Nach der Reise ist vor der Reise

10.04.2008 um 09:54 Uhr

Überwachung 2.0 und ein Spaceshuttle in Bonn

Musik: Deutschlandfunk

Da gibt es Leute, die, Dank web 2.0, sich endlich (!) wiedergefunden haben, Kontakte knüpfen, Daten hergeben, sich selbst medial im Internet nackig machen in Netzwerken, auf Blogseiten (ja, ich gehöre da auch ein bißchen dazu), auf privaten Homepages oder oder oder... Es gibt inzwischen unzählige Möglichkeiten, im Internet seine Privatsphäre aufzugeben. Sicherlich kann man auch in Netzwerken unterwegs sein, und nicht massiv die eigenen Daten offenlegen, aber heute morgen fand ich eine Seite, die den Vogel nun absolut abschoss.

Nachdem ich also von einer Person, deren Namen ich bisher nur kannte, im Businessnetzwerk XING mir ein Bild über seine berufliche und ausbildungstechnische Laufbahn gemacht habe, später im StasiVZ, tschuldigung, StudiVZ mich über Hobbies, politische Einstellungen, Freundeskreis und visuelle Eindrücke des wilden Partylebens der Person X kundig gemacht habe, vielleicht noch ein paar wenige Bilder bei Google zusammengesucht habe und bei yasni geschaut habe, welche Informationen, die ich im Internet fand, nun auch wirklich DIESER Person zuzuordnen sind, bietet mir die Burda Medien Gruppe nun noch einen weiteren Service an: Nowhere ! Nowhere macht endlich stalking leicht. Nowhere sagt mir nämlich diesmal nichts über Neigungen, Hobbies oder Werdegänge, Nowhere ist besser! Nowhere sagt mir nämlich nicht wer in welcher Stadt studiert, arbeitet oder feiert, nein, Nowhere sagt mir WO sich Person X JETZT gerade befindet! Ganz einfach, via mobiles Endgerät (Handy, PDA) oder via Internet. Kostenlos. Juchuuuuuh. Endlich ein Netzwerk, in dem ich mich registrieren kann und dann von meinen Freunden, sagte ich Freunde?! (egal...), tracken bzw. orten lassen kann. Darauf hat die Welt doch gewartet. Überwachung privat 2.0. So einfach war es nie. Herzlichen Dank Hubert Burda Media Group .

Und das unfaßbarste dabei wird sein: Auch dieses Konzept wird erfolgreich sein. Und es wird wieder tausende Nutzer geben, die einem Zweifelnden entgegenhalten werden: Wieso denn nicht, ich bestimm doch selbt, wer mich orten kann, und außerdem bietet mir dieser Service einfach Sicherheit, falls mir mal was passiert.... Ja ja ja... und außerdem hab ich ja nichts zu verbergen........und ein fremdes Handy regsitrieren geht bestimmt auch nicht....

Und irgendwo in Berlin sitzt ein Mann in einenm kleinen geräumigen Ministerium in seinem flinken Rollstuhl und freut sich schon darauf, irgendwann ob mit oder ohne gesetzlicher Grundlage auf solch freiwillig erhobene Daten zugreifen zu können... brave new world!

Ach ja, kurzer Nachtrag 12:33 Uhr: Noch mehr zu Datenschutz findest Du heute auch in meinem Mexiko-Blog . Da dreht es sich um den neuen Reisepass.

So, jetzt habe ich mich über wahnwitzige Entwicklungenvon web 2.0 ausgek*tzt und nun noch meine kleine Geschichte von gestern. Um diese Zeit hab ich mich gestern, wie auch viele tausend andere Bonner, am Rheinufer entlanggedrückt und auf Buran gewartet. Buran? Buran! Das Spaceshuttle, dass gerade über den Rhein nach Speyer ins Technikmuseum transportiert wird. Mein gestriger Morgen in ein paar wenigen Bildern:

Buran kommt ins Bonner Stadtgebiet und hat gerade die Friedrich-Ebertbrücke passiert.

Der Schlepper kommt an Graurheindorf vorbei.

Schaulustige verfolgen die Buran von der Kennedybrücke aus. Die Bauarbeiter haben die Logenplätze...

...vorbei an Bonn, passiert die Buran den langen Eugen und den Posttower.

Nach einer Stunde ungefähr kommt die Buran unter der Adenauerbrücke durch.

Und setzt seine Fahrt in Richtung Koblenz fort.

Adé Buran und gute Reise. Die Buran vor dem Siebengebirge.

(c) alle Photos: Meine! Jakob Mueller.


Diesen Eintrag kommentieren