Am Montagabend fing der Eissturm an, Nate wurde auf der Arbeit gewarnt, dass "schlechtes Wetter" kommen soll.....Was bitte soll oder kann man sich unter schlechtem Wetter vorstellen, wenn man nicht aus dieser Region oder wie ich aus diesem Land kommt?
Ich konnte mir kaum was darunter vorstellen, ebensowenig Nate, nun gut er brachte Getraenke und Tiefkuehlessen mit, damit wir versorgt sind......
Dienstagmorgen ging Nate wie gewohnt um 5 Uhr morgens auf die Arbeit, auch ich stand auf, Schlafen konnte ich nicht, denn der Sturm fing bereits an, vereinzelt fielen schon Baeume um, Aeste brachen ab und es regnete Eis, noch war ich fasziniert, wuenschte Nate eine gute Fahrt und telefonierte etwas mit Chris. Dann wurde erst Ernst, der Strom fiel aus, fuer mich, wo ich an deutsche Verhaeltnisse gewohnt bin, war klar, dass der Strom auch bald wieder gehen muss, schliesslich sind hier Minusgrade und kein Sommer.
4 Stunden spaeter kam Nate wieder heim, der Strom war noch immer aus, es war inzwischen um die 10 Uhr und es wurde langsam unangenehm kalt im Haus. Nate berichtete mir, dass der komplette Stuetzpunkt gesperrt wurde und keiner, der auf der base wohnt, diese verlassen durfte. Den ganzen Dienstag hatten wir also keinen Strom, kein warmes Wasser und sassen unter den Decken und hofften auf Strom. Am Mittwochmorgen mussten wir dann feststellen, dass wir nicht mehr aus dem Haus koennen, da 6 Baume umgefallen sind und davon 3 genau den Eingang versperrten. Strom ging noch immer nicht, es war eiskalt im Haus, die Katzenbabys hoerten gar nicht mehr auf zu weinen und es war einfach nur noch hoffnungslos. Gluecklicherweise kam unser Vermieter ein paar Stunden spaeter zu uns und raeumte den Eingang frei. Voller Hoffnung fragte Nate, ob er wuesste wann den der Strom wieder ginge, doch darauf hatte er nur eine sehr enttaeuschende Antwort. Er berichtete, dass die Hauptleitung von Topeka zu uns gebrochen sei und dass diese erst repariert werden muesse, was sicher einige Tage in Anspruch nehmen wird. Er sagte und 1-2 Wochen ohne Strom voraus! Ich war schockiert, ich kann einfach nicht verstehen, wie es so lange dauern kann, bis man sowas repariert hat und wie man ganze Gemeinden so lange im dicksten Winter ohne Strom und warmes Wasser lassen kann! Er sagte uns, dass bereits 15 Leute unserer Stadt gestorben sind, darunter vor allem Kinder und Senioren. Ich verlor wirklich alle Hoffnung und ich denke Nate ging es aehnlich! Er musste dann auch noch arbeiten gehen, weil jeder Soldat gebraucht wird und ich war alleine im Haus. Abends kam er spaet wieder und stellte fest, dass ich ganz kalt war und es mir so gar nicht mehr gut ging und er brachte micht ins Krankenhaus auf der base. Ich erinnere mich da an nichts mehr, nur dass ich Donnerstagmorgen dann den Arzt sah, der mir sagte, dass ich eben unterkuehlt sei und noch eine Woche im KH bleiben sollte. 2 Stunden spaeter war ich wieder daheim, bekam ja Medizin bzw. Vitamine und legte mich wieder ins Bett um weiter zu frieren. Abends kaufte Nate dann einen Autolader, womit wir dann gewisse Geraete betreiben konnten und heute (Freitag) bekamen wir dann einen kleinen Generator geliehen, den wir bis Montag haben.
Der Sturm hat sich gelegt, soll allerdings am Samstag wiederkommen.
Ich kann darauf verzichten.