Jenseits der Illusion

31.03.2012 um 23:16 Uhr

Es tut weh...

Musik: Sting - Fields of Gold

Es ist völlig egal, was ich tue oder was ich nicht tue, egal was ich sage oder was ich nicht sage - es macht keinen Unterschied für Dich. Weil Du Dein Urteil längst gefällt hast und das völlig, ohne Deine Sichtweise auch nur einmal zu hinterfragen. Völlig ohne Dich nur einmal zu fragen, ob Du mir vielleicht Unrecht tust. Es war Dir egal, weil Du längst Dein Urteil gefällt hattest und eigentlich nur noch einen Auslöser brauchtest, um zu tun, was Du längst tun wolltest. 

Es ist nur ganz einfach so, dass Du nie darüber nachgedacht hast, ob das, was Du Dir so denkst und vorstellst, auch tatsächlich mit der Realität übereinstimmt. Warum hast Du nicht einmal darüber reflektiert (ja, reflektiert und nicht nur nachgedacht!), warum Du immer so aggressiv und wütend warst? Warum hast Du nie über Dich und Dein Verhalten reflektiert? Mit wem hast Du eigentlich gekämpft? Mit der Welt oder doch mit Dir selber?

Doch was nützt es, das jetzt und hier auszusprechen. Mir nützt es jedenfalls nichts. Ich muss einmal mehr den Schmerz ertragen, muss einmal mehr hilflos mitansehen, wie ein Mensch, den ich liebe Dinge auf mich projiziert, die ich nicht getan habe, die ich nie so gesagt oder gemeint habe. Ich muss Deine Unterstellungen wieder auf mir sitzen lassen, weil Du mir nicht den Hauch einer Chance gibst, mich zu wehren. Ich muss die Konsequenzen für etwas tragen, das nur in Deinem Kopf so existiert.

Es macht mich so unendlich traurig, weil ich dieses Verhalten bereits von meiner Familie her kenne. Auch für Dich war ich immer nur ein Fussabtreter. Jemand, den Du benutzen und dem Du dann die Schuld an allem Bösen und Schlechten geben konntest. Jemand, der sich nicht wehren kann, weil er keine Chance dazu bekommt.

Ich mag heute Nacht in einem Meer aus Tränen ertrinken, aber morgen gehe ich meinen Weg weiter und ich werde dort angelangen, wo ich sein möchte. Ich werde ganz ich sein, ich werde ganz sein und ich werde all das Böse hinter mir lassen.

In einem heilen Herzen ist kein Platz für Schmerz.

Irgendwann wird es heilen.  

25.03.2012 um 20:39 Uhr

This One's For The Girls!

Meine Güte, es ist bald 5 Jahre her, als ich dieses Lied von Martina McBride das erste mal hörte. Ich bekam es zugeschickt von jemandem, den ich damals sehr liebte. Heute habe ich auf einer alten CD das Lied wiederentdeckt zusammen mit vielen anderen Stücken, die er mir zugeschickt hatte. Nur für mich. Hab ich damals zumindest gedacht ;-)

Und heute blicke ich so zurück, das Lied klingt mir in den Ohren, ich bewege mich im Takt mit und muss lächeln. Über ihn. Über mich. Über diese verrückte Zeit damals, als die Luft von Hormonen geschwängert war und mein Herz vor Sehnsucht fast zerbarst. 

Es ist, als würde man eine alte Truhe öffnen und es fallen einem soviele Dinge in die Hände, die Erinnerungen wecken an Zeiten, die man fast vergessen hatte. Wenn ich die Augen schliesse, kann ich riechen, wie damals der Sommer roch und wenn ich ganz genau hinhöre, höre ich seine Stimme in meinem Ohr. "Frau M.... - das Lied ist nur für Dich!".... 

Dass ich jemals bei diesen Erinnerungen lächeln würde anstatt zu weinen, hätte ich nicht für möglich gehalten. 

Manchmal heilt die Zeit dann doch einige Wunden. 

18.03.2012 um 11:50 Uhr

Unfassbar!

Da postet doch jemand auf "Fratzenbuch" ein Bild von einer Frau, die auf dem Spielplatz mehrere Kinder dabei hat und macht sich öffentlich über sie lustig, weil das scheinbar ihre Kinder sind - andere bezeichnen die Frau sogar als "assi" ohne überhaupt was über sie zu wissen - ich fasse es nicht!

Was ist denn mit den Menschen nur los? Wie geschmacklos und herzlos können Menschen eigentlich noch werden? Diese Fratzenbuch-Mentalität, sich öffentlich über andere lustig zu machen bzw. herzuziehen, ist das allerletzte. Hauptsache man hat ein paar Lacher auf seiner Seite!

Ich habe den Verursacher angeschrieben und ihm gesagt, dass es strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann, wenn man Bilder von Menschen ohne deren Einwilligung veröffentlicht und dass ich es unter aller Sau finde, sowas zu tun!

Sowas regt mich wirklich maßlos auf! Und selbst wenn die Frau soviele Kinder hat - das gibt noch lange niemandem das Recht, über sie herzuziehen, sie zu beleidigen und schon gar nicht, ein Foto von ihr nebst Kindern auf Fratzenbuch zur Belustigung und Zurschaustellung zu posten!

Das ist echt unterstes Niveau! Und so jemand wie dieser Typ ist so stolz darauf, dass er in einem großen Konzern eine Anstellung hat. 

Wie heisst es so schön? Anstand und Niveau sind keine Handcreme!

17.03.2012 um 18:54 Uhr

Frühling ohne Dunkelheit...

Juhuuu - es ist Frühling! Jedenfalls nimmt er doch immer wieder Anlauf und auch wenn es nochmal etwas kälter werden soll, so wartet ab Mitte der Woche wieder die Sonne und Temperaturen um die 20 Grad auf mich :)

Letztes Jahr noch - und viele Jahre zuvor schon - war es für mich immer besonders schwer, wenn es Frühling wurde. Man sollte es nicht glauben, aber sobald es Frühling wurde und die Sonne schien, die Temperaturen zum draussen verweilen einluden, brachen bei mir die Depressionen hervor. 

Wie schwarzer Schleim quoll es aus meiner Seele hervor und ich verkroch mich dann meist in eine Ecke und versuchte irgendwie diese furchtbaren Gefühle auszuhalten, die über mich hereinbrachen und die meistens noch gepaart mit Angst waren. 

Und wenn es dann wieder vorbei war, hab ich einfach nur gezittert und gebangt und gehofft, dass ich wenigstens ein paar Tage Ruhe bekam, bis es von vorne anfing. In den schlimmsten Zeiten zog sich das wochenlang hin und sogar mit Antidepressiva war es einfach nur schrecklich. 

Und jetzt ist es einfach nur schön, wenn die Sonne scheint. Da ist keine Angst - keine Angst draussen zu sein, keine Angst sich zu zeigen, keine Angst vor nichts. Einfach nur hell und freundlich. 

In diesem Jahr, das inzwischen vorüber ist, haben sich soviele positive Gefühle verankert, so dass ich endlich voller Zuversicht bin und mich einfach nur auf die kommende Zeit freue.  Und auf die Sonne :)

16.03.2012 um 12:41 Uhr

Von zwei Seiten betrachtet...

In letzter Zeit war mal wieder das Thema "Nähe und Distanz" sehr aktuell bei mir. Es ist ein altes Thema, das schon viele Jahre an meiner Seite ist und unter dem ich schon enorm gelitten habe. Seit ich mich mit meiner persönlichen Entwicklung auseinandersetze, ist mir dazu schon einiges klar geworden. Auch diesesmal wieder und deshalb möcht ich das hier einfach mal festhalten, weil ich heute dieses Thema aus zwei Blickrichtungen wahrnehmen kann - die des Menschen, der Angst vor Nähe hat und deshalb immer auf Distanz geht und die des Menschen, der unter Leuten leidet, die keine Nähe zulassen können. 

Ich gebe zu, dass ich momentan sehr wütend bin. Das ist so eine tiefe Wut, die sich da ihren Weg bahnt und ich lasse sie auch. Weil ich spüre, dass es mir gut tut, wenn ich meine Emotionen zulasse und nicht immer sofort einen Deckel drauf schraube. Für mich hat das auch viel mit lebendig sein zu tun, aber das nur am Rande. 

Ja, die Wut. Sie ist da und ziemlich heftig. Ich habe schon so oft unter Menschen leiden müssen, die keine Nähe zulassen können. 

Da gibt es z.B. diejenigen, die zwar behaupten, dass sie sich Nähe wünschen, die aber diese Nähe gar nicht zulassen können. Das sind die, die Du in den Arm nimmst und die sich dann total versteifen, den Arm abschütteln und Dich hinterher beschimpfen, weil Du ja angeblich so "unerreichbar" bist.

Dann gibt es die, die sich zwar ein Stück weit vortrauen, die aber danach den Schwanz gleich wieder einziehen und so weit abhauen, dass es Dir den Atem verschlägt. Das sind für gewöhnlich diejenigen, die für eine kurze Zeit ihren Gefühlen nachgeben (ich rede von Gefühlen wie Liebe, Leichtigkeit, Freude, Spaß etc. und nicht von Pseudogefühlen). Doch einmal dem Gefühl nachgegeben, kommen gleich wieder Angst, Verwirrung, Ablehnung verursacht durch Angst etc. hoch. Ich nenne das den "Zerriss zwischen Kopf und Bauch" wobei für mich der Kopf für den Verstand steht, der nur alte Programme abspult und der Bauch für das Gefühl, das Herz, die Seele und somit für das, was man wirklich möchte.

Es gibt natürlich auch Menschen, die gar keine Nähe zulassen und behaupten, sie wären damit glücklich. Es gibt welche, die werden hart und beissen  jeden anderen Menschen weg und es gibt welche, die leiden unter ihrer Einsamkeit, können aber nicht erkennen, dass sie diese Einsamkeit selbst verursachen. 

Sie alle haben eins gemeinsam - sie haben Angst davor sich zu öffnen und deshalb gehen sie lieber auf Distanz. 

Meine Wut gilt ersteinmal vorallem den Menschen in meiner Vergangenheit, die dieses beschissene Nähe-Distanz-Spiel bereits mit mir als Kleinkind gespielt haben. Ich kann mich an meine Mutter erinnern, die nie emotional erreichbar für mich gewesen war. Die immer nur mit verkniffenem Mund in der Ecke stand und vor sich hinstarrte. Und Geschwistern, die alle nur zuschlugen, aber nie auch nur ansatzweise dazu fähig waren, das kleine Kind auch nur mal in den Arm zu nehmen und wenn sie es taten, dann gab es gleich hinterher wieder die Prügel. Dann war ich ihnen wieder zu nahe gekommen und musste dafür bestraft werden. 

Überhaupt ist das Gefühl des "bestraft werden" sehr tief in mir verankert. Es waren immer die selbe Sorte Mensch, die das bewirkt haben. Es waren jene, die den Arm ausstreckten und mich hinterher für ihre Angst vor der Nähe verantwortlich machten und mich dann bestraften, indem sie mich beschimpften, anklagten und auch oft genug verliessen. 

Es fühlt sich mies an, wenn man sowas von klein auf erlebt. Und es fühlt sich mies an, wenn man die selbe Erfahrung auch als erwachsener Mensch noch macht. Vorallem dann, wenn diejenigen, die das Spiel spielen, ihren Anteil gar nicht sehen können - oder wollen. 

All die Hilflosigkeit, die ich tief in mir spüre, weil ich absolut nichts bewirken kann - es ist doch egal, was man versucht, ob man den anderen ganz in Ruhe lässt, sich nur alle paar Wochen mal meldet oder sogar jeden zweiten Tag, ob man die Hand reicht oder sich dezent zurückhält - man kann nichts, absolut nichts dafür oder dagegen tun - der andere wird einen nur soweit an sich ranlassen (können) wie es ihm gerade möglich ist. 

Und diese Erkenntnis hat mich noch hilfloser gemacht. Weil man so gar nichts dazu tun kann, dass der andere einen auch lieb hat, mit einem zusammen sein will oder auch nur ein dämliches Federballspiel mit einem spielt. Wenn ich sage "Hey, hast Du Bock schwimmen zu gehen?" und das frage, weil ich wirklich nur Lust aufs schwimmen gehen habe und der andere dann gleich alle Schotten dicht macht - ich kann nichts dagegen tun. 

Ich bin nur diejenige, die es ausbaden muss. Und das tut weh und macht mich wütend! Aber nicht nur wütend - ich habe dann auch Schuldgefühle, weil ich immer den Eindruck habe, dass ich schuld bin und der andere deshalb alle Schotten dicht macht. Ich bin mal wieder "falsch" - ich übernehme die Verantwortund dafür, dass der andere auf Distanz geht. Ich weiss - rein rational gesehen - dass das Unsinn ist, aber noch zieht da mein Inneres nicht nach, um auch fühlen zu können "ich bin nicht schuld". 

Doch es gibt ja auch noch die andere Seite. Die desjenigen, der Angst vor der Nähe hat. Der auf Distanz geht. Der glaubt, sich ständig schützen zu müssen. Auch diese Seite kenne ich und zwar von mir selber. 

Zumindest im Ansatz kann ich heute die Wut und Hilflosigkeit meiner Schwester verstehen, wenn ich so zurückdenke. Ich war nie wirklich erreichbar. Ich hab mich immer verkrochen und versteckt und konnte niemanden an mich heranlassen. Früher noch vieeel weniger als  heute. Dass sowas den anderen hilflos machen kann - ich kann es so gut verstehen, nachvollziehen. Jetzt, an diesem Punkt, an dem ich selbst stehe. Blickrichtungswechsel eben. Natürlich weiss ich, dass ihre Wut und ihre Hilflosigkeit nicht allein durch mich hervorgerufen wurden, sondern verusacht von einem viel tiefer liegenderem Trauma, nämlich dem Trauma eines Kindes, das von der Mutter nicht nur keine Liebe bekam, sondem dem auch die Liebe verweigert worden war. 

Ich weiss wie es ist, wenn man selbst nicht einmal erkennen kann, warum man immer allein ist, warum man keine funktionierenden Freundschaften oder Beziehungen aufbauen kann. Ich weiss wie es ist, wenn man automatisch alle Schotten dicht macht, wenn jemand einfach nur schon freundlich und offen auf einen zukommt. Ja, Freundlichkeit und Offenheit können dann sogar bedrohlich wirken, weil man sich doch verstecken will. Sogar verstecken muss. Und von Liebe brauchen wir gar nicht erst reden. Ich habe so einige Männer mit größtem Widerstand sofort in die Wüste geschickt, weil sie ihre Gefühle für mich zeigten. Ich fühlte mich unter Druck gesetzt, obwohl der andere gar nichts tat. Ich hab darunter gelitten, alleine zu sein und doch war ich froh, wenn es gar nicht erst zu einer festen Bindung kam. Ich war so froh, wenn "er" wieder weg war und dann vermisste ich ihn wieder. 

Ich habe lange nicht gewusst, warum es mir so ging. Bis, wie gesagt, mein Weg begann und ich begann, Zusammenhänge  zu erkennen und zu verstehen, Muster und Glaubenssätze herauszufinden und aufzulösen/zu verändern usw. 

So kenne ich also beide Seiten und trotzdem bin ich im Moment wütend. Vielleicht bin ich auch irgendwo wütend auf mich selber, weil ich mir damit massiv im Wege gestanden habe. 

In all den Jahren, in denen ich mir Liebe wünschte, habe ich nur Distanz geerntet, aber ich war auch diejenige gewesen, die die Nähe nicht ertragen konnte. Aus Angst. 

Ja, immer dann, wenn man glaubt, sich schützen zu müssen, hat man ja auch vor irgendwas Angst. Deshalb versucht man dieses etwas abzuwehren. In dem Fall waren es Menschen, von denen es einige bestimmt gut mit mir gemeint hätten. 

So hat alles zwei Seiten. In vielen Bereichen haben sich für mich diese Blickrichtungswechsel ergeben. Und es ist hilfreich, weil man sich so auch mal in die Lage des anderen versetzen kann, verstehen lernt, was den anderen bewegt(e) und natürlich auch, was man selber so verbockt hat. Mir hat es geholfen, aus der Opferrolle auszusteigen. Und Verantwortung zu übernehmen für mein eigenes Leben, Handeln, Fühlen und Denken. 

Heute geniesse ich es, innerlich so frei zu sein und einfach mal spontan etwas unternehmen zu können, meiner Lust auf ein Federballspiel (ja, ihr merkt, ich möcht Federball spielen *g*) einfach nachzugeben und nicht gleich wieder vor meinem eigenem Bedürfnis  davon zu rennen. Eine Umarmung nicht nur zu "ertragen" sondern auch zu spüren und sich dabei wohlzufühlen - das ist unbezahlbar.

Ich weiss, dass es noch einiges "abzutragen" gilt an dieser Angst, aber ich weiss auch, wenn ich so zurückblicke auf alles, was mir schon gelungen ist, dass ich das auch noch schaffen werde.

14.03.2012 um 23:59 Uhr

Nur aus Angst?

Manchmal passiert es, dass man jemanden liebt,  noch bevor man in ihn verliebt war. Es geschieht einfach, das Herz öffnet sich und bevor man etwas dagegen sagen oder tun kann, hat man diesen Menschen bereits tief in sein Herz aufgenommen. 

Doch genau dann kann es auch passieren, dass genau diese Art von Liebe plötzlich Angst macht. Angst, weil sie so unglaublich tief ist und weil man unsicher wird, sich nicht verlieren möchte. 

Und dann geschieht es meistens, dass Menschen beginnen Ausreden zu erfinden. Sie sagen, dass sie den anderen nicht lieben, nicht wollen, dass es 1000 Gründe gibt, warum es nicht geht und nicht passt. 

Und jeder dieser Gründe ist eine Ausrede. Weil sie sich das eigentliche Problem nicht eingestehen wollen oder können - die Angst davor, sich zu verlieren, sich aufzugeben, den anderen irgendwann zu verlieren oder was auch immer an Ängsten in ihnen vorhanden sind. 

Mir ist heute klar geworden, dass ich diese Angst bei jedem anderen auch spüren würde - weil nicht der Mensch das Problem ist, sondern schlichtweg die Angst. Sie ist unabhängig von einem anderen Menschen da, nur wird sie natürlich angetriggert, wenn jemand da ist und Nähe entsteht. 

Wir Menschen neigen dazu zu behaupten, wenn ja erstmal "die oder der Richtige" auftaucht, dann ist ja alles toll, super und wunderbar. Dann haben wir keine Bedenken mehr und alles ist easy. Und solange wir noch Bedenken haben, kann es ja nicht die oder der Richtige sein. 

Aber das sind Ausreden, die man sich selbst liefert, die der Verstand runterappelt, weil er keine Erklärung für etwas hat, was er nicht verstehen kann. Der Verstand ist nur rational, für ihn sind 1+1 nunmal 2. Für unsere Gefühle ist es aber anders. Da kann es geschehen, dass man jemanden liebt und trotzdem weglaufen möchte und das alles hat rein gar nichts mit dem Menschen zu tun (bzw. muss nichts mit ihm zu tun haben unbedingt). 

Ja, es muss nichts zwangsläufig etwas miteinander zu tun haben.

Das zu erkennen ist wohl der erste Schritt in die richtige Richtung...

11.03.2012 um 22:59 Uhr

*knurr*

Was für ein beschissener Sonntag! In der Nacht von Freitag auf Samstag hab ich falsch gelegen, bekam Spannungskopfweh und hab den ganzen gestrigen Tag mit Kopfweh, Schmerzmitteln, Körnerkissen und Moorwärmflasche verbracht. Und von Samstag auf Sonntag (heute) hab ich kein Auge zugetan. Vermutlich lag das auch daran, dass in den Tabletten Koffein mit drin ist, ich war so vollgedröhnt mit dem Zeug und als der Schmerz nachliess, bin ich munter geworden - mitten in der Nacht.

Meine Laune ist am unteren Ende angelangt. Und das soll was heissen, denn ich hab so gut wie nie schlechte Laune. Ich bin vielleicht mal traurig oder sauer, aber so richtig schlecht gelaunt - nee, ich nicht. Ist mir eigentlich eher fremd. Aber heute ist es so. Schlechte Laune bis zum Anschlag. Und mein Herz tut mir weh, also im übertragenen Sinne gemeint. Mein Herz - es möchte endlich lieben dürfen und es verlangt ganz lautstark von mir, dass ich die Liebe zulasse anstatt sie ständig wieder wegzupacken. Meine Fresse, es hat ja Recht, ich bin nur so ängstlich im Moment. Und ich fühl mich einsam, was auch nur sehr selten vorkommt. Aber im Moment fühle ich mich furchtbar einsam. Verlassen. 

Ich wünsch mir einfach nur eine Umarmung, möcht mich ankuscheln und geborgen fühlen.

Das fehlt mir so sehr.  "Du" fehlst mir so sehr....

10.03.2012 um 17:32 Uhr

Anspannung, Kontrolle u. Entspannung...

Eigentlich bin ich es schon mein ganzes Leben lang gewohnt - total angespannt zu sein. Seit meinem 16. Lebensjahr habe ich heftige Verspannungen im Nackenbereich, was immer wieder zu migräneartigen Spannungskopfschmerzen führt.

Ich habe mir oft überlegt, woher nur diese Anspannung kommt, aber wie das so ist - immer wenn man den Verstand befragt, macht er gerade einen auf Urlaub. "Keine Ahnung!" war dann oft die Antwort, was einher ging mit einem Schulternhochziehen, das mir eigentlich schon eine Antwort hätte sein können. Wenn ich denn mal drauf geachtet hätte. 

Überhaupt ist uns Menschen (ich beobachte das auch bei vielen anderen Menschen) meist gar nicht  bewusst, welche "Eigenarten" wir so an uns haben, welche Angewohnheiten uns tagtäglich begleiten. Wir verspüren oft die Folgen unserer Angewohnheiten - ob es nun Verspannungen oder Übergewicht usw. usf. sind - aber wir sind uns über die Ursachen nicht bewusst, obwohl sie uns täglich begleiten. 

Ich habe bestimmt ein oder sogar 1,5 Jahre gebraucht, bis ich endlich mal bewusst Entspannen konnte. Also hinlegen und entspannen, so dass einem die Glieder schwer werden. Die ganze Zeit hab ich dagegen angekämpft wie verrückt - aber warum ich das tat, wusste ich nicht. 

Vor einiger Zeit fiel mir bereits auf, dass ein und die selbe Aktion zu völllig unterschiedlichen Folgeerscheinungen führen kann - je nachdem, ob ich entspannt oder angespannt bin. Wenn ich angespannt bin, verbrauche ich vielmehr körperliche Kraft und vermutlich auch mentale. Ich fühle mich hinterher immer erschöpft und ausgelaugt. Es kostete mich unglaubliche Kraft! Und Nein, ich hatte weder Möbel geschleppt noch sonstwelche wirklich schweren Dinge geschleppt und einen Marathon bin ich auch nicht gelaufen. Es sind alltägliche Dinge, die mich unglaublich viel Kraft immer gekostet haben. 

Und dann vermehrten sich die Momente - und sie wurden zu Stunden - in denen ich entspannt war. Und plötzlich fiel mir auf, dass die selben Aktionen in entspanntem Zustand fast keine Kraft kosteten, dass ich  mich hinterher weder ausgelaugt noch müde oder kraftlos fühlte. 

Aber wie konnte das sein? Wie kann einen ein und die selbe Aktion so unterschiedlich beanspruchen? Ich wusste bereits, dass ich in entspanntem Zustand angstfrei das Haus verlassen konnte, während ich bei Anspannung nur unter Angst einen Fuss vor die Tür bekam. Ich schob dies auf die mentale Komponente, darauf, dass durch die Angst die Verspannung hervorgerufen wird. Dass es andersherum sein könnte - das hätte ich nicht gedacht. 

Doch dann wurde mir noch etwas bewusst und zwar, dass ich mit dieser ständigen Anspannung versuchte, alles unter Kontrolle zu behalten. "Das Leben fliessen lassen" - davon sprachen viele Menschen, aber für mich war das nicht möglich. Ich musste alles kontrollieren, damit mir nichts entglitt, damit mir ja nichts schlimmes zustiess. Und so war ich ständig verkrampft und konnte selbst im Schlaf nicht loslassen. 

Bei mir gehen solche Erkenntnisse nicht ohne Erinnerungen an den Ursprung ab. Oft sind es Bilder, Erinnerungsblitze usw. die sich wieder bemerkbar machen und mir die Erklärung liefern. In diesem Fall war es eine Erinnerung an etwas, das ich irgendwo im Hinterkopf noch wusste, dass ich aber nicht mehr "fühlen" konnte - ich konnte das Verbindungsstück zwischen Erinnerung und Jetzt-Situation nicht mehr herstellen. 

An diesem Tag jedoch überfiel mich diese Erinnerung mit all den Emotionen, die ich damals verspürt hatte. Ich konnte mich an alles erinnern - wie ich als kleines Kind von vielleicht 3 oder 4 Jahren in meinem damaligen Elternhaus alleine dastand und Angst hatte. Ich hatte Angst, ich war verzweifelt und ich dachte immer nur: "Was soll ich nur tun?" Ich weiss noch, ich ging einen Schritt vor, einen zurück, einen vor, einen zurück. Verzweiflung überfiel mich und ich hatte Panik. "Was soll ich nur tun?" 

Noch heute kann ich diese Verzweiflung spüren, wenn ich mich zurückerinnere. Es war die Verzweiflung eines Kindes, das missbraucht worden war und dass Angst hatte, sich irgendwem anzuvertrauen. Ich weiss nicht, ob man das verstehen kann, wenn man es selbst nicht erlebt hat. Aber wenn Dich jemand anfasst und Du bist noch so klein, dann bricht eine Welt zusammen. Erst recht, wenn es Dein eigener Vater ist. Und dann dieses "Angst einflössen", damit Du ja nichts sagst, schön den Mund hälst. Und Du bist als Kind allein damit, Du hast Angst, wenn Du es sagst, dann geschieht etwas schlimmes. Gleichzeitig willst Du Dich schützen, aber wie sollte das gehen? Du bist ihm ausgeliefert, immer wieder und kannst niergendwo Schutz finden. 

Das einzige, was mir irgendwie Schutz bot, war letzten Endes  das, was alle missbrauchten Kinder tun. Ich verdrängte und verliess meinen Körper immer öfter. "Du träumst zuviel" sagte meine Mutter immer, wenn ich mal wieder durch die Gegend starrte und nicht auf ihre Worte reagierte. Aber ich - ich war längst in einem Raum, den niemand ausser mir mehr betreten konnte. 

Diese Erinnerung mit all ihrer Verzweiflung, sie machte mir klar, dass ich stets damit beschäftigt war - auch als erwachsene Frau noch - meine Umgebung zu kontrollieren. Ich tat das nicht bewusst - ich war einfach inzwischen so "programmiert", es lief automatisch ab und sorgte dafür, dass ich ständig verkrampft war. 

Ich weiss nicht mehr, wie lange ich da saß und einfach nur geweint habe. Wie lange ich den Schmerz gefühlt habe und die Verzweiflung des Kindes. Irgendwann ebbte es ab und ich hatte das Gefühl, meine verkrampften Finger das erste mal ein wenig lösen zu können. Die Anspannung liess nach und machte einer wohlig-weichen Wärme Platz. 

Aus dieser Erfahrung heraus hatte ich begonnen, alles zu kontrollieren. Die Kontrolle hatte mich verkrampfen lassen, die Verkrampfung wurde zu chronischen Verspannungen und dies wiederum sorgte dafür, dass ich mehr Kraft für die Dinge aufwendete, als überhaupt notwendig gewesen wäre. Und als ich überhaupt zur Verfügung hatte. 

Ich weiss nicht, warum ich das jetzt hier so aufgeschrieben habe. Irgendwie war es mir gerade wichtig und vielleicht auch, weil es so niedergeschrieben nochmal klarer vor Augen führt, wie der Kreislauf begonnen hat, in welche Richtung es lief. 

Noch immer bin ich damit beschäftigt, Entspannung und Loslassen zu üben. Wenn man über 30 Jahre verkrampft war, geht das vermutlich nicht in wenigen Wochen weg. Aber inzwischen blitzt da ausser der Entspannung noch etwas ganz anders auf - Vertrauen. Vertrauen ins Leben, darin, die Dinge auch fliessen lassen zu können. Nicht immer alles kontrollieren zu müssen. Loslassen zu können. Wie gesagt, immer gelingt mir das nicht, aber wenn es mir gelingt, dann fühlt es sich einfach nur toll an. Und die Momente, in denen es mir gelingt, die häufen sich...

09.03.2012 um 14:52 Uhr

Standpunkte...

Neulich klingelte das Telefon - dran war eine Bekannte, die immer alle anderen Menschen verantwortlich macht für ihr eigenes Leid. Schuld  - sind immer nur die anderen. 

Dazu fiel mir nur ein Satz ein: "Selbstreflektion/Selbsterkenntnis sind keine Einbahnstraße!"

09.03.2012 um 14:07 Uhr

☼ Sonne ☼

Da ist sie ja endlich wieder! Wurd' aber auch höchste Zeit :-)

07.03.2012 um 16:30 Uhr

Beziehungsweise....

Meine Güte, wie lange habe ich diesem einen Menschen eigentlich hinterher geweint? Wie oft hab ich mir gewünscht, "er" wäre wieder da und würde sich doch noch dazu "herablassen", mich zu lieben. Jedenfalls wünschte ich mir das so lange, bis mir klar wurde, dass ich schliesslich auch einen Wert hatte und ich wurde störrisch und stur und sagte "Ich will niemanden, der sich zu mir herablassen muss, bis ich mal gut genug für ihn bin". Aber wirklich frei war ich trotzdem nicht von ihm, irgendwie war da immer dieser Schatten - der Schatten vergangenen Glücks oder waren es nur Illusionen über etwas, das hätte sein können? 

Ja, wenn man wirklich liebt, dann hört man damit nicht einfach auf. Aber wenn man wirklich liebt, dann vergisst man sich selber auch nicht. Echte Liebe birgt keine Abhängigkeiten und man muss sich für sie weder verbiegen noch muss man sich für sie kaputt machen. All das begriff ich auf meinem Weg und trotzdem war da noch immer dieser Schatten eines Menschen, den ich nicht aufhören konnte zu lieben. 

Die Zeit verging und etwas geschah mit mir - ich litt nicht mehr. Es tat nicht mehr weh und trotzdem wünschte ich mir diesen Menschen noch immer in meinem Leben zurück. Ich würde die Arme öffnen und ihn einfach Willkommen heissen. Auch wenn ich wusste, dass ich in seinen Augen "nicht gut genug" für ihn war, träumte ich trotzdem von ihm und egal was ich über Selbstwert und Selbstliebe lernte, egal wie sehr ich nun auf mich achtete - ich wartete noch immer auf den Schatten. 

Und dann war da dieser Moment, als sich mein Herz zu öffnen begann. Weit und weiter. Und plötzlich wurde mir klar, was Liebe wirklich ist und was in einer Beziehung wirklich zählt. 

Es sind nicht Dinge wie gemeinsame Unternehmungen oder der Status als "Paar" - es ist die Freundschaft, die eine Grundlage für die Beziehung bildet. Ja, Liebe beinhaltet Freundschaft, sie muss Freundschaft beinhalten. Denn wer versteht einen so gut wie ein Freund - eine Freundin? 

Es geht nicht um einen gemeinsamen Nachnamen oder um eine gemeinsame Adresse. Es geht um die Bereitschaft, den anderen so anzunehmen, wie er ist und sich dabei trotzdem nicht aufzugeben. Es geht dabei darum, dass beide wirklich Partner sind und in einer Partnerschaft arbeitet man Hand in Hand. Es geht darum, dass man den anderen nicht im Stich lässt, sobald es mal unbequem wird und dass man genug Vertrauen zueinander hat, um zu wissen - auch wenn der nächste Sturm bestimmt kommt, selbst wenn nochmal eine Klippe auftaucht oder ein Eisberg - Hand in Hand schaffen wir das. Und zwar BEIDE ZUSAMMEN - nicht einer allein. 

Ja, das wird mir so richtig klar und je klarer mir das wird, desto mehr verblasst der Schatten und macht der Realität Platz - und all dem wunderbaren, das dort zu finden ist.

Jetzt und Hier. 

05.03.2012 um 16:12 Uhr

~ Liebe ~

Seit ich die Liebe in mir spüren kann, spüre ich sie überall im Aussen. Ich muss niemandem mehr hinterherlaufen, um wiedergeliebt zu werden, ich bin nicht traurig oder unglücklich, weil ich alleine lebe und ich fühle mich nicht mehr ungeliebt.

Nein, all das hat aufgehört, seit ich mein Herz soweit geöffnet habe, dass ich die Liebe immer spüren kann und sie ist so allumfassend und überall vorzufinden. Wir sind umgeben von ihr...

05.03.2012 um 12:58 Uhr

Verstehen...

Echtes Verstehen entwächst nicht dem Mitleid. Echtes Verstehen kommt tief aus dem Herzen, weder be- noch verurteilt es. Es ist voller Mitgefühl und Liebe, aber es verstrickt sich nicht im Leid, es IST einfach nur. Und weil es einfach nur IST, tut es unendlich gut.

03.03.2012 um 23:01 Uhr

"Der Traum vom Landleben"

Die Sendung läuft grad auf RTL Living. Letzten Sommer schaltete ich zufällig ein und da lief "Der Traum vom Landleben". Mit jeder Minute, die verging, war ich mehr begeistert davon. Ich mag diesen etwas schräg anmutenden Engländer, der sich aufs Land zurückgezogen hatte, um dort ein "natürliches" Leben im Einklang mit der Natur zu leben. Hugh Fearnley-Whittingstall baut sein eigenes Obst und Gemüse an, er schlachtete seine Tiere selber und was er selbst nicht herstellen oder ernten kann, tauscht er mit seinen Nachbarn aus der Umgebung. Sein Ziel ist es, möglichst unabhängig von Geld zu leben, sich selbst zu versorgen und seine Umwelt dazu zu animieren, ebenfalls das eigene Leben mehr in Richtung "Natürlichkeit" und weg vom Kommerz, Stress und Hektik zu lenken.

Ich finde es toll, wenn er seine saisonalen Gerichte kocht, sich gegen Betreiber von Legebatterien auflehnt, mal eben dafür sorgt, dass ein ganzes Dorf Obstbäume pflanzt und Kindern saisonales Obst wieder schmackhaft macht.

Mir jedenfalls gefällt diese Art zu leben und auch wenn ich ganz sicher niemals eine eigene Tierschlachtung betreiben würde (Gott bewahre!), aber die Richtung, in die es gehen soll, ist mir dadurch sehr klar geworden.

Raus aus der Stadt, raus aus der Hektik. Nur noch saisonales Obst und Gemüse verwenden, möglichst aus der Region und in Bio-Qualität. Ja, ich weiss, das hört sich so "Öko" an, aber Teile davon habe ich bereits umgesetzt und es fühlt sich unglaublich gut an, so zu leben. Es fühlt sich so natürlich an und ich fühle mich gar nicht mehr wohl, wenn ich irgendeinen Fertig-Frass, in dem mehr Chemie als sonstwas zu finden ist, esse.

Auf die meisten Sachen bin ich eh allergisch, da kommt mir diese Lebensweise sehr entgegen, weil ich möglichst nur noch Unverarbeitetes zu mir nehme und immer frisch koche.

Klar gelingt das nicht zu 100%, aber wenn ich erstmal meinen Platz gefunden hab, wo ich meine Zelte dann mal aufschlagen werde, haut der Rest auch noch hin. 

Ich freu mich drauf :)

03.03.2012 um 16:39 Uhr

Gute Laune...

... und ich stelle fest - mit guter Laune im Gepäck macht das Leben selbst bei trübem Wetter Spaß!

03.03.2012 um 12:33 Uhr

Schade... oder Sonne II. :-)

... dass ich nicht so gut zeichnen kann! Sonst würde ich jetzt ein Bild zeichnen, von einem Cowgirl, das die völlig erschrockene Sonne mit einem Lasso hinter den Wolken hervor zu zerren versucht. Neben ihr das arme Pferd, das mit hängendem Kopf vorwärts trottet, weil es weiss, dass dieses Unterfangen zum Scheitern verurteilt ist. Und im Gesicht des Cowgirls ein grimmiger Gesichtsausdruck und eine Sprechblase in der steht "Los - komm raus! Und zwar sofort!"

Jap, das würd ich jetzt zeichnen, wenn ich könnte. Ach, was beneide ich die Leute, die so gut zeichnen können! Ich hätte sooo viele Ideen, die gerne aufs Papier kriechen würden.*seufz*

03.03.2012 um 10:55 Uhr

Sonne?

Kann mal bitte jemand die Sonne da draussen anknipsen? Seit Tagen nichts als schnödes Einheitsgrau,  nicht mal ein Sonnenstrahl verirrt sich durch die graue Wolkendecke. Und kälter werden soll es auch, also wieder in den einstelligen Bereich bis zu 0 Grad. Ich weiss, es ist erst Anfang März, aber ich will SONNE! ich will WÄRME! Und ich will es schön HELL und FREUNDLICH! Ich will mal wieder eine Runde Federball spielen draussen, am Rhein sitzen, ein Eis essen - und zwar ohne zu erfrieren...

01.03.2012 um 00:16 Uhr

Bedürfnisse...

... und wo bleib ich?

Mir ist nach brüllen, toben, schreien... Gerade in diesen Tagen wird mir noch einmal vor Augen geführt, wie oft ich auf der Strecke geblieben bin bisher. 

Neulich las ich ja das von den Grundbedürfnissen. Aber es gibt viele verschiedene Bedürfnisse und ich weiss nicht, ob man die alle nicht zu den Grundbedürfnissen zählen kann. Im Grunde ist es doch so, dass jedes Bedürfnis nach Befriedigung schreit. Es mag Dinge geben, die man als "nicht notwendig" ansieht - kurzum gesagt - es geht auch "so". Stimmt. Aber es gibt nunmal auch Dinge, da geht es eben  nicht auf Dauer "auch so" also "ohne". 

Ich habe viele Bedürfnisse dicht gemacht, hab sie gar nicht mehr gespürt, weil ich eh keine Chance sah, das sie jemals befriedigt werden würden. Doch die Zeiten scheinen vorbei zu sein und ich finde es auch gut, wenn ich meine Bedürfnisse wieder wahrnehme. Ich fühle mich so lebendig im Gegensatz zu früher, als ich innerlich tot war. 

Viele dieser Bedürfnisse kann ich mir selbst erfüllen. Es mag seine Zeit dauern, aber es funktioniert. Aber es gibt natürlich auch jene Bedürfnisse, die nur im Austausch mit anderen Menschen erfüllbar sind. 

Wie zum Beispiel ein Eis essen zu gehen und dabei zu quatschen. Zu zweit ins Kino zu gehen. Ein gutes Gespräch. Eine Umarmung. Einfach "sich austauschen". Dinge gemeinsam machen. 

All das gab es früher in der "Krümel-Variante". Es ging immer nach den anderen. Es wurde gemacht, was sie wollten. Es wurde nur über ihre Probleme geredet. Es wurde nur dann was gemacht, wenn "die anderen" es wollten. Und wenn ich wollte, etwas vorschlug, dann wurde es abgeschmettert. Nee, keine Zeit, keine Lust usw. usf. 

Ich hab mich lange genug drauf eingelassen. Und mitgemacht. Aber dann war Schluss und ich hab sie alle aus meinem Leben befördert. 

Doch das Muster ist wohl geblieben. Denn schon wieder merke ich, dass meine Bedürfnisse nicht gesehen werden, schlichtweg nicht von Belang sind. Was ich möchte, ist mal wieder nicht von Interesse. Niemanden juckt die Mauer, solange nur ich mir daran die Nase breche. 

Aber ich hab auch Bedürfnisse, verdammt nochmal! Ich brauch vielleicht auch mal eine Umarmung! Ich möchte auch mal spüren, dass ICH gemeint bin - und nicht irgendwer. Ich möchte gesehen werden. Und ich wünsche mir einen ehrlichen Austausch, in dem jede Seite zum Zug kommt und nicht nur einer das Tempo vorgibt. 

Rücksicht genommen hab ich so oft auf sovieles und soviele. Aber nie nahm jemand auf mich Rücksicht. Wozu auch? Ich hab ja auch keine auf mich genommen. 

Ich hab mich nie gesehen. Ich hab mich nur verantwortlich gefühlt für das Wohlergehen anderer. Sie wären blöd gewesen, wenn sie es nicht ausgenutzt hätten, was? Oder vielleicht einfach nur "anständig"?

Aber ich sag euch was - ich bin nicht unsichtbar. Nicht mehr. Ich brauche genauso Liebe und Wärme wie jeder andere Mensch da draussen auch. Ich werde auch gerne umarmt und ich hab auch ein Herz, das weh tun kann. Ich bin nicht immer nur stark, genausowenig wie ihr. Ich hab auch meine Fehler, aber ich lasse euch nicht drunter leiden. Jedenfalls gebe ich mir Mühe, es nicht zu tun. Ich arbeite hart an mir und ich habe genauso ein Recht darauf als denkender, fühlender Mensch wahrgenommen zu werden, wie jeder andere auch. 

Ich werde also aufhören auf euch zu hoffen. Und mich nach denen umschauen, die mich wertschätzen und die sich wirklich für mich interessieren. Die mehr in mir sehen als das, was ihnen gerade in den (Schubladen)-Kram passt. Und die sich keinen Zacken aus der Krone brechen, wenn sie mich einfach nur umarmen und dazu stehen, dass sie mich lieb haben. 

Warum nur, verdammt nochmal, muss man immer die lieben, die einen nicht sehen, nicht wertschätzen? Warum hofft man immer auf die falschen Menschen? Auf die, die gar nicht wollen. Oder vielleicht auch nicht können... 

Vielleicht, weil es noch nie anders war? Weil genau das schon mit dem ersten Atemzug begann - der Kampf um die Liebe, um das Ansehen der Menschen, die einen doch eigentlich bedingungslos lieben müssten? 

Ich hab immer gedacht, es wäre "egoistisch", wenn ich mich nicht um andere kümmere sondern nur nach mir selber schaue. Vielleicht ist es vielmehr eine innere Haltung, an der ich da kranke. Vielleicht ist da noch ein Teil in mir, der zuviel bei den anderen und zu wenig  bei sich selber ist? Wann hab ich je gedacht - und gemeint - "jetzt komme ich"? Wann hab ich mein Ziel verfolgt und mich nicht darum geschert, wie es dem Rest ging? Ich mein das gar nicht so egoistisch, wie es sich anhören (lesen) mag. Aber diese beschissene Neigung, gerade bei Menschen die mir am Herzen liegen, zu allem bereit zu sein, immer verfügbar zu sein, nie "Nein" sagen zu können, nie die eigenen Bedürfnisse formulieren und auch adressieren zu können, sich alles zu verkneifen, damit der andere ja nicht noch mehr belastet wird, die macht unglücklich. Und zwar mich. Ausschliesslich.

Woher kenne ich das nur? Richtig, von meiner Mutter her. Ständig musste auf sie Rücksicht genommen werden. Von klein auf. Sie hatte einen Herzinfarkt, als ich 7 Jahre alt war. Gerade in der esten Klasse eingeschult worden, wurde meine Mutter ins Krankenhaus gebracht. Der Arzt sagte, sie müsste ihr Leben ändern, sonst würde sie nicht alt werden. Sie hörte auf zu rauchen und achtete ein wenig auf die Ernährung. Der Rest blieb, wie er war. Bis auf eine Tatsache. Ich wurde zu ihrem verlängerten Arm. Ich musste immer für sie da sein. Ich tröstete sie als Kind bereits in ihren depressiven Phasen, fühlte mich verantwortlich für sie und dafür, dass es ihr gut ging. Ich trug ihre Depressionen mit - und litt später selber daran. 

Was ich wollte - darauf wurde nie Rücksicht genommen. Ich wollte aufs Gymnasium und sie schickte mich mit den Worten "Du wirst kein Professor" auf die Hauptschule. Ich wollte später mein Abitur nachmachen auf der Höha. Und sie sagte nur "was willst du denn da" und ich - inzwischen gut genug konditioniert - schüttelte nur den Kopf und verfolgte das ganze nicht weiter. Ich hatte eh keine Chance, niemanden interessierte, was ich wollte. Ich sollte nur für sie da sein - wie es mir dabei ging, war ihr wohl egal. Hauptsache war, dass es ihr gut ging. Schon schnell lernte ich, dass ich meine Bedürfnisse und Wünsche nicht mal aussprechen durfte - sofort wurde ich beschimpft und abgestoppt. Und so fällt es mir auch heute noch unendlich schwer, den Mund aufzumachen und zu sagen, was ich mir wünsche. Erst recht  bei Menschen, die mir mit ihrem Verhalten meine Mutter spiegeln. Ich kann dann nicht sprechen, kriege keinen Ton raus und wenn doch, dann nur einem Stottern ähnlich. 

Offenbar zieht sich dieses Muster heute noch bei mir durch. Nur mit dem Unterschied, dass ich inziwschen diejenige bin, die - auch völlig ungefragt - gleich die Verantwortung übernimmt. Und wehe ich hab jemanden lieb - dann würde ich alles geben. Vermutlich ist das noch das Kind in mir, das sich wünscht, nur einmal geliebt zu werden. Das würde wohl alles dafür tun. Jap, höchst unrühmlich, völlig unerleuchtet und total selbstsüchtig - mein armes, verhungertes, inneres Kind. 

Aber irgendwann hab ich mal gelernt, dass ich es mir wert sein muss, zu bekommen, was ich möchte. Also die Erfüllung meiner Bedürfnisse in diesem Fall. Das geht aber nur, wenn ich loslasse - ich habe keine Verantwortung für andere Menschen. Die sind erwachsen, die müssen genauso für sich selbst sorgen, wie ich das auch muss. Und für sich selbst sorgen bedeutet auch, die eigenen Bedürfnisse nunmal auch zu formulieren und zu adressieren. Und vorallem bedeutet es, nicht vor Mauern auszuharren in der Hoffnung, dass sie endlich fallen. Vielmehr bedeutet es, sich wert zu sein, dass keine Mauer im Weg ist. Also nicht Mauern aufsuchen sondern durch offene Türen schreiten. Ja, die offene Tür nehmen anstatt vor der Mauer verhungern.

Genauso...