St. Vincent & Grenadines
Montag morgen sind wir nach 12 Tagen Atlantik in St. Vincent angekommen! Wollte das nur kurz durchgeben... d.h. heute war der 4. ganze Tag hier, und es ging bei mir ziemlich schnell, die Liebe fuer diesen Teil der Welt neu aufleben zu lassen. Ich liebe es hier! Die groesste Rolle spielen dabei die Leute und ihre Herzlichkeit. Allein dafuer lohnt sich alles. Und es gehen taeglich 1000e von Buechern raus. Der Gedanke, dass die alle hierbleiben und ihren Zweck erfuellen (koennen), macht mich echt freudig.
Ich hoere gerade, dass wir eine Schlange draussen haben. Also keine Tier-Schlange, sondern eine Schlange von Menschen. Da es bisher viel geregnet hat, waren noch nicht uebermaessig viele Leute da (ca. 2000-3000 pro Tag), aber heute scheint es mehr zu sein. Es ist jetzt gerade 20.30Uhr und wir haben jedne Tag von 10 bis 22 Uhr geoeffnet. Es ist toll zu sehen, wie begeistert die Leute vom "Logos-bookship" sind, vor allem jetzt wo die neue Logos Hope hier ist. Die letzten Male, die Logos II hier war, wurde immer gesagt "naechstes Mal kommt das neue Schiff" - und wie ihr wisst hat es ja ein bisschen gedauert, aber jetzt ist es da.
Seit ein paar Tagen arbeite ich jetzt im Bookhold, dem Buchlager. Waehrend der Zeit in Cork,Irland, war ein guter Zeitpunkt um den Job in On Shore Events weiterzugeben, weil es am Ende der Zeit in Europa war. Waehrend der Atlantik-Ueberfahrt habe ich an Deck ausgeholfen, paar Decks geschrubbt und angestrichen und so, das Schiff mal wieder gesteuert... und den Muell ueber Bord geworfen. 25 Meilen von Kuestengebieten entfernt darf man komplett allen Abfall bis auf Plastik (und natuerlich keine Farbe / Oel / Benzin usw.) ueber Bord werfen, d.h. jeden Tag gehen massenhaft Essens-, Kartonabfaelle usw. ueber Bord, und ich "durfte" das2 Tage lang machen. Es macht Spass, mit dem ganzen Zeugs rumzuwerfen, aber stinkt auch ordentlich. :)
Im Buchlager sind wir dafuer zustaendig, alle Buecher die am Vortag verkauft wurden wieder aufzufuellen, aus den Lager-locations rauszusuchen, das Lager zu organisieren v.a. wenn neue Container kommen, usw. Da morgens alles aufgefuellt werden muss, fangen wir morgens schon um 5 Uhr an, aber sind dann auch schon um 14 Uhr fertig, was mal ganz anders und auch gut ist.
St. Vincent ist nett, die Leute sind laut und freundlich, es regnet im Moment viel (rain- und hurricane-season), die Fruechte schmecken gut. Gleichzeitig ist es jedes Mal eine Herausforderung, als weisse(r) auf die Strasse zu gehen und sich alle Sprueche und Pfiffe anzuhoeren und die Blicke zu dulden. Nicht dass die Leute (die Maenner) was gegen weisse haben, sondern das Gegenteil. Alleine duerfen wir grundsaetzlich nie raus, und will man auch gar nicht...selbst in einer Gruppe von 5 Maedels fuehlt es sich noch sehr unsicher an, und ich persoenlich fuehle mich nur richtig sicher wenn Jungs mit dabei sind. Also gut, ich geh dann mal die Schlange anschauen und sehen, ob ich vielleicht mit ein paar Leuten reden kann.
Liebe Gruesse und danke fuers durchlesen! :) Es hoert sich vllt alles ein bisschen zusammengeklatscht an, aber ich wollte einfach mal einen EInblick geben. jana
