Briefe an Unbekannt

19.06.2011 um 20:58 Uhr

Kodoku na bādo

Auf dem steten Weg zum Streben nach Glück habe ich völlig vergessen, was Leben heißt. Manchmal reicht Zufriedenheit. So sehr ich mir auch Glück und Liebe wünsche, so sehr genieße ich doch die Unabhängigkeit und Einsamkeit meines selbstgewählten Eremiten-daseins. Die Zeit auf vermeintlich Unwesentliches verschwenden, was doch so viel bedeutet für das eigene Seelenheil.

30.11.2009 um 18:07 Uhr

Herzschlag

Das Herz schlägt Sekunde für Sekunde. Doch schlägt es für Nichts.
Es möcht so gern höher schlagen, schlagen für ein anderes Herz.
Doch findet es nur graue Herzen, hart wie Stein.
Lange bleibt es ihm verwehrt für ein anderes Herz zu schlagen und Schwermut macht sich auf dem Herzen breit.
Das Herz fühlt sich verloren in der weiten Welt. Und ganz ohne Halt beginnt es auszurutschen.
Es gerät aus dem Takt und findet nicht mehr zurück.

Eine Stimme sagt dem Herzen es muss zu sich selbst finden und zur Ruhe kommen.
Das Herz nimmt sich die Zeit zu sich selbst zu finden. Es kommt wieder in den richtigen Takt, doch was es in sich selbst findet löst nicht die Schwermut. Was es vor findet ist eine leere von unsagbarer Größe.

Mit der Zeit findet sich das Herz damit ab eine Hülle zu sein, deren Inhalt noch nicht gefunden ist.
Schlag für Schlag, schwer von der Bürde schreitet seine Zeit vorran.

Eines fernen Schlages begegnet das Herz einem anderen Herzen. Dieses ist ganz und gar nicht wie die anderen Herzen schal und grau, es strahlt in tiefem Rot.
Das andere Herz fragt warum das Herz so schwermütig sei. Und das Herz erzählt was ihm auf der Seele lastet.
Nach einiger Zeit sagt das andere Herz, es würde gerne dem Herzen helfen. Doch es wüsste nicht wie.
Das Herz entgegnete das es das schon längst tue. Doch das andere Herz verstand nicht, was das Herz ihm sagen wollte.

Als das Herz für sich allein war, da sagte es sich:
"Natürlich verstehst du es nicht, du siehst es nicht. Aber ich fühle es. Die Schwermut die abfällt, die Leere die sich füllt.
Ach könntest du es nur sehen..."

20.07.2009 um 21:04 Uhr

Manche Seelen strahlen heller als die Sonne

Es gibt Menschen in allen Facetten. Sie können alles Mögliche sein. Viele von ihnen sind besonders auf ihre Art und Weise. Doch selbst diese Menschen sind für uns oft nur die breite Masse. Wie ein Strom, ein Meer aus Individuen. Alle zusammen gesetzt verschwinden die Unterschiede.
Doch es gibt immer wieder einzelne Menschen, die es Vermögen durch ihre Einzigartigkeit selbst aus diesem Meer von Individuen hervorzustechen. Sie scheinen aus dem dunklen Grau der Masse heraus wie ein Stern am Firmament. Menschen deren bloße Anwesenheit uns in Verzückung und Freude versetzt. Sie sind es in dessen Hände wir unsere Seelen legen möchten um durch sie Glück und Geborgenheit zu erfahren.

04.07.2009 um 23:04 Uhr

...

Manchmal kann ich nicht beschreiben, wie schwer der Wehmut auf dem Herzen lastet. Diese tiefgründige Melancholie, deren Anwesenheit ich früher so oft genossen habe. War sie doch mein steter Begleiter und immer da, wenn sie mir nützlich schien. Doch heute bürdet mir dieser Wehmut zu schwer auf, wie mir scheint. Das Gefühl als würde das Herz unter der Last, die dich nach unten zieht, zerreissen. Der schwere Atem, die Kälte im Nacken, die herabfallende Mimik und das leise kaum merkliche Bibbern der Lider um zu verhindern das man nicht weint. Die Gänsehaut die sich langsam bildet auf den Armen und das Bedürfnis aus diesem Moment zu fliehen.

22.01.2009 um 09:23 Uhr

Assasini - Die Kirche in Avignon

"Ich glitt vom Stuhl und zog mich tiefer in die Schatten neben einer der Säulen zurück. Die Härchen in meinem Nacken hatten sich aufgestellt. Irgendwie, trotz der Menschenmassen auf den dunklen, verwinkelten Straßen, hatte der kleine Hundesohn mich gefunden, hatte mich in dieser Kirche aufgestöbert.
Großartig.
Wer immer er sein mochte, er verstand es ausgezeichnet, sich vollkommen lautlos zu verhalten. Ich hörte nur mein eigenes Atmen und das Sssst-bum der Feuerwerkskörper. Sobald eine Rakete explodierte, sah ich das grelle Aufleuchten, gedämpft und verzerrrt durch die bunten Bleiglasfenster, und ein gespenstischer Engel schien durch schweres Flak-Abwehrfeuer vom Himmel herabzuschweben."