Impressionen aus Kathmandu
Stimmung: impressionistisch
Musik: Eight days a week
-ein dünner alter Mann schleppt einen Kleiderschrank durch die Straßen. Der Schrank liegt auf seinem Rücken, ist mit einem Gurt befestigt, der seine Stirn umspannt
-Fahrt mit Wolfgang im klimatisierten Van durch die schmalen Gassen Kathmandus. Mia singt von ihrem hungrigen Herz und zuckersüßen roten Mündern. Wir überfahren beinahe einen Hund und zwei Kinder
- Bananenlassi und Momos immer und überall
- der ehemalige Premierminister, der jeden Morgen im beigen Gewand durch die Straßen Gyaneshwars läuft
- "Music for Peace"-Jazzparade durch Lazimpat mit buddhistischen Mönchen und Saxophon spielenden Farbigen, die man eher in New Orleans vermutet
-die riesigen knallbunten Werbeplakate, die hier neben den mittelalterlichen Wohnhäusern aufgestellt sind und zumeist indische Produkte preisen. Wolfgang würde es ein Zeichen der "Verinderung Nepals" nennen
- der Typ, der mir im Touristenviertel Thamel immer ecstasy und wheat und ganz außergewöhnlichte Trekkingtouren anbietet; sein Freund, der mich fragt warum wir eigentlich nicht heiraten können
-1.565.789 Motorräder
-das T-shirt mit dem Harkenkreuz (und nicht dem umgekehrten Swastikazeichen wie in Indien!), dass demonstrativ im Eingang eines kleinen Ladens hängt
-Kurt Cobain und Britney Spears, die auf zahlreichen T-shirts durch die Stadt getragen werden
- Sugam, der Rammstein liebt, alle Texte auswendig kennt und mir beim Spaziergang Wolfgang Petry Lieder vorsingt
- all die militärisch vorbildlich salutierenden Wachmänner, die auf die diplomatischen Residenzen aufpassen
- Häuser, die aussehen als würden sie gleich nach vorne kippen
- Amerikanische Gesandte, die im Namaste Supermarkt 50 Tüten Chips einkaufen
- Jungs, die sich zum Schutz vor den Abgasen zum Dreieck gefaltete Halstücher vor den Mund spannen und aussehen wie banditos
- drei buddhistische Mönche in traditionellen bordeaux-orangenen Gewändern, die sich im adidas shop mit neuen Turnschuhen eindecken
- eine Gruppe Jugendlicher, die sich auf einem Tempel am Durbar Square zum Rauchen trifft
- Converse-shop in der Kathmandu-Mall
- der Kronprinz, der den Palast aus Angst vor Anschlägen nicht mehr verlässt und nun innerhalb von einem halben Jahr 20 Kilo zugenommen hat
- im Wind wehende tibetische Gebetsflaggen
- brennender Müll am Straßenrand und herumstreunende Hunde
- sonderbare Helmpflicht: der Fahrer MUSS einen helm tragen, der Mitfahrer nicht
- kleine shops mit einer Auswahl von 100 verschiedenen Produkten auf vier Quadratmetern
- rote maoistische Flaggen an den Straßenlaternen
- herumhockende Nepalesen
- offene kleine Metzgerstübchen überall, die tote Hühnchen in kleinen Galsboxen am Straßenrand präsentieren
- eine Gruppe Menschen, die vor einem Zelt steht in dem Fernseher verkauft werden und Hindifilme gezeigt werden
- mit Militär gefüllte Lastwagen
- Militärs, die hinter Sandsackposten sitzen und Frauen hinterher schauen
- hübsche Nepalesinnen in knallengen Jeans und Top laufen neben ihren Müttern im traditionellen Saree
- hängende Bananen
- Namaste und immer wieder Namaste
- nach 18 Uhr sind die Straßen voll
- Polizisten, die mit Atemmaske im Verkehrschaos stehen und keine Autorität haben
- Wachmänner, die in ihren Kabinen einschlafen sobald der Hausherr wegschaut
- Familien, die zum Abendgebet zur Stubpa gehen oder den Tempel ihres districts umlaufen
- verräucherte Brutzelstübchen an jeder Ecke
- Cocktailbars in Thamel
- Stromausfall am Dienstag Abend
- Klebstoff schnüffelnde Kinder
- im Ratan Park (vertrocknete Wiese inmitten der zwei Hauptverkehrsstraßen der Stadt) walkende und Yoga praktizierende Nepalis
- ein Taxi, dass in einer Gasse feststeckt. Von vorne kommt ein Bus, von hinten fünf Motorräder
- Schleudertraumatische Zustände nach Fahrten über das kaputte Pflaster
- das Haus von Shubashs Familie in dem sogar ich mich bücken muss um einen Raum zu betreten. Familie von 15 Leuten teilt sich drei Zimmer.
- Sarush, der es liebt beim Motorradfahren eine zu rauchen. "He made his first experience with women when he was 18." Sprich: Sie haben Händchen gehalten
- gefälschte Trekkingausrüstung won man geht und steht
- die Newaris, die sowohl Budhisten als auch Hinduisten sind
- eine Gruppe deutscher Rentner, die in Wanderschuhen durch die Stadt läuft

Alles Liebe little Indian,
.carina