fliMMer BLoCK

31.12.2005 um 00:45 Uhr

KING KONG (Peter Jackson, 2005)

Das letzte Remake von KING KONG beweist mal wieder, dass sich selbst renommierte Regisseure noch ihre Finger an Neubearbeitungen legendärer Klassiker verbrennen können. Im Falle KING KONGs haben siebzig Jahre dem Original eine einzigartige Aura verliehen, die selbst die ausgeklügelsten Digitaleffekte nie und nimmer ersetzen können. Hat Peter Jackson (HERR DER RINGE) bestimmt auch gewusst. Und trotzdem konnte er die Finger nicht davon lassen.

 

DER ALTE

 

 

Immerhin hat er sein Ziel erreicht, das reizüberflutete wie medial übersättigte Publikum von heute ähnlich in Staunen und Schrecken zu versetzen, wie es 1933 noch Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack  taten. Jacksons KING KONG gleicht einer dreistündigen Achterbahnfahrt durch einen vorsintflutlichen Erlebnispark.

 

DER NEUE

 

Man hätte den Film gut und gerne auf angenehme eineinhalb Stunden kürzen können, ohne Spannung oder Erzählung Abbruch zu tun. Die Geschichte ist einfach erzählt: Eine Filmcrew begibt sich zu einer unheimlichen Insel, wo die Hauptdarstellerin entführt und anschließend vom riesengroßen Menschenaffen Kong gerettet wird. Als Kong kurz darauf überwältigt und als Gruselattraktion nach New York gebracht wird, geschieht das Schreckliche: der King der Affen bricht aus und sorgt für mächtig viel Tumult, Blechschaden und blaue Flecken.

 

Kitschige Momente und kleine Unzulänglichkeiten nimmt man zunächst noch mit einem nostalgischen Schmunzeln in Kauf. Und die filmgeschichtlichen Anspielungen im ersten Teil des Films (Alfred Hitchcock-Double im Kinopublikum - gleich am Anfang des Films natürlich, Witzeleien übers Studiosystem der Vorkriegszeit und und und) schmeicheln dem eingefleischten Cineasten wie ein Zuzwinkern von Peter Jackson persönlich. Doch nach der dreihundertundvierundzwanzigsten Wiederholung eines als spannungsfördernd getarnten Actionelements erlischt jegliche nostalgische Schwärmerei und ärgert man sich nur noch über so viel Spaß an Quatsch.

 

Die Moral von der Geschicht:

Schlafende Affen weckt man nicht.

 

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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Fabse schreibt am 05.01.2006 um 12:11 Uhr:Da stimme ich mit dir 100%ig überein, liebe Kathleen. Ich empfand diesen Action-Marathon ab der 70. Minute bis zum Schluss nur noch anstrengend und ermüdend. KK ist für mich die Enttäuschung 05.
  2. subetha schreibt am 06.01.2006 um 01:16 Uhr:Wie bei Musikalben versuche ich auch Filme nicht rein quantitativ aufgrund der Spieldauer vorzubewerten. Aber ich spiele lieber drei Stunden Donkey Kong, als dass ich mir diesen Film angeschaut hätte. Und bislang wurde meine vorgefasste Meinung auch von unabhängigen Quellen bestätigt. Ich werde mir den Film gerne Weihnachten 2007 im TV anschauen, wenn er durch Werbeeinblendung den ganzen Abend füllt ;-)
  3. Kathleen schreibt am 06.01.2006 um 21:58 Uhr:Gute Idee, ziehe Dir am besten \'ne grosse krümelfeste Matratze vor den Fernseher (oder die bebeamte Wand), stell ne Schüssel Chips und ne Flasche Wein daneben... und dann kann nichts mehr schiefgehen. Versprochen!

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