Her mit dem schönen Leben!

24.05.2012 um 00:53 Uhr

So ein Tag, so wunderschön wie heute...:)

von: Jott

Stimmung: glücklich und zufrieden

Ja, man soll es kaum glauben, aber auch ich hatte mal eine richtig entspannte, chillige und zugleich sehr positiv stimmende Woche! Bis jetzt. Man soll das ja nich beschreien, sonst kippt es. 

Ich war die ganze letzte Woche zu Hause bei meinen Eltern, schön auf'm Balkon in der Hollywoodschaukel rumgehangen und nüch so wahnsinnig viel gemacht. Immerhin hab ich ein Buch von Mam kompletti durchgelesen, das war ganz witzig geschrieben. "Das wird jetzt wehtun" hieß es wohl. War jedenfalls sehr kurzweilig und witzig gemacht. Kriegt jetzt keine 5 von 5 Sternen, aber 4 kriegts von mir. Dazu muß ich sagen, daß wir quasi frei waren, mein Brüderlein, seine Freundin und ich. Unsere Eltern sind nämlich stiften gegangen an seinem Geburtstag, den wir dann eben zu dritt feierten. Mit ihren Eltern. Joah. Kann man machen. Muß man aber nich.  Das hieß dann für mich einmal Hausputz spezial mit Bädern, Balkon und allem drum und dran. In der Not war auch mein Bruder fleissig und hat schonmal durchgesaugt, was mir die Arbeit wesentlich erleichtert hat, möcht ich sagen. Seine Freundin haben wir mit dem doch eher großen Abwasch, der nich in' Spüli gepaßt hat (Töpfe, empfindliche Gläser, Holz, die ganze range) und ihrer Wunschidee, einen biologisch korrekten Ökokuchen zu zaubern, allein gelassen. Es sollte ein Rhabarberkuchen werden. Nich aus ieiner ordinären Zeitung, sondern aus Schrott und Korn (sag ich immer, sie ärgert sich dann so schön) und ergo mit Dinkel und Agavensirup und so Krams. Schlußendlich hat sie ihn aber gut hingekriegt, hat geschmeckt. Witzigerweise isst sie aber überhaupt keinen Rhabarber. Was ihre Eltern dazu getrieben hat, über ne Stunde zu fahren, um nichmal 3h mit uns Kaffee zu trinken und dann wieder über ne Stunde zurückzuheizen, weiß ich nich. Die Tatsache, daß ihre (!!!) Omis nich auch noch mitkamen, wurde mir dann als Rücksichtnahme auf meine Person verkauft - wenn ich nich dagewesen wäre, hätte die Freundin ihre Omis mit eingeladen, so haben sie aber nur ihre Eltern ranzitiert. Um mich nich zu stressen. Wie nett. Wer die Omis kennt, weiß aber, daß alle Beteiligten ganz froh waren, ohne die Omis auszukommen. Andersrum klingts aber einfach besser. Und die Omis liefern ja auch immer zuverlässig gefüllte Umschläge ab. Wider Erwarten wurde es also ein relativ entspanntes umgängliches Kaffeetrinken auf Balkonien.

Im Kino waren wir auch, "Dark Shadows"gabs auf die Augen - Prädikat "äußerst wertvoll". Ich bin nich der größte Tim Burton- Fan, aber das war echt ein Megafilm. Alles dran, was ein guter Film so braucht. Durchaus auch mit Anspruch, seine (ich rede hier von Johnny Depp's Vampirfigur Barnabas) altmodische Ausdrucksweise war aber echt der Knaller und die hintersinnigen Wort- und Bildspiele auch. Die Figuren sehr gut mit Schauspielern besetzt, denen man diese Rollen auch abnahm und die Sexszene mit der Hexe, die war wirklich urkomisch. Natürlich hat meine MB den Film nich geschnallt, sie war tatsächlich mal vor mir in nem Film, aber bestimmt hat sie den Film nich ausgesucht, da möcht ich drauf wetten. Sie fand ihn okay. Tja. Okay is genau so ein tolles Wort wie nett. Zum Glück hab ich ihr nich geglaubt. Fröhlich 

Die Woche  is also gut gestartet, ich hab Montag ne Freundin zu mir eingeladen, die ich schon länger (größtenteils gewollt) nich gesehen hab. Sie is ne Liebe, aber echt anstrengend manchmal. Montag fühlte ich mich stark und ausgeruht genug und dem war auch so. Wir haben uns gut unterhalten und es war ein schöner Nachmittag. Sie hat zu mir gemeint, ich solle doch bloggen, wenn ich weiß, daß ich eig nur schreiben will. Ich hab ihr nich verraten, daß ich es schon längst tue. Weiß nich, ich wollte nich, daß sie das hier liest. Kann ja sein, daß ich mich mal über Sachen auslassen will, die mit ihr zu tun haben. Am gleichen Tag hat mich außerdem noch ne sehr alte Bekannte kontaktiert, die mittlerweile im Ausland wohnt und zu der der Kontakt eingeschlafen is. Plötzlich schrob sie mich per Mail an und fragte, wie's mir so geht. Ich hab ja den Verdacht, daß sie grad in soner Phase is, wo sie sich mal wieder über Ehegatten oder Kind oder beides auskotzen muß. Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation und so. Na mal sehen, ich hab ihr heute geantwortet, daß es mich noch gibt.

Dienstag hab ich mich dann mit meiner sehr guten Freundin C. in meiner Exstadt getroffen, war mal wieder schön zu sehen, was es so Neues gibt. Die ollen Raffzähne haben jetzt sogar vor einem relativ entfernt vom Innenstadtcampus liegenden Unigebäude Parkautomaten hingestellt und man kommt auf den UniBibo-Parkplatz, der sonst immer was frei hatte und umsonst war, nich mehr rauf, weil Schranke davor. Hrngh. Wütend Das hat meine gute Laune kurzfristig empfindlich eingetrübt. Und auch mein Lieblingssuppenladen hat die Betreiber gewechselt, das Ambiente is nich mehr so das Gleiche. Ich glaub, einer der Jungs wollte mit mir flirten, aber nüch mit mir! Da bin ich resistent. Ich war mit C. da und außerdem konnte ich seine doch sehr deutlichen Signale nich recht dechiffrieren. Fröhlich Mir war ganz einfach nich danach. Aufdringlich find ich sowieso doof und was hätte das schon gebracht, wenn ich proaktiv zurücklechze? Wär ja doch nur ein Test gewesen, ich sage nur AK.

Eins meiner absoluten Highlights war der Besuch in meinem absoluten Teelieblingsladen - dagegen können alle Teeläden Hamburgs einpacken. Die, die ich schon kennengelernt habe wenigstens. Liegt aber auch partiell an der Inhaberin, wir mögen uns. Sie hat mich schon in der Unizeit gerettet und mittlerweile halten wir auch gerne ma nen Schnack neben der Arbeit. Ich komm ja auch nie ohne was raus bei ihr. Und wenn ich nur die neusten Teesorten heimtrage. Diesmal haben es mir wunderschöne Tassen angetan. Da meine MB ja so gnietschig is und  keine neuen Tassen zulässt, war ich im Clinch mit mir. Wobei ich die Tassen eh nich in den Schrank gestellt hätte, das hätte ich nich ertragen, wenn sie da eine mit ihrer gedankenlosen Art beschädigt oder gar zerstört. Die sind so edel, englische Maßarbeit und mit güldenen Verzierungen in Barockart, gaaanz großartig. Schlußendlich hab ich ne schwarze und ne lilane mit güldenen Ranken genommen, die auch noch etwas günstiger gekriegt und sie hat sie hinten im Büro in Aufbewahrung, bis ich sie abholen komme.

Ihr Sohn hat übrigens ne Wohnung in HH, die er zum September hin aufgeben will. Im Mom wohnt da wohl noch ne Bekannte drin, er wohnt nämlich grad in Bayern und will in die Hauptstadt ziehen. Schicksal? Ich hab jedenfalls ganz große Dackelaugen gemacht. Ich rechne mir nix aus, aber das wär sowas von ein Fortschritt und wär endlich mal dick voll viel Glück, wenn ich iwie an die Wohnung kommen könnte. Die Ecke kenn ich auch, da hab ich früher gearbeitet und die Wohnung is  in ner ruhigen Wohngegend und mit Balkon!!! Woah, ein Paradies.

Wat war ich happy über die Tassen! Fröhlich So happy, daß ich sie heute angerufen hab und die türkisblaue nachgeordert hab und die pinke, die sie gar nich ausgepackt hatte aus'm Karton. Die hab ich ohne Ansehen geblockt. *gg* Die beiden bezahl ich dann, wenn ich mal wieder vor Ort bin, soviel Vertrauen hat sie zu mir. Kurz bevor C. mich aus dem Laden rauszerren konnte, hab ich noch nen absolut kitschigen Monstercoolen grünmetallicfarbenen Frosch mit superdoofen großen großen Augen und weißen Punkten gesehen, der dann auch noch ein Kettchen mit Glitzerstein umhatte und sich sofort in mein Herz geschmuggelt hat. Den hat die Teeladenbesitzerin mir einfach so geschenkt. Wahnsinn. Es is eine Spardose, wie krass is das bitte. Der steht jetzt grade neben dem Bildschirm und guckt mich herrlich blöd an. Genaugenommen schielt er. Ich glaub, ich werd ihn Emil nennen. Fröhlich

Und ein Ticket hatte ich auch nich am Wagen kleben (wo ich voll reaktionär 2h über der Zeit war. Aber diese Schweinepreise sind mit nix zu rechtfertigen, jetzt ma ehrlich). Danach bin ich bei schönstem Wetter nach HH getuckert und es war alles smooth. Heute war auch ein gelungener Tag - ich hab AK wiedergesehen, aber das muß ich nochmal einzeln verwerten, das is zu viel für mich jetzt- die anderen 2 Tassen sind auch mein. Ein Set für die neue Wohnung, die jetzt bitte kommen möge. Ich habe meine liebe Freundin J (klingt jetzt iwie altbacken, kommt aber von Herzen!) heute auch noch nach der Tafel  getroffen, mer ham uns am Kanal unser Herz ausgeschüttet und Seele baumeln lassen. Die kleinen Gänseküken haben noch ein flauschiges Fell, sind aber schon groß. Süüüß. ALs ich J erzählte, daß AK und ich über "Ausgerechnet Sibirien" gesprochen haben, den ich heute sehen wollte und wo er den Hauptdarsteller gut findet, fragte sie mich mit einem Strahlen in den Augen, ob wir jetzt zusammen hingehen würden?! Ich hab sie bloß selten dämlich angegucktund mußte zugeben, daß mir das gar nich in den Kopf kam. Oh Mann, was für ne vertane Chance. Traurig Das wär die Gelegenheit gewesen, ihn abseits von der Tafel ma in freier Wildbahn zu erleben und ich raff es nich. Argh. Dem Film würd ich im übrigen 4 von 5 Sternen geben. War sehr schön, bissi romantisch, witzig, sein Begleiter in Russland war ne echte Sahneschnitte und es hatte durchaus guten Humor und seine Momente. Iwas hat mir noch gefehlt, um es zu nem 5er werden zu lassen. Ich hab ungelogen anfangs die ganze Zeit darüber nachgedacht wie doof ich war, ihn nich gefragt zu haben. Das hat mir die Sache etwas madig gemacht. Schwamm drübber, gibt hoffentlich neue Gelegenheiten, zusammen ins Kino zu gehen. Ich hab genau gewußt, daß er nich einfach unaufgefordert da erscheint, obwohl er wußte, was und wo ich hinwollte. So einer isser nich.

Das zum heutigen Tage. Gut Nacht.

15.05.2012 um 00:00 Uhr

Scheisstage wie dieser

von: Jott

Stimmung: Sonnenschein sieht anders aus

...kommen in jeder Familie mal vor. Das is also kein Grund, beleidigt/verstört vor sich hinzuschweigen, mit jemandem völlig sinnlos zu diskutieren nur um des lieben Rechthabens willen oder völlig aus der Spur zu geraten. Soweit die Theorie. In der Praxis war die in den letzten Tagen eher schwer umzusetzen.

Nur um ein paar Worte zum Wochenende zu verlieren - Freitag war ich abends arbeiten, das war auch eher verstörend. Oder Gedankenfutter für trübsinnige "Ich will nich alt werden" - Momente. Wir hatten die Chöre einer Schule zu Besuch, was nur wegen des Alters der Mitwirkenden und ihrer Kumpels und Kumpelinen ein wenig stressig war. Die sind nämlich immer rein und raus gewuselt und wenn man da den Überblick behalten soll, wer jetzt schon zum "Cast" gehört und wer nich und ob der nich ne Eintrittskarte hatte/hat, das war schon teilweise schwieriger. Mich hat dann direkt ne Lütte adoptiert, die auf Papa, Omma und Oppa gewartet hat, weil sie die Karten hatte. Da steht so ein Dreikäsehoch dann neben einem und wartet sehnsüchtig auf die fehlenden Familienbande. Und man selber hofft bloß, daß sie den Krümel nich enttäuschen und man den Krümel nich aus den Augen verliert, man weiß ja nie. Is schlußendlich alles gut gelaufen, gab großes Hallo, als Papa eintrudelte, der dann zu Mama enteilte, die im Saal anscheinend Plätze klar gemacht hatte. Gedanken, ob die Kleine wirklich da alleine bei uns am Eingang stehen sollte, hat der sich jedenfalls nich gemacht. Die Großeltern trudelten nach erfolgreicher Parkplatzsuche dann auch ein und die Kleine hüpfte beseelt von dannen. Sie hat mir aber am Ende vorm Rausgehen nochmal "Tschüss" gesagt, was ich sehr süß von ihr fand. Fröhlich

Dann passierte eine Sache, die mich schon ziemlich mitgenommen hat. Auf einmal stand ein älterer Mann mit Jogginghose und ein paar Tüten in der Hand vor der Tür. Karte hatte er natürlich keine, die Abendkasse war zu, er ging nich weg. Stattdessen wurde er wohl fast gallig, als mein Mittürwächter ihn fragte, ob er nen Arzt rufen solle. Er hat ihm iwas erzählt von wegen, er wäre schon einmal fast gestorben, etc. Das ging soweit, daß wir die Einsatzleitug anfunken mußten, die dann kam und sich mit dem Mann erstmal hingesetzt hat. Natürlich hat sie ihn mit reingenommen und ihm was zu trinken besorgt, was meinem Kollegen sauer aufgestoßen is, weil er der Meinung war, jetzt würden wir den nich mehr los, blabla. Im Laufe des Abends hatte ich festgestellt, daß dieser Kollege zur Dramatik wenn nich sogar Theatralik neigt (was man wahrscheinlich muß, wenn man iwo im Bereich schauspielerisches Gewerbe unterwegs is) und mich immer wieder an ne Tarantel erinnert hat. In null komma nix auf 180 und dann wie angestochen planlos losrennen. Trotzdem bei ner Betrachtung aus Distanz ganz amüsant. Es stellte sich dann heraus, daß der Mann tatsächlich jemanden gesucht hat, seine Frau im März verstorben is, er wahrscheinlich dadurch ein Trauma erlitten hat und es sah sehr stark danach aus, daß er geistig nich mehr ganz da war, Altersdemenz sozusagen. Das Ende vom Lied - Zeitraffer - war, daß sie seine Familie gefunden hat unter den Anwesenden, daß er auf einmal sogar fast "normal" und klar war, sich im Spiegel über die Haare gestrichen hat, um sie etwas zu "richten", fröhlich war und Scherzchen gemacht hat. Das war der Moment, wo wir gesehen haben, wie dieser Mann mal gewesen sein muß. Die Frauen haben ihn dann mitgenommen, wobei mein Kollege eindeutig leichte Tendenzen zu Genervtheit, Frust und Unglücklichkeit bei den Damen wahrgenommen haben will. Naja, so ganz happy wirkten sie wirklich nich. War bestimmt auch ne peinliche Situation für sie so quasi vor der ganzen Schule. Er war dagegen offensichtlich wieder in einer vertrauteren Umgebung, wo er sich besser zurechtfand und nich so überfordert mit den Gegebenheiten war. Anscheinend is er auch noch mitm Auto gefahren, hat er zumindest der einen von uns erzählt. Er wußte auch ganz genau, daß er das gar nich mehr darf und es ihm strikt verboten wurde. Und ganz doll bittertragisch: er hatte in einer dieser Tüten Gummibärchen drin, die er an die Kinder verschenken wollte. Sonstige In unser heutigen Zeit ist das ja sofort ein Grund für Panik, dabei wollte dieser arme alte verwirrte Mann nur Kinder beschenken. Ja, das hat mich mitgenommen. Ich hab bloß gedacht, ich möchte das nicht, das Altwerden, das macht mir Angst. Man is ja nur noch ein Bruchteil von dem, was einen ausgemacht hat, was man mal war, auf eine Art is das, als hätte die Seele sich versteckt oder zurückgezogen. Uah. Keine leichte Kost. Noch dazu is man immer auf jemanden angewiesen, den das vllt auch total überfordert oder der das ausnutzt.

Nu zu etwas Schönem: Hafengeburtstag. Der 823., wenn ich richtig gelesen hab. Das Einlaufen (oder der Einlauf, wie Tarantula es so schön formuliert hat) der Schiffe war ja Freitag, das hab ich schonmal verpaßt, weil gar nich auf'm Schirm gehabt. Samstag war dann groß Halligalli, Jürgen Drews war wohl auch da und hat sich u.a. auf der Bühne das Shirt vom schmächtigen Leib gerissen. Das hab ich einem Bild in der Zeitung entnommen *gg*. Zum Feuerwerk hab ichs auch nich geschafft, bin erst um 23h mit Arbeiten fertig gewesen und Feuerwerk war halb 23h angesetzt. Auch die Taufe der neuesten AIDA (gefühlt doch schon die 100. AIDA) hab ich verpaßt, weil die schon iwas bei 21h war. Sonntag war ich dann endlich mal da und bin mit nem Bekannten (entfernt bekannt) über die Amüsiermeile getapert. Waren ne Menge Fressbuden, aber das find ich generell gut, gibt immer mal was Neues zu entdecken. Schiffe von der Fregatte bis zum historischen Segler hin zum Schaufelraddampfer schipperten auf der Elbe rum und die Queen Mary is echt mal verdammt groß. Die is ja so groß wie das Unilever-Haus! Hab die auch zuerst gar nich als Schiff wahrgenommen, wie sie so zwischen zwei Hochhäusern hervorlugte. Wirklich beeindruckend. Aber auch beängstigend, wenn man bedenkt, mit was für gigantischen Stahlmonstern so auf den Meeren rumgetuckert wird. Das kann gar nich gut sein. Der Bekannte also war auch ganz amüsant. Er redet sehr gerne, aber iwie scheinen das alle bei mir zu machen. Vllt steht auf meiner Stirn sowas wie "Komm, erzähl mir was, plauder auf mich ein..." - na, Liedtext erkannt? Wie auch schon beim letzten Treffen, als er mich dankenswerterweise nach'm Kino nach Hause gefahren hat (hab ich das erwähnt? "Iron Sky"- ein echt guter Film, sehr bösartig. Bösartig gut und die Präsidentin ein Klon von Sarah Palin, ich sage mal, sehr gut getroffen.), kam das Thema Geiz zur Sprache und er is richtig geizig. Darauf kann ich nich. Ein Typ, der aus'm Stehgreif weiß, wie teuer Tomaten gerade sind. Pft. Und sich die ganze Zeit aufkoffert, wie teuer die Preise auf'm Hafenfest sind (ja eben, HAFENFEST! Touriabzocke, Kirmespreise, etc. Normal.) und wie schön er nachher seine restlichen Bratkartoffeln zu Hause essen wird. Boah, da rollen sich mir doch die Fußnägel hoch, so jemand würde doch nie lecker ins Restaurant gehen und wenn doch, dann zu Mäckes auf nen 1€-Burger oder sich im Restaurant dauernd über die Preise aufregen. Neee, sowas Spaßbefreites würd mich völlig annerven.

Ich hab gemütlich was gespachtelt und dabei schön rumgesaut (wie isst man bitte ästhetisch wertvoll Crepés mit reichlich Nutella drauf?). Schlimm fand ich auch sein Verständnis von Humor- pubertäre Scherze á la der schon genug gestraften Bedienung erzählen, man bräuchte nen Feudel, um sein Wiedergekäutes an der Türschwelle aufzuwischen. Haha. Und ständig diese Suche nach Mettbrötchen! Nur um dann beim Bäcker ne Pizzazunge für 2,70€ zu essen, sich zu wundern, daß die echt gut schmeckt und dann lautstark und stolz darüber zu philosophieren, wie teuer die jetzt bei den Buden auf'm Hafenfest gewesen wäre und wieviel man doch gespart hätte. Nerv. Ansonsten ging es, wir werden wohl öfter mal was Kulturelles machen, er findet sonst keinen, der mit ihm ins Museum gehen würde.Solange er nich denkt, ich würd das machen, weil ich ihn unbedingt und zwingend wiedersehen will, is alles gut. Das is nämlich nich der Fall.

Der Fall is AK. Super Überleitung, find ich. Fröhlich Ich hatte mich wirklich auf AK gefreut heute früh, schön schnacken und Ansichten vergleichen wollte ich mit ihm. Und auch die Platzwunde an der Stirn begutachten. Wie immer sollte es anders kommen als geplant. Erst maunzte mich der Fahrdienstleiter an (den ich eig sehr mag, was es noch schlimmer macht), weil ich relativ knapp auf Zeit war und er sich wieder Sorgen gemacht hat. Dann wurde mir mitgeteilt, daß ich nich mit AK fahren würde, der im Übrigen auch noch gar nich da wäre. Wo um Himmels willen der denn bliebe. Da war ich schon schwer bedient. Mein neuer Fahrer hatte es dann dementsprechend schwer mit mir, ich hab nur dumpf aus'm Fenster rausgestarrt und mich gefragt, wann diese ätzende Pechsträhne bitte endlich wieder aufhört. Und ich war stinkig auf AK, weil ich ihn jetzt wieder ne Woche nich sehe und er sich echt ein bisschen mehr Mühe hätte geben können, find ich. Zum Ende der Schicht hatte ich mich soweit eingekriegt, daß ich wieder zivilisiert Konversation mit meinem Fahrer betreiben konnte, den ich auch eig mag. Der war nich schuld, aber er hätte auch wirklich nichts tun können, um mich aufzuheitern. Was mich auch etwas stört, is daß so eine Lappalie mich so aus dem Ruder wirft. Daran muß ich unbedingt arbeiten, das is echt ganz übel. Ich bin auch ziemlich schnell nach Hause verschwunden, nachdem wir wieder auf dem Hof der Tafel angelandet waren. Mir war nich nach Reden und AK war eh nich zu sehen, das hab ich noch gecheckt.

Daß ich dann auf das Vorst.gespr. heute nachmittag keinen Bock hatte, kann mir bestimmt niemand verdenken. War auch wie erwartet - der Job, auf den ich mich wegen dem AA bewerben sollte, war schon weg, aber sie wollten mich trotzdem kennenlernen, snarrsnarr. Zuerst mußte ich meine Daten nochmal in nen PC einhacken, netterweise braucht ich den Lebenslauf nich nochmal runterbeten, da hätte ich gestreikt. Jetzt hat also noch ein Personalvermittler mehr meine Daten im Pool hängen, juchhu. Das Gespräch an sich war dann sehr nett, aber ich weiß ja, daß die eh nix reißen können, deshalb war ich auch nich aufgeregt. Aber ich muß wohl so unglücklich ausgesehen haben, daß sie sich verpflichtet fühlte, mich aufzubauen und mir gesagt hat, das wird schon was bis Ende des Jahres und wenn nich bei ihnen, dann woanders. Ich weiß nich, momentan wird mir alles zu viel. Traurig Ich habe gerade immensen Versager-Stress, würd ich diagnostizieren.

Das wars von mir für heute, wollen wir hoffen, daß es besser wird mit der Woche. 

11.05.2012 um 15:39 Uhr

Eigentlich...

von: Jott

Stimmung: miesmuschelig
Musik: Emil Bulls- I don't belong here

...müßte ich wirklich mal was Sinnvolles tun, sowas wie Bewerbungen schreiben und mein Leben auf die Reihe kriegen. Uneigentlich mag ich aber gerade heute nichts davon in Angriff nehmen, sondern will einfach nur vor mich hinsumpfen und mich gepflegt auskotzen. Und ab dafür!

Wo soll ich anfangen...Also zuerst mal is die schon erwartete Absage reingeflattert. Die von dem Unternehmen, wo ich wirklich wirklich hinwollte und wo ich ein gutes Gefühl hatte, das kann ich jetzt ja mal zugeben. Naja, gestern also die Absage. Schön fand ich die Aussage, daß sie sich nach dem Gespräch zusammengesetzt hätten und sich dann gegen mich entschieden hätten. Aber haben Anfang dieser Woche den Nerv, mir zu schreiben, daß sie mir erst Mittwoch was Genaueres sagen könnten, also fast 3 Wochen nach dem Gespräch. ÄTZEND. Einer meiner Lieblingssätze is ja immer der, daß man diese Entscheidung nich persönlich nehmen soll. Keine Gründe für die Absage, aber man soll es nich bitte persönlich nehmen. Die Unternehmen haben doch eh bloß Angst vor Klagen.

Ja. Dann krieg ich heute beim Frühstück ne SMS von meiner Bekannten, daß sie eine Zusage von derselben Firma erhalten hätte, aber abgesagt hätte. Sie hat die Stelle bei nem anderen Unternehmen angenommen und fängt Montag an. Und ich sollte mich da einfach nochmal bewerben, die würden ja schon wieder suchen, was hätte ich schon zu verlieren. Na da soll mich doch der Hahn hacken. Eine Absage von denen reicht mir, da muß ich nich nochmal drauf bestehen.

Den nächsten Bock hatte ich schon gestern geschossen, nur die Reaktion kam dann heute. Es gab letzte Woche ja einen Kampftag mit 3 Vorstellungsgesprächen am Stück und die vom letzten Gespräch hatte ganz fürsorglich gemeint, ich solle einfach nochmal am Woe drüber nachdenken, ob mir der Job gefällt, brabra. Ich also brav am Sonntag ne Mail verfasst und geschickt, nur hab ich die dann gestern in meinem Entwürfe-Ordner gefunden und gedacht, ich hätte die aus welchen Gründen auch immer einfach nur gespeichert. Also die Mail gestern weggeschickt und heute kommt ne Antwortmail, daß sie die Mail nun bereits zum zweiten Mal erhalten hätte und eine Entscheidung in ca. 2 Wochen gefällt werden würde. Rumms. Ich werd darauf auch besser nich mehr antworten (oder?), die Antwortmail klang schon genervt genug. Diese Stelle kann ich auch abschreiben, denk ich. Traurig 

Zuguterletzt hab ich bei nem Personaldienstleister angerufen, wo die zuständige Geschäftsführerin mir geschrieben haben, daß sie mir für die Stelle, auf die ich mich beworben habe, absagen würden aber mir im Gegenzug ne andere Stelle in nem Unternehmen, was ich tatsächlich auch mal kenne, anbieten würden. Wobei die da nur die Zuarbeit leisten, kann also sein, daß sie mich vorschlagen und das Unternehmen dann "Nö" sagt. Nun ja. Da hab ich dann ne nette Antwort verfasst, daß sie mich vorschlagen dürften und ich sehr interessiert wäre. Keine 2 Minuten später hab ich ne Mail im Briefkasten. Ich geh drauf und juchhu, es is ne Fehlermeldung -der Account von denen is so voll, daß meine kleine E-Mail nich mehr durchkommt. Also hab ich da heute in nem Anfall von Aktionismus einfach durchgerufen, die Frau natürlich nich erreicht, sondern wurde von dem Typen abgefangen, der rangegangen is. Und dem klag ich also mein Leid - ich gebe zu, ich tendiere dazu, erstmal alles wie aus einem Füllhorn rauszuschütten- und der unterbricht mich total rüde in meinem Satz und fragt nochmal nach meinem Namen. Argh. Jeder gute Telefonzentraler hört sich das erstmal an und sortiert dann. Er also nich. Darum änderte sich auch mein Tonfall in den leicht unterkühlten Bereich und ich gab nur noch knappe präzise Antworten. Das kann ich auch. Mache ich aber nur, wenn ich genervt oder müde bin. Als er fragte, was er denn weiterleiten dürfe, hab ich nur höflich gemeint, er DÜRFE ausrichten...So ein Assi. Der war mir echt unsympathisch und ich hatte direkt keine Lust mehr auf das Unternehmen. Also wirklich. Andererseits passte das genau auf den heutigen Tag.

Angefangen hat der Tag im Übrigen mit einem Anruf gegen 8, den ich kompletti ignoriert hab, weil ich die Nummer auf dem Display nich kannte und randstad dahinter vermutet hab und auf die hatte ich so verschlafen wie ich war, keinen Bock. Ergo hab ich mir die Mailbox erst 2h später angehört und dann war das der Fahrdienstleiter von der Tafel! Ich würde heute früh drinstehen, wo ich denn bliebe?! Autschn. Ich gleich zurückgerufen, Nummer abgespeichert und mich zur Auslieferschicht heut nachmittag überreden lassen. Sollte bloß ne kurze sein und ich wollte schauen, ob ich AK vllt. treffe, das hätte mich aufgebaut. Soviel Glück war mir nich beschieden. Stattdessen saß ich fast ne Stunde rum, weil die Wagen noch nich da waren, Fahrdienstleiter war selber unterwegs und dann stellte sich heraus, daß ich nich die einzige war, die heute früh nich da war. Die zweite war nachmittags gekommen, obwohl sie nachmittags gar nich geplant war. Knaller. Ja und dann kam der Fahrer, wie erwartet schon im fortgeschrittenen Rentenalter, und entschied sich direkt für die andere als Mitfahrerin. Wahrscheinlich war ich ihm zu jung und/oder sah nich kompetent genug aus, k.A. Schlechtes Karma bestimmt. Ich hatte nach dem ganzen Elend auch keine Lust mehr, mich iwie durchzusetzen und meinte bloß, ich geh nach Hause, solle er mal mit der Neuen die Tour fahren. Danach blieb ich erstmal kurz im Büro sitzen, hab an der Wasserflasche genuckelt und hab mich gefragt, wer nun Scheisse is, ich oder das Leben. Nachdem ich alles ein bisschen verdaut hatte, bin ich dann los, AK war heute gar nich für die Tafel unterwegs und ich hatte keine Lust auf nix mehr.

Heute gibt's auch wirklich keine guten Nachrichten. Und da ich ein bissi abergläubisch bin, werd ich heut keine Bewerbungen rausschicken. Höchstens die für die Stelle, die mir das AA zugeschickt hat, das kann ich noch machen. Aber keine, wo ich unbedingt hinwill. 

Jobmesse war diese Woche auch, ich konnte nur Mittwoch, weil ich Donnerstag ja für die Tafel unterwegs war, leider auch gerade dann, als die spannenden Vorträge kamen. Typisch. Do's and Dont's im Bewerbergespräch, das hätt mich mal ernsthaft interessiert. Ich werd das ungute Gefühl nich los, daß ich es echt nich draufhab, mich zu verkaufen. Konnt ich noch nie, wird aber auch nich besser jetzt wo ich's weiß. Die Messe war ein voller Erfolg- was die Ausbeute an Kullis betrifft. Ansonsten waren die Aussteller nur auf frischgebackene Absolventen aus, die Trainee- oder Prakikumsplätze suchen. Aber ein zwei nette Gespräche waren dabei und ich hab auch ein zwei Visitenkarten abgestaubt. Eine war besonders nett, die hat auch meinen geisteswissenschaftlichen Background und der werd ich auf jeden Fall meine Unterlagen schicken - nur nich heute. Das andere waren Personaldienstleister. Die sind aber im Bereich kaufmännische Berufe unterwegs und das könnte interessant werden. Ich seh schon kommen, daß ich bei zig Personaldienstleistern gelistet bin und trotzdem keinen Job an Land ziehen kann. Vorträge hab ich mir auch angehört zu Lücken im Lebenslauf und Bewerbungsfallstricken. Der eine meinte, es würde wohl 70:30 entschieden werden -die 70 stehen für das Menschliche, also ob sich die beiden Seiten mögen und es menschelt. 30% sind fachliche Kompetenzen bei der Entscheidung für einen Bewerber. Dann hat es anscheinend noch nirgendwo genug gemenschelt. Eine Freundin von mir hat ihren Lebenslauf von einer Dame vom Akademikerteam des AA's checken lassen und die hat ihr auf den Kopf zugesagt, daß ihr Lebenslauf sich auch aufgrund ihrer langen Masterstudienzeit liest, als ob sie ne psychische Krankheit hatte oder im Knast war. ÄH? Was soll ich dann bitte sagen? Ich hab noch länger studiert - bin ich zwischendurch untergetaucht und hab mich umbenannt? Ob ich partielle Amnesie geltend machen könnte? So wie in "Ich habe an 5-10 Jahre meines Lebens keine Erinnerung mehr"? Ich habs einfach nur schleifen lassen, den Glauben an den Sinn des Studiums (und meines Daseins) verloren, lieber gearbeitet und meine Beziehung gelebt. Tscha. Vllt sollte ich Prüfungsangst anführen.

Ja, gerade fühle ich mich wie ein richtiger Loser. Und es gefällt mir nich. Sonstige

heute mal ein stimmungstiefmässig passendes Lied von den Emil Bulls, eine Band, die ich persönlich sehr großartig finde, sowohl bei den Monsterbrettern ("Black Path" sag ich nur) als auch bei den langsamen Liedern wie diesem hier:

http://www.youtube.com/watch?v=A4Gsi_MVAqA

 

"Sorrow is the name of your game.

I don't belong here, God I don't belong here..."

Wahnsinn. Der Aufbau des Liedes is einfach der Burner, ich krieg immernoch Gänsehaut beim Hören. Das Piano und dazu die Stimme! Leider hab ich sie letztes Jahr beim Deichbrand-Festival verpaßt, ich mußte wie immer am Wochenende auch arbeiten. Ein weiterer Grund, warum ich dem Job nich hinterhertrauere.

07.05.2012 um 18:27 Uhr

Tage wie dieser...

von: Jott

Stimmung: müüüüüüüüüüüüüde
Musik: Evanescence - Bring Me To Life

Hm. Eig is heut kein schlechterer Tag als sonst auch, aber ich bin trotzdem iwie leicht neben der Spur. Traurig

Ich vermute mal, das liegt daran, daß ich die Wochenendtage ewig lange wach war und dementsprechend in den Tag hinein geschlafen hab. Weil ichs kann. War aber nu auch wieder so nich geplant, das bis tief in die Nacht rein vor'm TV hängen und Seriensucht nachgeben. Wat solls, is nu eh passé. Jedenfalls war ich ja früh für die Tafel eingetragen und bin heute morgen iwie ausm Bett gekommen, nichmal zu spät. Aber schwerst unmotiviert, das Wetter tat ein Übriges. HH is heut morgen definitiv nich schön gewesen - düster, regnerisch und ma richtig kalt. Trotzdem hab ich mich aufn Weg gequält, weil ich wußte, daß keine bösen Überraschungen in Form eines in Frankreich geborenen und nach Deutschland gezogenen Tschechen auf mich warteten (der mit der Tel.nummer von seiner Arztromane schreibenden Bekannten) oder eines 6 Monate im Jahr in Asien weilenden Rentners und leider gerade hier wieder angelandeten Schreckens der Jott auf mich warteten. Der französische Tscheche war da, war aber weit genug weg von mir, sodaß ich vorgeben konnte, ihn nich gesehen zu haben. Ich meine, er hat iwie finster geguckt, aber es könnte auch an der frühen Tageszeit gelegen haben. Schlußendlich is mir das egal, ich kann nich jeden mögen und das gleiche gilt auch andersrum. Vllt is er auf dem Weg zur Tafel auch schlicht nass geworden auf seinem Prollbike, wer weiß. Manchmal fragt man sich ja schon, was manche Leute so kompensieren müssen. 

Anyways (heute is bei mir Denglischtag), ich hab natürlich nur geschielt, ob ich eine gewissen Person in meiner Altersklasse sehe und yesss, er war schon da. Er saß aber mit dem Rücken zu mir, sodaß ich mich schnell und ungesehen in die Küche schleichen und mir nen Käff mixen konnte. Ich trink meine Milch nämlich mit Käff. Fröhlich Auch wenn ne Freundin gerade nen Link rumgeschickt hat, wo drinsteht, was alles so gefährlich an Milchprodukten is. Who cares? Ich rauch nich, ich trink nich, Drogen brauch ich auch nich - bis auf Schoki Fröhlich - also lasst mir wenigstens meine Milch! Hrngh. Da versteh ich keinen Spaß.

Und mal ganz ehrlich -Fakekäse, Fakeschinken, Fakebio, Fakediätkrams...was bitte kann man heute schon noch unbedenklich essen/trinken? Da is doch überall iwas drin, was dem Gemeinwohl nich förderlich is. Von Antibiotika bis hin zu allergieauslösenden Stoffen, Pestiziden, hast du nich gesehen. Wir schimpfen immer über genmanipulierte Lebensmittel, aber was is eig mit/in uns? Das Ende der Nahrungskette dürfte die meisten Gifte in sich aufgenommen haben. Zumindest werden wir in goßen Teilen der Erde nich mehr zu Futter *gg*. Gesund sind wir bestimmt nich mehr. Das bringt mich zu einem der Tafelfahrer, den ich schon gut leiden kann - er is Schauspieler und ich hab es sehr genossen, mit ihm unterwegs zu sein. Weil ich nämlich weiß, daß ein guter Schauspieler Theatralik einfach im Blut hat und wenn er laut und leidenschaftlich wurde (es ging u.a. um die Menschheit, ohne die die Erde sehr viel besser dran wäre + Viertel wie Altona oder St. Pauli und bald auch Winterhude, wo die ganzen Schickimicki-Prolls sich Wohnungen kaufen, dadurch die Preise hochputschen plus das gesamte Viertel damit nachhaltig negativ verändern) und sich echauffiert hat, dann hab ich einfach die Vorstellung genossen und mich gefreut. Wobei ich zugeben muß, daß ich nich immer sicher war, wann es gespielt und wann echt war. Aber interessant wars allemal.

Heute morgen war ich also auf Koffein aus und dann kam auch schon meine Altersklasse reingestiefelt und wir haben uns (leider nur) kurz unterhalten, bevor sich unsere Wege trennten. Jetzt weiß ich immerhin, was er am Woe gemacht hat und wo seine Eltern wohnen, lol. Und die Platzwunde auf seiner Stirn sieht auch viel viel besser aus als letzte Woche noch, wo diese markante Stelle ein ebenso markantes Pflaster zierte. Fröhlich Ich weiß jetzt auch ganz genau, wieso - sein Kumpel und er haben die Mordsidee gehabt, im Keller ein paar Bretter einfach durch Draufhüpfen zu zerkleinern und nich daran gedacht, daß die vllt auch in die andere Richtung knallen könnten. Großartig. Und bevor iwer mir kommt mit wie kindisch is das denn - ich kann drüber lachen und ich hätte AK (das is ab jetzt das Kürzel) auch ganz bestimmt nich davon abgehalten. Ich finde, man muß auch mal Kind sein können und dazu gehört auch sowas. Das macht er höchstwahrscheinlich (ich will mich nich zu weit ausm Fenster lehnen) so schnell nich wieder. Schon allein wegen der vielen Nachfragen *gg*. Joah. Ich hatte gehofft, AK nach der Fahrt nochmal zu sehen und vllt nochmal bissi zu schnacken oder so, aber wir waren natürlich mal wieder die, die am allerallerlängsten gebraucht haben und bis auf die 2 Wagen, die auf uns gewartet haben, waren alle anderen schon weg. Nu seh ich ihn erst nächste Woche wieder, aber dann. Fröhlich Nah, ich werde ganz zivilisiert sein, wenn ich überhaupt die Augen schon ganz aufkriege *g*. 

War auf jeden Fall heute auch wieder eine Plackerei ohnegleichen. Wir haben überhaupt keine Pause gemacht, es ging von einem Supermarkt zum nächsten, immer anfahren, Warenquali checken (also abgerissene Kohlrabiblätter braucht auch bei der Tafel und den Hilfsprojekten keiner! Ganz abgesehen von fauligen Zitronen, Erdbeeren oder aufgeplatzten Milchprodukten.) und in Kisten umpacken. Geht schön auf die Knochen. Und teilweise nörgeln die Hilfsprojektmitarbeiter dann rum, daß sie kein Gemüse verwenden können und nur Joghurt oder Süßes oder helles weiches Brot haben wollen (weil viele Drogensüchtige und Obdachlose nich mehr richtig kauen können). Ganz ehrlich, ein Koch, der nich weiß, was er mit Gemüse machen soll, der hat den Beruf verfehlt. Wobei ich mir schon vorstellen kann, daß seine Jungs und Mädchens einfach kein Gemüse essen wollen. Trotzdem.

Also hab ich allein nach der Arbeit in der Kantine gesessen und meine Linsensuppe vor mich hin gemümmelt, AK war ja schon längst weg und auch sonst waren alle noch Anwesenden entweder beschäftigt oder schon satt. Dann bin ich auch relativ schnell nach Hause gedüst und hab erstmal abgewaschen und bissi aufgeräumt, wollte die Zeit noch nutzen, bis meine MB wieder reinschneit. Als sie dann vorhin kam, wollte sie mich zum Outlet überreden, aber ich hab da mal gar keine Lust drauf. Wozu soll ich zum Outlet fahren, wenn ich gar keine Kohle zum Ausgeben hab? Das is doch unlogisch. Nur mal gucken wollen is was für Anfänger, basta. Noch dazu will ich nich schon wieder was mit ihr machen, sie hing doch den ganzen Samstag fast hier rum und wir haben uns unterhalten. Das muß reichen. Mir reichts auf jeden Fall. Verrückt Was für schöne Emoticons es auch gibt. Da war sie jedenfalls anscheinend garstig und is gegangen, ohne Tschüss zu sagen. Iwie will sie mich immer dazu bringen, mit ihr was zu unternehmen und ich weiger mich genauso ausdauernd. Besser gesagt, ich hab ganz subtil ne Ausrede. So isses auch heute. Ich hab ihr was von Bewerbung schreiben erzählt, obwohl ich einfach zu fertig bin, um iwas halbwegs sinnvolles zu fabrizieren. Hab aber heute mal die Frau von  der Firma  wo meine Bekannte in der engeren Auswahl is, angemailt und ganz unschuldig nachgefragt, ob da schon ne Entscheidung gefällt wurde. Die Antwort kam auch prompt, sie hat mich gebeten, mich bis Mittwoch zu gedulden. Wahrscheinlich bin ich entweder ein Wackelkandidat, sie wollen noch Bewerber sichten oder alle kriegen die Absage am gleichen Tag, who knows. Ich hab mein Bestes gegeben, mein Interesse an der Stelle erneut bekundet und nu heißt es Ablenkung. Fakt is ja auch: wenn ich erstmal wieder nen Job habe, dann kann ich gar nich mehr für die Tafel ehrenamtlich unterwegs sein und das würde u.a. auch bedeuten, daß ich AK nich mehr sehe. Wir zwei Trantüten würden es wahrscheinlich auch so nich fertig kriegen, die Tel.nummern innerhalb von 2 Monaten auszutauschen oder ähnliches. Da bin ich Pessimist. Sowas is schon anstrengend. Versteh gar nich, warum die Leute immer so begeistert von der Annäherungsphase schwärmen, ich find das bloß mega anstrengend, diese ganzen Zweifel und so.

Ja und nu hab ich schon die Liste mit Habenwollenterminen für meinen Minijob fertig gemacht, wo es eventmäßig im Sommer auch nich grad brennt und plane so ein bisschen die nächsten Tage. Nur rein provisorisch, kommt ja eh dauernd was dazwischen. Kann sein, daß ich morgen gar nich ins Kino kann, das wär schade. Das is ja so meine Lieblingsform von Eskapismus im Moment. Werd man gleich schauen, was so wann läuft und was ich mit mir und meiner Stimmung im Mom vereinbaren kann. 

Eine schöne Woche wünsch ich allen! Keep smiling, denn wenn es nich gut is, isses nich das Ende, howdie.

und hier der link zu einem der größten songs ever imho, habs vorhin in der Tafelküche gehört. Wichtig is auch der Kollege, der da laut und deutlich mitleidet, ohne den fehlt dem Song einfach das Flair.

http://www.youtube.com/watch?v=58nEqHMB7nI

05.05.2012 um 01:20 Uhr

"Am Ende wird alles gut.

von: Jott

Stimmung: mittelprächtig
Musik: L.A.- Over and Over

Und wenn es nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende." Das hab ich aus "Best Exotic Marigold Hotel", einer -ich sag mal- Indieperle, die ich unglaublich schön und feinsinnig fand. Indien is eig nie eins meiner Top-Reiseziele gewesen, aber diese Farben, das Licht! Und der alte Kolonialstil is genau das, was ich faszinierend finde. Mich interessieren diese neumodernen Glaswürfel nich wirklich, aber die "alte" Bauweise der Kolonialzeit, das find ich spannend, das kann ich mir stundenlang angucken. Oder fotografieren *g*. Mich reizen auch die Villen der damaligen Plantagenbesitzer in den Südstaaten total, das is ein Traum von mir, die mal mit eigen Augen zu sehen. Und wer keine Träume hat, hat schon verloren. Kleine Binsenweisheit von meinereiner. FröhlichWobei ich mich sonst nich für diese Kolonialherren und die Sklaverei erwärmen kann, höchstens als Forschungsobjekt. Aber die Villen!

Das dazu. Der Film ist jedenfalls wärmstens zu empfehlen, ich war für ca. 1,5h komplett in einer anderen Welt versunken, habe mit den Charakteren gelacht, mitgefiebert, ob sie sich kriegen, hab den Symbolismus teilweise erst später begriffen (ich sage nur Reiher/ sonstwelcher weißer Vogel) und war auch traurig und gleichzeitig ergriffen von den Bildern. Und Dev Patel is eh der Knaller, so wie er den Hotelmanager in spe spielt, das is wirklich absolut goldig. Die Übersetzung is auch gelungen, da haben sie sich mal ernsthaft Mühe gegeben. Als ich raus bin ins eher - vergleichsweise- ruhige Hamburg, war ich erstmal völlig baff, eben weil es so ruhig war. Ich war so im Film drin, daß ich mit Verkehrschaos gerechnet hab. FröhlichIch hab also quasi meinen eigenen Film geschoben, lol. Wenn ein Film sowas schafft, dann isser gut. Es is übrigens sehr interessant, wie die Personen im Film mit diesem neuen, fremdartigen Land umgehen und welche Strategien sie entwickeln, um sich zurechtzufinden. Natürlich endet der Film vergleichsweise gut, aber hey, ich LIEBE happy endings! Das gibt mir Kraft für mein eigenes Elend und das is auch gut so. Punkt.

Und da sind wir auch schon elegant beim Thema angelangt: das Elend, das sich meine Welt schimpft. Zuerst mal zu einem absoluten Highlight meiner Woche: meine Bekannte, die sich beim gleichen Unternehmen beworben hatte wie ich, schrob mir am Mi ne SMS, daß die Stelle wohl wieder im Inetz neu ausgeschrieben wäre. Das war sie wirklich, aber mit Datum vom 1.5, woraus ich abgeleitet habe, daß das iwie automatisch eingestellt wurde bzw. da iein Abo bestanden hat. Ich mein, welches Unternehmen arbeitet am Feiertag? Außer natürlich Call Center, Restaurants, etc. Nun ja, da hab ich schon mit der Sache abgeschlossen. Eig sollte bis Ende der Woche ne Info erfolgen, aber bei mir kam nix. Als ich dann heute meine Bekannte angemorst habe, schrieb sie mir zu meinem völligen Erstaunen, daß sie eine Runde weiter wäre. Aber anscheinend is da noch mehr als eine Bewerberin in der Pipeline. Was is das bloß für ein Mist. Ich rechne also fest mit einer Absage, die iwann nä Woche bei mir eintrudelt. Bis heute hatte ich keinen Anruf und auch keine Mail, was ja schonmal ein schlechtes Zeichen ist. Und meiner persönlichen Stimmung auch eher abträglich. Traurig

Was ich aber hatte, waren 3 Vorstellungsgespräche an einem Tag, nämlich gestern. War eig auch gar nich geplant,  eig waren nur 2 anvisiert. Nur daß sich am Mi noch einer dazwischen geschoben hat und ich naiv wie immer gedacht hab, das wird ne interessante Herausforderung. Zumindest weiß ich jetzt, daß ich das nich nochmal machen werde.Schon gar nich, wenn ich abends auch noch arbeite. ABER: es handelte sich um David Garrett, der auftrat und das wollte ich wenigstens hören. Habs auch nich bereut, es war echt schön. Für die Ohren. Hab ganz kurz mal reingeluschert und er saß ganz unprätentiös da, mit T-Shirt, Boots, Jeans und Jackett. Was ich ccol fand: er hat zwischendurch auch etwas erzählt und nich nur stumpf Werke runtergegeigt. Er is schon ein Entertainer, der Gute. Ich habe ernsthaft die Absicht, im November zum Konzert in der O2 Arena zu gehen - sollte ich da noch in HH sein.  Da spielt er nämlich die poppigeren Stücke und hat auch Showeffekte dabei, das ging ja gestern nich. Das wär schon was. Hab soeben übrigens fast eine komplette Tafel Ritterschokolade geext, schlechtes Gewissen mach ich mir morgen. 

So, die Vorstellungsgespräche...also Nr. 1 war relativ smooth, hab ich mir keine Köppe gemacht, war Personaldienstleister. Gespräch war wider Erwarten sehr nett, sehr konstruktiv und ich hatte direkt wieder ein bisschen Hoffnung. Die Stelle, auf die ich mich eig beworben hatte, war weg, aber wie das bei solchen Firmen so is, haben sie mich trotzdem eingeladen.  Ich könnte ja Geld bringen. Anyways, die MA hat mir eine andere Stelle vorgeschlagen, die sehr gut klang und wo ich dann auch die Möglichkeit hätte, da reinzuwachsen und mir die Sachen step by step anzueignen, was ich generell stark befürworte. Die Damen in der Firma wollten eine Assistentin, die ü22 is (null problemo) und ergo etwas mehr standing mitbringt und die sich auch nich zu schade is, erstmal vllt nur die Telefonzentrale zu bedienen oder auch mal nen Kaffee zu kochen, was kein Problem is, das kann ich gut. Auf die Stelle wollte sie mich vorschlagen. Wär ja genau meins, aber ich bin da sehr vorsichtig geworden nach meinen Erfahrungen mit randstad, die mir gefühlt jede Woche ne neue Stelle anbieten, mich vorschlagen und wo sich die Firmen dann doch jedesmal jemand anderes auswählen. Also da hält sich meine Begeisterung mittlerweile stark in Grenzen. Jedenfalls dauerte das Gespräch etwas mehr als eine Stunde und ich kam in Schwulitäten, weil der nächste Termin prompt in ner ganz anderen Ecke war und ich knapp auf Zeit. Natürlich kam ich dann ca.2 mins zu spät da an, traf auf den ergrauten Geschäftsführer eines Familienunternehmens und ahnte nix von dem blauen Wunder, was mir gleich blühen würde. Der Typ hat auf meine Entschuldigung zwecks der Verspätung mit einem "Das macht sich natürlich unheimlich schlecht als Bewerber und wirkt sich negativ auf Ihre Chancen aus" reagiert und da hab ichdas erste Mal die Ohren angelegt und mich gefragt, was das hier bitte wird und ob ich hier auch in 15mins wieder raus bin. Ganz ehrlich, in dem Moment wär mir das sehr recht gewesen. Aber nein, es ging auf der Schiene munter weiter. Offensichtlich macht es ihm Spaß, Bewerber zu testen und zu stressen. Mein Lebenslauf und ich wurden permanent auseinandergepflückt, wirklich so, als ob der Herr Firmenchef von Pappis Gunsten ein Exempel statuieren wollte. Brauchte er wohl für seinen persönlichen Wohlfühlfaktor. Los ging's mit der nüchternen Feststellung, daß ich ihm mal meinen Lebenslauf erklären sollte, der wäre überhaupt nich logisch und würde nicht zeigen, wo ich eigentlich hinwollen würde. Vielen Dank, das wußte ich auch so schon. Wenn ich wüßte, wo ich hinwill, würde der vermutlich auch anders aussehen. Diese Aktion gipfelte dann in dem Spruch, daß er mich normalerweise überhaupt nicht eingeladen hätte mit meinem unwürdigen (ich übertreibe hier ein wenig) Lebenslauf, aber ihn interessiert dann immer, was für Menschen sich hinter derart unsinnigen (s.Klammer) Lebensläufen verbergen und aus welchen Gründen, die so vor sich hindümpeln oder diese oder jene Entscheidungen getroffen haben. Vielen Dank. Ich fühle mich als seltene Spezies, die man sich mal genauer mit der Lupe betrachten will, nich zwingend angesprochen. Gut, ich bin ein Loser, aber so what. Ich kanns nich ändern und ich hab einfach keine Lust, mich schlecht zu fühlen, bloß weil ich den Erwartungen eines arroganten Firmensohnschnösels mit internationalen Ambitionen nich entspreche. Ich habs Gespräch durchgestanden, einfach um Erfahrungen zu sammeln. Und darüber nachzudenken, wie ich mich in Zukunft verhalte, wenn ich mit solchen Menschen konfrontiert werde. Da muß man wahrscheinlich echt selbstbewußt und abgebrüht sein. Das war jedenfalls eins dieser Vorstellungsgespräche, vor denen alle zittern, so ein Typ, der alles Gesagte auseinandernimmt und einem permanent das Gefühl geben will, unterlegen und dumm zu sein.

Dazu gehörte auch ein Experiment seinerseits, mit dem er herausfinden wollte, wie es um mein technisches Verständnis bestellt is (war ne Firma die Komponenten zum Kühlen herstellt) und ich sollte ihm etwas erklären, das in einem Wort zusammengefasst werden kann: Verdunstungskälte. Spruch von ihm "Sie haben Biologie gehabt und auch im Osten hatten Sie Biologie und das Wort hatten Sie definitiv und das will ich von Ihnen hören, also?" Natürlich hatte ich keine Peilung, meine Biostunden sind schon ewig her und ich hab mich nich für Verdunstungserscheinungen auf der Haut interessiert, warum auch. Ich wollte nie Biologe oder Biochemiker werden. Umkippende ökologische Gleichgewichte in Seen fand ich wesentlich spannender. Wie er mir am Ende des Gesprächs dann gönnerhaft erklärte, war das bloß ein "Test" bzw. wollte er damit erreichen, daß sich die Bewerber praktisch "entblößen" und sich zeigen wie sie wirklich sind, weil sie damit nich gerechnet haben. Aber soviel technisches Wissen wär am Empfang natürlich nich nötig. Und genauso natürlich hat er das während dieser superspassigen Aktion als notwendig hingestellt. Er wollte damit auch beobachten, wie (und ob, haha) die Transferprozesse im Gehirn ablaufen. Ich glaube, daß er einfach Spaß daran hat, Leute in überraschende Situationen zu bringen, in denen er die Oberhand hat. Meine Freundin hat ihm direkt ne Profilneurose attestiert und gemeint, er wär so'n Egoschwein.  Ich für meinen Teil hab während des ganzen Gesprächs überlegt, ob ich den Mann hassen oder mögen soll. Immerhin hat er mich ordentlich herausgefordert und auf seine hochnäsige Art Ratschläge erteilt bzw. meine Argumentation auseinandergenommen. Wahrscheinlich sollte ich das als Lehrstück ansehen. Mich hat auch noch nie einer gefragt, in welche Abteilung ich gerne mal reinschauen wollen würde oder welche zwei Eigenschaften meine Eltern mir meiner Meinung nach vermittelt hätten bzw. wofür sie stünden. Und unvermittelt fing er dann an, auf Englisch mit mir zu reden. Bzw. er meinte auf Englisch, wir sollten jetzt auf Englisch weiterreden und ich sollte einfach weitermachen, wo ich war. Auf Deutsch gesagt, wo er mich gerade mitten im Wortfluß unterbrochen hatte. Mit Absicht, ich schwör. Also hab ich auf Englisch weitergemacht und nach nichmal 3 Sätzen unterbrach er mich wieder und hat auf Deutsch weitergefragt. Worüber ich insgeheim froh war, denn ich hab immer Angst, daß mir auf einmal die Worte fehlen oder ich anfange, mich zu verhaspeln und dann komplett blockier. Das das nich passiert is, war mein persönlicher kleiner Triumph. FröhlichAber sein blödes fieses/ zynisches Grinsen, als er meinte, das würde ihm reichen und wir könnten auf Deutsch weitermachen, fand ich schon wieder einen Grund, ihn superungeil zu finden.

Er hat mir dann auch gönnerhaft erklärt, daß gerade Personaler von großen Firmen oder Firmenchefs mich nie einstellen würden, eben weil keine Entwicklung erkennbar wäre bzw. ein Ziel im Lebenslauf und vor allem meine lange Studienzeit wäre absolutes No Go. Wenn man so kapitalistisch im alten Stil vor is, dann is das definitiv richtig. Aber ich möcht da ja gar nich hin. Nur is ihm das augenscheinlich nich aufgefallen oder schlichtweg egal gewesen. Nun ja. Meine Fragen an ihn hat er dann mehr oder weniger abgetan bzw. relativ schlicht oder ausweichend beantwortet. Da kamen dann so Sachen raus wie ja, die Firma sollte in Familienhand bleiben, er hätte nich vor, die zu verkaufen, es sei denn ijemand würde ihm nen völlig überzogenen Preis anbieten, dann selbstverständlich, sonst wär er ja doof. Fazit: jeder hat seinen Preis. Oder aber, er würde erfahren, daß er an Krebs leidet, dann würde er auch verkaufen, Geld wäre ihm nich so wichtig. AHA. Wenn man immer welches hatte, kann man wahrscheinlich so'ne Sprüche bringen.

Krönung des Ganzen war dann ein Referat darüber, daß man an jedem Markt bestehen müßte und sich nich vor bereits "besetzten" Märkten scheuen dürfte, sonst sollte man sich besser aus der Unternehmensleitung zurückziehen, sondern man müßte genau in diesen Märkten angreifen. Grund für diesen Monolog war ein Frage von mir, weshalb er sich Amerika als Markt ausgesucht hätte, da gäbe es ja doch genug andere Firmen, die bereits vor Ort wären. Diese Art und Weise und mein Wissen, daß er mich nich wiedersehen würde, haben mich dann iwann doch etwas mutiger gemacht. Er hat mir von der vorherigen Kraft erzählt, die eindeutig überqualifiziert gewesen wäre und die er dementsprechend fördern wollte, indem er dem Vertriebsleiter gesagt hatte, daß der sie im Auge behalten und ihr seinen Bereich näherbringen sollte sowie Aufgaben geben sollte, damit sie mehr gefordert wird. Da scheint nich so geklappt zu haben, denn sie hat gekündigt, weil sie unterfordert war, der VL sich nich dementsprechend um sie gekümmert hatte und sie nur sporadisch Sachen für ihn erledigen sollte. Sie hat wohl auch gar keinen neuen Job geucht, sondern wurde quasi von Freunden abgeworben, die ihr eine Stelle empfohlen hatten, mit der sie jetzt wohl auch richtig happy is. Und wie er mehrfach andeutete, war ihr nunmehr Ex-Chef damit überhaupt nich glücklich, wenn so eine hochqualifizierte Fachkraft geht, weil der VL seinen Job nich gemacht hat. Und man könnte es ahnen - dieser VL ist nicht mehr im Unternehmen. Angeblich war das aber nur einer der Gründe. Hörte sich so an, als wenn er nich mehr so fürs Unternehmen brennen würde wie erwartet. Oder gefordert? Nachdem der Firmenchef also mit einer gewissen Genugtuung darüber gesprochen hatte, wie gern er Bewerber überrumpelt und hinter die Kulisse guckt und ihnen überraschende Aufgaben gibt, um den "Transfer" von Gedanken im Gehirn zu sehen, Stichwort Transferleistung. Das war mein Stichwort und ich hab ihn dann mal gefragt, ob er sich etwa in diesem VL getäuscht hätte? Die Antwort war iwi sehr unbefriedigend und auch nich wirklich eine Antwort, sondern ein Drumrumreden. Meine Freundin meinte bloß "Sehr provokant, Chapeau" als ich ihr das brühwarm erzählt hab. Aber ich hab mir gedacht, wenn er dauernd versucht, mich unter Druck zu setzen und mich so auseinandernimmt, dann sollte er mit Gegenwehr rechnen. Außerdem hatte ich eh nix mehr zu verlieren. FröhlichNachdem ich mit meinen Fragen fertig war, wobei ich selbstverständlich das Gefühl hatte, die Fragen hätten ihn nich zufriedener gestimmt, meinte er dann wieder mit diesem blöden zynischen Unterton, er würde mir dann jetzt auch die Fragen beantworten, die ich nich gestellt hätte und referierte über die Stundenanzahl, es wäre nämlich ganz wichtig, diese Frage auch zu stellen. Könnte ja sein, daß Vollzeitstelle bedeutet, 42 Stunden zu arbeiten. Was meine Freundin kategorisch verneint hat, weil es solch eine Stundenzahl in Dt. gar nich gäbe, aber vllt. in seinem Werkin China, wo man sich wahrscheinlich eh fast alles erlauben kann. Ja, wenn man solch ein Hintergrundwissen hat, kann man auch Profilneurotiker leichter entzaubern. Aber der Tipp war schon gut, daß man sich genauer nach der Stelle und dem Details erkundigen sollte.

Zum Schluß gabs dann noch ein Feedback von ihm, in dem er mir bescheinigt hat, daß ich geistig in der Lage wäre, den Job zu machen. Aus seinem Mund klang es wie Lob, obwohl es eig nur ne Stelle am Empfang is. Weiß nich, ob ich angefressen oder zufrieden sein sollte, schätze, der Typ is wirklich extrem anspruchsvoll und man darf sich besonders schätzen, wenn er einen als intelligent genug für seine Firma einstuft, harhar. Mein Englisch wäre typisch für ein in Deutschland gelerntes Englisch (=ausbaufähig, was den Akzent betrifft), wäre aber flüssig und würde für die Anforderungen in der Firma reichen. Herzlichen Dank. Weiß grad gar nich mehr, ob er mir wieder mit dem Lebenslauf-Scheiß kam. Ehrgeiz hat er mir aber abgesprochen, weil ich zu lange studiert hab. Da hab ich ihm dann erklärt, daß ich aber im Gegensatz zu den meisten Langzeitstudenten mein Studium abgeschlossen hab und das auch noch mit ner verdammt guten Note, was für noch weniger Langzeitstudenten gilt. Das mußte er zugeben, hat mir dann aber erklärt, daß ich aber auch mehr Zeit gehabt hätte, als Studenten, die in der Zeit geblieben sind und unter Druck gearbeitet hätten. Soviel dazu. Da kannste nich gewinnen bei. Und ich war zu dem Zeitpunkt schon soweit, daß ich gar nich mehr zu seiner zweiten Runde eingeladen werden wollte, um mich da vllt noch als Kuriosum bestaunen zu lassen. Fakt is nämlich, daß er ca. 130 Bewerbungen bekommen hatte, davon 15 Bewerber ausgewählt hatte und entgegen seinen sonstigen Ansprüchen noch ne zweite Runde mit ca. 3-5 Bewerbern durchführen wird, die er dann alle an einem Tag hintereinander einlädt und die dann nochmal in einigen Bereichen genauer geprüft werden, z.B. wenn ihr Englisch ihm im ersten Gespräch verbesserungswürdig erschien. Das hat er bei mir großzügig ausgeschlossen. Das Schöne is dabei, daß die Restrundenbewerber sich auch noch anderen Mitarbeitern ausgesetzt sehen, die dann auch ihre Eindrücke loswerden können.

Um dem Ganzen einen krönenden Abschluss zu verleihen, hab ich gefragt, ob ich ihm auch ein Feedback geben kann. FröhlichMein Eindruck war, daß er ein wenig überrascht war, aber Karrieresiegertypen wie dieser können solchen Herausforderungen nicht widerstehen und so war es auch bei ihm. Is halt auch die Frage, was er sich für nen Empfangsmenschen wünscht, nen Duckmäuser oder jemand mit Biss oder jemand Kackfrechen. In meinem Feedback hab ich ihm erklärt, daß ich es gut fand, daß er angerufen hat, nich gemailt, daß er mir bei der Verabschiedung noch nen schönen Tag gewünscht hat (das machen die Wenigsten hab ich festgestellt, das war ein Plus und hat dazu geführt, daß ich ihn mir komplett anders vorgestellt hab), daß er mir Feedback gegeben und daß er als erster tatsächlich mein Englisch getestet hat plus die interessante Aufgabe mit dem Worträtsel. Wobei interessant durchaus ironisch gemeint war. Mein Eindruck war, daß er sich geschmeichelt gefühlt hat, denn er hat was von mit Liebe Leute auswählen und auch Bewerbungen und Bewerbungsgespräche mit Liebe zu behandeln, die Leute selbst auszuwählen, zu befragen und Leuten ein Feedback zu geben, um ihnen zu helfen, erzählt. Er hat mich dann rausgebracht und mir noch erklärt, daß ich beim Fahrstuhl auf "E" drücken müßte. Sowas aber auch. MerkwürdigerTyp. Auf Dauer als Chef aber ziemlich sicher zu anstrengend.Auf eine Art reizt mich der Job in ausgerechnet diesem Unternehmen, aber andererseits bin ich mir relativ sicher, daß es mich auslaugen würde und ich auf Dauer nich mit dieser Art umkönnte. Ich will gar nich wissen, wie verletzend der sein kann, wenn man Mist gebaut hat.

Das 3. Jobinterview war dann wieder in ner ganz anderen Ecke, aber dazwischen hatte ich wenigstens Zeit, kurz nach Hause zu fahren und mich etwas zu erholen. Das 2. Gespräch war echt ne Strapaze und hat mich wirklich gefordert. Das 3. war entspannter und die Atmosphäre plus die Interviewerin hat mir wesentlich mehr zugesagt, auch wenn die Fragen nich von Pappe waren. Mit der "Wettstreitatmosphäre" von dem Gespräch davor hatte das aber nichts zu tun. Und diese Personalerin hat mir direkt gesagt, sie hätte sich sehr gefreut, als sie meine Bewerbung gesehen hat. Ob ich sie überzeugen konnte, weiß ich aber nich, nach dem Typen bin ich schon in ein kleines Loch gefallen und hab mich als Oberniete gefühlt. Ich komm mir echt total inkompetent vor und denk immer, ich hätte absolut den größten Scheiss erzählt und würd nie ne Chance haben. Ich mag diesen Konkurrenzkampf nich, dieses Messen mit anderen Bewerbern, wo man nie weiß, worauf dei Personaler aus sind und was sie wollen. Es is echt beschissen. 

Heut hatte ich ne interessante Begegnung bei der Tafel, eine Begegnung, die mich inspiriert hat und die ich noch etwas sortieren und für mich einordnen muß. Mein Fahrer war diesmal nämlich tatsächlich ungefähr gleichaltrig und wir haben uns gut verstanden nach dem ersten Beschnuppern. Er is mir schon die Woche aufgefallen, aber ich hatte nix mit ihm zu tun. Während unserer Fahrt haben wir festgestellt, daß wir durchaus gleich ticken bei den meisten Sachen. Was mir schon aufgrund meiner Geschichte gefällt, is daß er ein Interessenstudium gemacht hat, kein Karrierefixiertes. Und daß er meine Befürchtungen und Ängste nachvollziehen kann und sie sogar teilt. Gut, seine Begeisterung für "Food Inc." teile ich nich, hab den Film aber auch noch nich gesehen. Weiß auch nich, ob ich das will. TraurigUnd wie ich denkt auch er zuviel nach. Humormäßig liegen wir ungefähr auf einer Ebene, das passiert mir (leider) auch eher selten. Außerdem wurde mir jeder lohnende Club auf der Route erklärt, das war mal was ganz anderes. Iwas nehm ich immer mit, egal mit wem ich fahre. Seine Interessen sind naturbedingt ganz anders als die der Rentner im Team. Wobei ich auch da immer was dazulerne, weil die für gewöhnlich sehr erklärfreudig sind. Die blöde Telefonnummer von der Frau, die Ärzteromane schreibt, hab ich im Übrigen heute auch aufgedrückt gekriegt, hat der Mensch nich vergessen gehabt. WütendUnd heut hat er mich gekriegt, da hab ich noch nichma gecheckt, daß er da is. Juhu. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, vor allem, wo er gemeint hat, sie wüßte Bescheid und würde auf meinen Anruf warten. Bin noch unsicher, ob ich das mache oder es aus Versehen vergesse.

Naja, mal sehen, wie das weiter geht, nächste Woche fahr ich erstmal nich mit dem wesentlich interessanteren Typen in meiner Altersklasse, was ich schade find. Aber er meinte zu mir, wir würden uns dann an dem Tag frühs sehen. Fröhlich