aus Nepal

15.10.2006 um 17:57 Uhr

Impressionen aus Kathmandu

Stimmung: impressionistisch
Musik: Eight days a week

-ein dünner alter Mann schleppt einen Kleiderschrank durch die Straßen. Der Schrank liegt auf seinem Rücken, ist mit einem Gurt befestigt, der seine Stirn umspannt

-Fahrt mit Wolfgang im klimatisierten Van durch die schmalen Gassen Kathmandus. Mia singt von ihrem hungrigen Herz und zuckersüßen roten Mündern. Wir überfahren beinahe einen Hund und zwei Kinder

- Bananenlassi und Momos immer und überall

- der ehemalige Premierminister, der jeden Morgen im beigen Gewand durch die Straßen Gyaneshwars läuft

- "Music for Peace"-Jazzparade durch Lazimpat mit buddhistischen Mönchen und Saxophon spielenden Farbigen, die man eher in New Orleans vermutet

-die riesigen knallbunten Werbeplakate, die hier neben den mittelalterlichen Wohnhäusern aufgestellt sind und zumeist indische Produkte preisen. Wolfgang würde es ein Zeichen der "Verinderung Nepals" nennen

- der Typ, der mir im Touristenviertel Thamel immer ecstasy und wheat und ganz außergewöhnlichte Trekkingtouren anbietet; sein Freund, der mich fragt warum wir eigentlich nicht heiraten können

-1.565.789 Motorräder

-das T-shirt mit dem Harkenkreuz (und  nicht dem umgekehrten Swastikazeichen wie in Indien!), dass demonstrativ im Eingang eines kleinen Ladens hängt

-Kurt Cobain und Britney Spears, die auf zahlreichen T-shirts durch die Stadt getragen werden

- Sugam, der Rammstein liebt, alle Texte auswendig kennt und mir beim Spaziergang Wolfgang Petry Lieder vorsingt

- all die militärisch vorbildlich salutierenden Wachmänner, die auf die diplomatischen Residenzen aufpassen

- Häuser, die aussehen als würden sie gleich nach vorne kippen

- Amerikanische Gesandte, die im Namaste Supermarkt 50 Tüten Chips einkaufen

- Jungs, die sich zum Schutz vor den Abgasen zum Dreieck gefaltete Halstücher vor den Mund spannen und aussehen wie banditos

- drei buddhistische Mönche in traditionellen bordeaux-orangenen Gewändern, die sich im adidas shop mit neuen Turnschuhen eindecken

- eine Gruppe Jugendlicher, die sich auf einem Tempel am Durbar Square zum Rauchen trifft

- Converse-shop in der Kathmandu-Mall

- der Kronprinz, der den Palast aus Angst vor Anschlägen nicht mehr verlässt und nun innerhalb von einem halben Jahr 20 Kilo zugenommen hat

- im Wind wehende tibetische Gebetsflaggen

- brennender Müll am Straßenrand und herumstreunende Hunde

- sonderbare Helmpflicht: der Fahrer MUSS einen helm tragen, der Mitfahrer nicht

- kleine shops mit einer Auswahl von 100 verschiedenen Produkten auf vier Quadratmetern

- rote maoistische Flaggen an den Straßenlaternen

- herumhockende Nepalesen

- offene kleine Metzgerstübchen überall, die tote Hühnchen in kleinen Galsboxen am Straßenrand präsentieren

- eine Gruppe Menschen, die vor einem Zelt steht in dem Fernseher verkauft werden und Hindifilme gezeigt werden

- mit Militär gefüllte Lastwagen

- Militärs, die hinter Sandsackposten sitzen und Frauen hinterher schauen

- hübsche Nepalesinnen in knallengen Jeans und Top laufen neben ihren Müttern im traditionellen Saree

- hängende Bananen

- Namaste und immer wieder Namaste

- nach 18 Uhr sind die Straßen voll

- Polizisten, die mit Atemmaske im Verkehrschaos stehen und keine Autorität haben

- Wachmänner, die in ihren Kabinen einschlafen sobald der Hausherr wegschaut

- Familien, die zum Abendgebet zur Stubpa gehen oder den Tempel ihres districts umlaufen

- verräucherte Brutzelstübchen an jeder Ecke

- Cocktailbars in Thamel

- Stromausfall am Dienstag Abend

- Klebstoff schnüffelnde Kinder

- im Ratan Park (vertrocknete Wiese inmitten der zwei Hauptverkehrsstraßen der Stadt) walkende und Yoga praktizierende Nepalis

- ein Taxi, dass in einer Gasse feststeckt. Von vorne kommt ein Bus, von hinten fünf Motorräder

- Schleudertraumatische Zustände nach Fahrten über das kaputte Pflaster

- das Haus von Shubashs Familie in dem sogar ich mich bücken muss um einen Raum zu betreten. Familie von 15 Leuten teilt sich drei Zimmer.

- Sarush, der es liebt beim Motorradfahren eine zu rauchen. "He made his first experience with women when he was 18." Sprich: Sie haben Händchen gehalten

- gefälschte Trekkingausrüstung won man geht und steht

- die Newaris, die sowohl Budhisten als auch Hinduisten sind

- eine Gruppe deutscher Rentner, die in Wanderschuhen durch die Stadt läuft