Jugendliebe_2013

27.12.2013 um 16:10 Uhr

1973 - als alles begann...

von: infinite_pain   Stichwörter: Jugendliebe, 1973, unendliche, Liebe, Liebe

Das ist die Fortsetzung von meinem Blog:
Der Schmerz ist unbeschreiblich....

Vor vierzig Jahren…
Es ist das Jahr 1973, ich wurde von meinen Eltern christlich erzogen und ich war ziemlich aktiv in unserem Jugendkreis der jeden Donnerstagabend statt fand, wir waren so ca. 10 Jugendliche die sich auch außerhalb von diesem Kreis mehrmals die Woche getroffen haben.
Erfahrungen mit Mädchen hatte ich kaum, man hat sich mal in die Eine oder Andere verguckt, man war auch mal verliebt, aber mehr wie „Händchen halten“ oder mal ein flüchtiger Kußversuch war da nie…also nie was Ernsthaftes.
Dann eines Tages, es war wieder Jugendkreis,- da saß „Juli“…(Ich nenne sie jetzt mal so, Abk. von Jugendliebe)
Ein süßes blondes Ding, 17 Jahre alt, mit strahlend blauen Augen und einem kessen Blick der mich sofort umgehauen hat, ich stand da wie angewurzelt und war nicht mehr in der Lage noch irgend etwas zu tun, ich wurde dann von den anderen aufgefordert ich möge mich endlich hinsetzen.
Ich konnte den ganzen Abend den Blick nicht von ihr lassen und sie auch nicht von mir.
Am Ende von dem Abend habe ich noch versucht ein paar Sätze mit ihr zu sprechen, „schön das Du hier warst, wo kommst Du her…“, aber Juli hatte keine Zeit, sie war eh schon spät dran und musste nach Hause.
Am nächsten Donnerstag saß sie wieder da und wieder trafen unsere Blicke ständig aufeinander…

In den darauffolgenden Tagen, immer wenn sich unsere Clique getroffen hat, war sie auf einmal auch dabei.
Irgendwann, habe ich mir ein Herz gefasst (bin eher der zurückhaltende Typ) und hab ihr klipp und klar gesagt was ich für sie empfinde…

Wer jetzt denkt, es hätte gleich bei uns geklappt der irrt gewaltig, ich habe ganz schön um sie kämpfen müssen.

Juli hat eigentlich gar keine Zeit für Jungs, sie besitzt 3 Pferde die sie alleine mit ihrer Mutter versorgen muss und außerdem gibt es da noch einen Jungen in ihrer Schulklasse der hinter ihr her ist und den findet sie ganz nett, ich solle ihr bitte etwas Bedenkzeit geben.

Na ja, ich habe dann erst einmal warten müssen, aber es kam wieder ein Donnerstag und da starrte Juli mich den ganzen Abend an mit einem Lächeln im Gesicht das keine Zweifel mehr gelassen hat,- sie war jetzt die Meine!

Sie fragte mich am Ende der Stunde ob ich sie nach Hause bringen könnte, ich besaß damals ein Kleinkraftrad und habe sie nach Hause gefahren.
Wir standen bei ihr in Hauseinfahrt und starrten uns an und dann kam der erste richtige Kuss, da ich noch keinerlei Erfahrung hatte und sie auch nicht viel mehr, war das eher so ein komisches Küssen, aber egal diese Art des Küssens behält man dann sein Leben lang bei. (meine jetzige Ex-Frau hat mir am Anfang mal gesagt: „Du küsst aber komisch“.)

Von da an haben wir uns jeden Tag in jeder freien Minute gesehen, ich bin Nachmittags zu ihr gefahren und habe ihr bei den Pferden geholfen, Koppelzäune und Ställe gebaut, ach es war eine schöne Zeit…
Es war eine tiefe Zweisamkeit mit vielen Kuscheleinheiten, wir haben unser Körper erkundet aber Sex hatten wir keinen.
Dann kam dieser verhängnisvolle Tag im Mai 1973, ich war wieder bei Juli und musste um 22:30 Uhr nach Hause, Juli kam noch mit raus und verabschiedete mich mit einem langen Kuss.

Ich setzte mich auf mein Moped und fuhr Richtung meinem Zuhause, ich hatte so mehr als 100 Sachen drauf als auf der Bundesstraße mir ein Auto die Vorfahrt nahm und ich ungebremst in das Auto hinein raste…

Die Ärzte haben die ganze Nacht um mein Leben gekämpft und lange Zeit stand auch nicht fest ob ich mein Bein behalten kann.
Ich lag 13 Monate im Krankenhaus und Juli besuchte mich jeden Tag, sie opferte ihr ganzes Taschengeld nur um jeden Tag eine Stunde bei mir zu sein, es war damals nicht so wie heute, damals gab es noch feste Besuchszeiten von 14:00 bis 15:00 Uhr, wer um 15:05 Uhr noch da war, der wurde freundlich hinaus geworfen.
Das ging 5 Monate so, Juli besuchte mich treu und brav bis zum September 1973.

Ich weiß es noch genau, den ganzen Tag lief der neue Song „Angie“ von den Stones im Radio und dann kam Juli und eröffnete mir, dass sie nicht wisse was sie machen soll und sie wäre hin und her gerissen, sie habe einen anderen Jungen kennengelernt der mit ihr gehen möchte.
Sie wollte mich aber auch nicht Stich lassen.

Ich war wie vor den Kopf geschlagen und habe ihr gesagt, dann beenden wir unsere Beziehung jetzt und hier.
Sie hat die Stunde noch abgesessen, geredet haben wir nicht mehr viel und dann war sie verschwunden….
Nein Stopp, sie fragte noch, ob sie alle ihre Fotos wieder haben könnte die bräuchte ich jetzt eh nicht mehr, ich gab sie ihr und hatte jetzt nichts mehr was mich an Brigitte erinnerte.

Ich war fix und fertig damals, fühlst Dich selbst als Krüppel und verlierst dann noch dein geliebtes Mädchen…
Aber es war klar, über Monate der Kontakt auf eine Stunde reduziert, man war jung und wollte noch was erleben, dass konnte auf Dauer nicht gut gehen…
Ich habe dann monatelang nichts mehr von Juli gehört.
Es kam der Dezember 1973 und 2 Tage vor Weihnachten durfte ich das erst mal mit einem Gipsbein aus der Klinik für 3 Wochen nach Hause.
Gleich am ersten Abend hat mich die ganze Clique besucht, nur eine fehlte und das war Juli….
Weihnachten verging und es näherte sich der Sylvester als Babs (ich nenn sie jetzt mal so), eine aus unserer Clique, zur Silvesterparty bei sich zu Hause eingeladen hat….

Jetzt fängt ein neues Jahr an,- Fortsetzung folgt….





 







Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenLailah schreibt am 27.12.2013 um 19:44 Uhr:Hallo, ich lese mit - und fühle mit.
    Lailah
  2. zitiereninfinite_pain schreibt am 28.12.2013 um 00:27 Uhr:Danke Lailah, das tut mir gut...
    LG.
  3. zitierenAmanita schreibt am 10.01.2014 um 00:04 Uhr:Ich lese auch mit! Es klingt alles sehr traurig.

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