Am 31.01.2001 wurde, 4 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und nach einer sehr beschwerlichen Schwangerschaft, unsere Tochter Sara geboren.
In der Schwangerschaft gab es schon einige Probleme:
Erst war ich ja überhaupt nicht Schwanger, in der 8. SSW Blutungen, ab der 18.SSW Vorzeitige Wehen und ab der 30.SSW war der Muttermund schon auf 2 cm geöffnet.
Das hieß zu dem Zeitpunkt dass ich im Krankenhaus am Tropf und streng im Bett liegen musste.
Nachdem wir nach 3 Wochen aus dem Gröbsten raus fahren und ich endlich wieder nach Hause fahren durfte, stand ich eine gute Woche danach wieder im Kreissaal mit Wehen. Das war allerdings "nur" ein Fehlalarm.
Noch eine Woche später bekam ich dann abends wieder wehen. Meine Schwiegereltern waren gerade zu besuch und ich sagte noch halb im Scherz: Das Baby ist morgen da! Meine Schwiegermutter schüttelte daraufhin den Kopf und meinte, dass das doch wohl noch Zeit hat und jetzt nicht sein müsste.
Gegen 23 Uhr gingen Ingo und ich ins Bett, natürlich mit Wehen die immer stärker wurden. Nachdem ich der Meinung war das die Wehen nun regelmäßiger und schneller kommen würden, fing Ingo an die Zeit zu Stoppen. Er sagte dann: Mensch die kommen alle 5 Minuten, wir müssen los. Ich wollte aber nicht, weil ich dachte es wäre schon wieder ein Fehlalarm.
Nachdem ich zig mal zur Toilette gerannt war und dabei mal so ganz nebenbei immer wieder die Treppe rauf und runter gerannt war, wurden die Wehen noch stärker und blieben. Ich sagte dann zu Ingo dass ich jetzt wohl doch lieber ins Krankenhaus fahren möchte.
Wir also ins Auto und gebetet das es auch anspringt. Das tat es schon mal. Auf dem Krankenhausparkplatz angekommen ein neues Hindernis: Eisregen. Wie bringt man eine wehende Frau möglichst heile über den Parkplatz? Irgendwie hat Ingo mich mehr gezogen wie das ich selber gelaufen bin.
Im Kreissaal angekommen begrüßte man uns schon wie alte Bekannte.
Dann wurde ich erstmal ans Ctg gelegt, danach der Muttermund untersucht. Die Hebamme meinte das es heute wirklich soweit wäre, denn der Muttermund war mittlerweile auf 3-4 cm geöffnet.
Wir sollten danach etwas spazieren gehen ( nur wohin um 6 Uhr morgens?). In der Zeit wollten sie den Kreissaal für mich fertig machen. Die Wehen konnte ich bis zu dem Zeitpunkt noch sehr gut veratmen. Als wir wiederkamen war direkt im Kreißsaal CTG angesagt. Danach war ich noch mal eine halbe Stunde unterwegs, konnte danach aber nicht mehr laufen. Wir gingen in den Kreissaal damit ich mich etwas hinlegen konnte. Gegen 12 Uhr und etliche Male erbrechen weil ich mit den Wehen mittlerweile nicht mehr so gut klarkam, war der Muttermund dann bis auf 6 cm offen, nur die Wehen wurden etwas schwächer weil ich einmal zwischendurch um ein Schmerzmittel bat.
Weil sich von 12 Uhr bis 14 Uhr einfach nix mehr tat, öffnete die Ärztin die Fruchtblase. Davor hatte ich zuerst Angst, aber ich nachhinein war es nicht schlimm, bis auf das es sich ekelhaft anfühlte. Kurz darauf setzten dann die Wehen wieder stärker ein und ich konnte auf das Kreisbett krabbeln.
Ich sollte dann anfangen etwas mitzupressen, auf der Seite liegend
. Das konnte ich aber absolut nicht, weil ich dazu keine richtige Kraft hatte. Ich legte mich dann auf den Rücken und es wurde dann für mich selber auch wesentlich erträglicher.
Als die richtigen Presswehen da waren habe ich mich nicht getraut zu pressen, ich hatte auf einmal einfach zu große Angst auf das was da gleich passieren würde.
Die Hebamme sagte dann zur Ärztin: Das schafft sie nicht, das Baby rutscht immer wieder zurück!
Ich habe dann mitbekommen wie die Hebammenschülerin die Zange auspackte.
Daraufhin wurde ich ganz flott und biss die Zähne zusammen. Mit einem Mal habe ich dann doch richtig mitpressen können. Nur musste noch ein Dammschnitt gemacht werden.
Leider habe ich den nur zu schlecht in Erinnerung behalten:
ich habe voll mitbekommen wie sie schnitten und dachte nun schneiden sie mich von unten nach oben hin auf.
Als der Dammschnitt getan war dauerte es keine 2 Presswehen mehr bis Sara geboren war. Nur leider sagte sie keinen Mucks sondern quäkte nur einmal kurz.
Sie wurde mir auch nicht direkt nach der Geburt auf den Bauch gelegt sondern erst einmal gründlich untersucht.
Mir war klar dass es sein musste, aber ich war dennoch tottraurig Sara in den ersten Minuten ihres Lebens nach der Geburt nicht begrüßen zu können.
Nachdem sie untersucht worden war bekam ich sie, und dieses Gefühl werde ich nie vergessen. Es kann nicht in Worte gefasst werden was man in so einem Moment empfindet. Alle Angst war auf einmal wie weggeblasen und ich war nur einfach glücklich meine Tochter haben zu dürfen.
Die ersten paar Tage im Krankenhaus hat sie total verschlafen, der Arzt auf der Station beruhigte mich aber und sagte mir das es völlig normal wäre bei Babys die vor dem Termin geboren werden.
Sara kam mit einem Gewicht von 2980 Gramm, 49 cm und einem Kopfumfang von 32 cm zur Welt.
Seitdem verzaubert und bezaubert sie uns, sie ist unser Sonnenschein oder wie meine Mutter immer sagt: unser Sonnen und Glückskind.
In der Schwangerschaft gab es so schwarze und tiefe Momente für uns. Mehr als einmal mussten wir befürchten unser Wunschkind nicht bekommen zu dürfen.
Diese schwere Last fiel mit dem Tag ihrer Geburt von uns ab.
Drei Jahre bevor wir wussten, dass ich schwanger bin haben wir jeden Monat gehofft bald ein Baby haben zu dürfen.
Drei lange Jahre von Arzt zu Arzt, Medikamente und immer andere Diagnosen.
Wie sehr wir Sara lieben kann man nicht in Worte fassen, sie ist so einzigartig, so wunderbar.
Ich wusste vorher nicht, dass man so lieben kann, dass es so ein Glück gibt.
Dieser kleine Wirbelwind bringt soviel Leben, Lachen und Freude zu uns.
Jeden Tag gibt es neue Abenteuer, jeden Tag gibt es etwas Neues mit ihr.
Manchmal stehe ich abends an ihrem Bett und schaue ihr beim Schlafen zu, dann mag ich gar nicht wieder aus ihrem Zimmer gehen, möchte ihr nur ganz Nahe sein.
Dann überkommt es mich tagsüber und ich könnte sie nur in meinen Armen halten…was sie natürlich auf Dauer nicht so toll findet *g.
Man kann es nicht in Worte fassen wie sehr ich dieses Kind liebe……