Stimmung: Etwas zerknittert vom zu langen Mittagsschlaf
Musik: ecuadorianischer Hiphop - seltsam
Seit Ende der Woche wohnen in meinem Apartment auch zwei Amerikanerinnen - Chris und Sierra. Mit den beiden hab ich dann gestern Abend mal die Partyszene in Quito getestet. Eigentlich wollten mich die beiden in eine Gay-Disse zerren, aber die hatte dann dank ihrer unverschaemten Eintrittspreise (10$ - und das in Quito) verloren. Die beiden waren eigentlich so scharf auf diese Location, weil sie sich nicht die ganze Nacht von irgendwelchen uebereifrigen Latinos anmachen lassen wollten - daraus war wohl dann nix geworden. Ein paar Ecken weiter in Gringolandia (das ist der moderne Teil Quitos und wird von den Quiteños so genannt, weil sich dort die gesamte europaeische und nordamerikanische Touristerei tummelt) checkten wir dann im Encuentro ein - ein wirklicher Minischuppen mit allerfeinster NRJ-Musik. Auch hier hielten wir, angesichts der ungelogen 70 qm-Location, den Eintritt von 6$ fuer ueberzogen. Die Tatsache, dass Drinks gratis waren, aenderte unsere Meinung. Bis 2 tanzten wir mit einer Hand voll (immer betrunkener werdender) Briten in diesem Minischuppen, dann machte der Laden dicht. Weil Barkeeper Laurent aus Argentinien und ein paar DJs auch noch a bissl Party machen wollten, luden sie uns in die naechste Disse ein. Also schnappten wir uns zwei Taxen, stopften Englaender, Amerikaner, Deutsche, Ecuadorianer und Argentinier hinein und fuhren durch das naechtliche Quito, immer dem vorderen Taxi hinterher. Wo wir am Ende genau waren, kann ich nicht sagen, was allerdings nicht an meinem Alkoholkonsum lag. Die Disse, in die wir letzendlich hineinschluepften erinnerte ein wenig an das Nachcafé limited in Leipzig, nur das sie wesentlich groesser war. Was die Musi angeht, so spielen die hier nahezu das Gleiche wie in Europa, was allerdings vermutlich auch daran liegt, dass wir in Gringolandia unterwegs waren. Gegen fuenf waren wir wieder zu Hause. Um 7 klingelte mein Wecker, weil ich nach Otavalo wollte - einer Stadt 2 Stunden im Norden von Quito. Hab ich auch geschafft. Etwas muede und mit zwei Colaflaschen im Gepaeck hab ich um halb 10 nen Bus genommen. Hier in Otavalo gibt es einen riesigen Samstagsmarkt mit Handarbeiten von Indios, Klamotten, allen moeglichen Fruechten und jede Menge technischer Schund. Am Nachmittag wollte ich eigentlich ein bisschen in der Umgebung wandern gehen, ein Gewitter und PLatzregen machten aber meinem Plaene zu Nichte. Naja - da konnte ich wenigstens den fehlende Schlaf der Vornacht nachholen - auch fein. Wanderung dann zum Tage der Papa-Einfuehrung.
Gibt es Fotos von Chris und Sierra (S I E R R A?! Hammer! Hat sie noch einen zweiten Vornamen? Z.B. Leone?)