Musik: Jorge Drexler - Causa y efecto
Ja, jetzt ist es so weit, auch deutsche Traveller, die der englischen
Sprache nicht sooo mächtig sind, können künftig mit "DEM"
Traveller-Book herumreisen und backpacken gehen.
Lonely Planets gibt es ab sofort auch in deutscher Übersetzung
und das läßt andere Reiseführerverleger nicht gerade zu bester Laune
auflaufen. Schließlich ist der Lonely Planet in sämtlichen Ländern
bereits einfach das Reisehandbuch, dass sich im Gepäck jedes,
geschätzt, wenigstens dritten Backpackers befindet. Ich muss zugeben,
in meiner Reiseführersammlung befinden sich auch zwei der blauen
Reiseführer, auch wenn ich nie wirklich ein Fan dieser Bücher eworden
bin. Denn irgendwie, und das macht den Lonely Planet auch schon wieder
so unsympathisch, reisen
X-tausend Menschen
mit den blauen Bücher wahlweise durch South-East-Asia oder
Southamerica, checken nur in Hostels ein, die unter den ersten 3 im
Abschnitt "Sleeping" unter "Budget" stehen und trauen sich auch kaum in
Kneipen, die nicht ausdrücklich vom "Einsamen Planeten" empfohlen
werden. Ja manche, so kann ich aus zahlreichen Reiseerfahrungen
berichten, verlassen in einer Stadt nicht einmal mehr das Hostel, ohne
den LP unter dem Arm zu haben, oder gar vorher ausführlich den LP zu
konsultieren, wenn man ein Restaurant sucht.
(pic by spiegelonline.de)
Häufig ist der Blick dann noch während des Stadtspazierganges tief in
den blauen Führer gerichtet, links und rechts wird gar nicht
wahrgenommen, dass es noch mehr, als die zehn empfohlenen Restaurants
gibt und wenn man dann ordentlich gegessen hat, im Lonely Restaurant,
dann gehts noch in eine Lonely Bar. Grundsätzlich ist daran ja nichts
Schlimmes zu finden, daß man sich in fremden Städten an seinem
Reiseführer orientiert. Lonely Tourists, solche also der Gattung, die
ausschließlich auf den blauen Führer schwören, findet man dann auch in
zahlreicher Form in jedem empfohlenen Restaurant wie auch Hostel.
Die Geheimtipps werden überlaufen und
sind das Wort nicht mehr wert, als das sie eingangs des Satzes
bezeichnet worden sind. Okay, wer viele gleichgesinnte Lonely
Travellers treffen will, der checkt am Besten grundsätzlich im ersten
Hostel in der Kategorie Budget ein und wird dort sich auch genügend
englischsprachige Touristen finden. Wer es allerdings auch beim
Backpacken etwas ruhiger und weniger überlaufen mag, dem empfehle ich
weiterhin, bevorzugt andere Reiseführer zu benutzen. Ich will den
Lonely Planet nicht verteufeln, nein, er ist ein tolles und häufig auch
das aktuellste Reisehandbuch über eine Region. Deshalb hab auch ich ihn
gern als Ergänzung dabei.
Daß jetzt aber eine deutsche Übersetzung (zunächst für 12 Regionen) zu
haben ist, ist sicher keine Sensation. Und Neues ist damit auch nicht
zu erwarten.
Die deutschen Reisehandbuchverleger wie Michael Müller und Stefan Loose
brauchen den Lonely Planet in meinen Augen auch
nicht zu fürchten,
da sie sich in vielen Punkten sehr von der blauen Traveller-Bibel
unterscheiden. Zum Einen sind sie häufig nicht nur eine Infosammlung
mit den besten Hostels, Verbindungen (Bus, Bahn, Flug) und Restaurants,
sondern bieten zusätzlich bedeutend mehr kulturelle und geschichtliche
Informationen zu den einzelnen Regionen. Insofern bekommt man bei ihnen
häufig mehr für weniger Geld. Dabei muss der, der sich einen Lonely
Planet besorgt und zusätzlich Kultur- und Geschichtsinteressiert ist,
meist noch einen weiteren Reiseführer besorgen. In sofern, Reise
KnowHow, Stefan Loose, Michael Müller und Co:
Don't worry, be better!
Anmerkung:
Die deutschen Lonely Planets sollen angeblich seit gestern im Handel sein. Was Online-Händler wie buecher.de und amazon angeht, so sagen die wahlweise "
bald lieferbar" oder "
noch nicht erschienen".