Südamerika-News von Jakob

10.04.2005 um 17:03 Uhr

Mitad del Mundo und Virgen de Quito

von: JaMue

Samstag und Sonntag habe ich meine Kreise, in denen ich mich in Quito so fortbewege, langsam aber sicher erweitert. Am Samstag war nocheinmal ein ausfuehrlicher Spaziergang durch die Altstadt angesagt. Diego hat mich zum Fruehstueck auf dies und und das in Sachen Sicherheit hingewiesen. Ein Regenguss brachte mich dann wieder in ein trockenes Internetcafé.

Am Sonntag hab ich meinen ersten kleinen Ausflug weg von Quito gemacht. Ich fuhr mit dem Bus gut 20 Kilometer nach Mitad del Mundo im Norden. Das ist der Aequatorpunkt in Ecuador, wo es moeglich ist, mit dem einen Bein auf der Nord- und mit dem anderen auf der Suedhalbkugel der Erde zu stehen. Vor ein paar Jahren haben sie dort ein grosses Monument hingesetzt, das von einer metallernen Erdkugel gekroent wird. In dem Monumet gibt es ein ethnografisches Museum, das ueber saemtliche Volksstaemme in Ecuador informiert - leider steht da soviel geschrieben, dass man spaetestens nach zehn Volksstaemmen des Lernens ueberdruessig ist - trotzdem interessant!

Leider haben die Ecuadorianer ihr Monument an der falschen Stelle aufgebaut - aber es steht wenigstens in der Naehe des Aequators. Der eigentliche "Mittelpunkt der Erde" liegt circa 300 Meter weiter im Norden, was wohl auch heute durch GPS bestaetigt ist. An diesem Punkt gibt es wiederum ein RICHTIG interessantes Museum, das sich Inti-Ñan nennt. Dort zeigen sie Dir, dass Du wirklich auf dem Aequator stehst. An dieser Stelle ist es beispielsweise moeglich, ein Ei senkrecht auf einem Nagel zu balancieren, weil dort die Gravitation besonders stark ist. Ich hab es selbst probiert - es klappt. Ausserdem haben sie eine transportable Spuele dort. Knapp neben dem Aequator, erstmal auf der Nordhalbkugel dreht sich das Wasser beim Ablassen gegen den Uhrzeigersinn - auf der anderen Seite mit dem Uhrzeigersinn. Steht die Spuele direkt auf dem Aequator, dann gibt es gar keinen  Strudel. Einige werden zwar jetzt sagen "Wusst' ich schon!", allerdings ist das wirklich faszinierend, wenn man es mal mit den eigenen Augen sieht.

Nach dieser Physik-Exkursion zum Anfassen hab ich wieder den Bus zurueck nach Quito genommen (40 US-Cent) und bin direkt auf den Panecillo gefahren. Das ist ein Berg mitten in Quito, auf dem die Virgen de Quito, also die Jungfrau von Quito steht. Das kann man sich ein bisschen so vorstellen, wie den Christus in Rio. Von der Staue aus (auf 3.000m - Quito =2850m) hat man einen herrlichen Blick ueber die Stadt, die ja inmitten von hohen Bergen (die meisten mindestens ueber 3000m) liegt. Ich haette mir den Berg gern schon vorher angesehen, es gibt aber leider nur Sonntags einen Bus rauf. Das hat uebrigens nichts mit meiner Faulheit zu tun. Der Berg waere zwar zu Fuss kein Problem, jeder raet einem aber leider davon ab, weil die Wahrscheinlichkeit als Tourist ueberfallen zu werden auf dem Weg nach oben wohl bei guten 80 Prozent liegt. Und den ersten Ueberfall wollte ich mir noch ein wenig aufsparen, wenn sogar ganz aussparen. Soweit zum Wochenende.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. ballettmaus schreibt am 10.05.2005 um 17:31 Uhr:Das kann ich nur bestätigen. War vor 1 1/2 Jahren dort und meine mails, die ich nachhause geschrieben habe, hörten sich ähnlich an.

    Jedoch bin ich den Panecillo hoch- und runtergelaufen- natürlich in Begleitung. Ist auf alle Fälle ratsam, dies nicht alleine zu versuchen.

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