Hochgefühle
Stimmung: immer ein bisschen verliebt
Musik: The long and winding road
So! Jetzt ist es endgültig um mich geschehen. Ich bin Hals über Kopf verliebt. In ein ganzes Land. In schneebedeckte Gipfel, subtropische Wälder, wilde Flüsse, Schotterwüsten, Reisterassen, Apfelbäume, Bananenstauden, tibetische Weberinnen, budhistische Pagoden, Kuhfladenhütten...hach ja. Auf dem Weg durch die Berge bekommt man noch einmal einen ganz anderen, einen ganz besonderen Eindruck von diesem Land. Man bekommt Respekt vor den Kräften der Natur und den Menschen, die in zum Teil einfachsten Verhältnissen ihr Leben in den unwegsamsten Gebieten bewerkstelligen.
An dieser Stelle möchte ich Familie Müller für ihre Reise nach Nepal danken. Und Jucki. Dafür, dass sie Herrn Müller therapiert und ihm von mir berichtet hat. Denn ohne Ehepaar Müller hätte ich mich nie auf den Jamsomtrek begeben. Und ohne Ehepaar Müller hätte ich nie den Christopher, die schöne Steffi, das Porterchen und meinen Zukünftigen kennengelernt. Alles ganz gute Menschen. Jetzt glaube ich noch mehr ans Schicksal und an Worte von Herrn Exupery:"Das worauf es im Leben ankommt können wir nicht hervorsehen. Die schönste Freude erlebt man oftmals dann, wenn man sie am wenigsten erwartet." Ich bin gegen alle Ratschläge alleine losgezogen und hatte das große Glück direkt am ersten Tag, ein paar Kilometer hinter Jomsom auf Steffi und ihren Guide und ihren Porter und auf Engländer Steve zu treffen. (Der allerdings seit sechs Monaten in Quatar wohnt und jedem der ihn darum bittet oder auch nicht seine alcohol lisence zeigt)
Das Trekken ist ein bisschen so wie das Wandern auf dem Jakobsweg. Man steht in der Frühe auf und läuft den ganzen Tag. Unterwegs trifft man andere Trekker aus aller Herren Länder, verliert sie wieder aus den Augen und entdeckt sie in einer Lodge wieder. Natürlich ist das Laufen in den Höhen Nepals anstrengender als im Flachland Spaniens. Wobei ich "NUR" auf 4000 Meter gekommen bin und "NUR" sieben Tage gelaufen bin. Es gibt hier schon so manchen Hardcore-Trekker, der über zwei Wochen und über 6000er läuft. Und danach dann auch noch raftet und paraglided. So richtige Sportsfreunde. Mir hat meine kleine Tour vorerst gereicht. Am zweiten Tag musste ich schon ganz schön kämpfen, da die Luft immer dünner wurde. Und der Anblick der immer näher kommenden Berge so atemberaubend war. Mensch, wie lieb ich die Berge! Auf dem Weg zu Ihnen durchläuft man die unterschiedlichsten Gegenden mit den unterschiedlichsten Vegetationen. Dabei muss man aufpassen, dass man nicht von verrückt gewordenen Eseln über den Haufen gerannt wird. Die schleppen für die Touris das Tuborg-Bier und das Toilettenpapier die Hänge hinauf. Mir sind gefühlte 156 000 entgegen gelaufen. Herrje, man kann gar nicht alles berichten. Muss man aber ja auch nicht. Am beindruckensten war wohl der Aufstieg nach Muktinath, wo der höchste Hindutempel der Welt steht. Man kommt den Bergen immer näher, durchläuft steinige Anstiege um dann zu einer herbstlichen Landschaft zu gelangen, in der Laubbäume blühen und die besten Äpfgel, die ich je gegessen habe. In Muktinath gab es keine Zimmer mehr (es sind unglaublich viele Touristen unterwegs, vor allem unglaublich viele deutsche Grüppchen). Wir haben in einem kleinen buddhistischen Kloster übernachtet. Weil es nun immer kälter wird, waren von den 40 nur noch zwei Nonnen dort. Sie haben uns Dhal bhat gekocht und wir haben uns die kalten Hände am Kuhfladenfeuer gewärmt.
Nun sitze ich wieder in Kathmandu und interviewe Visa-Aspiranten. Ich plane jedoch schon meine Flucht und mein Leben als professioneller Trekkingguide.

ist ja cool das du in die Berge gekommen. die landschaft die du erlebt haben musst muss wohl super schoen gewesen sein. und auch good quality lust nicht so wie hier in indien oder?wie konntest du eigentlich so lange und so hoch wandern?das koennte ich nie im leben!freut mich auch das es dir gut geht!liebe gruesse und denke imme an dich kamlesh