Jeder Mensch empfängt täglich Tausende, wenn nicht gar Millionen von Reizen, bewusst wie unterbewusst. Ebenso versendet, provoziert, verursacht er Reize, natürlich auch bewusst wie unterbewusst. Demzufolge löst ein handelsüblicher Reiz beim Empfänger auch immer eine Reaktion aus, oder auch schlichtweg eine Emotion. Oder beides. Ich nenne mal ein Beispiel: Sieht ein Mensch eine Cobra, wird der Reiz vom Hirn in die Beine geschickt, wegzulaufen, noch bevor der Mensch bewusst sagen kann, dass es eine Cobra ist, die er vor sich sieht. Dieser Reiz/Impuls (jaja, dass das nicht dasselbe ist, weiß ich, aber ich bin schließlich kein Mediziner
) löst spontan auch das Furchtgefühl aus. Also, Reiz-->Emotion-->Aktion/Reaktion. Soweit so klar, oder? Sender-Beispiel: Eine Frau mit Heidi Klum-Maßen und keiner totalen Gesichtskirmes stellt sich in Unterwäsche vor den Mann ihrer Träume. Sie sendet bewusst ihre Reize, um beim Mann den intendierten Impuls hervorzurufen, dass er mit ihr schläft. Wenn sie Glück hat und es funktioniert, wird der empfangene Reiz beim Mann schnell zum Wunsch und es kommt zum Geschlechtsverkehr.
Hm, ob das beim Brechreiz andersrum funktioniert? Man isst etwas, das Hirn sagt "Ekelhaft" und schickt den Auftrag los sich zu übergeben oder zumindest das Gefühl des sich Übergeben Müssens los? Oder wird hier der Reiz komplett anders definiert? Wahrscheinlich ist meine eigene kleine Reiz-Definition von weiter oben einfach nur komplett falsch, was mich nicht wundern würde. Aber, mir ist nunmal grade nach wilden Theorien aufstellen.
Der Brechreiz geht zudem ja nicht nur auf's Essen zurück. Ekelhafte Anblicke, schlechte Musik etc., die ganze individuelle Palette kommt auch noch hinzu.
Damit hake ich das Thema Reize ab. Beinahe zumindest, denn schließlich muss ich noch eine Verbindung zum anderen Substantiv in meiner Überschrift herstellen. Dass Menschen (und nicht nur Menschen natürlich) einen Darm besitzen, dürfte hinreichend bekannt sein, genauso wie dessen Funktionen. Da Gedärme nicht zu meinen Lieblingsthemen gehören, gehe ich auf diesen Aspekt auch nicht weiter ein. Was aber tun, wenn man unter einem so genannten Reizdarm leidet? Was ist das? Sendet der Darm Reize aus? Welche Reize sind das? Sendet der Reiz Därme aus? Wie kann man sich das vorstellen? Welche Funktion hat der Darm in Bezug auf den ausgesendeten Reiz? Fragen über (Nonsens)Fragen, wovon ich nur eine laienhaft beantworten kann. Leidet ein Mensch unter einem Reizdarm, so bedeutet dies, dass er bei scharfem Essen, Stress oder sonstigen mentalen oder physischen Belastungsproben zur Diarrhoe neigt. Ich glaube ja, dass ein Reizdarm eher eine Kopfsache ist, die in den Griff zu bekommen ist. Man muss eben lernen, mit seinem Stress, seinen Ängsten etc. umzugehen; sowas kann man auch lernen. Nun war es gestern so, dass wir zu fünft ein Referatsgruppentreffen hatten, in welchem noch ein Referent bestimmt werden sollte. Da niemand freiwillig wollte, wurde schließlich gelost und ich hatte das zweifelhafte Glück. Eine Referatsgruppenzugehörige, die mir und den anderen völlig unbekannt war, erklärte sich uns vor dem Losverfahren: Sie könne das nicht so gut, sie leide unter Platzangst und außerdem habe sie einen Reizdarm, was natürlich besonders schlimm bei Referaten sei. Aaaaahja, oooookay, das mit dem Reizdarm hat sie völlig Fremden wie uns erzählt. Und wieso? Damit wir sie bemitleiden und vom Losverfahren ausschließen; im Klartext: Sie hat Schiss vorm Vortragen! Ich kenne niemanden, der gerne Referate hält, aber um sich davor zu drücken, habe ich bisher auch niemanden gekannt, der mir daher von seinem Reizdarm erzählt. Meinetwegen ist dieser Reizdarm auch nur erfunden; es war jedenfalls lächerlich. Vor allem mit Hinblick auf ihre Zukunft im Arbeitsleben ist das auch verrückt: Sollte sie Lehrerin werden, muss sie täglich sechs Stunden mindestens vor böse, gemeinen Kindern sprechen und sich dem Stress aussetzen. Wenn die Kinder dann nerven, kommt der Spruch "Stillarbeit ab jetzt- das verträgt mein Darm sonst nicht"? Kurios.
Die Ernsthaftigkeit einer Reizdarmerkrankung will ich mit meinen ganzen Mutmaßungen über Ursachen etc. gar nicht runterspielen, wenn eine solche Ernsthaftigkeit tatsächlich gegeben ist. Gestern klang es eben nur wie ein fadenscheiniger Grund nicht vortragen zu müssen, und nicht nach einer ernsthaften Krankheit. Ja, vielleicht hat das Mädel auch eine ernsthafte Krankheit, aber, ist mir das egal in ihrem Fall? Ja, denn ich trage nicht das Leid meiner Mitmenschen auf meinen Schultern, wenn ich sie nicht kenne. Sorry, aber für sowas bin ich zu emotions- und lustlos.
Mein eigenes Leid, das übrigens keins ist, wird nun durch Helge Schneider gemildert, ohne Reize und Därme. In diesem Sinne: Feed, heal and save the world oder welche Parole gerade wieder im Trend liegt!