Katzenfutter und andere Katastrophen

03.08.2009 um 12:50 Uhr

Katzenjammer

Um direkt mal jeglichen Missverständnissen vorzubeugen: Nein, ich habe keine Katze...und der Kater der mich ab und zu mal Sonntags "besuchen" kommt wenn ich mal wieder über die Strenge geschlagen habe zählt wohl eher nicht. Ich hätte zwar gerne eine Katze, denn dann hätte ich wenigstens jemanden zum Kuscheln (Katzen haben bei mir grundsätzlich Kuschelzwang), was mir momentan bei meinem Leben als 27jährige Solo-Frau auch bestimmt gut tun würde, aber ich kann es einfach nicht übers Herz bringen so ein kleines unschuldiges Wesen in meine 2-Zimmer-Wohnung "einzusperren". Versteht mich bitte nicht falsch, ich habe nix gegen Menschen die Katzen in ihrer Wohnung halten, aber ich bevorzuge es dann doch lieber den Katzen genügend Auslauf geben zu können, was hier - mitten in der City - wohl kaum machbar ist. Ausserdem leiste ich meinen Pflanzen schon genügend passive Sterbehilfe. Ich bin kaum zuhause und das würde ich meiner Katze nie antun wollen... sie würde wahrscheinlich vor lauter Einsamkeit draufgehen.

Die Überschrift hat also vielmehr mit einem Kosenamen zu tun, den ich mir seit der Grundschulzeit in mehr oder weniger regelmässigen Abständen anhören durfte...und der ist noch "akzeptabel", glaubt mir :/. Aus Anonymitätsgründen werde ich mich in diesem Block also auch nur "Katzenfutter" nennen. Die ganze Fanpost die sonst bei meinem seltenen Namen zu mir ins Haus geflattert käme wäre mir schlicht und ergreifend  zuviel des Guten *hrhr*...Scherz beiseite. Ich hatte jedoch mal eine Katze- genau genommen sogar zwei. Sie durften mit meinen Eltern und mir zusammen ein paar glückliche Jahre auf dem Land verbringen. Leider haben sie sich gegenseitig nicht besonders gemocht, und dass obwohl sie Geschwister waren. Sie waren wohl einfach zu unterschiedlich- die eine faul und verfressen, dafür aber mit einem guten Jagdinstinkt ausgestattet und vollkommen nur auf mich fixiert- und die andere total aristokratisch und anmutig schlank, dafür aber auch zu etepetete mal ner Maus oder irgendwas anderem hinterherzujagen. In meiner Vorstellung war die zweite Katze französisch, weil ihr Blick immer zu sagen vermochte: "Isch mache mir doch nischt meine Pfötschen dreckelisch...jetzt serviere mir endlisch mein Essen, du alber Dosenöffner". Ich habe natürlich beide gleichermaßen geliebt.

Trotzdem haben meine Eltern die erste Katze weggegeben, mit der Erklärung: "Es kann nur eine geben." Ganz ehrlich, ich kam mir vor wie in einer schlechten Highlander-Folge. Ich wurde also vor vollendete Tatsachen gestellt und hatte nun nur noch eine Katze. Aber auch sie wurde in einem zarten Alter von 12 Katzenjahren auf noch viel brutalerem Wege von mir gerissen- sie wurde ermordet. Es kommt noch schlimmer: Wenn ihr denkt es war ein unachtsamer Autofahrer oder ein Nachbar der uns nicht leiden konnte muss ich euch leider schocken: Es war Mord unter Katzen. Katze tötet Katze. Das Motiv? Neid. Die andere Katze war schlicht und ergreifend neidisch auf unsere Katze (weil sie so tolle Besitzer hatte und so tolles Futter und so tolle Schreicheleinheiten bekam). Sie hatte schon mehrmals versucht unsere kleine französische Aristokratin zu verprügeln, aber Madame war gottseidank sehr flink und konnte immer ihrem Neider entkommen...bis zu jenem schicksalshaftem Tag zumindest.

Sie war eine Katze die absolut gegen Gewalt war, wäre sie ein Mensch wäre sie wahrscheinlich Greenpeace- Aktivistin, Pazifistin und Veganerin gewesen. Es war echt grausam dass mein (Stief)vater mit ansehen musste, wie unsere Kleine erst den Baum hochgejagt wurde um dann ganz brutal am Schwanz gepackt und zum Boden geschleudert zu werden. Leider landetet sie nicht auf allen Vieren wie man es bei Katzen vermutet, sondern schlug auf einem grossen Stein auf. Sie hatte innere Blutungen und starb ein paar Stunden später. Ich bin auch gegen Gewalt- aber nach ihrem Tod konnte die Mörderkatze echt froh sein dass sie mir nicht mehr begegnet ist- ich hätte sie wahrscheinlich massakriert so wütend war ich- da wären die Saw-Filme wirklich nichts gegen gewesen...nur mal so rein hypothethisch gesprochen.

Ich glaube ich denke einfach viel zu viel nach. Es ist als wäre mein Gehirn ein PC-Prozessor der die ganze Zeit läuft. Ab und zu muss ich mich dann einfach selber zwingen in den Standby-Modus zu wechseln. Dies ist auch der Grund für diesen Blog. Schreiben hat mir eigentlich schon immer geholfen, Dinge zu verarbeiten so dass sie mir nicht ständig im Kopf rumschwirren. Ich bitte daher um Nachsicht – quasi schonmal im Vorhinein für alles was da noch so an verbalem Durchfall kommen möge ;).

P.S.: Ich habe eben den Fehler gemacht einen Glückskeks zu essen. Wie vermutet war es wie immer so, dass alle anderen (zwei Freundinnen von mir hatten auch jeweils einen Glückskeks) tolle Prophezeiungen bekommen haben wie z.B.: "Romantik wird dich in eine andere Richtung lenken" oder "Es wartet eine erfreuliche Nachricht auf dich" und ich bekomme nur so unnütze Buddha-Weisheiten. Bei mir stand drin: "Für viele bist Du eine Quelle der Weisheit und Kraft" *Hmpf*...sag mir doch zur Abwechslung mal etwas was ich nicht schon selber weiss, blöder Keks, sowas wie "Du wirst in Kürze deine grosse Liebe kennenlernen" oder "Du wirst viel Erfolg haben bei dem was Du tust". Aber nein, ich kriege nur Sachen gesagt wie "Lächle und sei froh, denn es könnte schlimmer sein".

Übrigens weiss ich jetzt zumindest mit Sicherheit, dass ich eigentlich in die Klapse gehöre, denn mein allererster Gedanke war: "Warum duzt mich mein Glückskeks?"  Man muss dazu sagen,dass ich eine totale Antipathie gegen das "siezen" habe, ich bin da relativ locker, offen und amerikanisch eingestellt ("You can say you to me";)). Warum also kommt mir so ein hirnrissiger Gedanke?  Wusstet ihr eigentlich schon, dass man hinter jede Glückskeksprophezeiung "im Bett" anhängen kann? Es passt immer- probiert es einfach mal aus ;).

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenDesti schreibt am 04.08.2009 um 17:13 Uhr:Schnucki, ich wusste garnicht das es schon so schlimm um dich steht ;)

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