein bissl vor sich hin. Ausserdem faellt auf, dass kaum Leute auf der Strasse unterwegs sind, was moeglicherweise ja auch daran liegen koennte, dass Sonntag ist. Naja, auf jeden Fall hatten wir recht schnell alles gesehen, was man sich laut Footprint hier auch anschauen kann und dann wollten wir uns eigentlich auch noch den 139 Meter hohen Cerro (Berg) anschauen, der der Stadt wohl irgendwann mal ihren Namen gegeben hat. Kaum sind wir mit dem Bus ans andere Ende der Stadt gefahren, ist die Gegend noch ein wenig heruntergekommener. An einer Flussmuendung in den Rio de la Plata haeuft sich der Muell und dazwischen haben sich einige Leute Blechhuetten zusammengenagelt. Mit dem naechsten Bus geht es noch naeher an den Cerro, die Gegend wird auch nicht wirklich belebter. Dummerweise verpasst der Busfahrer auch noch, uns wie versprochen Bescheid zu geben, wo wir raus muessen und so sagt er am Ende, wir sollen mal rueber zur naechsten Haltestelle gehen und dort auf ihn warten. Dort stehen wir dann eine kurze Weile. Vor uns verfallende Haeuschen, hinter uns Blech- und Holzhuetten bis zum Wasser. Zur rechten Seite schweift der Blick zu einer alten Fabrikanlage am Ufer, bei der wir nicht sicher sind, ob sie jemals in Betrieb war und bereits wieder zusammengefallen ist, oder ob sie vielleicht nie fertig geworden ist. Zur Linken schweift der Blick rueber ueber den Industriehafen zum Zentrum, wo graue Wolkenkratzer in die Hoehe schiessen. Auch sie sehen aus, als haetten sie schon bessere Zeiten gesehen. Beim Warten fuehlen wir uns langsam wie die praedestiniertesten Ueberfallopfer. Die Strassen im Viertel wirken nicht sonderlich sicher und irgendwie ist auch schon komisch, dass wir offenbar die einzigen sind, die sich den Cerro anschauen wollen. Nach einem eher schlechten Bauchgefuehl, beschliessen wir, uns mit dem Blick aus der Ferne auf den Cerro begnuegen zu wollen und fahren zurueck in die Stadt. Nach einer Staerkung sitzen wir jetzt wieder im Internetcafé und verfolgen die Wahlprognosen - spannend, spannend, spannend.

Allerdings auch teilweise lustig. Am meisten Freude hat mir persoenlich die Sueddeutsche Zeitung gemacht, die journalistisch eher unkonventionell offenbar in einer lustigen Redaktionsrunde die Wahlsendungen (und die Lindenstrasse) online live kommentiert hat. Wer das verpasst hat, sollte sich die fuenf Minuten fuer die Lachmuskeln vielleicht nochmal goennen.

Achso  Freunde, und zum Thema Wahlbeteiligung kann ich nur sagen: An unserer Abwesehenheit kann die schlechte Beteiligung nicht gelegen haben - auf der Suedamerikanischen Seite kann ich von 100%iger Wahlbeteiligung berichten. Damit zurueck in die bunte Republik.

Stopp: Da war ja noch was. Gestern haben wir uebrigens ein sehr schoenes Stueck Uruguay gesehen. Wir sind mit der Faehre morgens rueber nach Colonia del Sacramento - eine wunderschoene koloniale Stadt am Rio de la Plata. Die Stadt ist nicht umsonst Weltkulturerbe - wunderschoene restaurierte koloniale Haeuschen saeumen die Strassen, Strassencafés laden zum entspannen in der Sonne ein und die alten Autos aus den 20iger Jahren verleihen dieser Stadt ihren eigenen Charme - super, gechillt und wunderschoen. Urteil Uruguay: Es hat wunderschoene Seiten und Montevideo - muss man sich nicht unbedingt geben.

16.09.2005 um 14:58 Uhr

Wieder in Buenos Aires und doch schon fast wieder weg

von: JaMue

Stimmung: bissle muede
Musik: Shakira - No

Am Dienstag hatten wir nun endlich Glueck mit dem Wetter und der Hafen von Puerto Pyrámide offen. Gegen zwoelf gingen wir auf unser kleines Schiffchen und dann gings raus aufs Meer. Schon wenige hundert Meter vom Strand weg tauchen auf einmal fette schwimmende Inseln neben unserem Boot auf. Immer wieder lugt der Riesenkoerper aus dem Wasser, eine Fontaene steigt unter Pfeiffen und Roehren auf und die Insel taucht wieder langsam ins Wasser. Kurze Zeit springt ein anderer Waal quer durch die Luft und taucht mit lautem Platschen und einer Wahnsinns-Gischt wieder ins Wasser. Ein Hammer, wie diese Riesen ihre Tonnen Gewicht scheinbar problemlos aus dem Wasser heben und dann Meter weit durch die Luft fliegen. Spaeter kamen immer mehr Waale. Sie spielten und balzten neben dem Boot. Die Jungs sind relativ zutraulich, geben eine ordentliche Show, lassen sich feiern von den Whalewatching-Booten und kommen bis zu beruehren an die Boote ran. Nach einem verknippsten Film und anderthalb Stunde zwischen Waalen rumtreiben gings dann leider schon wieder zurueck in den Hafen.

Im Hafen durften wir dann die wohl schlechteste Paella unseres Lebens testen. Eigentlich waren wir davon ausgegangen, dass wir in einem Hafenoertchen mit einem Meeresgericht nichts falsch machen duerften, da hatten wir uns aber ordentlich getaeuscht. Die Paella kam in einem Schuesselchen, aufgeblaehter Reis schwamm in einer nicht wirklich zu definierenden Suppe, die Grete einer Sardine lugte zwischen durch (was macht eine verdammte Sardine in meiner Paella???) und ein paar Teile, offenbar aus Muscheln waren lieblos obenaufgeklatscht. Der Geschmack stand dem Aussehen dann auch in nichts nach - fad, farblos, der Fisch schmeckte eher alt und ausserdem fehlten jegliche Gewuerze. Es war das erste Mal, dass ich ein Gericht in einem Restaurant bereits nach 5 Loeffeln nicht mehr angeruehrt hab - pfui spinne!

Spaeter gings wieder zurueck nach Puerto Madryn. Am Mittwoch selbst haben wir kein volles Programm mehr gehabt, weil wir am Abend unseren Flug zurueck nach Buenos Aires hatten. Zurueck in BAires wollte ich mich eigentlich mit Andy, meinem Schweizer Kumpel, treffen. Leider funzt aber sein Nahtel (bei uns auch Funke) in Argentinien nicht und so konnte ich ihm nur eine Nachricht in seinem Hotel hinterlassen. Wir sind dann noch nachts mit einer Amerikanerin und einem Englaender in San Telmo in ein Pub gezogen und frueh nach Hause gekommen.

Gestern hatte Andy dann bereits mehrfach im Hostel angerufen, bevor ich auch nur ein Auge aufgetan hatte. Spaeter hat er mich dann auch erreicht und wir haben uns um fuenf vorm Teatro Colon getroffen. Da Wiedersehen wurde dann standesgemaess mit ein paar Quilmes in der Fussgaengerzone gefeiert.

Am spaeten Abend, gegen 10, haben wir uns alle wieder getroffen, diesmal zum Parilla (gegrilltes) essen. Fast drei Stunden waren wir im El Rancho und haben an unserer Grillplatte gearbeitet. Mit gut gefuelltem Bauch sind wir dann ins naechste Taxu gesprungen und haben uns nach Palermo Hollywood bringen lassen, was so ziemlich am anderen Ende der Stadt ist. Dort steht das Niceto, ein Club, in dem ich schon Anfangs mal mit Tracey war. Schliesslich war es der letzte Abend von Andy und seinem Kumpel und so mussten wir natuerlich auch nochmal ordentlich auf die Piste.

Heute wollten wir eigentlich nach Montevideo, aber mit dem Wissen, dass Andy und sein Kumpel den letzten Abend da sind, hatten wir schon relatuv schnell unsere PLaene geaendert. Wir muessen jetzt mal rausbekommen, ob wir noch heute Nacht mit dem Bus rueber nach Uruguay machen oder ob wir doch morgen frueh auf die Faehre springen. In Uruguay wollen wir bis Sonntag Abend bleiben und dann, ja dann, bleibt ja nur noch ein voller Tag Suedamerika - leider....

12.09.2005 um 19:56 Uhr

Unendliche Weiten, Pinguine und Seeelefanten hautnah - Patagonien

von: JaMue

Stimmung: beeindruckt!
Musik: nerviges Midi-Gedudel dringt von Katrins Rechner rueber

Am Samstag haben wir also das pudelwarme Iguacu verlassen und sind 3.000 Kilometer weiter nach Sueden geflogen. Mit einer Stunde Verspaetung sind wir in Trelew gelandet und dann direkt mit dem Flughafenshuttle nach Puerto Madry gefahren. Gluecklicherweise wusste uns der Busfahrer auch gleich ein Hostel zu empehlen und an seiner Empfehlung ist wirklich nichts auszusetzen. Veronika, die Hostel-Mutter, war dann auch gleich so gut und organisierte uns eine Tour auf die etwas noerdlich gelegene Península Valdés. Also mussten wir am Sonntag frueh raus, um 8 Uhr stand der Bus vor der Tuer. Dann ging es direkt in den Nationalpark. Die Halbinsel ist total karg, Baeume sieht man hier in freier Natur sowieso kaum und in der Steppe wachsen nur verkrueppelte Buesche. Dazwischen springen dann immer wieder Guanacos (Lama-Art), Wildkatzen und Stinktiere rum. Die Península ist total schoen, weil nach wie vor sehr unberuehrt. Lediglich die Busse der Agenturen duerfen in den Nationalpark rein und deshalb ist es dann wohl auch recht sauber.
Erster Stopp war Punta Delgada - ein Strand, an den vor allem Seeelephanten und Seerobben zum kalben herkommen. Man kann bis auf wenige Meter an die Tiere ran, ohne dass sie sich gestoert fuehlen und irgendwie ist es auch genial, die Tiere mal in freier Wildbahn zu erleben.
(Photo: Jakob Mueller)
Península Valdés - Wo der Atlantik auf Patagonien trifft
(Photo: Jakob Mueller)
Seerobben relaxen am Strand
(Photo: Jakob Mueller)
Farben, Freunde, unglaublich.

Danach ging es dann weiter zu einer kleinen Pinguinkolonie. Diese Viechter sind mal echt witzige Zeitgenossen. Buddeln ihr Bruthoelen, und watscheln im Frack durch die Gegend. Einfach cool:
(Photo: Jakob Mueller)

Eigentlich sollten wir dann wieder an den Eingang der Halbinsel fahren und dort ein Boot besteigen um Waale zu beobachten. Ungluecklicherweise war das Wetter aber ein wenig zu rauh und deshalb war der Hafen in Puerto Pyramide den ganzen Tag gesperrt. Egal, wir werden das Whalewatching morgen nachholen, und dann ist, hoffentlich, der Hafen offen.
Heute sind wir mit einer weiteren Tagestour in Richtung Sueden geduest. Etwa 200 Kilometer unterhalb von Puerto Madryn befindet sich die groesste Pinguinbrutstaette Suedamerikas - Punta Tombo. Es geht erst ewig ueber eine kilometerlang gerade Strasse in Richtung Trelew und dann auf Schotter weiter durch die Pampa.
(Photo: Jakob Mueller)
Routa 3 - Kilometer lang nichts - und geradeaus.

Nach 3 Stunden Fahrt sind wir am Punta Tombo angekommen. Dort watschelten schon die Pinguine am Nationalparkeingang rum und schienen einen Willkommen heissen zu wollen. Am Punta Tombo brueten jaehrlich weit ueber 400.000 Pinguine - ein ganz kleiner Teil der Region ist fuer Touristen zugaenglich gemacht. In diesem Gebiet koennen wir nicht nur beobachten, wie die Pnguine pfeilschnell Richtung Ufer schwimmen und dann lustig aus dem Wasser stolpern, die Pinguine sind dort auch so weit an Menschen gewoehnt, dass sie auch direkt am Wegesrand brueten und sich auch auf den Wegen einfach ihren Weg durch die Touristen bahnen.
(Photo: Jakob Mueller)
Ankoemmlinge aus Brasiien - zur Zeit "reisen" die Pinguine aus dem Norden an, in etwa 20 Tagen werden am Punta Tombo ueber 400.000 Pinguine zur Brut sein.
(Photo: Jakob Mueller)
Tausende Kilometer schwimmen sind nicht ganz ohne, deshalb wir erstmal ne Runde am Strand relaxt, bevor man sich watschelnder Weise weiter ins Landesinnere schlaegt, um einen idealen Brutplatz zu finden.
(Photo: Jakob Mueller)
Punta Tombo - die Gegend ist uebersaet mit Brutloechern und Nestern, die sich die Pinguine buddeln
(Photo: Jakob Mueller)
Pinguin chillt unter einem Busch

Nach dem wir die putzigen Jungs ausgiebig beobachtet haben ging es wieder ueber 100 Kilometer Schotter zurueck. Unser naechstes Ziel war Gaiman - eine walisische Siedlung suedlich von Trelew. Dort sieht es mal verdammt englisch aus, an den Haeusern haengt die walisische und die argentinische Flagge und die Hauptattraktion besteht in einem - wie soll es anders sein - Teehaus.
(Photo:Ein Spanier aus Burgos)
Dort haben wir dann auch ordentlich Teatime gemacht und uns die Baeuche mit leckeren Torten, Kecksen und Sandwiches vollgeschlagen - hmm lecker. Hab schon lange keine Torten mehr gegessen.
Spaeter gings dann mit einem Abstecher in das Praehistorische Museum in Trelew wieder zurueck nach Puerto Madryn.
(Photo: Jakob Mueller)
Windmuehle in der Einsamkeit Patagoniens

Morgen hoffen wir nun auf ruhige Seeverhaeltnisse - wir wollen endlich Waale und Delphine sehen. Also drueckt uns die Daumen.

09.09.2005 um 18:57 Uhr

Las Cataratas de Iguacu und endlich wieder warm!!!

von: JaMue

Stimmung: Fussmuede

Am Mittwoch sind also Katrin und ich in den Flieger gestiegen und sind nach anderthalb Stunden in Puerto Iguacu gelandet. Raus aus dem winterlichen Buenos Aires hoch in die Tropen an die Grenze zu Brasilien und zu einem der faszinierendsten Wasserfaelle auf der Welt - den Cataratas de Iguacu. Obwohl es fuer mich hier bereits das zweite Mal ist, habe ich mich trotz allem wieder wahnsinnig drauf gefreut, weil die Faelle einfach grossartig und beeindruckend sind - da schadet es nicht, ein zweites Mal da zu sein. Am Mittwoch selbst haben wir dann noch die noetigen Erkundungen eingeholt, wie wir ohne  Tour auf die brasiianische Seite der Faelle kommen usw usf.

Donnerstag sind wir dann in einen Colectivo gesprungen und rueber nach Brasilien geduest. Die brasilianische Seite sollte man jha grundsaetzlich hier als erste besuchen, weil sie einfach mit ihren Panorama-Blicken einen guten Ueberblick ueber die Faelle gibt.

(Photo: Jakob Mueller)

Also haben wir uns einen halben Tag in Brasilien aufgehalten und die Wassermassen erstmal eher von weiter weg runterstuerzen sehen - geil. Im gesamten Nationalparkgebiet muss man sich ein bissl vor Waschbaeren hueten. Die Tierchen sind inzwischen so stark an die Touristen gewohnt, dass sie bereits beim Rascheln einer Tuete aus dem Gebuesch jagen und sich auf die Tuete stuerzen. Als ich mich fuer ein Foto bueckte, hatte ich im Nu einen kleinen Waschbaeren am Ruecken, der dort nach Essbaren in meinem Rucksack suchte. Naja, ud wenn die Touristen die kleinen Racker nicht gerade verbotenerweise fuettern, dann wissen sie sich inzwischen in der Zivilisation auch selbst zu helfen:

(Photo: Jakob Mueller)

Am Abend haben wir uns dann den Sonnenuntergang in Tres Fronteras, etwas ausserhalb von Puerto Iguacu gegoennt. Tres Fronteras ist die Ortsspitze der Stadt, an der der Rio Igucu und der Rio Paraná zusammenfliessen. Gegenueber ist Brasilien und zur linken Seite schaut man nach Paraguay rueber - ist ganz nett.

Heute haben wir die Schokoladenseite der Iguacu-Faelle besucht -  die Argentinische. Ja, viel gibt´s net zu sagen - deshalb Fotitas:

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

Morgen frueh gehts wieder zum Flughafen und raus aus den angenehmen tropischen Temperaturen. Dann muessen wir uns wieder an Temperaturen um 9 Grad gewoehnen, denn wir fliegen circa 1.500 Kilometer nach Sueden. Naechstes Ziel ist die Península Valdés, wo wir hoffen, neben Pinguinen und Robben vor allem auch Bekanntschaft mit Waalen zu machen. Hoffen wir mal.

06.09.2005 um 21:54 Uhr

Wieder mal ein Josten

von: JaMue

Nach einer Woche Buenos Aires bin ich nun schon wieder kurz davor, die Stadt vorerst wieder zu verlassen. Aber was ist in dieser Woche geschehen: Also: Ich hab im Hostal Tracey kennenglernt, eigentlich ein Texaner, der aber in Florida lebt und den Hauptteil seiner Zeit auf einem Schiff verbringt, wo er sowas wie 1. Offizier ist. Zurzeit hat er aber Ferien und verbringt die Zeit damit, das Nachtleben Lateinamerikanerischer Metropolen unter die Lupe zu nehmen. Nach meinem ausgiebigen Spaziergaengen durch Buenos Aires sind wir also Abends - also nach europaeischn Verhaletnissen eher morgens - auf die Piste gegangen. In Buenos Aires lohnt es sich nicht, muss man wissen, vor 2 oder halb 3 Uhr morgens auszugehen, weil da die Clubs noch gaehnend leer sind und die Leute hier eben erst so gegen 3 zum feiern bereit sind. Am Samstag wollte ich dann eigentlich mal gegen Mitternacht ins Bettchen gehen, weil Katrin am Sonntag um 12 Uhr auf dem Flugahfen in Eizeiza (so heisst der Internationale in Buenos Aires) landen sollte und man bis dahin auch eine Weile braucht. Naja, auf jeden Fall kam Tracey ins Zimmer, als ich schon im Bettchen lag und er meinte dann, dass ich doch nicht Samstag Nachts in Buenos Aires imBett verbringen koennte. Womit er ja auhc irgendwie recht hatte. Also hatte ich gesagt, ein bissl ausgehen koennte ja nicht schaden - aber lass uns doch schon ein bissl eher auf die Piste gehen - so um 1. Gesagt getan und im Nu bestraft worden. Wir haben ein Taxi runter an die Seeseite genommen und sind in einen der wohl angesagtesten Clubs Buenos Aires´ eingelaufen. Der Tuersteher meinte um halb 2: Ihr wisst schon, dass Ihr ziemlich frueh dran seid?! Jo - sagten wir und meinten, wir koennten ja auch erstmal was trinken. Drinnen angekommen zeigte sich dann das ganze Elend - keine Menschenseele - nur Personal und die DJs spielten sich gerade ein. Also gut, dachten wir, dann eben erstmal ein Bier. Gegen halb 3, der Club nach wie vor leer, gesellten sich zwei New Yorkerinnen zu uns, die ebenso ein wenig verwundert ueber die Leere waren. Also haben wi mit ihnen gequatscht und gegen halb vier fuellte sich der Laden langsam. Erst um 4 oder gar noch kurz danach konnte man sagen, dass er jetzt gut gefuellt sei - da sind die Argentinier echt ein wenig eigen. Ich mein, ich wusste, dass hier vor Mitternacht sowieso NIX und bis 1 auch eher wenig geht - aber dass sich der Club erst um 4 fuellte, war auch neu fuer mich. Naja, wir haben dann bis in den Morgen getanzt und um 9 klingelt dann mein Wecker um mich fuer den Flughafen fertig zu machen. Nachdem ich mir noch ne Muetze Schlaf mehr gegonnt hatte, wchte ich dann wieder um halb12 auf und amchte mir bereist Sorgen, dass ich es nicht mehr rehctzeitig an den Flughafen schaffen wuerde. Also ins naechste Taxi gesprungen und und losgeduest. Der Chofer war ein Profi, fuhr ueber die 5 spurigen Strassen Schlangenlinien um die anderen Autos drumrum und schaffte es, mich binnen 30 Minuten vors Terminal zu bringen. Das ist fast ein Rekord, weil man normalerweise mit dem Taxi mindesten 40 bis 45 Minuten rechnen muss - mit dem Bus sogar 3 Stunden. Kaum im Ankunftsbereich angekommen, kommt mir nach fuenf Minuten Warten auch schon Katrin entgegen und wir haben das gleiche Taxi zurueck ins Hostal genommen.

(Photo: Jakob Mueller)

Nachdem Katrin eingecheckt hatte, was ziemlich rasch ging, da ich fuer sie bereits eine Reservierung gemacht hatte, gings erstmal auf eine kleinere Sightseeing-Tour. Runter zum Hafen und dann dort in ein schoenes italienisches Restaurant.

(Photo: Jakob Mueller)

Alter Hafen in Bunos Aires

Frisch gestaerkt haben wir dann unsere Stadtrundgang durch San Telmo fortgesetzt. Gerade am Wochenende lebt dieser Stadtteil besonders. Auf den Strassen wird Ango getanzt, auf Maerkten werden Handarbeiten angeboten und es herrscht reger Publikumsverkehr.

Nach San Telmo war wir dann beide erstmal reif fuer eine Siesta. Katrin hatte ja doch einen langen Flug hinter sich und ich eine lange Nacht - hatte sich also ideal ergaenzt.

In der Nacht wollten wir eigentlich noch ausgehen. Allerdings hatten wir die Siesta erst gegen Mitternacht geendet und waren dann zu Abend Essen gegangen. Das ist uebrigens auch nicht ungewoehnlich hier - die Restaurants sind bis 2 Uhr gut gefuellt (im Gegensatz zu den Clubs). Allerdings hatten wir unsere Energien nach dem leckeren Essen nicht mehr recht aktivieren koennen und entschieden, den Plan vom Ausgehen zu kippen. War wohl auch gesuender.

Gestern haben wir dann den Sightseeing und Buenos-Aires-Kennlern-Trip fortgesetzt. Erst gings, beim schoenen Sonnenschein, in eines der schoensten Viertel Buenos Aires´- Recoletta. Dort liegt auch der Cementerio Recoletta - einer der bedeutendsten Friedhoefe Argentiniens, wenn man das weilende Publikum betrachtet.

(Photo: Jakob Mueller)

Eingang zum Friedhof in Recoletta

(Photo: Jakob Mueller)

Wie eine kleine Stadt - Gruften auf dem Friedhof

Saemtliche wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Groessen Argentiniens haben hier ihre letzte Ruhe gefunden, so auch die wohl allen spaetestens durch den Film Evita bekannte Eva Peron.

(Photo: Jakob Mueller)

Am Grab Eva Perons

Spaeter gings aus diesem feinen Viertel raus in eines der aermeren, aber dennoch interessanten VIertel - La Boca. Fussballfans durchaus durch den Club Boca Juniors geleaufig, zeichnet sich dieses Viertel, das einst vor allem von aermeren Immigranten okkupiert wurde, heute durch sein teils buntes Strassenleben aus. Bunt meint hier auch bunt im Sinnen von farbenfroh. Die alten Blechhuetten hatten die Bewohner immer haeufiger mit alten Schiffsfarben angemalt, so dass eine rotes Blechhaus neben einem blauen oder gelben steht - ein wunderschoenes Bild.

 

Bilder aus Boca geklaut von: friendlyplanet.com und horizonsunlimited.com

Nach La Boca haben wir es uns in einem Café im Zentrum gemuetlich gemacht. Am Abend fuehlten wir uns fit genug, auszugehen, aber es ist wieder mal nichts daraus geworden. Bloed, aber Montags ist wohl gaaaanz schlecht zum ausgehen in Buenos Aires. Wir sind in der Nacht in zwei eher halbseidene Bars reingestolpert. In beiden tanzten eher betagte Herren mit ziiiieeeeemlich jungen Huepfern.... hmmmm!

Egal, wir fanden uns damit ab, dass der Montag kein guter Tag ist und haben uns wieder auf den Heimweg gemacht.

Morgen frueh werden wir Buenos Aires verlassen und nach Iguacu fliegen. Dort gibt es dann erstmal ne ganze Menge Natur auf die Augen und Sonne auf die Haut. In Iguacu werden wir aber nur relativ kurz Weilen - am Samstag bringen uns die Freunde von Aerolinas Argentinas dann schon wieder tausende Kilometer nach Sueden, nach Nordpatagonien und zwar auf die Península Valdés.

 

 

 

01.09.2005 um 15:24 Uhr

Von Reportern verfolgt?

von: JaMue

Musik: Manu Chao

Was ich erst vor wenigen Wochen  gemacht habe , hat jetzt auch DER SPIEGEL als feines Reisethema entdeckt - eine Jeeptour durch die Salar de Uyuni. Einziger Unterschied: die Jungs  haben die Tour andersrum gemacht und sind von Argentinien aus rein. Also, wer sich grad auf Arbeit oder zu Hause langweilt und noch nicht genug von meinen Berichten hat, dem sei der Spiegel-Artikel empfohlen.

Falls der  Link nicht funzt -  dann einfach folgende Adresse kopieren:

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,372155,00.html

Viel Spass!