Stimmung: Ausgeschlafen, entspannt, gut!
Musik: Yann Tiersen
Um an meinen vorhergehenden Eintrag anzuknüpfen: Ich bin also am Ostermontag morgen nach CGN mit dem Bus gedüst, um dort meinen kleinen Airbus nach NCE - Nice/Côte d'Azure zu besteigen. Ein kleines Schnechaos (ja, so heißt das hier im Rheinland ab einer Schnee"decke" von 0,2 cm) verhinderte mein pünktliches Abheben. Auf Schnee ist man am Konrad-Adenauer-Flughafen nämlich eher so gar nicht eingestellt. 3 Enteisungswagen mussten rotieren, um um die Mittagszeit rund 20 Flieger die Flügel vom Eise zu befreien, damit genug Auftrieb erzeugt werden kann. Aber genug der Details.
Am Morgen bei winterlichen (fürs Rheinland schon "EISIGE"!) Temperaturen gestartet, landete ich am Nachmittag bei frühlingshaften 18 Grad an der Côte d'Azur. Am Gare de Nice schnappte ihc mir dann einen Zug und zog weiter über Cannes, Toulon, Cassis in Richtung Marseille. Allerdings sprang ich kurz zuvor vom zug, denn Aubagne war bereits mein Ziel.
Am Dienstag hatte ich dann Zeit, die bergige Landschaft rund um Aubagne mir mal genauer anzuschauen, weil Jule, die ich da besuchte, noch zu arbeiten hatte. Ich zog also hinaus, sah vom Fenster aus eine kleine Bergkette in Richtung Meer und stapfte los. Hinaus aus Aubagne, durch blühende Wiesen und das ganze bei zwar intensiver Sonne, aber auch bei pfeifenden Wind, nein Sturm, der mich später bald vom Berg wedeln wollte.
Ab Mittwoch hatte sich dann auch die Jule Urlaub genommen und wir liesen den ATg einfach mal so ins Land rauschen - lange schlafen, ewig frühstücken und dann bemerken, dass es schon fast wieder Abend ist. Und am Abend rollten wir ins Hafengelände von Marseille, um uns dort mit Freunden von Jule ein Konzert anzuschauen. Drei BAnds waren angekündigt, eine aus Vietnam, eine aus den Staaten und eine Marseiller Lokalgröße. Alles in allem ein runde Geschichte!
Donnerstag sollte dann unser kleiner Kurzurlaub im Urlaub beginnen. Am Mittag stiegen wir ins Auto und rollten in richtung Berge.
Unser Ziel sollte einer der größten Canyons Europas sein - die Gorges du Verdon! Bis zu 700 Meter tief schneidet sich der Verdon durch die Felsen nordwestlich von Marseille und Aix.
Wir hatten uns in einer kleinen Gites eingemietet und wollten 2 Tage wandernd die Gegend unsicher machen, Natur genießen, Sonne tanken und und und...
Freitag morgen machten wir uns dann zur großen Schluchten-Tour auf den Weg. Eine Wanderung, die laut Führer was um die 6 Stunden dauern sollte - aber traumhaftes Wetter, atemberaubende Blicke, der Frühling und die Natur wollten ein wenig Aufmerksamkeit haben - also nahmen wir uns fast die doppelte Zeit.
Am Abend kamen wir im Dunkeln wieder in unsere kleine Herberge und hatten eine wirklich lustige Tour.
Samstag fuhren wir dann mit dem Auto ein Stück in Richtung Moustier und machten zwischendurch immer wieder Pausen zum Photographieren, Tiefblicke geniessen und Sonne anbeten :-)
Rund um Moustier stellten wir dann das Auto wieder ab, packten Baguette, Wasser, Schinken, Käse, Gurke und Schoki zusammen und machten uns wieder auf den Weg. Rund um Moustier kann man die kitschigsten Postkarten der Provence kaufen - aber das ist gar nicht so schlimm - das beste ist, dass es häufig nicht die Photographen waren, die die Landschaft kitschig aussehen liessen - nein, es ist die Landschaft selbst - ein Meisterwerk! Prachtvoll, beeindruckend. Wahnsinn. Aber auch im kleinen beobachteten wir faszienierende kleine Schauspiele der Natur.
Am Abend traten wir dann über schlengelnde Strassen der Sonne entgegen den Weg nach Aubagne wieder an - und hatten das Gefühl nicht nur 2 Tage weg gewesen zu sein. Am Sonntag morgen schlenderten wir zunächst über den Sonntagsmarkt von Aubagne, kauften frische Sachen, viel zu teuren (aber verdammt leckeren!) Schinken, frische Saucisson und mehr für ein Picknick in den Calanque rund um Cassis. Hier schlenderten wir dann am Nachmittag durch und ich brauch vermutlich nicht zu erwähnen, dass auch hier die Landschaft einabsoluter Genuss war.
Nach ein paar so genialen Tagen mit Sonne satt, meinte das Wetter dann vorgestern, uns auch mal einen Strich durch die Rechnung machen zu müssen. Der ganze Montag war ein einziger Regentag, und zu besten schluckte auch noch ein Bankomat die KArte meines vollen Kontos und spuckte sie nicht wieder aus. Es muss ja spannend bleiben im Leben. Ich ärgerte mich kurz, ließ den Ärger dann aber fallen und mein liebes Brüderchen half mir aus der Weite aus. Abends rollten wir dann mit dem Auto nach Aix en Provence, weil dort gerade lateinamerikanisches und spanisches Filmfestival angesagt war. Im Kino schauten wir ein absolutes Meisterwerk. Ein argentinischer Film über den Zusammenhang von Medien, Meinungsmacht, Politik und die Verdummung der Gesellschaft. La Antena . Wer sich für Thema interessiert, aber auch wer außergewöhnliche Filme mag: Prädikat: unbedingt anschauen!
In der Nacht rauschten wir wieder zurück nach Aubagne und so langsam neigte sich mein kleiner Provence-Urlaub auch dem Ende zu. Gestern in aller Frühe mussten wir a#raus, um 7:15 sollte mein Zug in Richtung Nizza wieder losrollen und so ging eine lustige Woche in der Provence zu Ende.
Am Mittag hatte ich in Nice - Côted'Azur wieder eingecheckt, froh darüber, dass ein Plätzchen ein Bord des A 319-132 für mich frei war. Ich hatte nämlich nur ein wackeliges Stand-By-Ticket, aber da der Flieger nicht sooo gut gebucht war, hatte ich weder auf dem Hinflug noch auf dem Rückflug Probleme.
Beeindruckende Sicht ließ mich den Flug übver übrigens kaum ein Auge schließen - das gesamte Alpenpanorama ersteckte sich unter uns - schlicht der Hammer!
Am Flugahfen in CGN erwartete mich dann schon mein ganz persönlicher Germanwings-Betreuer - mein Brüderchen. Und mit ihm erlebte ich dann am Flughafenbus, wie der 11. September, Madrid, London, Koffer und Köln die Welt verändert und die Leute vergiftet haben. Aber dazu mehr an einem anderen Tag, zu einer anderen Stunde, aber natürlich - an dieser Stelle. Hier im Blog!
(c) Photos: alle Meine! (Bis auf das Plakat: La Antena)