Synapsensalat

31.10.2006 um 21:28 Uhr

"Im Übrijen"

von: Kiddolu

Die Überschrift ist der meistbenutze Satzanfang der Aussagen Gerhard Schröders. Das ist mir damals schon übermäßig oft aufgefallen, doch gestern, nachdem ich ihn bei Beckmann zu Gast sah, erneut ins Gedächtnis gerufen worden. Ja, der Altkanzler war da. Ich fand das sehr interessant, weil er mir zurückhaltender schien als sonst. Überdies fand ich seinen Auftritt sehr gelungen, weil er natürlich primär über sein Buch ging und dabei auch privatere Einblicke in das Leben eines gestürzten Kanzlers gab. Absolut abgewehrt hat er vehement die Fragen über seine Bewertung Angela Merkels! Nicht ein Ton zu der Frau- sehr souverän und diszipliniert, was er bei allen Fragen war. Lediglich seine Zeitschriftenaussage, dass er der großen Koalition an Führung fehle, hat er nochmals erläutert und beinahe revidiert. Vorsichtig ist er geworden.
Großartig auch, dass nochmals auf die Elefantenrunde eingegangen wurde. Schröder meinte nur, dass er das nicht nochmal sehen bräuchte, hat dennoch danach was dazu gesagt. Seine Explikationen zu seinem Verhalten damals würde ich nun als eine in seiner Männlichkeit beraubten, egozentrischen Trotzreakion deuten. Einfacher gesagt: Penisneid auf Frau Merkel- klingt seltsam, ist aber so, höhö.

Alles in allem muss ich hier mal persönlich politisch werden und sagen, dass Gerhard Schröder der erste Bundeskanzler war, den ich bewusst wahrgenommen habe. Die Jahre vorher war mein politisches Interesse und auch mein Wissen darüber beinahe nicht existent, weil ich einfach zu jung war und mich andere Sachen beschäftigten. Ohne hier nun übermäßig für den Gerhard in die Bresche springen zu wollen, muss ich doch ausdrücken, dass ich mich unter ihm sicher gefühlt habe. Er erschien mir kompetent und ich fand ihn banal gesagt sympathisch, was natürlich kein Wählergrund ist, zumindest kein hinreichender. Mich hätte es auch nicht gestört, wenn er an der Macht geblieben wäre (so ganz ohne die CDU als ebenbürtigen Partner Fröhlich), aber es sollte nunmal nicht sein. Egal, gegen Frau Merkel wettere ich nun nicht, da mir ehrlich gesagt kein wirklicher Motzgrund einfällt. Die Frau hat seit einem Jahr ihre Chance, dann soll sie sie auch weiterhin nutzen. 

Im Übrijen danke ich Herrn Schröder für seine etwas verfrühten Memoiren, denn damit hat er Harald Schmidt toller Witzepulver in die Kanone gesteckt, was letzterer auch seit geraumer Zeit auskostet!