BUBBLE (Steven Soderbergh, 2005)
Wenn ein neuer Film von Steven Soderbergh (SEX, LIES, AND VIDEOTAPE, THE LIMEY, OUT OF SIGHT, ERIN BROCKOVICH, TRAFFIC, OCEAN'S 11-13 u.v.v.m.) im Kino läuft, geht man meistens hin.
BUBBLE machte Ende Januar Furore, weil er in den USA gleichzeitig im Kino, auf DVD und im Fernsehen herauskam. Ob damit wohl das Zeitalter der traditionellen Filmdistribution endet und Filme demnach nicht mehr erst im Kino, danach auf Video/DVD und zum Schluss erst im Fernsehen erscheinen? Könnte passieren, denn nach BUBBLE verfährt man jetzt auch mit THE ROAD TO GUANTANAMO (Michael Winterbottom, 2006) in Großbritannien nach dem selben Prinzip.

Wenn BUBBLE in den Medien mal nicht wegen seines innovativen Veröffentlichungsstunts gelobt (und von Kinobesitzern gehasst) wurde, dann kamen bis jetzt wenigstens fast immer die realitätsnahe Wiedergabe trostloser Alltäglichkeiten sowie das schauspielerische Talent der Hauptdarsteller (allesamt Laien) positiv zur Sprache. Trostlose Alltäglichkeiten in einer öden Kleinstadt im Nordwesten Amerikas, wo Bewohner ihr ganzes Leben lang in derselben Fabrik täglich dutzenden Puppen Arme, Beine und Köpfe an die Rümpfe stecken, ihnen Gesichter malen und Haarteile aufsetzen. Während die gutmütige beleibte Mittvierzigerin (???) Martha (Debbie Doebereiner) wohl ihr ganzes Leben schon in dieser Puppenfabrik arbeitet und mit sich und der Welt zufrieden ist, hat ihr wesentlich jüngerer Kollege Kyle (Dustin James Ashley) noch Träume. Das Eintreffen der jungen hübschen Rose (Misty Dawn Wilkins) und ihrer kleinen Tochter, scheint für ihn darum vorerst ein Lichtblick zu sein. Vorerst.
Soderbergh gelingt es zwar erstaunlich gut, aus den eintönigen Alltagsrhythmen seiner Figuren heraus eine unterschwellig anhaltend kribbelnde Spannung aufzubauen und zum Klimax zu bringen, aber zu mehr reicht's leider nicht. Eine Seifenblase halt, die nach 'nem bisschen Hin- und Herschweben einfach zerplatzt. Wenn mit dem Titelwort "Bubble" jedoch die andere Bedeutung gemeint sein sollte, das unterschwellige Blubbern im fast kochenden Wasser, so wird der Titel zwar dem Inhalt des Films gerecht, kaum aber seiner Ausführung.
Das schauspielerische Talent der Laiendarsteller lässt sich wirklich nicht abstreiten, kann aber auch teilweise damit erklärt werden, dass die Aufnahmen in ihrem eigenen Städtchen, ja teilweise sogar in ihren eigenen Häusern stattfanden. So "spielte" auch die kleine Tochter von Rose sehr natürlich, nämlich vor allem sich selbst.
Nun gut. Haken wir's ab. Nach dieser lauwarmen Seifenblase wartet vielleicht wieder einmal etwas heißbrodelndes von Soderbergh auf uns. Sein nächster Streifen ist höchstwahrscheinlich Anfang 2007 bei uns zu sehen und trägt den vielversprechenden Titel THE GOOD GERMAN.
