24 - Im Banne der Zahl 24
Stimmung: Gespannt
Musik: Donnergrollen (Wetter)
Ich bevorzuge momentan mein Latschenkino der grossen "echten" Leinwand. Habe mich gestern völlig der Anziehungskraft der Serie 24 ergeben und zähle mich fortan zum Kreise der Süchtigen.
Für jene, denen diese Zahl nichts sagt, hier kurz das Wichtigste: 24 steht für die Anzahl Stunden, die ein Tag zählt. Nichts weltbewegendes. Das Besondere an der Serie ist, dass Erzählzeit gleich erzählte Zeit ist, was bedeutet, dass eine Staffel der Serie (inklusive Werbeunterbrechungen) 24 Stunden und eine Folge eine Stunde dauert. Spannung wird nicht, wie üblich, durch Zeitraffung oder –dehnung erzeugt, sondern allein durch Parallelmontage der verschiedenen Handlungsstränge. Dabei ist jeder Handlungsstrang (natürlich) von Konflikten und Tragödien übersät. 24 handelt vom ersten schwarzen Präsidenten in spe, David Palmer (Dennis Haysbert), auf dessen Leben es eine international operierende Bande abgesehen hat. Die Anti-Terror-Einheit CTU, der u.a. Jack Bauer (Kiefer Sutherland) angehört, wird beauftragt, das Attentat zu vereiteln. Alles läuft, den Umständen entsprechend, prima, bis Jacks Familie ins Visier der Attentäter gerät…( mehr hier )

Ich habe die ersten beiden Staffeln glücklicherweise auf DVD. Nicht auszumalen, wenn ich nach jeder einzelnen Stunde 24 erst 'ne Woche warten müsste bevor ich wüsste wie es weitergeht. Zugegeben, die Cliffhanger sind oft zu offensichtlich und an den Haaren herbeigezogen. Ganz nach dem Motto, ups, der Zeiger steht auf zwei Minuten vor um, lassen wir schnell noch jemanden in eine prekäre Situation schlittern... Aber was soll's. Drama und Tragödie werfen ihre Früchte ab und paralysieren den Zuschauer. Die Quoten steigen, und Kiefer Sutherland braucht seinen umstrittenen Schritt von Filmschauspieler (zurück) zum Serienheld nicht zu bereuen. Er glänzt in seiner Rolle als Jack Bauer.
Schade finde ich die Werbeslots, die konform amerikanischer Fernsehprogrammierung in die Serie eingebaut wurden, und aufgrund womöglicher "Echtzeit"verzerrung nicht einfach rausgeschnitten werden können. Sie geben der Serie einen bitteren Beigeschmack, weisen sie doch darauf hin, dass sich Amerika noch immer für den Nabel der (Serien-)Welt hält. Obwohl sie diesen Status eigentlich spätestens mit den ersten Erfolgen aus dem Hause EndeMol verspielt haben.
Nachdem ich also, wie erwähnt, gestern mit der ersten Staffel anfing und acht Serienstunden mit den Protagonisten mitfieberte, ist es jetzt acht Uhr morgens in 24-Land. Bis es Mitternacht bei 24 ist, erwarten mich also noch sechzehn Stunden gebannt auf den kleinen Bildschirm starren und hoffen, dass es kein kitschiges Ende gibt.
