Janateee

20.06.2008 um 01:22 Uhr

Sailing

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Es riecht nach mooring-lines, Funksprüche hängen in der Luft. Die Küste verblasst, alle auf einem Boot und keiner kann runter. Zuerst ist das Schiff so gewaltig, dass es die 15cm dicke Leine zum Zugboot fast zum reißen bringt, und nur eine Stunde später ist es eine kleine Nussschale, die von den Wellen hin- und hergeworfen wird.

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Tagsüber – endlose Weiten des Meeres, die Sonne auf den Wellenbergen und Delfine, die still angeguckt oder bejubelt werden wollen.

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Abends – das kleine Komfort-Kreuzfahrtschiff mit Barbecue auf dem Bridgewing, 5m über dem Wasser. Ein ice-drink und Gitarrenmusik im Sonnenuntergang, das Himmelsgewölbe zeigt sich 360° im vollsten Farbspektrum und die sanfte Schiffsbewegung macht etwas schläfrig. Was bleibt ist der Mondschein und vier Stunden Wache bis um Mitternacht. Stille auf der Brücke und angenehme Dunkelheit, die nur vom Licht der Sterne und der Radarschirme erhellt wird.

Tief aus dem Bauch des Schiffes wummert das immer-präsente Geräusch der Hauptmaschinen herauf und wird auf der Hälfte vom Rauschen der Wellen umhüllt. Lichter in der Ferne deuten auf Inseln oder andere Schiffe hin – jedes eine kleine Welt für sich. Ein Lichtpunkt im Ozean, aber doch so mächtig dass sechs Seemeilen für ein Manöver knapp sind. Die Radarantenne wirft ihre Schatten aufs Vordeck. Ein paar Frischluftliebhaber schlafen an Deck, im Bett das Gefühl wie in einer Wiege.

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Vier Stunden später nach einer kurzen Nacht: Sonnenaufgang über einem neuen Land. Die Formen, Berge, Häuser werden heller und schärfer, während wir uns dem Land nähern. Eine Großstadt am Aufwachen, die nächste Insel, die unser Schiff erwartet. 

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15.06.2008 um 05:01 Uhr

aus Barbados

Schönen guten Abend, das hier ist ein Eintrag, den ich vor einer knappen Woche geschrieben hab, aber bisher wegen Internetlosigkeit noch nicht posten konnte. Schade, aber besser später als nicht. 

Nach 4 Tagen auf einem vorläufigen Liegeplatz in Barbados sind wir dort angekommen, wo wir auch für Besucher öffnen können. Wir mussten darauf warten, dass ein Mehlfrachter seine Ladung (Mehl halt) fertig entladen hatte – eigentlich hätten wir schon am Mi., 04. Juni dort sein sollen, wo wir jetzt erst am 12. sind (das Mehlschiff war vorher nicht vom Hafen geplant). Das bedeutet, dass sich die Zeit, in der Leute Bücher kaufen können, von 11 Tagen auf 3 oder 3 einhalb Tage verringert... das wird also interessant und wahrscheinlich menschenmassig.

Die letzten Tage waren ziemlich ereignisreich! Viele Begegnungen und Sachen zu sehen... eine Fahrradtour über die Berge von St. Lucia zum Beispiel - war zu anstrengend, also haben wir einfach auf der Hälfte an einer Tankstelle eine Cola gekauft, sind wieder umgedreht und haben einen Strand gesucht... gab aber keinen Zugang, und die Suche war vor einem Tor zu einer großen Villa mit Pool und Privatstrand zuende... also haben wir einfach geklingelt, und tadaa, wir durften dort am Strand schwimmen und schnorcheln!! J

Oder der Besuch eines Frachtschiffes (Zement). Der 2. Engineer (Victor) war am Tag vorher bei uns an Bord, und da ich grad auf Wache war (das war die letzten 10 Tage der Fall) hat er mich und wer wollte eingeladen. Also waren wir zu 4t da - nicht besonders groß (für einen Frachter - 120m) und sehr rostig, die Crew lebt zu 17 dort (alles Kolumbianer) Victor z.b. hat einen Vertrag für ein Jahr – und arbeitet in der Zeit 7 Tage die Woche – echt 365 Tage im Jahr – und 16 Stunden am Tag!! Dabei ein ganzes Jahr ohne Familie oder Gemeinde, nur mit den Leuten an Bord halt.. was für ein Leben!! Er ist Christ, der einzige an Bord, und als wir ihn besucht haben und wir nach der Tour durch Schiff einfach bisschen zusammengesessen und geredet haben, war er SO glücklich und hat Gott gedankt dass er seine Engel geschickt hat... der Mensch hat mich echt beeindruckt. Ich würde nicht so leben wollen, aber ihm macht es Spaß und gleichzeitig ist es schwer, aber er findet jeden Tag die Kraft dazu...

Dann heute morgen auf Wache (ich war die 10 Tage auf der 4-8 Wache, also morgens und Abends – dabei hat man den Sonnenauf- und –untergang!) – um 6 Uhr fangen sie in der Küche (Schiffsküche: „Galley“) an zu arbeiten. Der Bäcker schmiss ein bisschen Brot ins Wasser (das kann man sogar im Hafen so entsorgen, weil es sinkt oder gefressen wird) – und sofort kamen 2 Fischschwärme angeschwommen! Schwarzgelbe Zebrafische und so blaue, die türkis-strahlende Ränder haben... echt der Hammer! Und ich war die einzige Person, die das sehen durfte. Eine halbe Stunde später kam die „Adventure and Seas“, ein NOCH größeres Kreuzfahrtschiff als die Carnival Destiny, an – von da wo ich sie sehen konnte bis zum Einlaufen in den Hafen waren es ca. 45 Minuten, und da ich diese riesen Schiff ja liebe (und dann noch im Sonnenaufgang.. J) hab ich das genauso genossen.

 

Leider hatten wir jetzt wegen der Überfahrt (auch wenn sie nur 12h war) und wegen des vorläufigen Liegeplatzes ca. 1 Woche kein Internet, daher kommt das alles jetzt wieder so auf einmal.