Südamerika-News von Jakob

30.05.2005 um 14:07 Uhr

Mal wieder nach Quilotoa

von: JaMue

Stimmung: naja, mit nem sinnvollen Hals koennte sie besser sein

Seit Mitte letzter Woche kaempfe ich hier am Aequator mit einem ziemlich boesen Halskasper. Ich dachte eiegntlich nicht, dass er in irgendeiner Form einer Erwaehnung wert waere, da er mich aber nun schon fast drei Tage in Folge die Stimme gekostet hat, hat er sich also auch seinen Platz im Onlinetagebuch verdient. Im Uebrigen ist mein Halskasper wirklich ein resistentes Buerchschen - seit Donnerstag bekaempfe ich ihn sogar medikamentoes, aber er schert sich leider einen Dreck darum. Ist ja nicht so, dass ich in der Sprachschule nicht reden muesste... ;-(

Trotz allem hab ich mich am Freitag von Diego dazu breitschlagen lassen, mit anderen Schuelern nach Quilotoa zu fahren, wo ich bereits am Anfang meines Trips schon mal war.

 

(Photo: Jakob Mueller)

Diesmal allerdings sollte ich mal Guide sein, weil Diego das Wochenende lieber in Quito verbringen wollte. Am Freitag entschieden wir dann recht spontan, noch in der Nacht einen Bus zumindest grob in die Richtung zu nehmen.

(Photo: Jakob Mueller)

In Latacunga sind wir dann nachts in einem Hotel am Hauptplatz abgestiegen, das fuer seinen Preis von 8 Dollar ziemlich wenig zu bieten hatte. Mich erinnerte es eher an eine tschechische Jugendherberge, aber gut. Samstag morgen sind wir dann recht zeit mit Taxifahrer Pedro zum Terminal Terrestre geduest, um dort den Bus nach Zumbahua zu nehmen. Mein einziges Ziel auf diesem Trip war, den Krater in Quilotoa diesmal zu umrunden. Als ich das erste mal dort war, waren wir nur ein bisschen auf dem Kraterrand spazieren gegangen, weil Adriana wenig vom Wandern hielt - diesmal konnte ich meinen Freunden Sprachschulkollegen einfach sagen, dass wir das machen ;-).

Noch am Morgen haben wir in Zumbahua kurz ueber den Markt geschaut

(Photo: Jakob Mueller)

(Photo: Jakob Mueller)

 

(Photo: Jakob Mueller)

und sind dann in einem alten Fordbus hoch auf 4.000m Hoehe nach Quilotoa gefahren. Dort bezogen wir fix die Cabañas Quilotoa und kurz darauf machten wir uns auch schon auf zur Kraterumrundung. Mein Guide sagt, dass man dafuer etwa 6 Stunden benoetigt, so richtig konnte ich mir das nicht vorstellen.

Meinen Mitkaempfern hatte ich die Tour als "leicht" beschrieben, was ich spaeter ein wenig korrigieren musste.

(Photo: Jakob Mueller)

(v.l.n.r. Barbara (BRD), Erik (USA), Melanie (BRD), Nick (UK) und vorn Meinereinerseiner (BRD)

Auf jeden Fall genossen wir vom Kraterrand aus atemberaubende Blicke auf den gruen-leuchtenden Kratersee und ich denke die Landschaft war letztendlich die Strapazen wert.

(Photo: Jakob Mueller)

Das mussten dann auch meine Sprachschulkollegen eingestehen, wenngleich ich meinerseits eingestehen musste, dass es sich doch nicht um einen "easy walk" gehandelt hatte, sondern doch eher einem "hike" nahegekommen war. Am Abend wieder zurueck in unserer Huette gabs das wohlverdiente Bierchen, dass allerdings Erik aus den USA wohl aufgrund der Hoehe leider nicht so bekam. Er hatte sich bereits kurz nach dem Genuss ins Bett verabschiedet. Die Nacht war arschkalt - eisiger wind fegte die ganze Nacht durch die Ritzen und ich hatte dummerweise meinen schoenen, warmen Schlafsack in Quito gelassen. Ich schlief dementsprechend kurz und war schon um 6 wieder auf den Beinen. Zumindest hatte ich mich bis in den Essraum zum Ofen geschleppt um dort die ersten Waermestrahlen zu erhaschen. Ich hatte Quilotoa nicht SO kalt in Erinnerung und ich glaube auch, dass es das letzte mal wesentlich angenehmere Temperaturen in der Nacht gab, aber beim naechsten Mal (obs das nochmal gibt?) ist der Schlafsack auf Jedsten mit von der Partie. Am Sonntag fiel es mir dann schwer, Barbara (Deutschland), Melanie (Deutschland), Nick (GB) und Erik (USA) davon zu ueberzeugen, dass der Weg zu Fuss nach Zumbahua wirklich ein "easy walk" ist. Letztendlich bekam ich sie aber doch dazu, nicht mit dem Pickup ins Tal zu duesen, sondern den Weg binnen 3 Stunden nach unten zu laufen - am Ende waren sogar sie froh, dass sie sich dafuer entschieden hatten. In  Zumbahua huepften wir dann sogleich in einen stinkenden Bus und fuhren nach Pujili, wo wir uns noch einen Markt anschauten.

(Photo: Jakob Mueller)

Nick und ich hatten dort das erste mal eine ecuadoriansche Getraenkespezialitaet probiert: "Batido" - das ist Saft gemixt mit Bier, Eiern, Karamel und Bananen. Wegen der Eier hatte ich so meine Bedenken, aber ich muss sagen: War gar nicht so schlecht. Hinzu kam, dass Erik zahlen musste, weil er der festen Ueberzeugung war, wir wuerden das Gebraeu nicht trinken, aber da hatte er sich getaeuscht. Am Abend waren wir dann wieder in Quito und ich musste feststellen, dass unser Apartment inzwischen zum Bersten voll ist. Eine Neuseelaenderin und noch ein Englaender sind ueber das Wochenende angekommen und Wohnen jetzt auch in der Wohnung. Im allgemeinen praktiziere ich zurzeit 60 Prozent Englisch und 40 Prozent Spanisch. So richtig passt mir das nicht, aber die neuen koennen leider alle noch kein Wort in Spanisch, so dass wir zu Englisch gezwungen sind. Allerdings verlangsamt das wirklich ein wenig den Lernerfolg im Spanischen - aber da kann man nix machen. Noch zwei Wochen werd ich die Sprachschule machen und mich dann auf den Weg nach Sueden machen. Naechstes Wochenende gilt es erstmal um Karten zu kaempfen - Karten fuer das WM-Qualispiel Ecuador vers. Argentinien in Quito. Hoffe, dass wir fuer den doppelten Preis noch Karten auf dem Schwarzmarkt bekommen koennen - das Spiel ist naemlich eigentlich schon ausverkauft - aber die Chancen stehen wohl gut. Drueckt also bitte mal die Daumen. Ausserdem bin ich grad am Ueberlegen, ob ich mir noch einen Cotopaxi-Besteigung antun moechte - ich hab grosse Lust dazu, aber dazu muss ich wieder topfit sein. Moeglicherweise in zwei Wochen - Nick hat auch schon daran Interesse bekundet. Soweit erstmal aus dem ecuadorianischen Leben, morgen oder uebermorgen gibts noch Fotos zu diesem Bericht. Ciao ciao.

 

PS: Jetzt sind sie da, die Photos. 01.06.2005 - 15:55 Ecuzeit

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. MoreThanMeetsTheEar schreibt am 31.05.2005 um 22:14 Uhr:Hi Jakob!! Immer wieder schön, was von Dir zu lesen. Gute Besserung und ab auf den Berg :-) Daniel

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