Harald Schmidt und Herr K.
Vor nicht allzu langer Zeit habe ich meinen finanziellen Sicherungsplan namens Mutterschaft angekündigt. Jetzt wird es doch persönlicher, höhö.
Der Schleim will immer noch nicht aus meiner Stirn weichen! Jeglicher Exorzismus scheitert- es kotzt mich an. Fit bin ich dementsprechend noch nicht, daher war ich auch nur selten in der Uni die Tage. Heute war ich jedoch im Lessing-Seminar, in welchem ein besonderer Teilnehmer sitzt, den ich hier aufgrund eines besonders lieben Kommilitonen erwähne. Kafkaesk wie ich bin (JAAAAAAAA, endlich konnte ich das Adjektiv einmal adäquat einbauen!), nenne ich jenen Seminarteilnehmer Herrn K. Herr K. zeichnet sich durch eine exorbitante Stimme aus. Exorbitant deswegen, weil sie gewaltig unverständlich ist. Er spricht zwar, man hört auch eine Bassfrequenz, aber man kann die Worte einfach nicht verstehen, dabei spricht er perfektes hochdeutsch, weil er anscheinend aus dem Norden kommt. Achso, dass er perfektes hochdeutsch spricht, weiß ich daher, dass ich in einem anderen Seminar einmal neben ihm saß, sonst hätte ich ihn schließlich nicht verstehen können.
Die Lautstärke seines Sprechens scheint immer zu gering zu sein, weil man wirklich nie etwas versteht, wenn er was sagt. Bittet man Herrn K. daraufhin lauter zu reden, macht er das wahrscheinlich auch, aber das Kuriose ist, dass man dann trotzdem schlichtweg nichts versteht! Und er meldet sich überaus häufig, aber ich weiß nie, was er gerade erzählt. Anfangs fand ich das frustrierend, denn interessante, intelligente Redebeiträge höre ich mir gerne an. Nachdem ich das Stadium der Frustration verlassen hatte, fand ich es nervig. Abgelöst wurde das Genervtsein vom Herrn K. zum Kotzen finden und letztlich ist meine Reaktion auf Herrn K.s Stimme bei der Gleichgültigkeit angekommen: Soll er sich selbst doch was Cleveres erzählen. Bei meinem lieben Kommilitonen ist allerdings erst das Stadium des Kotzig-Findens Herrn K. betreffend erreicht, wobei ich jenem Kommilitonen auf diesem Wege versichere: Herr K. wird egal!
Ein anderer Herr ist mir allerdings nicht egal. Er, dessen Rückkehr ich mir bereits bei Edmund Stoibers Eiertänzchen ersehnte, kehrt heute wieder zurück.
Mr. Beutelbegasung, der Meister der plastischen Beschreibungen, der Gott der literarisch-unterhaltenden Wortspiele, der chronische Sklave der (Laien)Medizin, der Dompteur des Playmobilzirkus', der Florian Silbereisen der 14- 49jährigen*, der Mulatte auf der Avenue Montaigne, kurz: Harald Schmidt geht heute Abend endlich wieder auf Sendung! Ich weiß, dass ich ihn innerhalb des Blogs oft beweihräuchere, aber das hat er auch verdient! Und es wird auch sicher noch oft passieren. Ich freue mich jedenfalls, wie immer. Hoffentlich hat er vor Aufzeichnung der Sendung noch mitgekriegt, dass der 1. FC Bayern München mal eben Felix Magath entlassen hat, weil das so ja so (= eine Niederlage, ein Unentschieden) unmöglich weitergehen kann im Verein. Trainer feuern ist sowieso in den letzten Jahren zum Trendsport in der 1. Fußballbundesliga avanciert?! Aber, dass der FC Bayern ohnehin in einer fremden, hirnentleerten, finanziell absolut überprivilegierten Welt lebt, wissen wir nicht erst seit heute. Besonders verrückt an dem Entlassungsszenario finde ich, dass Ottmar Hitzfeld sich bereit erklärt hat, wieder die Bayern zu trainieren. Ich mein: Wieso? Geld dürfte er doch genug haben, aber offensichtlich keinen Stolz. Oder ihm ist langweilig.
Wie auch immer, hoffentlich hat Harald Schmidt seinen 'kurzen' Urlaub für das Verfassen eines neuen Buches genutzt- wäre wünschenswert!
* Der Florian Silbereisen der 50- 65jährigen ist Thomas Gottschalk. Für die Zielgruppe ab 66 Jahren- Ende offen ist der Florian Silbereisen Florian Silbereisen selbst!
Ich hoffe Herr Schmidt verzeiht mir den Florian Silbereisen Vergleich mit seiner Person, der ziemlich respektlos ist, denn Harald Schmidt ist schließlich schon etliche Jahre länger im Fernsehgeschäft tätig als das blonde Jungblut.
Nuja, andererseits...da Herr Schmidt das hier niemals lesen wird...

