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"Aus Nepal" ist umgezogen!
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dort gibt es endlich auch Bilder!
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Seit zwei Tagen sitze ich beim DED (Dieses Akronym steht für den Deutschen Entwicklungsdienst) im sogenannten. Deutschen Haus. GTZ,DED und Kfw teilen sich die Gebäude des ehemaligen Ranapalastes in Sanepa, nur zehn Minuten von meinem Kathmanduer zuhause entfernt. Die in Deutschland viel diskutierte Zusammenlegung der Organisationen ist hier zumindest räumlich schon Realität. Man wirbt mit „German Development Cooperation under one roof“. Mein office ist zwar ein bisschen kalt, aber die Arbeitsatmosphäre ist super. Mittags gibt es immer Dhal Bhat und montags und donnerstags Yoga. Sogar ein Kino in dem Filme in Deutsch gezeigt werden. (wobei man das nicht unbedingt haben muss) Ich darf Landesdirektor Helmut gleich duzen und am Freitag mit auf Projektbesichtigung ins Terrai. Dort sollen in einigen Städten Wirtschaftsförderungen aufgebaut werden. Nun sollen wir schauen, wie und wo am besten Entwicklungshelfer vom DED eingesetzt werden können. Die Gespräche beim Mittagessen drehen sich nun nicht mehr um Erlebnisse der AAler in der ganzen Welt (Mongolei, Istanbul, Adis Adeba, Senegal etc. pp) sondern um die Erlebnisse der Entwicklungshelfer (EH) in den entlegensten Dörfern Nepals.
Eben haben wir uns einen Film angesehen. Über Unruhen in Nepalganj. Zwar gibt es nun offiziellen Frieden, aber eigentlich brodelt es immer noch überall. In Nepalganj streiten sich die Pahadi (Bevölkerung aus den Hills) und die Madeshi (Bevölkerung aus dem Flachland). Der Konflikt ist in den letzten Tagen eskaliert, es gab einen bhand. Zig Geschaefte in Nepalganj wurden geplündert und in Brand gesetzt, die Gruppen haben sich gegenseitig mit Steinen beworfen und die Polizei stand mehr oder weniger hilflos daneben. Denn wenn hier einmal ein Streik losbricht, dann verbreiten sich die Unruhen wie ein Lauffeuer. Vor allem junge Männer, die sonst nichts zu tun haben, entdecken dann ihre Freude am randalieren und hauen alles kurz und klein was sie in die Finger bekommen. Am Ende haben die Maoisten (!!!) eine peace ralleye organisiert um die beiden Gruppen zu versöhnen. Temporär hat es auch geklappt.
Solche Nachrichten erscheinen einem in Kathmandu jedoch wie aus weiter Ferne. Zumindest wenn man wie ich gestern abend um Nepals grösste Stupa herumläuft und die Buddhisten bei ihrer Vollmond-Zeremonie beobachtet. Unzählige Anhäger des Buddhismus jeder Coleur haben eiligen Schrittes die Stupa umrundet. (Idealerweise macht man das 108 Mal, soviele Perlen hat der buddhistische Rosenkranz. Das Minimum liegt bei drei Umrundungen). Um die Stupa herum wurden zig Butterlampen angezündet. Vor Buddhas Schrein sassen ein paar musizierende Mönche. Sie haben auf Muscheln geblasen und einer Art Klarinette. Dann gab es noch eine tibetische Trommel und es entstand eine Kakophonie, die bei längerem Zuhören transartige Zustände hervorrief. Als Dank haben die Mönche von den Gläubigen einen Haufen Reis bekommen, gekrönt mit Keksen, Orangen und Bananen. Alle möglichen Sorten von Keksen....Kokusnuss, Schokolade, Butterkekse. Nun werden die Mönche in den nächsten Tagen zu buddhistischen Krümelmonstern. Der Rest wird an die Armen gespendet.
Ein frohes neues Jahr!
Am Neujahrsabend waren die Nepalis los! Die Strassen waren voll von jungen feierwuetigen Nepalis. Dabei ist der 31. gar kein Feiertag fuer die Nepalesen. Das nepalesische Neujahrsfest findet erst im Maerz statt, denn in Nepal richtet man sich eigentlich nach einem anderen Kalender. Aber man laesst ja keine Meoglichkeit des Feierns aus. Und so wurde in Kathmandu ueberall gefeiert. Man konnte wirklich alles haben. Vom noblen Galaessen fuer 4000 NPR, ueber Discoabend mit indischen DJs fuer 2000 Rupees, Salsatanzen oder einfach nur Biertrinken im Irish Pub. Diese Kathmanduer-Welt flasht einen umso mehr, wenn man gerade durch das Land gefahren ist, vorbei an mittelalterlichen Lehmhuetten und absolut aermlichen Lebensverhaeltnissen. Â
Ich habe im Royal Sinod Restaurant gefeiert. Zusammen mit der Band, die dort einen Auftritt hatte. Das war was. Erstmal war ich die einzige Westlerin. Nur junge Nepalis waren da und alle ganz schick und die Maedels im Minirock. Wobei man sagen muss, dass sich ein Grossteil der Sitzplaetze draussen befindet und sich so alle um die Feuertonnen gequetscht haben. Ich glaube auch, dass die ein oder andere Strumpfhose geschmolzen ist. Die Band hat von sechs bis zwoelf gespielt und insgesamt 10.000 Rupees dafuer bekommen. Alle haben sich schon ab neun frohes neues Jahr gewuenscht und Mitternacht ist dann eher klanglos als klangvoll einfach geschehen. Und dann war auch schon 2007. Was denn meine „new years resolution“ sei, wurde ich gefragt. Also feststeht, dass ich es im neuen Jahr irgendwann schaffen muss dieses Land zu verlassen. Und, dass ich Gitarre lernen werde. Die Umsetzung dieser resolution war bis jetzt schon ganz erfolgreich. Kann Leaving on a jetplane und Knocking on heavens door. Allerdings noch sehr langsam.
Nach dem Auftritt sind wir durch die Strassen gelaufen und die waren voll mit Nepalesen. Und die Nepalesen waren voll mit Alkohol. An dieser Stelle muss auch mal gesagt werden, dass die Nepalis wirklich eine ganze Menge trinken koennen. Ganz unglaublich welche Mengen an purem Whiskey die sich hinter die Bine kippen koennen. Es wurde auf jeden Fall viel getrunken und rumgetanzt und rumgesprungen. So richtig gefeiert eben. Irgendwann war es dann so spaet, dass wir alle im Probenraum geschlafen haben. Oh Gott, einmal und nie wieder! Aber das ist halt Nepali-Style. So, nun ist ein neues Jahr und es hat gut begonnen, weil es in Nepal begonnen hat!!
"20 years from now you will be more disappointed by the things that you didn't do than by the ones you did do. So throw off the bowlines, sail away from the save harbour, catch the trade winds in your sail. Explore. Dream. Discover." -Mark Twain-