Nach der Reise ist vor der Reise

29.10.2007 um 00:46 Uhr

Fast wie in Sachsen - nur eben in Bayern

von: JaMue

Ein Wochenende in Nürnberg ist, an der Dichte der auftretenden Sachsen bemessen, schon fast wie ein Wochenende in Leipzig. Da laufen Einem an manchen Tagen auch nicht mehr über den Weg, als mir an diesem Wochenende in Nürnberg vor die Füße gefallen, oder in meine Ohren gekrochen sind. Schon am Freitag Abend hörte man den wohl beliebtesten Dialekt Deutschlands an einigen Ecken in der Innenstadt. In der letzten Bar, die wir früh am Morgen verließen, fragte uns dann auch noch unsere Kellnerin, wo wir wohl herkämem. Und siehe da. Sie kam auch von da. Leipzig. Schönefeld. Hab ich Jahre gelebt. Bin seit 6 Jahren in Nürnberg und will wieder zurück. Natürlich. Leipzig ist ja auch DIE Stadt, die rockt.

Am Samstag haben wir uns dann durch die Geschichte bewegt. Das Reichsparteitagsgelände wollte besichtigt werden. Achso, hier dreht es sich jetzt mal kurz nicht um Sachsen. Aber weiter im Text. Das ist schon eine megabeeindruckende Anlage. Größenwahnsinnig, klar, monumental, wahnsinn, aber auf jeden Fall beeindruckend. Viele Teile des Riesenareals sind noch erhalten und zeugen von einer überwältigenden Machtinszenierung der Nazis. Gut vorstellbar, dass die Reichsparteitage eine Faszination ausübten. Und wahrscheinlich nicht nur (nein, bewiesenermaßen sogar!) auf Leni Riefenstahl. Ein übersichtlich und gut gestaltetes Dokumentationszentrum bietet einen gut gestaltenen Einblick in die Geschichte des Dritten Reiches und vor allem aber in die Sprache der Brachialarchitektur. Prädikat: Unbeding anschauen, wenn man in Nürnberg ist.

Nun zurück zu den Sachsen. Den Abend wollte wir uns auf einer Balkan-Beats-Party in einem Nürnberger Kulturzentrum mit dem ein oder anderen kühlen Blonden versüßen. Nach anderthalb Stunden Anstehen und einer fortschreitenden Uhrzeit, sowie kaum Aussicht auf Erlangung der Party in der nächsten halben Stunde, warfen wir unseren Plan über den Haufen. Vorher sächselte mich noch ein Pärchen von der Seite an: Hassde ma ne EC-Kardde für de Aldorsbrüfung am Zichten-Audomat? Klar hatte ich die - die beiden waren extra aus Dresden für die Balkan-Party angereist.

Wir vertrieben uns die Langeweile an diesem Abend dann in einer kleinen Bar. Klein ist schon fast geprahlt. Sie war mini. Richtig klein, der Kaktus. Da gings dann auch recht familiär zu und man hatte später mit Jedem (respektive Jeder) in der Bar am Ende des Abend mal gequatscht. Drei Mädels, die uns zunächst erfolgreich in ein Gespräch verwickelt hatten, ließen wir enttäuscht in die Nacht ziehen, als wir wiederholt ihre Frage, wohin wir noch gehen würden, mit einem Wir-trinken-erstmal-unser-Bier-aus-und-schaun-dann-mal! erwiederten. Auch ein Is-aber-schon-schade-dass-wir-uns -ja-dann-heute-hier-zum-letzten-mal-sehen! beeindruckte uns nicht richtig und wir verließen den Laden eine viertel Stunde nach ihnen.

Im Nachtbus fing dann ein angetrunkener junger Franke ein kleines Gepöbel mit zwei Jungs hinter uns an. Ein gutgemeinter Schlichtkommentar an die Beiden brachte uns ins Gespräch. Resultat: Aus Chemnitz waren die Jungs. Auf fränkischer Seite witterte der junge Mann eine sächsische Verschwörung. Er hielt einen ungebetenen Vortrag darüber, dass er bisher noch nie Probleme mit "Ossis" hatte, aber heute Abend ja gleich vier völlig Bescheuerte kennengelernt hatte. Sein Problem, dachten wir und ließen ihn und die beiden anderen dann an unserer Haltestelle im Bus zurück.

Heute haben wir dann uns in der deutschen Geschichte weiter als nur in 20. Jh gewagt. Überraschenderweise tauchten auf der Burg keine Heerscharen von marodierenden Sachsen auf.

Der frühe Abend brachte mich dann mit einer weiblichen bayrischen Mitfahrgelegenheit in meine Zweitheimat Rheinland zurück. Beeindruckendes Wochenende. in jeglicher Hinsicht.

So, genug geschrieben. Gute Nacht.

26.10.2007 um 11:59 Uhr

Nürnberg, I'm comin'!

von: JaMue

Es ist, glaube ich, das dritte oder vierte Wochenende, an dem ich nicht in diesem Jahr im Laden stehen muss, ohne daß ich Urlaub eingereicht hätte. Wahnsinn. Kaum zu glauben. Und da ich mein Glück kaum fassen kann, nutze ich die Zeit gleich einmal effektiv aus. Spontan habe ich mich für ein Wochenende bei Daniel in Nürnberg entschieden. In einer halben Stunde werde ich meine Mitfahrgelegenheit aufsuchen und dann quer durch Deutschland rüber nach Nürnberg fahren. Nürnberg - war schon lange nicht merh da. Habs irgendwie als nicht besonders schön in Erinnerung. Aber ich werde ja sehen.

Hab grad noch den Lonely Planet Germany ins Gepäck gesteckt - da fühlt man sich gleich wieder so richtig wie auf Reisen - fein fein. Und schief gehen, kann dann ja sowieso nichts mehr.

Also denn, ich muss meine letzten sieben Sachen ordnen. Schönes Wochenende!

24.10.2007 um 22:05 Uhr

Post von Horst

von: JaMue

(Photo. BPA)

Vor genau einem Monat habe ich mich über die Homepage von Bundespräsus Horst Köhler an seine Presseabteilung gewandt und sie gebeten, mir die Reden und Interviews von ihrem Chef einmal zukommen zu lassen. Ich möchte hier nicht verhehlen, dass ich viele seiner Reden bislang für recht gut befand, so daß ich es doch auch mal interessant fand, diese einmal nachzulesen. ein Monat ging nun ins Land und ich hatte die Hoffnung nun schon fast aufgegeben. Und da meinte es der Postmann heute gut mit mir. Als ich von der Arbeit nach Hause kam, stand über dem Briefkasten eine Büchersendung aus Bellevue. Welche Freude. Und sie schickten mir sogar beide Bände, die bislang erschienen sind. Ein Kommilitone von mir hatte es ebenfals einst versucht, jene rethorischen Stücke von HK zu erlangen und wurde damals nur mit einem Bande abgefrühstückt. So war ich dann doch heut ein wenig stolz, einmal Post von Horst zu bekommen. Oder zumindest von seiner Pressestelle. Vielen Dank Herr oder Frau Ch. Borchardt, dass sie mich nicht vergessen haben...

Damit kann ich mich jetzt endlich auf meinen Traumjob vorbereiten - ab in 15 Jahren darf ich ja. Und bis dahin gibts noch einiges zu tun. Und mal gucken, welche Zitate ich schon mal anmarkern kann, für meine Antrittsrede...... "Wie damals schon Horst Köhler sagte... bla bla bla und so weiter...."

22.10.2007 um 11:19 Uhr

Jetzt jeht ett loss!

von: JaMue

Nachdem man die letzte Woche ja nicht so richtig als Semesterstartwoche ernst nehmen konnte, versucht sich jetzt diese Woche noch einmal, als eine solche ernst genommen zu werden. Okay, ich hab es ihr auch diesmal nicht leicht gemacht: Bei 6 Semesterwochenstunden kommt schnell der Verdacht des Gammelstundentens auf. Aber vorsicht, der Schein kann immer auch trügen: Shcließlich kommt da noch ein Kletterkurs und eine Sprechbühnen-Geschichte dazu. Also ingesamt dann doch 10 SWS - und das sollte doch reichen bei 3 Fächern. Meine ich. Schließlich gibt's ja nebenher noch den Trekkingladen, in dem ich auch nicht zu wenig stehe. Das UNi-Leben beginnt heute in der Vergangenheit - Europa zwischen den Weltkriegen wird gesprochen! Wenn's sehr spannend und gut gemacht ist (was man von Proffe Scholty erwarten dürfte) lass ich mich Ende des Semesters möglicherweise darüber prüfen. Aber das wird sich ja zeigen. Könnte bloß blöd für mich sein, dass die ganzen Bachelors und Bacheloretten die Vorlesung als Pflichveranstaltung haben. Da könnte es im Saal mal wieder sehr kuschlig werden. Aber gut, häufig verlieren selbst die irgendwann die Lust an ihren Pflichveranstaltungen. Ach ja und Mist -  meien Rechnung geht nicht ganz auf: Die haben obendrein auhc Anwesenheitspflicht. Na da bleibt es wohl das ganze Semester über in dieser Vorlesung über die Zwischenkreigszeit recht drängelig. Na da muss sich Proffe wohl noch mehr anstrengen....

Verrückt

18.10.2007 um 16:59 Uhr

Sportlicher Semesterbeginn

von: JaMue

Dank einer guten alten Tradition beginnt im Rheinland das Semester (wahrscheinlich aber nicht nur hier) dem Datum nach am 15. Oktober. Vielen Dozenten und Professoren reicht aber verständlicherweise die vorlesungsfreie Zeit zwischen Juli und Oktober nicht aus, so dass die meisten Veranstaltungen erst nächste Woche beginnen. Mir persönlich kam dies ganz gelegen. Mein Bruder hatte mir mit samt seiner kleinen Familie einen Besuch abgestattet und wir haben so dann das Semester eher sportlich begonnen.

Am Sonntag haben wir uns noch in klassenstärke im Ahrtal eingelaufen und am Montag morgen ging es dann früh morgens in die Eifel. Vorbei an euskirchen und Gerolstein sollte Daun zunächst unser Startpunkt für eine 2tägige Wandertour sein. Das Wetter machte dann auch ganz gut mit, der Herbst zeigte sich 2 Tage lang von seiner goldenen Seite und wir genossen den Lieserpfad in seiner herbstlichen Färbung voll und ganz. Bilders gibt es von dieser kleinen Tour hier zu betrachten.

Danach musste ich am Mittwoch zunächst mal wieder schaffen gehen und siehe da: am Abend war dann doch noch eine kleine Studienveranstaltung. Heute war dann nochmal locker angesagt und nächste Woch beginnt dann das neue Semester so richtig. Aber bis dahin bleibt die Sonne hoffentlich noch genauso hier, wie in den letzten Tagen.

Soweit aus Bonn...und jetzt: weitersurfen!

09.10.2007 um 22:27 Uhr

letzte Ferienwoche

von: JaMue

Die letzte Ferienwoche im Semester ist angebrochen und wurde auch schon ferienählich begangen. Am Wochenende hatte es der Herbst wenigstens mal einigermaßen krachen lassen und für ordentlich Sonne gesorgt. Da war dann auch ein kleiner Wandertrip im Siebengebirge drin, rauf auf die Löwenburg. Und weils so schön war, bin ich dann montag morgens, ganz zeitig in der Früh, losgezogen, um weitrer südlich in der Eifel ein wenig wandern zu gehen. Der Lieserpfad stand auf dem Programm und es hat sich durchauis gelohnt. Zwar wollte ich den Weg anfangs allein bestreiten, fand aber dann recht schnell einen gleichgesinnten, mit dem ich mich am Wege entschied, zusammen zu laufen. Eigentlich war das ganze auch nur ein kleiner Testlauf, weil ich nächsten Montag in der Gegend erneut unterwegs sein möchte, und dann mit meinem Bruder und Co beide Teile des kleinen Eifeltreks bewandern möchte. Der Weg ist übrigens absolut zu empfehlen, wenn man in Bonn oder Köln am Morgen startet, sollte man aber nicht mit einer allzufrühen Wiederkehr rechnen. Ansonsten lohnt sich die Mühe auf Jedsten, der Weg schlängelt sich durch bunten Mischwald immer ein wenig oberhalb, teils neben dem kleinen Flüsschen Lieser entlang und endet (der erste Teil zumindest) dann im malerischen und verträumten Manderscheid, dass protzigerweise gleich über zwei Burgen verfügt.

Soweit so gut - jetzt muss die Tage noch ein wenig geschafft werden und dann gehts ab nächster Woche auch schon rein ins Uni-"Vergnügen".

Ciao ciao!

03.10.2007 um 21:33 Uhr

Prüfung, Klettern, Paddeln, Feiern

von: JaMue

Ha, jetzt hab ich endlich wirklich den letzten Uni-Stress für das Sommersemester (!!) hinter mich gebracht. Nachdem mich im August noch zwie Hausarbeiten ein wenig quälten (und häufig weniger beschäftigten, aber das reichte schon aus), ahb ich am Montag mal den ersten Anlauf gestartet, mein Grundstudium in Politik zu beenden. Theorie (Aristoteles, Hobbes, Locke) wurden abgeprüft - da war ich recht zufrieden. Bei der Innenpolitik stand die Kanzlerdemokratie in Deutschland auf der Agenda - auch okay. Bei der Außenpolitik wurde's dann leider ein wenig mehr wischiwaschi: Außenpolitische Konzepte von Jakob Kaiser, Kurt Schumacher und Konrad Adenauer ließen sich ja noch darstellen, aber die anderen drei Fragen, von denen ich mich dann auch noch für mindestens eine Weitere entscheiden musste - warn nicht besonders prickelnd. Weil ich aber zu Golfkrieg, Jugoslawien-Krieg, Kosovo-Einsatz, Afgahnistan und Irak-Krieg in der außenpolitischen Darstellung lediglich über fundiertes Stammtisch-Halbwissen verfüge, entschied ich mich dann für einen Vergleich: Kohl und Schmidt - Außenpolitik Wandel und Kontinuität. Auch nicht viel besser, aber wie gesagt, was solls.

So, und weil ich da nun so richtig geackert hatte, und mich in der vergangenen Woche auch nur zwischen Steppenwolf, Bibo und Bett aufhielt, hab ich mir jetzt eine aktive Woche verdient. Schon Montag gings dann nach der Prüfung direkt zum Sommerrodeln anch Altenahr und danach noch ein wenig am Kletterfelsen austoben. Bestens. Sorgte auf jeden Fall für dei gewünschte Ablenkung. Gestern stand dann wieder ein wenig Arbeiten auf dem Programm und heute wurde der Einheitstag mit Chlausi auf einer Paddeltour auf der Sieg begangen. Den ganzen Tag ließen wir uns von Eitorf nach Siegburg schwimmen - geile Sache. Auch das Wetter hat gepassr - nur später starten, das hätten wir wohl können, nachdem wir noch am Abend eine Abschiedsparty einer ehemaligen Stepenwölfin hatten. Aber gut. Man kann es sich nicht immer raussuchen... :-)

Soweit - sonst ist alles super. Bis zur nächsten Meldung. Hier. Im Blog. Mit Sicherheit.