Stimmung: joa, ganz okay
Musik: Blue Oyster Cult- Don't fear the reaper
Eigentlich wollte ich eine detailverliebte Version meines Wochenendes niederschreiben, aber aufgrund der fortschreitenden Nacht habe ich mich nun für die prägnante Kurzfassung entschieden.
Am Freitag war ich mit lieben Freunden in der Heimat zugange, d.h. wir haben bis 4 Uhr nachts bzw. morgens lustige Spielchen gespielt und dabei getrunken. Dabei habe ich (erneut) festgestellt, dass Getränke, die "Xuxu" heißen, einfach nur abartig sind, egal ob warm oder eiskalt. Der pure Gaumenverkleber! Da war ich erst recht motiviert beim jeweiligen Spiel nicht zu verlieren, denn das Rattengift war der Verlierer-Schnaps.
Samstags wurde ich dann von der Sirene geweckt, und man stelle sich vor: Diesmal ist tatsächlich was actionfilmartiges passiert! Bei uns im Dorf passiert höchst selten was sehr Aufregendes oder Dramatisches, bis diesmal. Ein in der Gemeinde sehr bekannter Fotograph ist in ein nah an den Ort grenzendes Feld mit seinem kleinen Privatflugzeug abgestürzt!!! Und ist natürlich dabei gestorben. Das nenn' ich wirklich mal einen dramatisches Ende. Immerhin hat er es bis auf's Feld geschafft und ist in kein Haus gekracht.
Ansonsten war der Samstag öde bis scheiße. Scheiße war es, als ich bei meinem Opa war, denn ihm geht es zunehmend trotz Reha schlechter.
Gegen 1 Uhr nachts ging ich dann zu Bett und las in meinem 'neuen' Harald Schmidt Buch. Man merkt irgendwie, dass es seine anfängliche Schreibphase war, denn er scheint mir zurückhaltender zu sein als in den neuen Büchern/Kolumnen. Also zogen sich die ersten 100 Seiten etwas. Doch dann kam ich zu seiner selbst ernannten Lieblingsrubrik, der Medizin (er selbst ist ja bekennder Hypochonder und weiß deswegen jeden noch so besorgniserregenden, wenn auch meist unwahrscheinlichen Krankheitsblödsinn). Großartig, was er da so schreibt! Unvergessen bleibt mir ewig seine Kolumne in seinem Buch Quadrupelfuge mit dem Titel "Sodbrennen", doch diesmal hatte er noch eine tolle Kolumne über Heilpraktiken (Anmerkung meinerseits: Kolumne befindet sich in dem Buch "Warum"!). Also, er redet von den 1995 eingeführten anerkannten Heilpraktiken und stellt einfach ein paar Methoden bzw. deren Namen in den Raum. Lauthals gelacht habe ich bei folgenden Zeilen:
"Was bitte ist eine "Beutelbegasung"? Wird einem für achtzig Mark der Beutel begast, oder wird man mit Hilfe eines Beutels begast?"
Alleine die Vorstellung dieser sog. Heilpraktik, also das Beutelbegasen, hat bei mir zu einem jetzt teilweise noch andauerenden Lachanfalls geführt! Fantastisch auch seine Art der Schilderung einer Schröpfkopfmassage.
Was lernen wir erneut daraus? Genau, Harald Schmidt war, ist und bleibt der Gott des Unterhaltungswortes und auch der Fernsehunterhaltung.
So erbärmlich es klingt, aber der Lachanfall war eines der Highlights des Wochenendes.
Kurz bevor ich heute wieder hierher gefahren bin, kam der Anruf, dass mein Opa nun auch noch gefallen sei. Hurra! Und ab jetzt geht es sicher noch mehr bergab. Scheiße! Zukunftsprognose jedenfalls nicht gut.
Ab Morgen geht's dann los mit der Hausarbeit, hoffe ich zumindest. Meine Disziplin habe ich hier noch nirgendwo zufällig gesichtet, aber es muss ja.
Öde wird es hier auch, denn niemand außer Don Karlos ist hier. Naja naja...gute Nacht!