Nepalesische Weihnacht
Stimmung: herrlich festlich
Musik: Douce Nuit
Frohe Weihnachten!
Eigentlich sollte ich nun im Flieger nach Deutschland sitzen, statt dessen bin ich noch in Nepal und berichte ueber meine Weihnachtstage.
Am Samstag waren die Band und ich zu einer Weihnachtsfeier von einem amerikanischen Unternehmer eingeladen. In Erwartung vieler Westler hatte ICH extra noch mit den Jungs herrlich kitschige Weihnachtslieder einstudiert. (ich hatte sogar daran gedacht ihnen Weihnachtsmuetzen zu besorgen) Doch dann waren die meisten Gaeste Nepalis, viele Kinder einer tibetischen Schule, die der Mr. Cock unterstuetzt. Sie fanden es glaube ich nicht schlecht, aber so richtig begeistern konnte sie "Stille Nacht" in drei Sprachen dann doch nicht. Dennoch gab es viele, die von der Band sehr beeindruckt waren. Unter anderem auch so eine Art Eventmanager, der hier lokale Bands fuer verschiedene Veranstaltungen engagiert. Dann hat es sich doch schon gelohnt!
Am Heiligen Abend sind wir um halb neun zum Buero von Gulf Air gegangen. Ich wollte mich erkundigen, ob ich noch etwas fuer mein Ticket zurueck bekomme (da ich ja nun heute nicht geflogen bin). Das office hatte noch nicht auf, so begann unser Weihnachtstag mit jeweils zwei nepalischen Tee und einer Zigarette. Wir haben erstaunt festgestellt, dass es in Nepal anscheinend in ist, morgens um halb neun ins Kino zu gehen. Was da los war! Bei Gulf Air haben wir dann erfahren, dass ich hier kein Geld zurueckbekomme und die Fluege nach Deutschland im Februar ab Kathmandu schon voll sind. Unser heiliger Weihnachtstag ging weiter mit einer versmokten Fahrt nach Bhaktapur. Dort haben wir die Ruhe genossen und sind durch die Gassen gelaufen. Zur Feier des Tages gab es mittags tibetische Maultaschen, Bueffelfleisch und geschlagenen Reis. Und abends: Suesskartoffeln mit Moehren in Wein-Sahnesosse, Tomaten-Paneer Baquette und eigentlich noch Nudeln mit Pilzsosse. Leider wollte ich sparen und habe aus versehen japanische Nudeln gekauft, so dass nach zwei Minuten kochen nur noch ein klebriger Mehlhaufen uebrig blieb!
Dafuer haben wir am 1. Weihnachtstag gutes Essen vom Kanzler der Botschaft bekommen. Dessen Sohn ist naemlich Koch in Frankreich und zu Besuch. Das Haus vom Kanzler ist ein Palast. So wie sich das wohl fuer einen ordentlichen Diplomaten gehoert.
Heute sind wir dann nach Pokhara gefahren, damit er die Berge auch einmal aus der Naehe sieht. Was haben wir gelacht! Vor allem ueber unseren Conductor mit der neon-pinken Muetze und unseren schaetzungsweise 16 Jahre alten Busfahrer. Der ist so schnell gefahren wie Speedy Conzales rennt. Wohin das fuehren kann, durften wir dann leider kurz vor Pokhara erleben. Da ist uns das Lachen gehoerig vergangen. Vor uns ist ein Bus die Bueschung hinab gestuerzt. Oh Gott, war das ein Chaos. Alle Busse haben angehalten und alle Menschen sind herausgestuermt. Ein paar der Verletzten wurden dann in unseren Bus gehievt. Die lagen dann da blutend im Gang und alle sind einfach drueber marschiert. Stabile Seitenlage ist den nepalis allerdings ein Fremdwort. Jemand hatte zwar Decken mit, aber keiner hielt es fuer noetig die mal zu benutzen. Boah, da habe ich wirklich einen Hass auf die Nepalis, auf die Asiaten an sich bekommen. Wie gehen die denn mit ihren eigenen Leuten um? Naja, wahrscheinlich spielte Hilflosigkeit auch eine Rolle. Unser Busfahrer ist dann zu einem Krankenhaus ins naechste Dorf geheizt. Auf den Schock sind wir dann erstmal ein bisschen auf dem Phewal See bei Pokhara gerudert.
